Philosoph! Der andere Versicherungspodcast Archiv
79 Episoden
41 Minuten
mit Stephen Voss Co-Founder und CEO von Neodigital
**Nachhaltigkeit als zentraler Fokus? **
Neodigital hat vor drei Jahren begonnen, sich auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren, indem es sich überprüfen und zertifizieren ließ. Als digitaler Versicherer ist das Unternehmen bereits von Natur aus sehr nachhaltig - sie vermeiden Papier, unnötige Fahrten und Raumverschwendung und fördert Homeoffice und effiziente Prozesse.
Der schwierigere Teil ist die Integration von Nachhaltigkeit in die Produkte des Unternehmens. Dies ist aufgrund der unvorhersehbaren Kundenbedürfnissen und -wünschen schwierig. Ein Beispiel, das Voss erwähnte, ist die Möglichkeit, bei einem Schaden in der Privathaftpflichtversicherung ein nachhaltiges Möbelstück als Ersatz zu bieten.
**Herausforderungen und Verantwortung **
Nachhaltigkeit in Produkten ist wichtig, besonders für Dritte außerhalb des Vertragspartners. Die KFZ-Versicherung ist ein Beispiel, bei dem Geschädigte oft Geld oder das gleiche Produkt fordern.
Die Verwendung von fossilen Brennstoffen ist ebenfalls langfristig nicht akzeptabel, aber Versicherer sollten dennoch Autos mit Verbrennungsmotor versichern, da die meisten Menschen darauf angewiesen sind.
Versicherer haben eine gesellschaftliche Verantwortung, positive Handlungsweisen zu unterstützen. Daher bietet Neodigital ein Telematik-Produkt an, das Kund:innen für vorsichtiges Fahren belohnt und ihre Fahrweise überwacht.
„Man muss Schritte gehen, damit die Gesellschaft auch den Schritt geht.“
**Must-Have-Thema der kommenden Jahre **
Eine durchgehende Digitalisierung ist notwendig, um Nachhaltigkeit zu fördern. Inwieweit Nachhaltigkeit kann als Identitätsanker für Versicherungen dienen?
Die Moderatoren und unser Gast Stephen Voss sind sich sicher, dass in den nächsten zehn Jahren eine deutliche Veränderung in der Versicherungsbranche zu erwarten ist, die von politischer Seite unterstützt werden wird.
„Wir müssen alle an unserem Bewusstsein arbeiten. Keiner ist ein grüner Engel. […] aber viele auf einem guten Weg und wenn wir da ein bisschen was zu beitragen können, glaube ich, haben wir viel gewonnen.“
**Neugierig geworden? **
In Folge #04 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.
Hört und abonniert Philosoph bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder hört ihn einfach direkt hier im Web-Player.
Philosoph erscheint zweiwöchig am Dienstag. Folgt sum.cumo Sapiens auf Social Media für mehr Updates!
Philosoph – der andere Versicherungspodcast ist eine hauseigene Produktion von sum.cumo Sapiens. code text here
**Nachhaltigkeit als zentraler Fokus? **
Neodigital hat vor drei Jahren begonnen, sich auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren, indem es sich überprüfen und zertifizieren ließ. Als digitaler Versicherer ist das Unternehmen bereits von Natur aus sehr nachhaltig - sie vermeiden Papier, unnötige Fahrten und Raumverschwendung und fördert Homeoffice und effiziente Prozesse.
Der schwierigere Teil ist die Integration von Nachhaltigkeit in die Produkte des Unternehmens. Dies ist aufgrund der unvorhersehbaren Kundenbedürfnissen und -wünschen schwierig. Ein Beispiel, das Voss erwähnte, ist die Möglichkeit, bei einem Schaden in der Privathaftpflichtversicherung ein nachhaltiges Möbelstück als Ersatz zu bieten.
**Herausforderungen und Verantwortung **
Nachhaltigkeit in Produkten ist wichtig, besonders für Dritte außerhalb des Vertragspartners. Die KFZ-Versicherung ist ein Beispiel, bei dem Geschädigte oft Geld oder das gleiche Produkt fordern.
