Megawatt & Friends – Energie neu denken
Trailer Megawatt & Friends – Energie neu denken
27. Januar 2026
Podcaster
Episoden
31.03.2026
49 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Ludwig Karg, einem der Pioniere der Smart-Grid-Entwicklung und langjährigen Vordenker der Energiewende, über die Frage, warum wir beim Umbau unseres Energiesystems oft langsamer vorankommen als technologisch möglich wäre. Ausgangspunkt ist eine zentrale Erkenntnis aus den frühen deutschen E-Energy-Projekten und dem aktuellen EU-Projekt Clean Energy Transition Partnership (CETP), die B.A.U.M. Consult wissenschaftlich begleitet: Die Energiewende ist weit mehr als der Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netzen und intelligenter Steuerung. Doch obwohl viele dieser Konzepte seit über 15 Jahren bekannt sind, bleibt die Umsetzung hinter den Möglichkeiten zurück. Warum? Weil die eigentliche Herausforderung weniger technisch ist, sondern systemisch und zunehmend auch psychologisch. Im Gespräch geht es um die Rolle von Digitalisierung und Smart Grids, die Grenzen zentraler Steuerung und die Notwendigkeit, das Energiesystem stärker dezentral zu denken. Ludwig Karg beschreibt, warum Flexibilität nicht im großen System organisiert werden kann, sondern in kleineren, regionalen Einheiten, sogenannten „Zellen“. Dieses Denken knüpft an das sogenannte holare Modell an, das auf den Schriftsteller und Systemtheoretiker Arthur Koestler zurückgeht: komplexe Systeme bestehen aus autonomen, zugleich eingebetteten Einheiten („Holonen“), die sich flexibel zu größeren Strukturen verbinden und wieder auflösen können. Genau diese Logik überträgt Karg auf das Energiesystem der Zukunft. Ein zentrales Element dabei: Energy Communities. Also lokale Zusammenschlüsse von Akteuren, die Energie gemeinschaftlich erzeugen, nutzen und steuern. Denn erst in diesen kleineren Einheiten entsteht Verständnis, Akzeptanz und die Bereitschaft, aktiv mitzuwirken. Gleichzeitig wird deutlich: Die Energiewende ist auch ein gesellschaftliches Aushandlungsprojekt. Mehr Resilienz bedeutet mehr Investitionen. Mehr Flexibilität bedeutet Verzicht an anderer Stelle. Und genau hier liegt das Spannungsfeld: Wir brauchen Veränderung, aber die Kostenverteilungsfrage ist noch immer ungeklärt.
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17.03.2026
38 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Elias Aruna, Gründer und CEO von Scale Energy, über Batteriespeicher als zentralen Baustein der Energiewende und über eine bislang wenig genutzte Ressource im Stromsystem: bestehende Netzanschlüsse bei Industrieunternehmen und Solarparks. Scale Energy entwickelt sogenannte co-located Batteriespeicher, die direkt an bereits vorhandene Netzanschlusspunkte angebunden werden. Die Idee dahinter: Viele industrielle Netzanschlüsse oder PV-Parks sind nur einen Teil der Zeit voll ausgelastet. Diese freien Kapazitäten lassen sich nutzen, um Speicher zu integrieren und zusätzliche Flexibilität für das Stromsystem bereitzustellen. Außerdem geht es um die größere Perspektive der Energiewende: Warum Speicher für ein System mit viel Wind- und Solarenergie unverzichtbar sind, welche regulatorischen Hürden es beim Netzzugang gibt und warum gerade dezentrale Speicher an bestehenden Netzanschlüssen eine wichtige Rolle für ein flexibles und wirtschaftliches Energiesystem spielen könnten.
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03.03.2026
40 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends sprechen wir mit Olaf Weddermann, Prokurist der AG Reederei Norden-Frisia, und Projektmanagerin Mareike Pommer über Energieautarkie in einem hochkomplexen Mobilitätsunternehmen. Die traditionsreiche Inselreederei transportiert jährlich Millionen Passagiere nach Norderney und Juist und baut parallel eines der ambitioniertesten integrierten Energiekonzepte im deutschen Verkehrssektor auf. Im Mittelpunkt stehen ein überdachter Ladepark mit Photovoltaik, ein eigenes Energie- und Lastmanagementsystem, virtuelle Bilanzkreise sowie die Direktvermarktung des selbst erzeugten Stroms. Besonderes Highlight: die Frisia E1, die erste vollelektrische Katamaran-Fähre unter deutscher Flagge, die seit letztem Jahr emissionsfrei durch das Wattenmeer fährt. Das Gespräch dreht sich um unternehmerische Motive hinter der Energiewende, um Speicher als strategisches Steuerungsinstrument, um atypische Netznutzung und regulatorische Hürden und um die Frage, wie viel Energieunabhängigkeit ein mittelständisches Unternehmen realistisch erreichen kann. Deutlich wird: Hier geht es nicht um Symbolpolitik, sondern um Wirtschaftlichkeit, Resilienz und langfristige Planungssicherheit.
