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Megawatt & Friends – Energie neu denken

Megawatt & Friends – Energie neu denken

Jan Liepold 20 Episoden Neueste vor 1 Woche
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Trailer Megawatt & Friends – Energie neu denken
27. Januar 2026

Episoden

36 Minuten
Batteriespeicher entwickeln sich vom Ergänzungsprodukt für die eigene PV-Anlage zu einem eigenständigen wirtschaftlichen Asset. Unternehmen können damit Lastspitzen reduzieren, Netzentgelte optimieren, günstige Strompreise nutzen oder zusätzliche Leistung bereitstellen, wenn der Netzanschluss nicht ausreicht. Für Dr. Nam Truong, Gründer und CEO von STABL Energy, sind Batteriespeicher deshalb das „Schweizer Taschenmesser der Energiewende“. Das Münchner Scale-up setzt auf eine modulare Multilevel-Wechselrichtertechnologie, mit der einzelne Batteriemodule separat angesteuert und bei Bedarf ausgetauscht werden können. Das soll Ausfallsicherheit, Reparierbarkeit und Lebensdauer erhöhen. Neben Second-Life- und sogenannten Second-Chance-Batterien will STABL künftig auch neue Batterien einsetzen und seine Technologie langfristig anderen Speicherherstellern zur Verfügung stellen.
51 Minuten
Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie verändert sich der Strommarkt grundlegend: Auf negative Preise und günstigen Solarstrom folgen teure Stunden und Preisspitzen. Für Unternehmen kann diese Volatilität vom Risiko zur wirtschaftlichen Chance werden. Vorausgesetzt, sie können ihren Verbrauch flexibilisieren und bekommen die Preissignale des Marktes tatsächlich weitergereicht. Dr.Ing. Serafin von Roon ist Geschäftsführer der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) in München und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Strommarkt und Marktdesign. Im Gespräch mit dem Host Jan Liepold erklärt er, warum dynamische Stromtarife allein noch keinen Mehrwert schaffen: Entscheidend sind flexible Produktionsprozesse, Wärme, Elektromobilität oder Batteriespeicher, verbunden mit Daten, Prognosen und automatisierter Steuerung. Gerade für Industrieunternehmen können dabei auch vorhandene Netzanschlusskapazitäten zu einem wertvollen Asset werden. Von Roon sieht die Energiewende deshalb an einem neuen Punkt: Nach dem starken Ausbau der Erneuerbaren müssen nun Wärme und Verkehr stärker elektrifiziert und die daraus entstehenden Flexibilitäten erschlossen werden. Dafür braucht es intelligente Netze, Digitalisierung und Markt- und Netzsignale, die automatisiert beim Verbraucher ankommen. Unternehmen empfiehlt er, mit einem Transformationsplan zu starten, Erzeugung und Verbrauch gemeinsam zu betrachten und Flexibilität gezielt zu nutzen, um teure Stromstunden zu vermeiden.
42 Minuten
Gebäude sind für viele Unternehmen vor allem eines: die Hülle für Produktion, Maschinen und Arbeitsplätze. Dabei steckt gerade im Gebäudebestand erhebliches Potenzial, Energieverbrauch und Kosten dauerhaft zu reduzieren. Jan Karwatzki, Geschäftsführer des Öko-Zentrums NRW, plädiert deshalb für einen strategischen Blick auf das gesamte Gebäudeportfolio: Verbräuche und Emissionen erfassen, Einsparpotenziale identifizieren und Maßnahmen nach Wirkung und Wirtschaftlichkeit priorisieren. Karwatzki ist Architekt, Energieberater und seit mehr als 20 Jahren beim Öko-Zentrum NRW tätig. Das rund 50-köpfige Architektur- und Ingenieurbüro berät bundesweit Unternehmen und Kommunen beim energieeffizienten und nachhaltigen Bauen und Sanieren und legt einen besonderen Schwerpunkt auf Nichtwohngebäude. Im Gespräch mit Moderator Jan Liepold erklärt Karwatzki, warum Unternehmen nicht mit Einzelmaßnahmen beginnen sollten, sondern mit einem Portfolio-Screening und einem Sanierungsfahrplan. Nicht