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  3. Megawatt & Friends – Energie neu denken Podcast
  4. #6 Ludwig Karg, BAUM Consult „Flexibilität lässt sich nicht im großen System lösen, sondern nur in kleineren Einheiten."
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit
Ludwig Karg, einem der Pioniere der Smart-Grid-Entwicklung und
langjährigen Vordenker der Energiewende, über die Frage, warum wir
beim Umbau unseres Energiesystems oft langsamer vorankommen als
technologisch möglich wäre. Ausgangspunkt ist eine zentrale
Erkenntnis aus den frühen deutschen E-Energy-Projekten und dem
aktuellen EU-Projekt Clean Energy Transition Partnership (CETP),
die B.A.U.M. Consult wissenschaftlich begleitet: Die Energiewende
ist weit mehr als der Ausbau von Wind- und Solaranlagen.
Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netzen
und intelligenter Steuerung. Doch obwohl viele dieser Konzepte seit
über 15 Jahren bekannt sind, bleibt die Umsetzung hinter den
Möglichkeiten zurück. Warum? Weil die eigentliche Herausforderung
weniger technisch ist, sondern systemisch und zunehmend auch
psychologisch. Im Gespräch geht es um die Rolle von Digitalisierung
und Smart Grids, die Grenzen zentraler Steuerung und die
Notwendigkeit, das Energiesystem stärker dezentral zu denken.
Ludwig Karg beschreibt, warum Flexibilität nicht im großen System
organisiert werden kann, sondern in kleineren, regionalen
Einheiten, sogenannten „Zellen“. Dieses Denken knüpft an das
sogenannte holare Modell an, das auf den Schriftsteller und
Systemtheoretiker Arthur Koestler zurückgeht: komplexe Systeme
bestehen aus autonomen, zugleich eingebetteten Einheiten
(„Holonen“), die sich flexibel zu größeren Strukturen verbinden und
wieder auflösen können. Genau diese Logik überträgt Karg auf das
Energiesystem der Zukunft. Ein zentrales Element dabei: Energy
Communities. Also lokale Zusammenschlüsse von Akteuren, die Energie
gemeinschaftlich erzeugen, nutzen und steuern. Denn erst in diesen
kleineren Einheiten entsteht Verständnis, Akzeptanz und die
Bereitschaft, aktiv mitzuwirken. Gleichzeitig wird deutlich: Die
Energiewende ist auch ein gesellschaftliches Aushandlungsprojekt.
Mehr Resilienz bedeutet mehr Investitionen. Mehr Flexibilität
bedeutet Verzicht an anderer Stelle. Und genau hier liegt das
Spannungsfeld: Wir brauchen Veränderung, aber die
Kostenverteilungsfrage ist noch immer ungeklärt.
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„#6 Ludwig Karg, BAUM Consult „Flexibilität lässt sich nicht im großen System lösen, sondern nur in kleineren Einheiten."“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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