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Episoden
11.02.2026
34 Minuten
Der PR-Chef Richard Edelman erhebt jedes Jahr das "Trust
Barometer". Seine Erkenntnisse sind beunruhigend. Für die
klassischen Medien hat er ein paar Tipps.
Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns
umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden
ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.
Morgens die Zeitung aufschlagen, abends
die tagesschau im Fernsehen gucken, und am Wochenende
den Spiegel oder DIE ZEIT lesen? Über Generationen
waren das die Hauptquellen der Deutschen, um sich zu informieren.
Diese Zeiten sind vorbei. Es hat eine dramatische Verschiebung
stattgefunden: Jüngere Menschen der Gen Z nutzen kaum noch
traditionelle Medien und erhalten ihre Informationen
vorwiegend oder fast ausschließlich über soziale Medien wie
TikTok oder Instagram.
Warum ist das so? Verlieren junge Menschen das Vertrauen in
traditionelle Medien? Diese Frage stellen wir in der neuen
Ausgabe von Nur eine Frage dem PR-Experten Richard
Edelman.
Edelman ist CEO der Kommunikationsberatung Edelman PR. Seit 25
Jahren veröffentlicht er jedes Jahr das Trust
Barometer – eine jährliche weltweite Umfrage, in der er das
Vertrauen der Menschen in zentrale Institutionen wie Regierung,
Unternehmen, Medien und NGOs untersucht.
Im N1F-Gespräch erklärt Edelman, dass junge Menschen
Institutionen und damit auch den Medien zunehmend misstrauen. Er
beschreibt eine Generation, die Nachrichten eher über Peers und
Social-Media-Communitys validiert, als auf etablierte Marken und
Experten zu vertrauen – eine Entwicklung, die sich seit der
Pandemie stark beschleunigt hat. Laut Edelman können fast zwei
Drittel der jungen Menschen zudem nicht mehr sicher
unterscheiden, ob eine Nachricht von einer seriösen Quelle stammt
oder Desinformation ist. Ein Befund, der weitreichende Folgen für
Journalismus, Politik und Wirtschaft hat.
Mit Blick auf Deutschland verbindet Edelman den
Vertrauensrückgang in die Institutionen eng mit wirtschaftlicher
Stagnation und Abstiegsängsten. "Nur wenige glauben noch, dass
sie mal einen festen Job, ein höheres Einkommen als ihre Eltern
oder gar ein eigenes Haus besitzen werden." Die ökonomischen
Sorgen – von Jobangst über KI bis hin zu steigenden
Lebenshaltungskosten – nähren den Groll unter den Menschen und
das Gefühl, vom System benachteiligt zu sein. Eine Entwicklung,
die zunehmend besorgniserregend ist und vor allem bei jungen
Menschen ausgeprägter wird: Über die Hälfte der jungen
Erwachsenen hält inzwischen gewaltsame Aktionen für legitime
Mittel der Veränderung.
Edelman fordert eine glaubwürdige Zukunftserzählung: "Die
Menschen möchten die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lage
sehen, wenn sie hart arbeiten." Was bedeutet das für die
klassischen Medien? "Sie konkurrieren um Aufmerksamkeit, gegen
Unterhaltungsangebote wie YouTube, TikTok. Sie sollten das Beste
von diesen neuen Medien übernehmen, ohne ihre Kernkompetenzen zu
vernachlässigen." Edelman plädiert für mehr Tempo, mehr
Authentizität und mehr Persönlichkeit: Journalismus müsse dahin,
wo die jungen Zielgruppen sind – mit einer klaren,
wiedererkennbaren Stimme, ohne die Sorgfalt bei der Faktenprüfung
zu vernachlässigen. Vertrauen entstehe heute "von unten nach
oben", betont Edelman. Durch häufigen Kontakt und echte
Interaktion. Klassische Medien sollten weniger auf Klickjagd
gehen und stattdessen Orientierung liefern: "Sie sollten den
Menschen behilflich sein, mit der Geschwindigkeit des Lebens
klarzukommen." Und vor allem: Die Menschen beruhigen und ihnen
die "Hoffnung für die Zukunft wiedergeben".
Produktion: Pool Artists, Claudius Dobs
Animation: Axel Rudolph
Redaktion: Jens Lubbadeh
Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik,
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11.02.2026
31 Minuten
Der PR-Chef Richard Edelman erhebt jedes Jahr das "Trust
Barometer". Seine Erkenntnisse sind beunruhigend. Für die
klassischen Medien hat er ein paar Tipps.
Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns
umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden
ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.
Morgens die Zeitung aufschlagen, abends
die tagesschau im Fernsehen gucken, und am Wochenende
den Spiegel oder DIE ZEIT lesen? Über Generationen
waren das die Hauptquellen der Deutschen, um sich zu informieren.
