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Episoden

22 Minuten
Die ersten Minuten eines Gesprächs wirken wie Nebensache. Sind sie nicht.

In dieser Folge geht's um etwas, das in der Coaching- und Beratungsausbildung oft übergangen wird: Smalltalk. Nicht als Auflockerung vor der "eigentlichen" Arbeit, sondern als relationales und diagnostisches Werkzeug – gerade in der trauma-informierten Arbeit.

Du erfährst:

– Warum die ersten Minuten einer Sitzung mehr über den Zustand eines Menschen verraten als jede direkte Frage

– Was Allianzforschung und Relational Regulation Theory dazu sagen

– Wo die Grenzen dieses Ansatzes liegen – und warum es nicht um Technik, sondern um Haltung geht

Manchmal ist die professionellste Frage am Anfang einer Stunde noch keine Coachingfrage.

Mehr zur TIC Academy und trauma-informiertem Coaching: https://tic-academy.com/eintragung

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19 Minuten
Prokrastination wird fast immer moralisch erklärt: zu undiszipliniert, zu wenig Struktur, zu faul. Dabei ist Prokrastination nur das sichtbare Verhalten — die eigentliche Frage ist, welche Funktion es gerade erfüllt.

In dieser Folge spreche ich über vier unterschiedliche Typen von Prokrastination, die mir über die Jahre in Klinik und Praxis immer wieder begegnet sind. Der Druck-Aufschieber, der erst unter Zeitdruck in Aktivierung kommt. Der Bewertungs-Vermeider, der sich durchs Aufschieben vor Scham und Kritik schützt. Der Abschluss-Vermeider, für den Fertigwerden mit Verlust verbunden ist. Und der exekutive Typ, bei dem — etwa bei ADHS — die Handlungssteuerung selbst das Problem ist, nicht die Motivation.

Von außen sieht bei allen vieren dasselbe Verhalten identisch aus. Innen läuft etwas komplett anderes ab. Und genau deshalb funktioniert der Standardrat "Mehr Disziplin" bei manchen Menschen und bei anderen gar nicht.

Ist Prokrastination also eine Trauma-Reaktion? So pauschal lässt sich das nicht beantworten. Traumatische Erfahrungen können Prozesse beeinflussen, die dabei eine Rolle spielen, etwa Scham oder ein starkes Kontrollbedürfnis — aber Prokrastination allein erlaubt keinen Rückschluss auf ein Trauma.

Für Coaches, Therapeuten und Berater zeige ich, wie man diese Unterschiede sicher erkennt, bevor man mit dem falschen Rat gegen die falsche Wand rennt.

Mehr dazu: tic-academy.com/eintragung.
30 Minuten
Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Doch was mich an der DDR besonders interessiert, ist weniger die politische Chronologie als die psychologische Frage dahinter:

Wie kann eine Gesellschaft innerhalb weniger Jahre von einem extremen politischen System in ein völlig anderes wechseln? Wie wird aus dem ehemaligen Feind Sowjetunion plötzlich der „große Bruder“? Und warum passen sich Menschen an Systeme an, die sie vielleicht innerlich gar nicht unterstützen?

In dieser Folge geht es um kollektives Trauma, gesellschaftlichen Kontrollverlust, kognitive Dissonanz, Konformität und die Frage, warum Vertrauen, Sicherheit und Kontrolle nach Krisen eine so große Rolle spielen.

Wir schauen auf Deutschland nach 1945, den Aufbau der DDR, den Mauerbau und schließlich auf 1989 – vor allem aber auf die Psychologie dahinter.

Denn vielleicht lautet die spannendere Frage gar nicht:

Wie konnten die Menschen damals so etwas mitmachen?

Sondern:

Was passiert mit Menschen, wenn ihre bisherige Wirklichkeit zusammenbricht und ihnen jemand eine neue anbietet?

Mehr zu Trauma-Informed Coaching und der TIC Academy: tic-academy.com
11 Minuten
Dissoziation sieht nicht immer dramatisch aus. Manchmal wirkt ein Mensch plötzlich ruhig, distanziert oder „wie weg“ – und genau deshalb wird sie leicht übersehen.

In dieser Folge geht es um 5 mögliche Anzeichen für Dissoziation, auf die Coaches und andere psychosozial arbeitende Menschen achten können. Wir sprechen darüber, warum sich Blick, Sprache, Körper, Erinnerung und emotionaler Ausdruck verändern können – und weshalb Ruhe nicht automatisch Regulation bedeutet.

Außerdem erfährst du, was Dissoziation grundsätzlich bedeutet, warum sie im Zusammenhang mit Trauma eine Schutzfunktion haben kann und weshalb Vertiefung nicht immer die richtige Reaktion ist.

Wichtig: Einzelne Anzeichen beweisen keine Dissoziation und ersetzen keine Diagnostik. Für Coaches geht es vor allem darum, Veränderungen wahrzunehmen, angemessen zu reagieren und die eigenen professionellen Grenzen zu kennen.

Kostenloses Erstgespräch bei der TIC Academy:

https://tic-academy.com/eintragung/
18 Minuten
Wirkt ein Klient narzisstisch – oder reagiert sein Nervensystem auf eine wahrgenommene Gefahr?

Emotionale Distanz, Kontrollbedürfnis, Abwehr bei Kritik und wenig sichtbare Empathie können an der Oberfläche ähnlich aussehen. Dahinter können jedoch sehr unterschiedliche Dynamiken stehen.

In dieser Folge erfährst du:

– warum Narzissmus und Traumareaktionen häufig verwechselt werden

– was das jeweilige Verhalten schützen soll

– wie sich Reaktionen auf Kritik unterscheiden können

– was Klienten in der Beziehung zu dir als Coach unbewusst prüfen

– welche drei Fragen dir in schwierigen Sitzungen Orientierung geben

Du musst als Coach keine Diagnose stellen. Du solltest jedoch erkennen können, wann ein Klient mehr Sicherheit braucht, wann klare Grenzen notwendig sind und wann Coaching an seine fachlichen Grenzen kommt.

Wenn du deine Arbeit traumainformierter ausrichten und mehr Sicherheit im Umgang mit komplexen Klientendynamiken entwickeln möchtest, vereinbare ein persönliches Erstgespräch mit unserem Team:

https://tic-academy.com/eintragung/

Gemeinsam schauen wir auf deine aktuelle Situation, deine fachlichen Ziele und darauf, welcher nächste Schritt für dich sinnvoll ist.

Thomas Wissing ist klinischer Psychologe, war über zwölf Jahre in der Akutpsychiatrie tätig und ist Gründer der TIC Academy, einem dual akkreditierten Institut für traumainformiertes Coaching im deutschsprachigen Raum.

Hinweis: Diese Folge dient der fachlichen Weiterbildung und ersetzt keine klinische Diagnostik, Psychotherapie oder medizinische Beratung.
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Über diesen Podcast

TICst du richtig? – Der trauma-informierte Podcast. Warum ticken, fühlen und handeln Menschen, wie sie es tun? Thomas Wissing, M.Sc. Psychologe und Gründer der TIC Academy, sucht nicht nach Schubladen, sondern blickt auf die Wissenschaft und Biografie dahinter. Traumainformiert bedeutet zu verstehen: Vieles, was Menschen im Weg steht, war oft eine notwendige Anpassung. Wir begegnen nicht „schwierigen“ Menschen, sondern Menschen in Schwierigkeiten. Für alle, die mit Menschen arbeiten und verstehen statt bewerten – und dabei klare Grenzen wahren. Jede Woche neue Inhalte. 🌐 tic-academy.com

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