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  3. Fragen an die Polizeigeschichte Podcast

Episoden

16 Minuten
„Schild und Schwert der Partei“ – so verstand sich das Ministerium für Staatssicherheit selbst. Die Stasi steht bis heute wie kaum eine andere Institution für Überwachung, politische Verfolgung und Repression in der DDR. Doch was für eine Sicherheitsbehörde war sie eigentlich? Nachrichtendienst, Geheimpolizei, Strafverfolgungsbehörde – oder alles zugleich? Ein Blick auf ihre Geschichte führt überraschenderweise zunächst zur Kriminalpolizei und zeigt, wie eng nachrichtendienstliche Informationsgewinnung und polizeiliche Befugnisse im Sicherheitsapparat der DDR miteinander verbunden waren. Wir fragen deswegen: • Wie entwickelte sich aus Strukturen der Kriminalpolizei das spätere Ministerium für Staatssicherheit? • In welchem Verhältnis standen Stasi und Volkspolizei zueinander? • Und warum werden Polizei und Nachrichtendienste in der Bundesrepublik heute grundsätzlich voneinander getrennt? Klar wird: Die Geschichte der Stasi erzählt nicht nur von Überwachung und Repression. Sie zeigt auch, welche Macht entstehen kann, wenn geheime Informationsgewinnung und polizeiliche Eingriffsbefugnisse in einer Institution zusammenkommen – und wirft damit die Frage auf, wie staatliche Sicherheitsmacht organisiert und begrenzt werden sollte.
15 Minuten
2026 können die Bereitschaftspolizeien und die Bundespolizei auf 75 Jahre Geschichte zurückblicken. Ihre Entstehung führt zurück in die frühen Jahre des Kalten Krieges – und zu einem Konflikt, der tausende Kilometer von Deutschland entfernt stattfand: dem Koreakrieg (1950-1953). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland bewusst entmilitarisiert. Doch nur wenige Jahre später entstanden mit Bereitschaftspolizei und Bundesgrenzschutz (1951) sowie der Kasernierten Volkspolizei (1952) erneut schwer bewaffnete und kasernierte Verbände. Wir fragen deswegen: Wieso beeinflusste gerade der Koreakrieg diesen sicherheitspolitischen Kurswechsel? Wie veränderte er die Rolle von Polizei und Sicherheitskräften in Ost und West? Und was sagt uns diese Geschichte über den Zusammenhang von Polizei, Politik und internationalen Konflikten bis heute? Klar wird: Die Gründungsgeschichte von Bereitschaftspolizei und Bundespolizei lässt sich nicht allein mit Blick auf Deutschland erzählen. Der sogenannte „Korea-Effekt“ macht sichtbar, wie vermeintlich weit entfernte Konflikte die Aufgaben und Strukturen von Sicherheitsbehörden prägen können – damals wie heute.
16 Minuten
Heute schützt die Polizei selbstverständlich CSDs und begleitet Demonstrationen queerer Communities. Weit über ein Jahrhundert hinweg war sie jedoch Teil einer Verfolgungspraxis, die schwule Männer kriminalisierte, überwachte und aus dem öffentlichen Leben verdrängte. Die Grundlage dafür bildete der §175, der seit 1871 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Besonders im Nationalsozialismus entwickelte sich daraus ein System systematischer Verfolgung durch Kriminalpolizei und Gestapo mit vielen Todesopfern. Diese Folge fragt deshalb: • Wie entwickelte sich die Verfolgung schwuler Männer durch Polizei und Strafrecht seit dem Kaiserreich? • Was hat es mit dem auf der Spitze stehenden Dreieck, dem sogenannten „Rosa Winkel“, auf sich? • Und wie wandelte sich die Rolle der Polizei vom Vollstrecker eines diskriminierenden Gesetzes hin zum heutigen Schutzauftrag? Klar wird: Die lange Geschichte des §175 wirkt bis in die Gegenwart hinein und macht deutlich, warum der Schutz queerer Communities und ihrer Sichtbarkeit heute eine besondere Verantwortung professionellen polizeilichen Handelns darstellt.
15 Minuten
„Nie mehr bei der Polizei beschweren“? Im März 1933 sucht der jüdische Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel das Münchener Polizeipräsidium auf, um sich im Namen seines ebenfalls jüdischen Mandanten zu beschweren – und wird stattdessen von Polizeibeamten misshandelt und öffentlich gedemütigt. Die Folge nimmt das berühmte Foto seines „Prangermarschs“ zum Ausgangspunkt und fragt: Was erzählt uns diese Szene über die Gesellschaft in einer Zeit radikaler politischer Umbrüche? Wie ist es möglich, dass eine solche Gewalt öffentlich stattfindet? Und was zeigt der Fall über die Rolle der Polizei zu Beginn des Nationalsozialismus? Deutlich wird: Der Fall Siegel macht sichtbar, wie schnell sich die Grenzen dessen verschieben können, was in einer Gesellschaft als legitim und rechtens gilt – und welchen Einfluss die Polizei darauf haben kann.
14 Minuten
### Ist die Polizei eigentlich ein Männerberuf? Viele würden heute antworten: Nicht mehr. Frauen arbeiten inzwischen in Deutschland in allen Bereichen der Polizei. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: ihr Weg dorthin war alles andere als einfach. Diese Folge zeichnet die bewegte Geschichte von Frauen in der Polizei seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts nach und fragt: Wie prägten Geschlechtervorstellungen die ersten Einsatzbereiche für Frauen in der Polizeiarbeit? Wie veränderte sich die Rolle von Polizistinnen in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und nach 1945? Und was bedeutet diese Geschichte für Gleichberechtigung in der Polizei heute? Klar wird: Die Integration von Frauen in die Polizei ist eine Geschichte von gesamtgesellschaftlichen und innerpolizeilichen Auseinandersetzungen und Widerständen – und von starken Frauen, die sich davon nicht haben aufhalten lassen.
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Über diesen Podcast

Polizeiliches Handeln ist seit jeher eng mit politischen Entscheidungsprozessen, gesellschaftlichen Erwartungen und bestehenden Machtverhältnissen verwoben. "Fragen an die Polizeigeschichte" nimmt dieses Verhältnis von Polizei, Politik und Gesellschaft in den Blick und arbeitet dabei wie unter einem Brennglas: Eine Leitfrage und eine einzelne Quelle – ein Bild, ein Objekt oder ein prägnantes Zitat – dienen als Ausgangspunkt, um Schlüsselmomente sichtbar zu machen und aus ihnen heraus eine größere Geschichte zu erzählen. "Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei. Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll.
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„Fragen an die Polizeigeschichte“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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