Vorbei. Es hat eine dramatische Verschiebung stattgefunden:
Jüngere Menschen der Gen Z nutzen kaum noch traditionelle Medien
und erhalten ihre Informationen vorwiegend oder fast
ausschließlich über soziale Medien wie TikTok oder
Instagram.
Warum ist das so? Verlieren junge Menschen das Vertrauen in
traditionelle Medien? Diese Frage stellen wir in der neuen
Ausgabe von Nur eine Frage dem PR-Experten Richard
Edelman.
Edelman ist CEO der Kommunikationsberatung Edelman PR. Seit 25
Jahren veröffentlicht er jedes Jahr das Trust
Barometer – eine jährliche weltweite Umfrage, in der er das
Vertrauen der Menschen in zentrale Institutionen wie Regierung,
Unternehmen, Medien und NGOs untersucht.
Im N1F-Gespräch erklärt Edelman, dass junge Menschen
Institutionen und damit auch den Medien zunehmend misstrauen. Er
beschreibt eine Generation, die Nachrichten eher über Peers und
Social-Media-Communitys validiert, als auf etablierte Marken und
Experten zu vertrauen – eine Entwicklung, die sich seit der
Pandemie stark beschleunigt hat. Laut Edelman können fast zwei
Drittel der jungen Menschen zudem nicht mehr sicher
unterscheiden, ob eine Nachricht von einer seriösen Quelle stammt
oder Desinformation ist. Ein Befund, der weitreichende Folgen für
Journalismus, Politik und Wirtschaft hat.
Mit Blick auf Deutschland verbindet Edelman den
Vertrauensrückgang in die Institutionen eng mit wirtschaftlicher
Stagnation und Abstiegsängsten. "Nur wenige glauben noch, dass
sie mal einen festen Job, ein höheres Einkommen als ihre Eltern
oder gar ein eigenes Haus besitzen werden." Die ökonomischen
Sorgen – von Jobangst über KI bis hin zu steigenden
Lebenshaltungskosten – nähren den Groll unter den Menschen und
das Gefühl, vom System benachteiligt zu sein. Eine Entwicklung,
die zunehmend besorgniserregend ist und vor allem bei jungen
Menschen ausgeprägter wird: Über die Hälfte der jungen
Erwachsenen hält inzwischen gewaltsame Aktionen für legitime
Mittel der Veränderung.
Edelman fordert eine glaubwürdige Zukunftserzählung: "Die
Menschen möchten die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lage
sehen, wenn sie hart arbeiten." Was bedeutet das für die
klassischen Medien? "Sie konkurrieren um Aufmerksamkeit, gegen
Unterhaltungsangebote wie YouTube, TikTok. Sie sollten das Beste
von diesen neuen Medien übernehmen, ohne ihre Kernkompetenzen zu
vernachlässigen." Edelman plädiert für mehr Tempo, mehr
Authentizität und mehr Persönlichkeit: Journalismus müsse dahin,
wo die jungen Zielgruppen sind – mit einer klaren,
wiedererkennbaren Stimme, ohne die Sorgfalt bei der Faktenprüfung
zu vernachlässigen. Vertrauen entstehe heute "von unten nach
oben", betont Edelman. Durch häufigen Kontakt und echte
Interaktion. Klassische Medien sollten weniger auf Klickjagd
gehen und stattdessen Orientierung liefern: "Sie sollten den
Menschen behilflich sein, mit der Geschwindigkeit des Lebens
klarzukommen." Und vor allem: Die Menschen beruhigen und ihnen
die "Hoffnung für die Zukunft wiedergeben".
Produktion: Pool Artists, Claudius Dobs
Animation: Axel Rudolph
Redaktion: Jens Lubbadeh
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Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.
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28.01.2026
1 Stunde 17 Minuten
Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur
Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine
klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche
Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige
Thema finden können – und versucht, Antworten zu bekommen.
In dieser Folge geht es um eine der womöglich größten
menschlichen Errungenschaften: das Internet. Anfangs wurde es
bejubelt als Raum grenzenloser Meinungsfreiheit, der weltweit
Demokratiebestrebungen befördern würde. Die Realität heute ist
eine andere: Social-Media-Plattformen wie X und Instagram
dominieren den digitalen Raum, ihre Algorithmen belohnen
Aufregung, während Fake-News, Hass und Hetze nur zögerlich oder
gar nicht eingedämmt werden.
Hat sich die Demokratie-Maschine Internet ins Gegenteil verkehrt?