Die Verwendung von fossilen Brennstoffen ist ebenfalls langfristig nicht akzeptabel, aber Versicherer sollten dennoch Autos mit Verbrennungsmotor versichern, da die meisten Menschen darauf angewiesen sind.
Versicherer haben eine gesellschaftliche Verantwortung, positive Handlungsweisen zu unterstützen. Daher bietet Neodigital ein Telematik-Produkt an, das Kund:innen für vorsichtiges Fahren belohnt und ihre Fahrweise überwacht.
„Man muss Schritte gehen, damit die Gesellschaft auch den Schritt geht.“
**Must-Have-Thema der kommenden Jahre **
Eine durchgehende Digitalisierung ist notwendig, um Nachhaltigkeit zu fördern. Inwieweit Nachhaltigkeit kann als Identitätsanker für Versicherungen dienen?
Die Moderatoren und unser Gast Stephen Voss sind sich sicher, dass in den nächsten zehn Jahren eine deutliche Veränderung in der Versicherungsbranche zu erwarten ist, die von politischer Seite unterstützt werden wird.
„Wir müssen alle an unserem Bewusstsein arbeiten. Keiner ist ein grüner Engel. […] aber viele auf einem guten Weg und wenn wir da ein bisschen was zu beitragen können, glaube ich, haben wir viel gewonnen.“
**Neugierig geworden? **
In Folge #04 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.
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40 Minuten
mit Katharina Jessel Vorständin der Union Krankenversicherung
Diesmal haben wir Katharina Jessel zu unserem Podcast eingeladen, um mit ihr über die Zukunft der Pflege zu philosophieren. Die gute Nachricht ist: Dank medizinischem Fortschritt, Aufklärung, Vorsorge und Ernährung werden wir immer älter. Aber sind wir auch auf längere Renten und Vorsorge vorbereitet? Und sind wir gewappnet für neue Pflegeanforderungen, die mit einer längeren Lebenserwartung einherkommen?
Katharina ist Vorständin der Kranken- und Reiseversicherer im Konzern Versicherungskammer und zudem Mitglied im PKV, dem Verband der privaten Krankenversicherungen. Das Thema Pflege ist für unsere Gesprächsrunde ein emotionales, denn die Situation, selbst angehörige Pflegebedürftige zu haben, ist nicht fremd.
Hört also zu, wenn Katharina, Michael und Mathias sich mit Fragen auseinandersetzen, die uns gesellschaftlich beschäftigen werden: Hat die Pflege ein Image-Problem? Was bedeutet würdevolles Altern? Wie zeichnet man ein positives Bild für den letzten Lebensabschnitt? Wann kommt die Disruption in den Pflegeeinrichtungen?
Würdevoll altern – ein Privileg der oberen 10 %? Nicht zuletzt ist würdevolles Altern ein politisches Thema. Es geht dabei auch darum, wer denn die Verantwortung für den Wandel und neue Initiativen trägt. Eines ist aber klar: Die Weichen müssen jetzt gestellt werden, damit zukünftig eine qualitativ hohe, flächendeckende Pflege ermöglicht werden kann. Ein Problem sieht Katharina auch in dem Image, welches der Pflegeberuf derzeit hat. Gesellschaftlich muss es eine höhere Wertschätzung dafür geben, denn es ist ein Thema, das uns früher oder später alle angeht.
Menschen haben einen anderen Lebensanspruch Sind die Pflegeeinrichtungen auf eine neue Generation Menschen eingestellt, die einen anderen Anspruch an ihre Unterkunft haben und einen anderen Lifestyle gelebt haben als vorherige Generationen? Katharina sieht eine aufkommende Lücke im Markt: Wird ein disruptives Unternehmen die Pflegeeinrichtungen verändern, so wie es einst Motel One mit den Hotels gemacht hat? „Würde muss nicht an Geld hängen, sondern an Rahmenbedingung, Umgang und vielleicht auch an Konzepten“ Und gerade da besteht die Hoffnung, dass mit der richtigen Förderung von Konzepten, Innovation vorangetrieben wird.
