MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!

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Episoden

MTM18 - Methanocaldococcus jannaschii
12.05.2026
1 Minute
Welches ist das schnellste Lebewesen der Welt? Der Gepard, der mit bis zu 120 km/h sprinten kann? Der Wanderfalke, der im Sturzflug bis zu 350 km/h erreicht? Oder liegt die Antwort vielleicht doch in der Welt der Mikroben? In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! lernen wir Methanocaldococcus jannaschii kennen, eine Archaee, die alle Geschwindigkeitsrekorde knackt. Mit bis zu 500 Körperlängen pro Sekunde schießt sie durch die Welt der hydrothermalen Quellen am Meeresgrund. Wie das geht und warum die Archaee das braucht? Hört rein und findet es heraus!


Kapitel


00:00 – Intro


00:36 – Das schnellste Lebewesen der Welt – eine Mikrobe?


04:33 – Hydrothermale Quellen als Lebensraum


06:34 – Wie und warum Methanocaldococcus jannaschii so schnell ist


09:16 – Hydrothermale Quellen als Ursprung des Lebens


11:17 – Fazit & Verabschiedung


Was ihr in dieser Folge lernen konntet…


Das schnellste Lebewesen der Welt ist die Archaee M. jannaschii. Mit 500 Körperlängen pro Sekunde erreicht es Rekordgeschwindigkeiten, zumindest wenn man die Geschwindigkeit auf die Größe des Lebewesens skaliert.


Methanocaldococcus lebt in hydrothermalen Quellen. Seine Geißeln können die Archaee in den Mineraltürmen verankern, aber auch helfen, sollte die Mikrobe ins umgebende Meer gespült werden. Dann kann sie schnell wieder zu einem Ort mit heißerem Wasser zurückschwimmen.


Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.


Links & weitere Infos


Pressemeldung der Uni Regensburg ‘Die schnellsten Lebewesen der Welt’


Erste Beschreibung und Genom von M. jannaschii


Jones, W.J. et al. (1983), Archives of Microbiology, 136(4), pp. 254–261.


Thennarasu, S. et al. (2013), Genome Announc, 1(4), pp. e00481-13.


Schwimmverhalten von M. jannaschii


Herzog, B. and Wirth, R. (2012), Appl. Environ. Microbiol., 78(6), pp. 1670–1674.


M. jannaschii am Ursprung des Lebens


Helmbrecht, V. et al. (2025), Nat Ecol Evol, 9(5), pp. 769–778.


 


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MTM 17 - Magnetospirillum gryphiswaldense
27.04.2026
12 Minuten
Bakterien, die sich am Erdmagnetfeld orientieren? Ja, die gibt es wirklich. In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro beschäftigen wir uns mit Magnetospirillum gryphiswaldense. Hört gerne rein und lernt, wie das Bakterium entdeckt wurde, warum es magnetisch ist und was das alles mit Leben auf dem Mars und der Medizintechnologie der Zukunft zu tun hat.


Dieser Beitrag nimmt am Wettbewerb Fast Forward Science 2026 teil. #AudioAward #BestesDebutAudio


Kapitel


00:00 – Intro


01:27 – Erste Beschreibungen von Magnetospirillum


03:56 – Die Entdeckung von M. gryphiswaldense


05:00 – Magnetosomen – Wie der Magnetsinn in Bakterien funktioniert


08:07 – Magnetosomen als Zeichen von Leben im All?


09:26 – Magnetospirillum in der aktuellen Forschung


11:02 – Fazit & Verabschiedung


Was ihr in dieser Folge lernen konntet…


M. gryphiswaldense ist ein Bakterium, dass sich entlang des Erdmagnetfelds ausrichtet. Die korkenzieherförmige Mikrobe nutzt dafür eisenhaltige Magnetitkristalle, die in sogenannten Magnetosomen zu Stabmagneten werden. Entlang der Feldlinien kann sich Magnetospirillum in Gewässern in weniger sauerstoffhaltige Schichten bewegen. Hier findet es ideale Wachstumsbedingungen. Magnetosomen finden vielseitige Anwendung in der medizinischen Forschung - ob als Kontrastmittel, zur Steuerung von Mikrorobotern, oder in der Tumortherapie. Sogar im Gestein eines Marsmeteoriten wurden schon Magnetosomen-ähnliche Strukturen gefunden.


Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.


Links & weitere Infos


Mikrobe des Jahres 2019 / VAAM - Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e.V.


Video von Magnetospirillen unter dem Mikroskop


Entdeckung und Erstbeschreibung von Magnetospirillum


Bellini, S. (2009), Chinese J. Oceanol. Limnol., 27(1), pp. 3–5.


Blakemore, R. (1975), Science, 190(4212), pp. 377–379.


Maratea, D. and Blakemore, R.P. (1981), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 31(4), pp. 452–455.


Schleifer, K.H. et al. (1991), Syst. Appl. Microbiol., 14(4), pp. 379–385.


