Zwischen gestern und morgen

Zwischen gestern und morgen

Episoden

#22 Christina Wiesner: Wenn ein Tier geht – Warum Tiertrauer echte Trauer ist
24.02.2026
36 Minuten
Send a text Podcast-Beschreibung Was passiert, wenn ein geliebtes Haustier stirbt – und niemand versteht, wie sehr es schmerzt? In dieser Folge spreche ich mit Christina Wiesner, Coach und Trauerbegleiterin aus Nürnberg, über ein Thema, das oft unterschätzt oder sogar belächelt wird: Tiertrauer. Christina begleitet Menschen, die um ihr Haustier trauern – und zeigt eindrücklich, wie tief diese Verluste gehen können. Wir sprechen darüber, warum die Trauer um ein Tier häufig nicht ernst genommen wird, welche Rolle Schuldgefühle – insbesondere rund um das Thema Einschläferung – spielen, wie intensiv die Pflege eines kranken Tieres sein kann, warum Tiertrauer zu den „entwerteten“ Trauerformen gehört, und was Menschen wirklich hilft, wenn sie ihr Tier verlieren. Ein zentrales Thema ist dabei die Frage nach Selbstvergebung:  Was tun mit Gedanken wie „Habe ich zu früh entschieden?“ oder „Hätte ich mehr tun müssen?“ Christina plädiert für einen ehrlichen, erwachsenen Umgang mit Schuldgefühlen – ohne vorschnelle Beruhigung, aber mit viel Mitgefühl. Deutlich wird: Trauer um ein Tier ist kein Zeichen von Schwäche oder sozialer Isolation. Sie ist Ausdruck einer tiefen Bindung. Und sie verdient Raum. Christinas Herzenswunsch am Ende unseres Gesprächs geht über die Tiertrauer hinaus:  Trauerbegleitung soll so selbstverständlich werden wie andere Formen der Selbstfürsorge – nicht erst als letzter Ausweg, sondern als bewusste Ressource. Eine berührende Folge über Bindung, Abschied, Verantwortung – und die Erlaubnis zu trauern. Christinas Website: https://www.umweggefaehrtin.de/
Mehr
#21: Während ich dich vermisste, habe ich mich neu verliebt.
10.02.2026
8 Minuten
Send a text Ein Satz, der irritieren kann. Und zugleich eine Erfahrung, die viele Menschen nach dem Tod ihres Partners machen – oft im Stillen, begleitet von Schuldgefühlen, Unsicherheit und inneren Konflikten. In dieser Podcastfolge spreche ich über das Spannungsfeld von Trauer und neuer Liebe. Über die Frage, warum sich manche Menschen relativ früh wieder auf eine Beziehung einlassen und warum das weder ein Zeichen von Verdrängung noch von mangelnder Liebe ist.  Es geht um Loyalität gegenüber dem verstorbenen Partner, um die Rolle von Erinnerung in einer neuen Beziehung und um die Herausforderung, dem Vergangenen einen guten Platz zu geben, ohne dass es zur Konkurrenz für das Neue wird. Ich verbinde persönliche Erfahrungen mit fachlicher Einordnung und spreche über typische Stolpersteine:  Anpassungsschwierigkeiten nach langen Beziehungen, Reaktionen des Umfelds, das Zusammenwachsen von Familiensystemen und darüber, was es braucht, damit aus einer neuen Partnerschaft trotz (oder gerade wegen) der Trauer eine stabile, tiefe Verbindung entstehen kann. Diese Folge ist eine Einladung, Trauer und Neuanfang nicht als Gegensätze zu betrachten, sondern als zwei Ausdrucksformen von Verbundenheit. Vielleicht ist die größte Form der Treue, das Leben weiterzulieben.
Mehr
#20: Trauer am Arbeitsplatz
28.01.2026
6 Minuten
Send a text Trauer am Arbeitsplatz ist ein Thema, auf das viele Führungskräfte und Organisationen nicht vorbereitet sind, obwohl es früher oder später jedes Unternehmen betrifft. Ob der Tod eines Angehörigen, eine schwere Erkrankung oder der Verlust eines Teammitglieds: Trauer wirkt sich unmittelbar auf Arbeitsfähigkeit, Zusammenarbeit und Führung aus. Und sie stellt Unternehmen vor Fragen, auf die es selten klare Antworten gibt. In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, warum Trauer kein privates Randthema ist, sondern eine organisationale Realität, weshalb Führungskräfte in solchen Situationen oft unsicher sind, und was es braucht, um im Ernstfall menschlich und zugleich professionell handlungsfähig zu bleiben. Die Folge richtet sich an Führungskräfte, HR-Verantwortliche und Geschäftsführungen, die Verantwortung übernehmen wollen – auch dann, wenn es keine einfachen Lösungen gibt. https://mein-systemisches-coaching.de/traueramap/
Mehr
#19: „Das Krokodil fährt nicht mehr“ - Zu Gast: Andreas Seltmann
12.01.2026
33 Minuten