„Wir müssen einfacher werden“ Wer schon einmal einen Pflegeantrag stellen musste, kennt diesen Beantragungs-Dschungel. Das sei selbst für sie kompliziert, die sogar in der Branche arbeitet, so Katharina. Daher sieht sie die Zukunft bei besseren Aufklärungstools, die die Komplexität reduzieren. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Infrastruktur vor Ort geschaffen ist, auch für die Menschen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben. Mit der Plattform Karla (hallokarla.de) gibt es bereits eine Initiative, Firmen und Privatkunden der Region zusammenzubringen. Dafür wurde auch die Bildsprache angepasst, damit ein Imagewandel stattfinden kann.
Neugierig geworden?
In Folge #03 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.
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Philosoph – der andere Versicherungspodcast ist eine hauseigene Produktion von sum.cumo Sapiens.
Diesmal haben wir Katharina Jessel zu unserem Podcast eingeladen, um mit ihr über die Zukunft der Pflege zu philosophieren. Die gute Nachricht ist: Dank medizinischem Fortschritt, Aufklärung, Vorsorge und Ernährung werden wir immer älter. Aber sind wir auch auf längere Renten und Vorsorge vorbereitet? Und sind wir gewappnet für neue Pflegeanforderungen, die mit einer längeren Lebenserwartung einherkommen?
Katharina ist Vorständin der Kranken- und Reiseversicherer im Konzern Versicherungskammer und zudem Mitglied im PKV, dem Verband der privaten Krankenversicherungen. Das Thema Pflege ist für unsere Gesprächsrunde ein emotionales, denn die Situation, selbst angehörige Pflegebedürftige zu haben, ist nicht fremd.
Hört also zu, wenn Katharina, Michael und Mathias sich mit Fragen auseinandersetzen, die uns gesellschaftlich beschäftigen werden: Hat die Pflege ein Image-Problem? Was bedeutet würdevolles Altern? Wie zeichnet man ein positives Bild für den letzten Lebensabschnitt? Wann kommt die Disruption in den Pflegeeinrichtungen?
Würdevoll altern – ein Privileg der oberen 10 %? Nicht zuletzt ist würdevolles Altern ein politisches Thema. Es geht dabei auch darum, wer denn die Verantwortung für den Wandel und neue Initiativen trägt. Eines ist aber klar: Die Weichen müssen jetzt gestellt werden, damit zukünftig eine qualitativ hohe, flächendeckende Pflege ermöglicht werden kann. Ein Problem sieht Katharina auch in dem Image, welches der Pflegeberuf derzeit hat. Gesellschaftlich muss es eine höhere Wertschätzung dafür geben, denn es ist ein Thema, das uns früher oder später alle angeht.
Menschen haben einen anderen Lebensanspruch Sind die Pflegeeinrichtungen auf eine neue Generation Menschen eingestellt, die einen anderen Anspruch an ihre Unterkunft haben und einen anderen Lifestyle gelebt haben als vorherige Generationen? Katharina sieht eine aufkommende Lücke im Markt: Wird ein disruptives Unternehmen die Pflegeeinrichtungen verändern, so wie es einst Motel One mit den Hotels gemacht hat? „Würde muss nicht an Geld hängen, sondern an Rahmenbedingung, Umgang und vielleicht auch an Konzepten“ Und gerade da besteht die Hoffnung, dass mit der richtigen Förderung von Konzepten, Innovation vorangetrieben wird.
„Wir müssen einfacher werden“ Wer schon einmal einen Pflegeantrag stellen musste, kennt diesen Beantragungs-Dschungel. Das sei selbst für sie kompliziert, die sogar in der Branche arbeitet, so Katharina. Daher sieht sie die Zukunft bei besseren Aufklärungstools, die die Komplexität reduzieren. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Infrastruktur vor Ort geschaffen ist, auch für die Menschen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben. Mit der Plattform Karla (hallokarla.de) gibt es bereits eine Initiative, Firmen und Privatkunden der Region zusammenzubringen. Dafür wurde auch die Bildsprache angepasst, damit ein Imagewandel stattfinden kann.
Neugierig geworden?
In Folge #03 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.
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47 Minuten
Alles eine Frage des Mindsets? Mit Joséphine Chamoulaud von Smile
**Philosoph geht in die zweite Runde! **
In Folge #02 haben wir Joséphine Chamoulaud eingeladen, CMO beim Digitalversicherer Smile.