Zerstört das Internet die Demokratie – das fragen wir dieses Mal
bei "Nur eine Frage" den Psychologen und Entscheidungsforscher
Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs Adaptive
Rationalität am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in
Berlin. Er beschäftigt sich seit rund fünf Jahren mit den
Auswirkungen der Digitalisierung und der sozialen Medien auf die
Demokratie – eine Zeit, in der ein Großteil der Forschung hierzu
erst entstanden ist.
Die Forschung zum Thema ist schwierig: Zum einen lassen sich in
der Realität im Vergleich zu Laborbedingungen viel schlechter
belastbare Experimente durchführen. Zum anderen ließen die
Betreiber der Plattformen kaum unabhängige Forschung zu ihren
Effekten zu – sie halten die Algorithmen unter Verschluss, um
Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Die Zusammenhänge und
Wechselwirkungen zwischen digitalen Medien und demokratischen
Gesellschaften sind zudem komplex, betont Hertwig. Sich ihre
Einflüsse auf demokratische Prozesse anzusehen, sei aber dennoch
wichtig – gerade weil sie so verschiedenartig sind.
Laut einer Metaanalyse von Hertwig und seinem Forschungsteam
können digitale Medien sowohl positive als auch negative Effekte
auf Demokratien haben. Positiv wirkt sich offenbar aus, dass
Menschen sich Wissen aneignen, politisch teilhaben und
unterschiedliche Meinungen kennenlernen können. Zugleich
korreliere das Aufkommen digitaler Medien allerdings auch mit
Vertrauensverlust in Institutionen, wachsender Polarisierung
sowie mehr Hass und Fehlinformationen.
Dennoch: Man könne die aktuellen Krisen der Demokratie nicht
ausschließlich mit sozialen Medien erklären, sagt der Forscher.
Hertwig hebt bestimmte Geschäftsmodelle der großen Plattformen
hervor. Ihre Algorithmen, die nach der Logik der sogenannten
Aufmerksamkeitsökonomie funktionieren, könnten
demokratieschädliche Effekte fördern und extreme Positionen und
polarisierende Inhalte favorisieren.
Wenn Realitäten verzerrt, Menschen getäuscht und Filterblasen
gefördert werden, um Nutzerinteraktionen zu steigern, schade das
der Demokratie, sagt Hertwig.
Trotz allem plädiert Hertwig für Optimismus. Maßnahmen wie
digitale Bildung, Förderung kritischer Denkweisen und kluge
Regulierung der Plattformen könnten negative Effekte eingrenzen.
Produktion: ifbbw
Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh
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Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.
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14.01.2026
1 Stunde 37 Minuten
Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur
Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine
klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche
Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige
Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu
bekommen.
Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit vom ewigen Frieden und
führt doch stetig weiter Kriege. Warum kämpfen Menschen gegen
Menschen und bringen einander um – obwohl fast alle
Weltreligionen das Töten von Menschen verbieten, obwohl es die
Menschenrechte gibt, obwohl die UN-Charta gebietet, den
Weltfrieden zu wahren? Muss es Kriege geben? Das fragen wir bei
"Nur eine Frage" dieses Mal den Politologen Herfried Münkler.
Münkler hält eine Welt ohne Kriege für Wunschdenken: "Angesichts
der Welt, in der wir leben, ist es nicht vorstellbar, dass es in
absehbarer Zeit keine Kriege gibt." Der Grund: Es gibt keinen
Hüter einer friedlichen Ordnung. "Die Geschichte der Vereinten
Nationen vor dieser Aufgabe ist eine des Versagens", sagt er.
Herfried Münkler ist der einflussreichste lebende deutsche
Politologe und Autor von mehr als 30 Büchern. Er hat mehrere
Bundeskanzler beraten, die ZEIT nannte ihn einen
"Ein-Mann-Think-Tank". Seine Kritiker hingegen schimpften ihn
schon einen "Extremisten der Mitte". Dennoch wurden Münklers 2002
und 2006 erschienene Werke "Die neuen Kriege" und "Wandel des
Krieges" zu Bestsellern. Darin attestiert er eine Rückkehr zu
"unordentlichen Kriegsformen", was sich maßgeblich in der
Privatisierung und Asymmetrierung sowie Demilitarisierung der
Kriege äußere.
In seinem neuesten Werk "Macht im Umbruch" analysiert Münkler die
Verschiebungen einer multipolaren und nicht länger regelbasierten
Weltordnung des 21. Jahrhunderts und die Herausforderungen, denen
sich Deutschland und Europa stellen müssen.