Bildung und Funktionsweise der Magnetosomen


Schüler, D. (1999), J. Mol. Microb. Biotech., 1(1), pp. 79–86.


Blakemore, R.P. and Frankel, R.B. (1981), Sci. Am., 245(6), pp. 58–65.


Magnetosomen in Marsgestein


Friedmann, E.I. et al. (2001), Proc. Natl. Acad. Sci. U. S. A., 98(5), pp. 2176–2181.


Magnetospirillum in der Bioremediation


Krawczyk-Bärsch, E. et al. (2022), J. Hazard. Mater., 437, p. 129376.


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MTM 16 - Halomonas titanicae
14.04.2026
12 Minuten
Am 14. April 1912 um 23.40 Uhr kollidiert die RMS Titanic mit einem Eisberg. Wenige Stunden später wird das als unsinkbar geltende Schiff untergehen. Fast 75 Jahre liegt das Wrack am Grunde des Meeres und verwittert. In Folge seiner Entdeckung wird deutlich: eisenfressende Mikroben setzten dem Wrack stark zu. Halomonas titanicae könnte dafür verantwortlich sein, dass von der sagenumwobenen RMS Titanic bald nichts mehr übrig ist. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! tauchen wir in die Geschichte der Titanic ein und erkunden, wie H. titanicae auch die robustesten Stahlstrukturen dem Meeresgrund gleichmacht.


Kapitel


00:00 – Intro


01:38 – Die RMS Titanic


04:40 – Die Entdeckung des Wracks


06:25 – Der Wrackfresser H. titanicae


07:51 – Wie H. titanicae das Wrack der Titanic verschwinden lässt


09:37 – Was wir von H. titanicae lernen können


11:02 – Fazit & Verabschiedung


Was ihr in dieser Folge lernen konntet…


Am 14. April 1912 stieß die RMS Titanic im Nordatlantik mit einem Eisberg zusammen, was zu ihrem Untergang in den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 führte. Fast 75 Jahre lang lag das Wrack dann unentdeckt am Meeresgrund. An den Rostbärten der Titanic wurde das Bakterium Halomonas titanicae gefunden. Es nutzt das Eisen aus dem Stahl der Titanic zur Energiegewinnung und sorgt somit dafür, dass der Stahlkoloss Stück für Stück verschwindet. Durch seine Fähigkeit, solide Stahlstrukturen abzubauen, könnte Halomonas titanicae auch genutzt werden, um den Rückbau mariner Altlasten zu beschleunigen. Erkenntnisse über den Prozess der Biokorrosion helfen, Materialien der Zukunft widerstandsfähiger zu machen.


Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.


Links & weitere Infos


Allgemeines zur Titanic 


Datenblatt Titanic, Deutscher Titanic-Verein von 1997 e.V. (Aufgerufen: 13 April 2026). ‘History of RMS Titanic - Woods Hole Oceanographic Institution’ (Aufgerufen: 13 April 2026). Ballard, R.D. and Archbold, R. (1988) The discovery of the Titanic. 


Entdeckung von H. titanicae


Sánchez-Porro, C. et al. (2010), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 60(12), pp. 2768–2774. Salazar, M. and Little, B. (2017), J. Marit. Archaeol., 12(1), pp. 25–32.


Biokorrosion der Titanic


Johnston, R.C.& L. (2003) ‘Biodeterioration of the RMS Titanic’, Encyclopedia Titanica (Aufgerufen: 13 April 2026). Lu, S. et al. (2025), J. Mater. Sci. Technol., 224, pp. 257–266.


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MTM 15 - Haloquadratum walsbyi
30.03.2026
11 Minuten
Was seht ihr vor eurem inneren Auge, wenn ihr an Mikroben denkt? Wahrscheinlich etwas kugeliges, rundes oder bohnenförmiges. Umso überraschter waren Forschende im Jahre 1980, als sie in einer Wasserprobe aus einem Salzwasserbecken auf ein kleines, lebendiges Quadrat trafen. 25 Jahre sollte es dauern bis Walsby’s square bacterium im Labor kultiviert werden konnte. In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! finden wir heraus, warum Haloquadratum walsbyi eigentlich gar kein Bakterium ist, wie es sich vor Austrocknung in extrem salzhaltigen Wasserbecken schützt und wie ihm seine quadratische Form und winzige Gasbläschen bei der Energiegewinnung helfen.


