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51 Minuten
Buntstifte für ein paar Euro und ein Stift für rund 800 €. Kaum eine Marke zeigt so gut, zwischen welchen Welten sich ein deutsches Traditionsunternehmen heute bewegt.Stefan Leitz ist seit sechs Jahren CEO von Faber-Castell, einem Familienunternehmen mit 265 Jahren Geschichte, rund 6.000 Mitarbeitenden und Produktion in elf Ländern.

Sein Start im März 2020 war alles andere als normal: eine Woche vor dem Lockdown, zweimal 45 Minuten Onboarding per Videocall und im ersten Jahr 20 % Umsatzeinbruch. Davor war er bei Procter & Gamble, Wella, Unilever und als CEO bei Kühne.

Im Gespräch für Entscheider:Inside geht es darum, wie man eine Ikone modernisiert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren, warum aus vielen Ländergesellschaften „One Faber-Castell“ werden musste und warum Stefan findet, dass wir in Deutschland zu satt sind, während China und Indien hungriger und schneller werden.

Ist Krise das neue Normal? Und was bedeutet „Speed is the new currency“ für den Standort Deutschland?Dazu: Digital Detox und Handschrift im Zeitalter von iPad und KI, der Kampf um Vertrauen beim Online-Kauf hochwertiger Stifte und warum Stefan Faber-Castell im nächsten Jahr verlässt.
48 Minuten
„Uns geht es noch viel zu gut." So erklärt Michael Marhofer, warum er für den Wirtschaftsstandort Deutschland im Moment keine Hoffnung sieht, und über die Politik wird der ifm-CEO dann noch deutlicher: „Denen geht es darum, dass sie wiedergewählt werden."

Der Mann, der das sagt, führt ein Unternehmen, das kaum jemand kennt und das trotzdem fast jeder täglich benutzt, spätestens beim Einsteigen in den nächsten Aufzug. ifm baut die Sensoren, die dafür sorgen, dass die Tür wieder aufgeht, dazu Steuerungen für Maschinen und inzwischen KI-Software, und ist damit zur Nummer 6 der Welt geworden.

Wir haben uns in Hamburg getroffen, um über Nachfolge, Zölle, China und die Frage zu sprechen, wie man so ein Familienunternehmen an die Börse bringt.Angefangen hat das an Silvester 2000, als sein Vater das Büro räumte und der 32-jährige Sohn eine Firma mit 250 Millionen Euro Umsatz in 13 Ländern übernahm. Seitdem ist Wachstum bei ifm keine Kennzahl, sondern eine Stimmungslage, denn fällt es unter 6 Prozent im Jahr, sitzen die Leute schlecht gelaunt in den Besprechungen. Passiert ist das selten. Im Schnitt waren es 10 Prozent, aktuell sind es 14, und aus den 250 Millionen sind 1,7 Milliarden Euro geworden, aus 13 Ländern 50, aus der Belegschaft 9.000 Menschen.

Nur liegen davon heute noch 13 Prozent in Deutschland, zu Beginn seiner Zeit waren es 40.Das nächste Kapitel ist längst aufgeschlagen, denn mit KKR sitzt inzwischen ein Finanzinvestor am Tisch, der die Firma börsenreif machen soll, und Marhofers letzter Arbeitstag steht auf den Tag genau fest.

Also frage ich ihn, mit welchem Volumen er in den MDAX will. Ob er die Zahl nennt, müsst ihr in der Folge herausfinden.
55 Minuten
In dieser Folge ist Dr. Ferri Abolhassan zu Gast, CEO von T-Systems und Vorstand der Deutschen Telekom. Er verantwortet eine Sparte mit über einer Milliarde Euro Umsatz im Quartal und rund 27.000 Mitarbeitenden in 16 Ländern.

Selbstverständlich war das nicht: 2021 bereitete die Telekom unter dem Namen „Projekt Eagle" den Verkauf der T-Systems vor, bei damals rund 650 Millionen Euro operativem Verlust. Seit Januar 2024 ist Abolhassan CEO und hat das Unternehmen so umgebaut, dass es heute sein eigenes Geld verdient.

Aufgewachsen ist er im Saarland, als Sohn eines persischen Vaters, mit dem er als Lehrling über die Baustellen fuhr. Über einen Schüleraustausch kam er in die USA, später ans MIT und zu IBM, wo er Hasso Plattner kennenlernte , der Anfang seines Wegs zu SAP. Dem Saarland ist er trotzdem treu geblieben, bis heute offiziell als Saarland-Botschafter.Beeindruckend ist, wie viele Themen er gleichzeitig bespielt und wie viel Energie er mitbringt.