Send a text In dieser Podcastfolge spricht Stefan Müller mit Andreas Seltmann über Vaterschaft, Abschied, Trauer und die Frage, welchen Platz wir als Söhne, Männer und Väter im größeren Ganzen einnehmen. Ausgangspunkt des Gesprächs ist Andreas’ zweites Buch „Das Krokodil fährt nicht mehr – Wieso ein Sohn seinen Vater auf seiner letzten Reise begleiten sollte“. Darin verarbeitet er die intensive Zeit, in der er seinen schwerkranken Vater über mehrere Wochen hinweg begleitet hat. Andreas beschreibt sehr offen, was es bedeutet, unvorbereitet mit dem Sterben eines Elternteils konfrontiert zu sein: das Schwanken zwischen Hoffnung und Abschied, das allmähliche Erkennen von Endlichkeit und den Moment, in dem klar wird, dass es nicht mehr um „Hoffen und Bangen“, sondern um Abschiednehmen geht. Besonders eindrücklich schildert er das Gefühl, plötzlich ohne „Schutzschild“ dazustehen – nicht nur als Sohn, sondern auch als Mann. Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage nach dem eigenen Platz in der familiären und generationsübergreifenden Linie: Was habe ich von meinen Eltern bekommen? Was gebe ich weiter? Und welcher Sohn, Mann und Vater möchte ich gewesen sein – wenn ich von meinem Lebensende aus zurückblicke? Auch Männlichkeit und Männerfreundschaften kommen zur Sprache. Andreas beschreibt berührende Momente stiller Verbundenheit, etwa nach der Beerdigung seines Vaters, getragen von Nähe, Präsenz und gegenseitigem Dasein – oft ohne viele Worte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Trauer als Reifungs- und Wachstumsprozess, der rückblickend als Geschenk erlebt werden kann, auch wenn er mitten im Erleben schmerzhaft und fordernd ist. Abschließend formuliert Andreas einen klaren Wunsch: mehr herzliche, reflektierte und verantwortungsvolle Männlichkeit in die Welt zu bringen, jenseits von Härte, Verdrängung oder Sprachlosigkeit. Eine Folge über Abschied und Endlichkeit und zugleich über Verbundenheit, Sinn und eine menschliche, tragfähige Form von Männlichkeit. Andreas Website: https://andreas-seltmann.com/
Mehr
#18: Mit bangem Blick auf das neue Jahr ohne Dich
29.12.2025
6 Minuten
Send a text Der Jahreswechsel gehört für viele Trauernde zu den schwersten Momenten des Jahres.  Während die Welt draußen das neue Jahr feiert, Raketen den Himmel erhellen und Menschen sich gegenseitig Hoffnung wünschen, fühlt sich der Übergang für viele wie ein schmerzhafter Schnitt an: ein Moment, der unübersehbar macht, dass ein geliebter Mensch im kommenden Jahr nicht mehr dabei sein wird. In dieser Folge spreche ich über genau diese besondere Zeit „zwischen den Jahren“. Ich teile meine persönlichen Erfahrungen aus Silvester 2021 und 2022 – Jahre, in denen ich meinen Bruder, meinen Vater und meine Frau verloren habe – und erzähle, wie sich der Jahreswechsel inmitten von Trauer anfühlt: zwischen Erinnerungen, innerem Stillstand und dem Druck, nach außen „neu zu beginnen“. Wir schauen gemeinsam darauf: warum der Jahreswechsel für Trauernde so herausfordernd ist welche inneren Konflikte und gesellschaftlichen Erwartungen diese Zeit verstärken wie kleine, behutsame Rituale helfen können, gut durch den Übergang zu kommen und wie ein neuer Jahresbeginn aussehen kann, der nicht laut und optimistisch sein muss, sondern authentisch und sanft Diese Folge möchte Mut machen, den eigenen Weg durch den Jahreswechsel zu finden – leise, in kleinen Schritten, mit Raum für Trauer und vielleicht einem ersten zarten Blick nach vorn.
Mehr

Über diesen Podcast

Leben im Umbruch: Der Newsletter erzählt meine Geschichte, ordnet ein und erkundet Wege durch fundamentale Veränderung. Mit seiner Hilfe möchte ich: - Mut machen, indem ich meine Geschichte erzähle. - Unseren gemeinschaftlichen Umgang mit Endlichkeit, Tod und Trauer verbessern, indem ich den Themen einen Raum gebe. - Hintergründe zum Thema Trauer vermitteln und aufklären. - Sichtbar machen, wie vielfältig die Angebote, die in diesen Situationen unterstützen, heute schon sind. - Sensibilisieren, wie relevant das Thema auch im Arbeits- und Unternehmenskontext ist und Verantwortliche ermuntern, ins Handeln zu kommen. Meine Website: https://mein-systemisches-coaching.de/

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15