Megawatt & Friends – Energie neu denken

Megawatt & Friends – Energie neu denken

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Trailer Megawatt & Friends – Energie neu denken
27. Januar 2026
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Trailer Megawatt & Friends – Energie neu denken
27. Januar 2026

Episoden

#9 Prof. Dr. Henrik te Heesen, Umweltcampus Birkenfeld: „Deutschland kann bei der Energiewende Technologieführer sein."
13.05.2026
44 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Prof. Dr. Henrik te Heesen vom Umweltcampus Birkenfeld der Hochschule Trier über den aktuellen Stand der Energiewende. Die gute Nachricht des Physikers: Deutschland ist technologisch oft weiter ist, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Und: Die Energiewende scheitert nicht an der Physik. Die Technologien sind vorhanden, die Richtung ist klar und viele Lösungen funktionieren bereits heute im Markt. Die eigentlichen Herausforderungen liegen inzwischen in Bürokratie, Infrastruktur, fehlender Digitalisierung und mangelnder Geschwindigkeit bei der Umsetzung. Gemeinsam analysieren Jan und Prof. te Heesen die drei großen Baustellen der Transformation: Strom, Wärme und Verkehr. Während der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie sichtbar Fahrt aufgenommen hat, bleibt insbesondere die Wärmewende eine enorme Herausforderung. Ein besonderer Fokus der Folge liegt auf Batteriespeichern, intelligenten Netzen und der Rolle von Unternehmen. Prof. te Heesen erklärt anschaulich, warum große Batteriespeicher künftig eine Schlüsselrolle für stabile Strompreise und Netzstabilität spielen werden und weshalb Unternehmen enorme Chancen haben, durch intelligente Lastverschiebung, PV-Anlagen, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement Kosten zu senken und Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Dabei wird deutlich: Energie entwickelt sich zunehmend vom reinen Kostenfaktor zum strategischen Geschäftsfeld. Unternehmen, die ihre Prozesse flexibilisieren und dynamische Strompreise intelligent nutzen, können nicht nur ihre Energiekosten reduzieren, sondern aktiv zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen. Darüber hinaus geht es um die Rolle von KI, Smart Metern und datenbasiertem Energiemanagement. Te Heesen plädiert für mehr Pragmatismus, schnellere Genehmigungsverfahren und einen neuen Innovationsgeist. Statt ständig über Risiken zu sprechen, müsse Deutschland wieder stärker ins Machen kommen. Zum Abschluss wirft die Folge einen Blick auf die nächste Generation von Fachkräften für die Energiewende. Trotz rückläufiger Studierendenzahlen in technischen Fächern sieht te Heesen große Chancen: Junge Menschen, die Technik, Wirtschaft und KI zusammendenken, könnten zu entscheidenden Treibern der Transformation werden.
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#8 Heimo Ecker-Eckhofen, Sonnenspeicher Süd: „Je größer ein Wärmespeicher ist, desto effizienter wird er.“
28.04.2026
1 Stunde 1 Minute
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Heimo Ecker-Eckhofen, Initiator und Geschäftsführer des Projekts Sonnenspeicher Süd, über eines der ambitioniertesten Wärmeprojekte Europas. In einem ehemaligen Basaltsteinbruch südlich von Graz soll ein gigantischer saisonaler Wärmespeicher entstehen, gespeist durch Solarthermie, Großwärmepumpen und Biomasse. Ziel: Bis zu einem Drittel der Grazer Fernwärme klimafreundlich bereitzustellen. Im Zentrum des Gesprächs steht eine oft unterschätzte Erkenntnis der Energiewende: Stromspeicher stehen aktuell im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, Wärmespeicher dagegen kaum. Dabei entscheidet gerade im urbanen Raum die Wärmeversorgung darüber, ob Dekarbonisierung gelingt. Heimo erklärt anschaulich, wie der geplante riesige Wasserspeicher in einem Basaltsteinbruch funktioniert, warum große Volumina physikalische Vorteile haben und weshalb gespeicherte Sommerwärme im Winter zum strategischen Wärmeversorgungsfaktor werden kann. Besonders spannend ist die Verbindung aus Vision und Pragmatismus. Der Steinbruch existiert bereits, ebenso die Nähe zur Fernwärmeinfrastruktur von Graz. Genau daraus entstand die Idee, bestehende Landschaftsnutzung mit neuer Energieinfrastruktur intelligent zu verbinden. Statt auf der grünen Wiese zu bauen, wird vorhandene Industriefläche