Für diese Folge brechen wir mit dem Smile-Slogan “Versicherung ohne Blabla” und nehmen uns die Zeit, über all das zu sprechen, was Versicherungen zukunftssicher macht. Was macht Innovation möglich? Wie viel macht das richtige Mindset aus? Wie viel wird der nächste Hype verändern?
Diesen und weiteren Fragen widmen sich Mathias Harrassowitz und Michael Carl in dieser Folge unseres etwas anderem Versicherungspodcasts.
Traditionell vs. innovativ
Zu Beginn der zweiten Episode werden verschiedene Perspektiven in Unternehmen hinterfragt. Lohnt sich ein Denken in Kategorien? Alt gegen jung, männlich gegen weiblich, traditionell gegen innovativ? Oder kommt es einfach auf das richtige Mindset an?
Aber Versicherungen und Innovationsgeist, passt das zusammen?
Den Wechsel von der Agenturwelt zur Versicherungsbranche bezeichnet Joséphine als Kulturschock.
“Da bin ich das erste Mal auch mit Leuten, die seit 20 Jahren in einer Firma sind. Schaut man ein wenig weiter raus: Wir sind die Tochtergesellschaft der Helvetia, einer Schweizer, sehr traditionellen Großversicherung und da hast du dann Leute, die seit Lebensanfang dabei sind (…), und da hast du natürlich schon gewisse Muster drin, die du sonst nicht kennst.”
Deswegen wird sich zur Aufgabe gemacht, dass das richtige Mindset bei den Mitarbeitenden vorhanden ist, um sich immer wieder neu erfinden zu können. Nicht zuletzt sieht Joséphine die Problematik in der Branche selbst:
“Gerade in der Versicherungsbranche, der es grundsätzlich gut geht (…), gibt es wenig Fluktuation. (…) Je länger man bei einer Firma bleibt, desto festgefahrener wird man in den Gedanken, oder desto mehr muss man sich aktiv bewegen, damit Bewegung lebt und bleibt. “
Aber wie generiert man dann dieses Mindset und woher kommen die Inspirationen?
Zum einen, so Joséphine, gucken, wie erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle von Netflix, Spotify, Zalando etc. funktionieren. Zum anderen braucht es aber auch die richtige Einstellung der Führungsetage, um für Wandel bereit zu sein und die richtige Kultur im Unternehmen.
Vor allem darf man sich nicht zurücklehnen und auf den Erfolgen ausruhen.
Gehört die Zukunft den Kleinen?
Können die großen traditionellen Versicherungsunternehmen nicht innovativ sein? Wohl eher nicht. Flexibilität und Lebhaftigkeit sind jedoch von Vorteil, um beim nächsten Hype vorne mit dabei zu sein. Die Größe kann ein Hindernis für die Transformation sein. Das bedeutet aber nicht das Aus der großen Versicherer. Eine gute Mischung kann da hilfreich sein.
Bei Smile bedeutet das, dass Neues ausprobiert werden kann, weil die Absicherung durch Helvetia gegeben ist. Außerdem, so Joséphine, muss auch geschaut werden, dass man durch Innovation nicht in eine Traumwelt reingeht, wo der Kunde noch nicht angekommen ist.
So können auch KIs wie ChatGPT eine große Veränderung in der Gesellschaft mit sich bringen, aber bis sie wirklich in der breiten Masse in der Anwendung zu tragen kommt, kann es noch lange dauern.
“In zehn Jahren werden wir (…) bei den traditionellen Versicherungen eine Veränderung sehen, wo man sagt ‘Hey, da hat sich einiges getan’ und trotzdem ist es nicht so, dass man nichts wiedererkennen wird.”
Neugierig geworden?
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**Philosoph geht in die zweite Runde! **
In Folge #02 haben wir Joséphine Chamoulaud eingeladen, CMO beim Digitalversicherer Smile.
Für diese Folge brechen wir mit dem Smile-Slogan “Versicherung ohne Blabla” und nehmen uns die Zeit, über all das zu sprechen, was Versicherungen zukunftssicher macht. Was macht Innovation möglich? Wie viel macht das richtige Mindset aus? Wie viel wird der nächste Hype verändern?
Diesen und weiteren Fragen widmen sich Mathias Harrassowitz und Michael Carl in dieser Folge unseres etwas anderem Versicherungspodcasts.