Genau darum geht es in diesem Gespräch: was ihn antreibt, was Deutschland von den Amerikanern lernen könnte und warum Lifelong Learning für ihn kein Buzzword ist. Und natürlich um die KI-Fabrik in München - 30 Meter unter der Erde, fast 10.000 Nvidia-Chips, gekühlt mit dem Eisbach und um die Frage, wo das nächste Wachstum herkommen soll.
54 Minuten
Er führt einen der größten Automobilzulieferer der Welt: 10.000 Mitarbeitende, über 40 Produktionsstandorte in mehr als 30 Ländern. Und Jörg Steins, CEO von Eberspächer, sagt: „Wir müssen wieder dahinkommen, mutig Entscheidungen zu treffen und aus unserer Komfortzone rauszukommen."

Wir haben uns in Hamburg zum Gespräch getroffen um über E-Autos, China, KI und die Frage, wie man 160 Jahre Tradition durch den größten Umbruch der Branche führt, zu sprechen.

Es geht darum, warum in der Elektromobilität heute chinesische Hersteller innovativ führend sind. Warum ein deutsches SUV 90.000 € kostet, ein chinesisches unter 50.000 und wir nicht zu teuer, sondern zu komplex sind. Wieso 4.000 Mitarbeitende KI-Schulungen hatten und Angebote in zwei Tagen statt drei Wochen rausgehen.

Zum Schluss frage ich ihn, ob KI am Ende Jobs kostet. Und warum nach seiner Freitags-Reflexion schon mal ein Entschuldigungs-Anruf rausgeht.
46 Minuten
„Wir bauen nicht mehr neu." Deutschlands zweitgrößter Vermieter hat den Neubau gestoppt, nicht aus Unlust, sondern weil die Rechnung nicht mehr aufgeht: Die LEG vermietet im Schnitt für 7 € den Quadratmeter, ein Neubau rechnet sich erst bei 18 bis 22 €. Und wenn Lars von Lackum darauf kommt, wie Parteien mit dem Thema Wohnen umgehen, wird er ungewohnt deutlich: „Es wird missbraucht."Wir haben uns remote getroffen, um über Wohnungsnot, Mieten, Klimaziele und KI zu sprechen und über die Frage, wie man 171.000 Wohnungen bezahlbar hält, wenn bis 2045 der gesamte Bestand klimaneutral werden soll und die Aktionäre eines MDAX-Konzerns trotzdem eine Rendite erwarten. Von Lackum kam Anfang 2019 als Digitalvorstand zur LEG und war fünf Monate später CEO.Er erzählt von seinem Vater, der dieselbe Branche geprägt hat, jahrelang wurde er in Terminen mit „Grüßen Sie Ihren Vater" empfangen, bevor er ein eigenes Profil hatte. Von den Wohnungen nach der Wende, in denen das Wasser die Wände runterlief und die Toilette auf halber Treppe lag. Und davon, warum heute schon 50 Cent mehr Miete pro Quadratmeter reichen, damit Menschen ausziehen, die dort seit Jahrzehnten leben.Dazwischen geht es um all das, was diesen Job gerade so schwer macht: warum in Deutschland jeder Neubau gebaut wird wie eine Mercedes S-Klasse, obwohl kaum jemand sie bezahlen kann. Warum eine Baugenehmigung drei Jahre dauert, ein Bürgermeister aber nur vier Jahre im Amt ist. Warum Investoren in Tokio nicht glauben wollten, dass deutsche Wohnungen keine Klimaanlage haben und was passierte, als die LEG welche einbaute. Und warum ein Vermieter inzwischen mehr über KI spricht als manches Softwarehaus.Zum Schluss frage ich ihn, was er denkt, wenn auf Wahlplakaten „Wohnraum für Deutsche" steht. Wie deutlich er dabei wird, müsst ihr in der Folge herausfinden.
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Über diesen Podcast

Du hast Angst um deinen Job und den Wirtschaftsstandort Deutschland? Genau deswegen gibt es Entscheider:Inside. Bastian Lopez spricht mit Deutschlands top-CEOs von dm, Vodafone, KRONES und vielen weiteren. Er will wissen: Wie haben sie Karriere gemacht, wie transformieren sie ihre Firma mit KI, wie blicken sie auf Politik und Standort und was macht ihnen Hoffnung, was pessimistisch? Menschen, die Milliarden Umsatz und Tausende Arbeitsplätze verantworten. Auch deinen. Jeden Sonntag und Donnerstag um 10 Uhr gibt es eine neue Folge.
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„Entscheider:Inside“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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