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17.02.2026
41 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Gerd Schöller, Gründer und Geschäftsführer von Schoenergie, über die Energiewende aus unternehmerischer Perspektive. Schöller beschreibt seinen Weg vom Solarpionier zum „Energie-Realisten“ und erklärt, warum erneuerbare Energien für Unternehmen weniger ein Ideologie- als vielmehr ein Business-Thema sind. Im Mittelpunkt stehen Photovoltaik, Batteriespeicher, Digitalisierung und die Frage, wie Betriebe durch intelligente Eigenversorgung Kosten senken und Resilienz aufbauen können. Das Gespräch dreht sich um konkrete Praxisbeispiele aus dem Mittelstand, um Flexibilität statt Grundlastdenken und um die Rolle von Speichern als „Bügeleisen der Energiewende“. Schöller zeigt, warum die Transformation nicht an Technik scheitert, sondern an fehlendem Hinschauen und weshalb Unternehmen, die Energie ganzheitlich denken, echte Wettbewerbsvorteile erzielen können.
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27.01.2026
44 Minuten
In der zweiten Folge spricht Jan Liepold mit Felix Krause, Managing Partner von Vireo Ventures, über die Frage, wie Innovationen die Energiewende wirklich voranbringen. Es geht um Elektrifizierung, Digitalisierung und die neue Rolle von Start-ups im Energiesystem: von Demand-Side-Management über Batteriespeicher bis hin zu Smart Grids. Felix erläutert aus der Sicht eines Risikokapitalgebers, warum die Energiewende weniger an fehlender Technologie scheitert als an Koordination, Mut und Geschwindigkeit und weshalb gerade Software, Orchestrierung und neue Geschäftsmodelle entscheidend sind. Gemeinsam werfen die beiden einen Blick auf das Zusammenspiel von Start-ups, etablierten Energieunternehmen und Investoren: Welche Ideen haben das Potenzial, die Branche zu verändern? Wo liegen die größten Hebel für Unternehmen? Und warum ist die Energiewende nicht nur eine Notwendigkeit, sondern eine historische Chance? Ein Gespräch über unternehmerischen Optimismus, systemisches Denken und darüber, was es heißt, Energie wirklich neu zu denken. Vireo Ventures ist ein Berliner Early-Stage-Venture-Capital-Investor, der europäische Technologie-Start-ups fördert, die die Elektrifizierung und Digitalisierung der Energie- und Mobilitätswelt vorantreiben. Mit einem Fokus auf Seed- und Pre-Seed-Investitionen unterstützt der Fonds junge Unternehmen dabei, innovative Lösungen für Energieversorgung, Netze, Speicher und intelligente Nutzung umzusetzen, oft weit über reine Finanzierung hinaus mit aktivem Netzwerk und Marktzugang.
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Über diesen Podcast
Der Podcast für die Macherinnen und Macher der Energiewende Energie
ist heute mehr als Strom, Wärme oder Mobilität. Sie ist eines der
größten Transformationsfelder unserer Zeit. Bei Megawatt &
Friends sprechen wir mit denjenigen, die die Energiewende in den
Unternehmen wirklich umsetzen: Gründerinnen und Gründern,
Ingenieurinnen und Ingenieuren, Projektentwicklern, Investorinnen,
Netzexperten und Unternehmerinnen, die die Energiewende im
Maschinenraum gestalten. Jede Folge liefert ehrliche Einblicke,
klare Meinungen und praxisnahe Perspektiven, u.a. aus Unternehmen,
Start-ups, Landwirtschaftsbetrieben, Reedereien, Finanzhäusern oder
Energieprojekten, die Energie neu denken. Von Batteriespeichern bis
Smart Grids, von Agri-PV bis E-Mobilität, von Direktvermarktung bis
Wärmewende.
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