Traditionell vs. innovativ
Zu Beginn der zweiten Episode werden verschiedene Perspektiven in Unternehmen hinterfragt. Lohnt sich ein Denken in Kategorien? Alt gegen jung, männlich gegen weiblich, traditionell gegen innovativ? Oder kommt es einfach auf das richtige Mindset an?
Aber Versicherungen und Innovationsgeist, passt das zusammen?
Den Wechsel von der Agenturwelt zur Versicherungsbranche bezeichnet Joséphine als Kulturschock.
“Da bin ich das erste Mal auch mit Leuten, die seit 20 Jahren in einer Firma sind. Schaut man ein wenig weiter raus: Wir sind die Tochtergesellschaft der Helvetia, einer Schweizer, sehr traditionellen Großversicherung und da hast du dann Leute, die seit Lebensanfang dabei sind (…), und da hast du natürlich schon gewisse Muster drin, die du sonst nicht kennst.”
Deswegen wird sich zur Aufgabe gemacht, dass das richtige Mindset bei den Mitarbeitenden vorhanden ist, um sich immer wieder neu erfinden zu können. Nicht zuletzt sieht Joséphine die Problematik in der Branche selbst:
“Gerade in der Versicherungsbranche, der es grundsätzlich gut geht (…), gibt es wenig Fluktuation. (…) Je länger man bei einer Firma bleibt, desto festgefahrener wird man in den Gedanken, oder desto mehr muss man sich aktiv bewegen, damit Bewegung lebt und bleibt. “
Aber wie generiert man dann dieses Mindset und woher kommen die Inspirationen?
Zum einen, so Joséphine, gucken, wie erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle von Netflix, Spotify, Zalando etc. funktionieren. Zum anderen braucht es aber auch die richtige Einstellung der Führungsetage, um für Wandel bereit zu sein und die richtige Kultur im Unternehmen.
Vor allem darf man sich nicht zurücklehnen und auf den Erfolgen ausruhen.
Gehört die Zukunft den Kleinen?
Können die großen traditionellen Versicherungsunternehmen nicht innovativ sein? Wohl eher nicht. Flexibilität und Lebhaftigkeit sind jedoch von Vorteil, um beim nächsten Hype vorne mit dabei zu sein. Die Größe kann ein Hindernis für die Transformation sein. Das bedeutet aber nicht das Aus der großen Versicherer. Eine gute Mischung kann da hilfreich sein.
Bei Smile bedeutet das, dass Neues ausprobiert werden kann, weil die Absicherung durch Helvetia gegeben ist. Außerdem, so Joséphine, muss auch geschaut werden, dass man durch Innovation nicht in eine Traumwelt reingeht, wo der Kunde noch nicht angekommen ist.
So können auch KIs wie ChatGPT eine große Veränderung in der Gesellschaft mit sich bringen, aber bis sie wirklich in der breiten Masse in der Anwendung zu tragen kommt, kann es noch lange dauern.
“In zehn Jahren werden wir (…) bei den traditionellen Versicherungen eine Veränderung sehen, wo man sagt ‘Hey, da hat sich einiges getan’ und trotzdem ist es nicht so, dass man nichts wiedererkennen wird.”
Neugierig geworden?
In Folge #02 gibt es viele weitere spannenden Fragen, über die gemeinsam philosophiert wird.
Hört und abonniert Philosoph bei eurem Lieblings-Streaming-Service oder hört ihn einfach direkt hier im Web-Player.
Philosoph erscheint zweiwöchig am Dienstag. Folgt sum.cumo Sapiens auf Social Media für mehr Updates!
Philosoph – der andere Versicherungspodcast ist eine hauseigene Produktion von sum.cumo Sapiens.
42 Minuten
mit Jan Keller, CIO und CFO von Vereinigte Hagel Versicherung
Kann man Dürre noch versichern?
Noch spielt Dürre keine allzu große Rolle bei der Kundschaft, so Jan. Doch sicher ist, dass sich das in Zukunft ändern wird. Wird Dürre erstmal zum Regelfall, lässt sich dies auch nicht mehr versichern. Der größte Sektor, wie es bereits im Namen steht, bleibt Hagelfall.