jede energetische Verbesserung verlangt dabei sofort neue Fassaden oder Fenster: Auch optimierte Betriebsabläufe, Gebäudeautomation, Energiemonitoring oder eine bessere Steuerung der Wärmeversorgung können relevante Einsparungen ermöglichen. Selbstlernende Systeme und intelligente Gebäudesteuerung können laut Karwatzki allein Einsparungen von rund 10 bis 15 Prozent ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt sind die neuen gesetzlichen Anforderungen an Nichtwohngebäude und die zunehmende Pflicht zur Gebäudeautomation. Gleichzeitig stehen Unternehmen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung: von der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis zur Energieeffizienzförderung für Prozesse und Querschnittstechnologien. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeitsrechnung ist dabei auch die Unterscheidung zwischen der eigentlichen energetischen Mehrinvestition und den sogenannten „Sowieso-Kosten“, die etwa beim ohnehin notwendigen Austausch einer Heizung entstehen würden. Außerdem sprechen die beiden darüber, warum ein professionelles Energiemanagement gerade für größere Verbraucher wirtschaftlich interessant ist, welche Rolle Energieberater bei Planung, Förderung und Umsetzung spielen und wie Unternehmen mit gemischten Gebäudeportfolios ihre Investitionen sinnvoll priorisieren. Eine mögliche Lösung sind auch zentrale Gebäudenetze oder Contracting-Modelle, bei denen mehrere Gebäude gemeinsam mit Wärme versorgt werden. Karwatzkis Botschaft an Unternehmen: Nicht auf die perfekte Gelegenheit warten. Technik und Bauleistungen dürften nicht günstiger werden, die Dekarbonisierung des Gebäudebestands wird ohnehin notwendig und Förderprogramme stehen heute zur Verfügung. Deshalb könnte gerade jetzt ein guter Zeitpunkt sein, eine belastbare Gebäudestrategie zu entwickeln und mit den ersten Projekten zu beginnen.
57 Minuten
Vom unbegleiteten Flüchtlingskind zum Gründer einer Unternehmensgruppe mit rund 500 Mitarbeitenden: Amir Roughani hat mit VISPIRON ein Unternehmen aufgebaut, das Digitalisierung, Mobilität und erneuerbare Energien verbindet. Im Gespräch mit Moderator Jan Liepold erklärt er, warum Unternehmen ihre Energieversorgung heute nicht mehr nur als Kostenfaktor, sondern als strategische Aufgabe und unternehmerische Chance begreifen sollten. VISPIRON entwickelt dafür schlüsselfertige Kombikraftwerke aus Photovoltaik, Batteriespeichern, Direktleitungen und Ladeinfrastruktur. Eine eigene Handelsplattform steuert, wann Strom direkt an ein Unternehmen geliefert, gespeichert, an Ladepunkten genutzt oder an der Börse vermarktet wird. So entsteht ein Multi-Use-Modell, das Stromkosten planbarer macht, neue Erlösquellen erschließt und Unternehmen unabhängiger von Preisschwankungen und geopolitischen Risiken werden lässt. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Energiepark für die Jochen Schweizer Arena: Ein Solarpark mit rund 6,3 MWp, ein Batteriespeicher mit 12 MWh und eine Direktleitung ermöglichen nach Roughanis Angaben zeitweise bis zu 90 Prozent Energieautarkie. VISPIRON setzt rund 20 Projekte pro Jahr um – entweder gemeinsam mit den Unternehmen als Investmentpartner oder als Generalunternehmer. Typische Investitionsvolumina liegen zwischen fünf und 15 Millionen Euro, die Amortisationszeit meist zwischen zehn und 13 Jahren. Außerdem sprechen die beiden über das ChargeFarm-Konzept mit dynamischen Ladepreisen nach Sonnenstand, die Projekte bei der O₂ SURFTOWN und der Jochen Schweizer Arena sowie die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Eigenversorgung: einen hohen Stromverbrauch, geeignete Flächen, ein belastbares Lastprofil und vor allem verfügbare Netzanschlusskapazitäten. Gerade