mit Manuela Moog von Baloise DE
Wie sieht Veränderung für traditionsreiche Unternehmen aus? Als
Manuela vor etwa drei Jahren zu Baloise kam, war ihr klar, dass
sie auf eine traditionsreiche Firma stößt. Dazu gehörte, dass es
in der IT viele Themen gab, die Erneuerungsbedarf haben. In den
gut 150 Jahren, in welchen die Baloise am Markt ist, war
Digitalisierung sicherlich nicht immer Programm. Jedoch ist es
das, was Manuela motiviert: Die IT auf die Zukunft ausrichten. In
dieser Hinsicht kann sie auf einige Jahre Branchenerfahrung
zurückschauen und hat in dieser Zeit einige Veränderungen
mitbekommen.
„Als ich meine Berufslaufbahn begann, da war Digitalisierung noch
weit weg. Da haben wir beim Mainframe über Bestands-System
geredet. Da haben wir noch nicht mal über SAP geredet. Die Welt
verändert sich radikal.“
Unschwer lässt sich erkennen, wie wichtig es ist am Zahn der Zeit
zu sein, um nicht abgehängt zu werden. Alles drastisch zu ändern,
scheint jedoch auch nicht der richtige Ansatz zu sein.
Stattdessen solle man sich als traditionsreiches Unternehmen, so
Manuela, auch auf das besinnen, was gut ist und auf das aufgebaut
werden kann. Hier kann nicht zwangsläufig eine Startup-Strategie
zum Erfolg führen, sondern eher maßgeschneiderte Lösungen für das
Unternehmen mit seiner Geschichte. Ganz nach dem Motto: Evolution
statt Revolution. Doch wo fängt man an?
Kulturwerte und Mindset Manuelas persönliche Leidenschaft liegt
stark im People & Culture Bereich verankert, was für sie ein
wichtiger Teil der Unternehmenstransformation ist. Ganz allein
trägt sie diesen Aspekt nicht in die Baloise hinein –
übergreifende Kommunikationsformate und Transformationsteams
sorgen dafür, dass neue Prozesse ihren Weg in die verschiedenen
Bereiche des Unternehmens finden.
Mit gutem Beispiel vorangehend, ist Manuela bestens im
Unternehmen vernetzt und sieht einen Teil des Mindset-Wechsels in
der Verantwortung des Vorstands. Das bedeutet, eine offene
Fehlerkultur zu leben, offen zu sein für kritisches Feedback,
regelmäßige Retros. Die kleinere Unternehmensgröße ist dabei oft
zum Vorteil, um Veränderung voranzutreiben.
„Dass ich nach 28 Jahren in einem Konzern wirklich spüre, welche
Vorteile ich in einem kleineren Unternehmen nutzen kann. Und ich
erinnere mich gut an mein Kennenlernen mit meinem heutigen CEO,
der gesagt hat: Manuela, wenn du zu uns kommst, vergiss alles,
was du bisher gemacht hast. Wir sind Mittelstand, wir ticken ein
Stück anders.“
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