Im Gespräch erklärt der Politologe Münkler, dass Kriege überhaupt
erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen aufkamen – erst jetzt
habe es sich gelohnt, Orte mit ihren Ressourcen und Bewohnern zu
verteidigen, statt Konflikten aus dem Weg zu gehen. So hätten es
die Jäger- und Sammlergesellschaften davor getan, obwohl auch sie
den Zustand latenter Gewalt kannten. Münkler zeichnet nach, wie
sich Kriegsführung seit der Sesshaftwerdung entwickelt hat: von
der frühzeitlichen Schlacht an der Tollense, über den
Dreißigjährigen Krieg bis zur Zeit der Kabinettskriege und den
Totalen Kriegen der Moderne.
Münkler betont, dass die Auffassung von Krieg und Frieden als
zwei unterschiedliche "politische Aggregatzustände" erst relativ
spät aufkommt und erklärt, warum das trotz der Negativität des
Krieges als zivilisatorische Errungenschaft gelten kann.
Letztlich aber sei der Frieden immer auch eine Zeit zur
Vorbereitung für den Ernstfall gewesen – ganz im Sinne des
Philosophen Thomas Hobbes, sagt Münkler.
Warum der Krieg trotz vermeintlicher zivilisatorischer
Fortschritte und angesichts technologischer Errungenschaft ein
ständiger und kostspieliger Begleiter der Politik bleibt, warum
sich junge Männer zum Teil nach einer "Flucht aus dem Frieden"
sehnen und ob künstliche Intelligenz eines Tages Kriege ohne
Menschen möglich machen könnte – das und mehr erfahren Sie in der
neuen Ausgabe von Nur eine Frage (N1F).
Produktion: ifbbw
Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh
Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier:
https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast
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17.12.2025
1 Stunde 11 Minuten
Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur
Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine
klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche
Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige
Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu
bekommen.
In dieser Folge geht es um die Frage aller Fragen: Gibt es Gott?
Wir haben sie Heino Falcke gestellt, Astrophysiker an der
Radboud-Universität in Nimwegen. Falcke gilt als führender
Radioastronom und erlangte weltweite Bekanntheit, als er 2019 die
erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs präsentierte. Für Falcke,
der bekennender Christ ist, ist der Glaube kein Widerspruch zur
Wissenschaft – sondern eine Ergänzung.
Der Astrophysiker verbindet seine wissenschaftliche Arbeit mit
philosophischen Fragen nach dem Universum und dem Glauben. Er
schreibt darüber auch in seinem neuen Buch "Zwischen Urknall und
Apokalypse – die große Geschichte unseres Planeten". Falcke
erklärt, dass der Urknall, die Naturgesetze und selbst die
Quantenunsicherheiten für ihn nicht den Glauben verdrängen,
sondern Staunen wecken: Das Universum sei nicht vollständig
erklärbar, sondern in seinem Ursprung letztlich geheimnisvoll.
Die Wissenschaft könne beschreiben, wie Dinge passieren, nicht
aber warum. Was die Physik offenlässt, fülle für ihn der Glaube –
nicht als Lückenfüller, sondern als Ausdruck von Ehrfurcht und
Demut gegenüber dem Unverfügbaren.
Er spricht über die Rolle des katholischen Priesters Georges
Lemaître, der die Urknalltheorie begründet hat, über die
Möglichkeit von Multiversen, und über die faszinierende Tatsache,
dass sich das Universum selbst so entwickelt habe, dass
Bewusstsein und Persönlichkeit entstehen konnten. Dass die Welt
überhaupt verständlich ist, sieht Falcke als "zweites Wunder".
Falcke erzählt, dass der Glaube für ihn auf Erfahrungen und
Vertrauen gründet – nicht auf Beweisen. Das Beten sei für ihn
eine Konversation mit Gott und dem Universum. Am Ende sei der
Glaube ein Akt des Vertrauens, sagt Falcke, aber einer, der sein
Denken und Forschen beflügelt. Als das berühmte Bild des
Schwarzen Lochs entstand, habe er ein Dankgebet gesprochen.
Produktion: ifbbw - Institut für Bildbewegung
Redaktion: Jens Lubbadeh
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n1f@zeit.de.
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Über diesen Podcast
„Können Maschinen denken?“, „Ist Demokratie die beste
Staatsform?“, „Ist Armut erblich?“. Oder: „Existiere ich
wirklich?“ Das sind einfache, aber grundlegende Fragen, die viele
von uns umtreiben, und auf die eine klare Antwort oft schwer zu
finden ist. In dem Podcast „Nur eine Frage“ stellen wir diese
vermeintlich simplen „Kinderfragen“ – der bestmöglichen Expertin,
dem bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema
finden konnten. Wir haken so lange nach, bis wir eine definitive
Antwort bekommen, am besten in Form eines klaren „Ja“ oder
„Nein“.
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