transformiert. Dait ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Kreislaufdenken auch im Energiesystem funktionieren kann. Im Interview wird auch deutlich, wie komplex solche Projekte in der Realität sind. Genehmigungen, Flächenwidmung, Förderlogik, Finanzierung und politische Prozesse kosten oft mehr Zeit als die Technik selbst. Heimo beschreibt offen, wie viel Beharrlichkeit notwendig ist, um Großprojekte in Europa umzusetzen und warum unternehmerischer Mut dabei oft wichtiger ist als perfekte Rahmenbedingungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die wirtschaftliche Perspektive. Das Projektvolumen liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Dennoch argumentiert Heimo klar: Wer langfristig stabile, regionale und fossilfreie Wärme liefern will, muss heute in Infrastruktur investieren, statt morgen dauerhaft hohe Importkosten zu bezahlen. Wärmespeicher seien kein Luxus, sondern eine Versicherung gegen Energiekrisen und volatile Märkte. Darüber hinaus erzählt Heimo von seinem persönlichen Weg: vom biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieb über die dort entwickelte Kiesabbaufläche, zu kleinen Wasserkraftwerken und schwimmende Photovoltaik bis hin zum wohl größten Projekt seiner Laufbahn. Seine Geschichte zeigt, dass Energiewende oft nicht in Konzernzentralen beginnt, sondern bei Unternehmern, die Chancen erkennen, Verantwortung übernehmen und beharrlich handeln. Die Folge ist ein spannender Blick auf die Wärmewende im großen Maßstab: technisch fundiert, wirtschaftlich relevant und menschlich nahbar. Wer verstehen will, warum Europas Energiezukunft nicht nur aus Batterien, sondern auch aus smart genutzten Wärmespeichern bestehen könnte, sollte diese Folge hören.
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#7 Dr. Niklas Panten, etalytics: „Ohne KI bleibt Energiemanagement Stückwerk. Mit KI wird es zum Wettbewerbsvorteil.“
14.04.2026
38 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Dr. Niklas Panten, Gründer und CEO von etalytics, über die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Energiemanagement von Unternehmen und warum dort enormes Effizienzpotenzial bislang ungenutzt bleibt. Ausgangspunkt ist eine zentrale Beobachtung: In vielen Unternehmen sind die relevanten Energiedaten längst vorhanden, doch sie werden nicht systematisch genutzt. Genau hier setzt etalytics an. Mit KI-gestützten Modellen analysiert und optimiert das Unternehmen komplexe Energiesysteme in Echtzeit und hebt so Effizienzpotenziale von oft 20 bis 50 Prozent. Im Gespräch wird deutlich, dass der entscheidende Hebel nicht in der Optimierung einzelner Komponenten liegt, sondern im ganzheitlichen Verständnis des Gesamtsystems. Ähnlich wie ein Orchester nur im Zusammenspiel harmonisch klingt, entfalten auch Energiesysteme ihr volles Potenzial erst durch intelligente Koordination aller Elemente: von Kälte- und Wärmeerzeugung über Lüftung bis hin zur Eigenerzeugung. Niklas erklärt, warum klassische Regelungstechnik hier an ihre Grenzen stößt und wie KI hilft, hochkomplexe, nichtlineare Systeme dynamisch zu steuern. Gleichzeitig wird klar: Die Herausforderung ist nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch und kulturell. Vertrauen in neue Systeme, der Umgang mit kritischer Infrastruktur und lange Entscheidungsprozesse bremsen vielerorts die Umsetzung. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Frage, wie sich Energieeffizienz und Flexibilität miteinander verbinden lassen, etwa durch prädiktive Steuerung, Lastverschiebung oder die Nutzung von Eigenerzeugung. Dabei zeigt sich: KI kann nicht nur Kosten senken, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Mit Blick in die Zukunft diskutieren Niklas und Jan, wie KI das Energiesystem insgesamt verändern wird. Als Möglichmacher für ein zunehmend dezentrales, volatiles und komplexes Energiesystem, aber auch als neuer Treiber von Energiebedarf durch wachsende Rechenkapazitäten. Die Vision von etalytics i diesem zukünftigen B2B-Energieumfeld: eine Art „SAP für Energiesysteme“ und eine Plattform, die Planung, Betrieb und Optimierung integriert und Energiemanagement zu einer strategischen Kernfunktion in Unternehmen macht.
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#6 Ludwig Karg, BAUM Consult „Flexibilität lässt sich nicht im großen System lösen, sondern nur in kleineren Einheiten."