Kapitel


00:00 – Intro


01:17 – Die Entdeckung von Hqr. walsbyi


03:17 – Kultivierungserfolg nach 25 Jahren


04:02 – Die Domänen des Lebens


05:12 – Wie Hqr. walsbyi hohen Salzkonzentrationen widersteht


06:48 – Warum das Quadrat praktisch und gut ist


09:20 – Fazit & Verabschiedung


Was ihr in dieser Folge lernen konntet…


Mit seiner ungewöhnlichen quadratischen Form überraschte Haloquadratum walsbyi Forschende in den 1980er. Dieser Mikrobe lebt in sehr salzhaltigen Gewässern und gehört zur Domäne der Archaeen, die erst in den 1990er Jahren neben den Eukaryoten (zu denen auch Menschen gehören) und den Bakterien anerkannt wurde. Über 25 Jahre vergingen zwischen der ersten Beschreibung und der erfolgreichen Isolation und Kultivierung der kleinen Quadrate. Heute wissen wir, wie sie es schaffen, die salzigen Bedingungen zu überleben und wie ihnen dabei auch ihre quadratische Form hilft. Halomucin, ein archaeles Protein schützt vor Austrocknung und Phagen. Die flache Form mit großer Oberfläche erlaubt eine effiziente Nährstoffaufnahme und Lichtabsorption. Gleichzeitig helfen gasgefüllte Vakuolen den Zellen bei der idealen Positionierung im Wasser.


Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.


Links & weitere Infos


Übersichtsseite zu Haloquadratum walsbyi inkl. Bildern


Erstbeschreibung von Hqr. walsbyi


Walsby, A.E. (1980), Nature, 283(5742), pp. 69–71.


Erste Erfolgreiche Kultivierung von Hqr. walsbyi


Bolhuis, H., Poele, E.M.T. and Rodriguez-Valera, F. (2004), Environmental Microbiology, 6(12), pp. 1287–1291.


Genomanalyse, formale Beschreibung und Details zur Lebensweise


Bolhuis, H. et al. (2006), BMC Genomics, 7, p. 169


Burns, D.G. et al. (2007), Int J Syst Evol Microbiol, 57(2), pp. 387–392.


Funktionsweise von Halomucin


Zenke, R. et al. (2015), Front Microbiol, 6, p. 249.


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MTM 14 - Aliivibrio fischeri
17.03.2026
11 Minuten
In den kristallklaren Wassern vor Hawaii lauert eine tödliche Gefahr – zumindest, wenn man eine Garnele ist. Der Hawaiianische Zwergtintenfisch Euprymna scolopes ist ein nachtaktiver Jäger, der sich auf sehr ungewöhnliche Weise vor seinen eigenen Fressfeinden verbirgt: in dem er leuchtet. Diese sogenannte Gegenillumination zur Tarnung erreicht der kleine Tintenfisch allerdings nicht allein, sondern durch eine ungewöhnliche Symbiose mit dem lumineszenten Bakterium Aliivibrio fischeri. Wie diese beiden Meeresbewohner zusammenarbeiten und wie Aliivibrio fischeri dazu beigetragen hat, dass wir in Bakterien nicht nur als einsam herumschwimmende Lebewesen wahrnehmen, erfahrt ihr in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!


Kapitel


00:00 – Intro


01:32 – Der Hawaiianische Zwergtintenfisch E. scolopes


02:25 – Tarnung durch Leuchten: Die Symbiose von A. fischeri und E. scolopes


05:04 – Wie das Leuchten von A. fischeri reguliert wird (Quorum Sensing)


08:36 – Erstbeschreibung von A. fischeri


09:20 – A. fischeri als Staatsmikrobe und Wassertester


10:23 – Fazit & Verabschiedung


Was ihr in dieser Folge lernen konntet…


Der Hawaiianische Zwergtintenfisch nutzt Gegenillumination, um sich vor Fressfeinden zu verbergen. Durch das Leuchten von Aliivibrio fischeri, die in seinem Leuchtorgan leben, imitiert er die Reflektionen von Mondlicht auf dem Wasser und wird dadurch nahezu unsichtbar. Das Leuchten von A. fischeri ist streng reguliert und an den circadianen Rhythmus des Tintenfisches angepasst. Die Bakterien stimmen sich untereinander durch einen Prozess ab, der sich Quorum Sensing nennt. Nur wenn genug von ihnen am selben Ort sind, beginnen sie zu leuchten.


Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.


Links & weitere Infos


Bilder, Videos und weitere Infos zu E. scolopes


Symbiose mit E. scolopes


Nyholm, S.V. and McFall-Ngai, M.J. (2021), Nat. rev. Microbiol., 19(10), pp. 666–679.


Visick, K.L., Stabb, E.V. and Ruby, E.G. (2021), Nat. rev. Microbiol., 19(10), p. 654.


Quorum Sensing in A. fischeri


Mandel, M.J. et al. (2012), Appl. Env. Microbiol., 78(13), pp. 4620–4626.


Septer, A.N. and Visick, K.L. (2024), J. Bacteriol. 206(5), pp. e00035-24.


Geschichte und Namensgebung


Urbanczyk, H. et al. (2007), Int. J. Syst. and Evol. Microbiol., 57(12), pp. 2823–2829.


Anwendung in Wasserqualitätstests


Backhaus, T. et al. (1997), Chemosphere, 35(12), pp. 2925–2938.


Erzinger, G.S. et al. (2018), Bioassays. Elsevier, pp. 241–262.


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Über diesen Podcast

MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.

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