Dringlicher sieht Jan die Schäden, die durch Frost entstehen, denn Frost zerstört die (durch zu milde Winter) zu früh keimenden Pflanzen.
Eins ist klar, lokale extreme Wetterphänomene nehmen zu – Tornados, Überschwemmungen, Stürme. Die zündende Idee zur Prävention gibt es noch nicht. Die derzeitigen Versicherungs-produkte sind zu kompliziert und unattraktiv. Wetterdaten auf lokaler Ebene können da in Zukunft helfen. Besonders wichtig ist es jedoch, über die Versicherung keinen Status Quo zu etablieren, wenn stattdessen zum Beispiel ein anderes Anbauverhalten stattfinden müsste.
Aber wer trägt die Verantwortung? Der Versicherer, der Daten erhebt und vorwarnt? Die Landwirte, die die Anbaumethoden verbessern müssen? Der Staat, der die Versicherungen subventioniert und mehr Sicherheit ermöglicht oder doch die Gesellschaft, die bereit dafür sein müsste mehr zu bezahlen?
Wollen wir Landwirtschaft in Deutschland ermöglichen?
Klar, wir wollen Lebensmittelsicherheit im Land und die Produkte am besten lokal, damit wir unabhängig von Lieferketten sind. Aber ist das mit der Veränderung, die der Klimawandel mit sich bringt, langfristig möglich? Ist präventiver Anbau die Lösung?
“Die Felder stehen nun mal draußen, die werden wir nicht irgendwie in die Garage fahren können, da wird auch keiner ein Dach drüberziehen. Da muss man irgendwie mit leben. Aber natürlich ist es richtig, wenn wir über diese systemischen Risiken wie Dürre und Frost sprechen, wo wir sagen, die nehmen im Laufe des Klimawandels zu (…) da können wir natürlich als Versicherung Hilfestellung geben, wenn wir sagen, okay, das können wir so nicht mehr akzeptieren.”
Dank Innovationen gibt es viele Möglichkeiten, Wetterphänomenen entgegenzuwirken. Damit verbunden ist allerdings eine Investition in Infrastruktur, die die meisten Betriebe nicht tätigen können. In der Bevölkerung ist das Bild der Landwirtschaft eher das von der glücklichen Kuh, die auf der Wiese steht, als das einer großen und spezialisierten Industrie. In Zukunft können Satelliten-, Drohnen-, und kleinräumige Wetterdaten Aufschluss geben. Versicherungsunternehmen wie die VHH können die Verantwortung für diese Form von Daten derzeit aber nicht tragen. Zu Recht philosophieren Mathias, Michael und Jan über die Rolle des Versicherers, wenn es um Prävention
geht. Daten erfassen ist die eine Sache, so Jan, diese aber so auszuwerten und bereitzustellen, dass ein sinnvolles, verständliches Produkt dabei herauskommt, ist die andere.
Digitalisierung – die Lösung für den Generationenwechsel?
Nächstes Jahr feiert die VHH ihr 200-jähriges Jubiläum. Wie bleibt man da am Zahn der Zeit?
Der persönliche Kontakt zu den Kunden ist ein großes Anliegen. So hat auch weiterhin die Schulung qualifizierter Mitarbeiter*innen Priorität. Doch Digitalisierung und persönliche Beratung müssen sich nicht auschließen, so Jan. So wird die Schadenerfassung von den Kolleginnen und Kollegen digital aufgenommen. Ob es jedoch in Zukunft einen reinen Online-Vertrieb geben wird, da ist man sich im Hause nicht so sicher. So scheint doch der Schlüssel zu den Kunden der direkte Kontakt zu sein.
Alles in allem wird aber die genaue Datenerfassung in der Zukunft eine immer größere Rolle einnehmen und Transformation Stück für Stück voranschreiten.
Klingt spannend? Das war erst der Anfang! Das ganze Gespräch findet ihr bei allen gängigen Streaming-Anbietern.
Noch nicht genug bekommen? Philosoph erscheint zweiwöchig am Dienstag. Abonniert den Podcast und folgt sum.cumo Sapiens auf Social Media!
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Kann man Dürre noch versichern?