31.03.2026
49 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Ludwig Karg, einem der Pioniere der Smart-Grid-Entwicklung und langjährigen Vordenker der Energiewende, über die Frage, warum wir beim Umbau unseres Energiesystems oft langsamer vorankommen als technologisch möglich wäre. Ausgangspunkt ist eine zentrale Erkenntnis aus den frühen deutschen E-Energy-Projekten und dem aktuellen EU-Projekt Clean Energy Transition Partnership (CETP), die B.A.U.M. Consult wissenschaftlich begleitet: Die Energiewende ist weit mehr als der Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netzen und intelligenter Steuerung. Doch obwohl viele dieser Konzepte seit über 15 Jahren bekannt sind, bleibt die Umsetzung hinter den Möglichkeiten zurück. Warum? Weil die eigentliche Herausforderung weniger technisch ist, sondern systemisch und zunehmend auch psychologisch. Im Gespräch geht es um die Rolle von Digitalisierung und Smart Grids, die Grenzen zentraler Steuerung und die Notwendigkeit, das Energiesystem stärker dezentral zu denken. Ludwig Karg beschreibt, warum Flexibilität nicht im großen System organisiert werden kann, sondern in kleineren, regionalen Einheiten, sogenannten „Zellen“. Dieses Denken knüpft an das sogenannte holare Modell an, das auf den Schriftsteller und Systemtheoretiker Arthur Koestler zurückgeht: komplexe Systeme bestehen aus autonomen, zugleich eingebetteten Einheiten („Holonen“), die sich flexibel zu größeren Strukturen verbinden und wieder auflösen können. Genau diese Logik überträgt Karg auf das Energiesystem der Zukunft. Ein zentrales Element dabei: Energy Communities. Also lokale Zusammenschlüsse von Akteuren, die Energie gemeinschaftlich erzeugen, nutzen und steuern. Denn erst in diesen kleineren Einheiten entsteht Verständnis, Akzeptanz und die Bereitschaft, aktiv mitzuwirken. Gleichzeitig wird deutlich: Die Energiewende ist auch ein gesellschaftliches Aushandlungsprojekt. Mehr Resilienz bedeutet mehr Investitionen. Mehr Flexibilität bedeutet Verzicht an anderer Stelle. Und genau hier liegt das Spannungsfeld: Wir brauchen Veränderung, aber die Kostenverteilungsfrage ist noch immer ungeklärt.
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#5 Elias Aruna, Scale Energy: „Die Energiewende braucht Speicher und ungenutzte Netzanschlüsse sind der Schlüssel.“
17.03.2026
38 Minuten
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Elias Aruna, Gründer und CEO von Scale Energy, über Batteriespeicher als zentralen Baustein der Energiewende und über eine bislang wenig genutzte Ressource im Stromsystem: bestehende Netzanschlüsse bei Industrieunternehmen und Solarparks. Scale Energy entwickelt sogenannte co-located Batteriespeicher, die direkt an bereits vorhandene Netzanschlusspunkte angebunden werden. Die Idee dahinter: Viele industrielle Netzanschlüsse oder PV-Parks sind nur einen Teil der Zeit voll ausgelastet. Diese freien Kapazitäten lassen sich nutzen, um Speicher zu integrieren und zusätzliche Flexibilität für das Stromsystem bereitzustellen. Außerdem geht es um die größere Perspektive der Energiewende: Warum Speicher für ein System mit viel Wind- und Solarenergie unverzichtbar sind, welche regulatorischen Hürden es beim Netzzugang gibt und warum gerade dezentrale Speicher an bestehenden Netzanschlüssen eine wichtige Rolle für ein flexibles und wirtschaftliches Energiesystem spielen könnten.
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Über diesen Podcast

Der Podcast für die Macherinnen und Macher der Energiewende Energie ist heute mehr als Strom, Wärme oder Mobilität. Sie ist eines der größten Transformationsfelder unserer Zeit. Bei Megawatt & Friends sprechen wir mit denjenigen, die die Energiewende in den Unternehmen wirklich umsetzen: Gründerinnen und Gründern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Projektentwicklern, Investorinnen, Netzexperten und Unternehmerinnen, die die Energiewende im Maschinenraum gestalten. Jede Folge liefert ehrliche Einblicke, klare Meinungen und praxisnahe Perspektiven, u.a. aus Unternehmen, Start-ups, Landwirtschaftsbetrieben, Reedereien, Finanzhäusern oder Energieprojekten, die Energie neu denken. Von Batteriespeichern bis Smart Grids, von Agri-PV bis E-Mobilität, von Direktvermarktung bis Wärmewende.
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