der Netzanschluss ist für Roughani derzeit der größte Engpass der Energiewende. Sein Vorschlag: Netze nicht nur ausbauen, sondern durch realistischere Kapazitätsberechnungen, Smart Meter und intelligente Steuerung besser auslasten. Denn dezentrale Erzeugung stärkt aus seiner Sicht nicht nur Klimaschutz und lokale Wertschöpfung, sondern auch die Energieresilienz. Roughanis Appell an Politik und Wirtschaft: Erneuerbare Energien, Speicher und Elektrifizierung technologieoffen und über Legislaturperioden hinweg konsequent weiterentwickeln. Denn weder günstiger Strom noch unternehmerische Unabhängigkeit haben eine Parteifarbe.
48 Minuten
Der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Batteriespeichern nimmt Fahrt auf und zunehmend entscheidet das Stromnetz darüber, wie schnell die Energiewende tatsächlich vorankommt. Dr. Jörg Reichert, Vorsitzender Geschäftsführer von Netze BW, spricht mit Moderator Jan Liepold darüber, warum das Verteilnetz zum zentralen Rückgrat der Transformation wird und welche gewaltige Investitionsaufgabe damit verbunden ist. Mehr als 30 Milliarden Euro will Netze BW bis 2045 in sein Verteilnetz investieren. Allein bis 2030 soll das jährlich investierte Kapital im Stromnetz auf rund eine Milliarde Euro steigen. Denn große Teile der Hochspannungsinfrastruktur müssen erweitert oder neu gebaut werden. Gleichzeitig wächst der Druck durch neue Anschlussbegehren: Einer Spitzenlast von rund sieben Gigawatt stehen bei Netze BW inzwischen Batterieanfragen von deutlich mehr als zehn Gigawatt gegenüber. Für Jörg Reichert reicht deshalb „mehr Kupfer“ allein nicht aus. Bestehende Netze müssen besser ausgelastet, konsequent digitalisiert und Flexibilitäten intelligenter genutzt werden. Flexible Netzanschlussverträge, neue Kriterien für die Priorisierung anschlusswilliger Projekte sowie eine bessere Steuerbarkeit von Erzeugung und Verbrauch können dabei helfen, vorhandene Kapazitäten effizienter zu nutzen und die Kosten der Energiewende zu begrenzen. Außerdem sprechen die beiden darüber, warum das bisherige Windhundprinzip bei Netzanschlüssen an seine Grenzen kommt, welche Rolle Projektreife und Daseinsvorsorge künftig spielen könnten und weshalb ein attraktiver regulatorischer Rahmen entscheidend dafür ist, die Milliardeninvestitionen in die Netze zu finanzieren. Und es geht um die Frage, wie Digitalisierung, Smart Meter und KI dazu beitragen können, ein immer komplexeres Energiesystem sicher zu steuern. Reicherts Zielbild: Die Energiewende muss Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zusammenbringen und dazu beitragen, industrielle Wertschöpfung in Deutschland zu halten. Denn eine leistungsfähige Energieinfrastruktur ist nicht nur Voraussetzung für die Transformation, sondern ein entscheidender Standortfaktor.
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Über diesen Podcast

Der Podcast für die Macherinnen und Macher der Energiewende Energie ist heute mehr als Strom, Wärme oder Mobilität. Sie ist eines der größten Transformationsfelder unserer Zeit. Bei Megawatt & Friends sprechen wir mit denjenigen, die die Energiewende in den Unternehmen wirklich umsetzen: Gründerinnen und Gründern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Projektentwicklern, Investorinnen, Netzexperten und Unternehmerinnen, die die Energiewende im Maschinenraum gestalten. Jede Folge liefert ehrliche Einblicke, klare Meinungen und praxisnahe Perspektiven, u.a. aus Unternehmen, Start-ups, Landwirtschaftsbetrieben, Reedereien, Finanzhäusern oder Energieprojekten, die Energie neu denken. Von Batteriespeichern bis Smart Grids, von Agri-PV bis E-Mobilität, von Direktvermarktung bis Wärmewende.
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