Noch spielt Dürre keine allzu große Rolle bei der Kundschaft, so Jan. Doch sicher ist, dass sich das in Zukunft ändern wird. Wird Dürre erstmal zum Regelfall, lässt sich dies auch nicht mehr versichern. Der größte Sektor, wie es bereits im Namen steht, bleibt Hagelfall.
Dringlicher sieht Jan die Schäden, die durch Frost entstehen, denn Frost zerstört die (durch zu milde Winter) zu früh keimenden Pflanzen.
Eins ist klar, lokale extreme Wetterphänomene nehmen zu – Tornados, Überschwemmungen, Stürme. Die zündende Idee zur Prävention gibt es noch nicht. Die derzeitigen Versicherungs-produkte sind zu kompliziert und unattraktiv. Wetterdaten auf lokaler Ebene können da in Zukunft helfen. Besonders wichtig ist es jedoch, über die Versicherung keinen Status Quo zu etablieren, wenn stattdessen zum Beispiel ein anderes Anbauverhalten stattfinden müsste.
Aber wer trägt die Verantwortung? Der Versicherer, der Daten erhebt und vorwarnt? Die Landwirte, die die Anbaumethoden verbessern müssen? Der Staat, der die Versicherungen subventioniert und mehr Sicherheit ermöglicht oder doch die Gesellschaft, die bereit dafür sein müsste mehr zu bezahlen?
Wollen wir Landwirtschaft in Deutschland ermöglichen?
Klar, wir wollen Lebensmittelsicherheit im Land und die Produkte am besten lokal, damit wir unabhängig von Lieferketten sind. Aber ist das mit der Veränderung, die der Klimawandel mit sich bringt, langfristig möglich? Ist präventiver Anbau die Lösung?
“Die Felder stehen nun mal draußen, die werden wir nicht irgendwie in die Garage fahren können, da wird auch keiner ein Dach drüberziehen. Da muss man irgendwie mit leben. Aber natürlich ist es richtig, wenn wir über diese systemischen Risiken wie Dürre und Frost sprechen, wo wir sagen, die nehmen im Laufe des Klimawandels zu (…) da können wir natürlich als Versicherung Hilfestellung geben, wenn wir sagen, okay, das können wir so nicht mehr akzeptieren.”
Dank Innovationen gibt es viele Möglichkeiten, Wetterphänomenen entgegenzuwirken. Damit verbunden ist allerdings eine Investition in Infrastruktur, die die meisten Betriebe nicht tätigen können. In der Bevölkerung ist das Bild der Landwirtschaft eher das von der glücklichen Kuh, die auf der Wiese steht, als das einer großen und spezialisierten Industrie. In Zukunft können Satelliten-, Drohnen-, und kleinräumige Wetterdaten Aufschluss geben. Versicherungsunternehmen wie die VHH können die Verantwortung für diese Form von Daten derzeit aber nicht tragen. Zu Recht philosophieren Mathias, Michael und Jan über die Rolle des Versicherers, wenn es um Prävention
geht. Daten erfassen ist die eine Sache, so Jan, diese aber so auszuwerten und bereitzustellen, dass ein sinnvolles, verständliches Produkt dabei herauskommt, ist die andere.
Digitalisierung – die Lösung für den Generationenwechsel?
Nächstes Jahr feiert die VHH ihr 200-jähriges Jubiläum. Wie bleibt man da am Zahn der Zeit?
Der persönliche Kontakt zu den Kunden ist ein großes Anliegen. So hat auch weiterhin die Schulung qualifizierter Mitarbeiter*innen Priorität. Doch Digitalisierung und persönliche Beratung müssen sich nicht auschließen, so Jan. So wird die Schadenerfassung von den Kolleginnen und Kollegen digital aufgenommen. Ob es jedoch in Zukunft einen reinen Online-Vertrieb geben wird, da ist man sich im Hause nicht so sicher. So scheint doch der Schlüssel zu den Kunden der direkte Kontakt zu sein.
Alles in allem wird aber die genaue Datenerfassung in der Zukunft eine immer größere Rolle einnehmen und Transformation Stück für Stück voranschreiten.
Klingt spannend? Das war erst der Anfang! Das ganze Gespräch findet ihr bei allen gängigen Streaming-Anbietern.
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