Podcaster
Episoden
17.02.2026
1 Minute
Im April 1862 tobt der amerikanische Bürgerkrieg in Tennesse.
Verletzte Soldaten entdecken ein unheimliches Leuchten, den
Angel’s Glow auf ihren Wunden, der dafür zu sorgen scheint, dass
sich keine Infektionen bilden und Wunden schneller heilen. In
dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen
wir auf eine Spurensuche, die uns ins Erdreich führt. Wir schauen
uns an, wie Photorhabdus luminescens eng mit Würmern und Pflanzen
zusammenlebt, als Insektizid wirken kann und was das alles mit
erfolgreicher Wundheilung zu tun hat.
Kapitel
00:00 – Intro
01:32 – Der Engelsglanz – Leuchtende Heilung in der Schlacht von
Shiloh
03:49 – P. luminescens in Symbiose mit Fadenwürmern
06:37 – Wie P. luminescens Infektionen verhindern konnte
09:38 – Arbeitsteilung im Erdboden
11:02 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Während der Schlacht von Shiloh im amerikanischen Bürgerkrieg
1862 trat das Phänomen des Engelsglanzes auf. Offene Wunden
der Soldaten schienen grünlich zu leuchten und schneller zu
heilen.
Der Grund für den Engelsglanz ist vermutlich das Bakterium
Photorhabdus luminescens, wie die Schüler Bill Martin und Jon
Curtis ermitteln konnten.
P. luminescens ist eigentlich ein Bodenbakterium, dass in
Symbiose mit Fadenwürmern Jagd auf Insekten macht. Ein Teil
einer Population geht aber auch eine enge Bindung mit
Pflanzen ein. Für die Differenzierung ist ein hohes Maß an
Koordination und Kommunikation erforderlich.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier,
Links & weitere Infos
Allgemeine Artikel zum Phänomen des Angel’s Glow
https://www.thenakedscientists.com/articles/science-features/photorhabdus-luminescens-angels-glow
https://allthatsinteresting.com/angels-glow
Beschreibung von Photorhabdus luminescens und Symbiose
Clarke, D. J. (2008a). Microbiology Today, 35(4), 180–183.
Clarke, D. J. (2008b). Cellular Microbiology, 10(12),
2369–2377.
Dominelli, N. & Heermann, R. (2021). Freund oder Feind? —
Die zwei Gesichter von Photorhabdus luminescens.
Toxine und Pathogenität
Daborn, P. J. et al. (2002). Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 99,
10742–10747.
Unterschiede von Primär- und Sekundärzellen
Eckstein, S. et al. (2019). Appl. Environ. Microbiol.,
85(24), e01910-19.
Eintrag im MicrobeWiki
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03.02.2026
13 Minuten
Im Film von 1982 kämpft „Conan, der Barbar“ in rauen Landschaften
gegen übermächtige Gegner. Nicht weniger beeindruckend ist
Deinococcus radiodurans, das wegen seiner extremen
Strahlenresistenz auch „Conan, das Bakterium“ heißt. Wie Mikroben
Strahlung überstehen, die über 5.000-mal stärker ist als jede
natürliche Belastung auf der Erde, erfahrt ihr in dieser Folge
von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!
Kapitel
00:00 – Intro
01:33 – Die Entdeckung von D. radiodurans
03:29 – Warum D. radiodurans Rekordhalter in Strahlungsresistenz
ist
07:51 – Warum Bakterien überhaupt Strahlung aushalten
10:13 – Deinococcus im Weltall und Anwendungen in der
Wissenschaft
12:18 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
D. radiodurans wurde 1956 bei Sterilisationstests für
Konserven entdeckt.
Es übersteht über die 1.000-fache Strahlendosis eines
Menschen – dank einer hocheffizienten DNA-Reparatur, die
eigentlich der Trockenheitsresistenz dient.
In der Forschung spielt Deinococcus eine wichtige Rolle: Es
war auf der ISS, hilft bei der Reinigung radioaktiv
verseuchter Abwässer und dient der Entwicklung langlebiger
DNA-Speicher.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Bilder von D. radiodurans
Entdeckung von Deinococcus radiodurans
Anderson et al. (1956) Radiat. Res. 5(2): 187-198.
Strahlungsresistenz & DNA-Reparatur
Cox (2005). Nat. Rev. Microbiol. 3 (11): 882–892.
Makarova et al. (2001) Microbiol. Mol. Biol. Rev. 65(1): 44-79.
Battista (1997) Annu. Rev. Microbiol. 51: 203-224.
Zahradka et al. (2006) Nature 443(7111):569-573.
White et al. (1999) Science 286(5444): 1571-1577.
Daly (2012) DNA Repair (Amst). 11(1):12-21.
Weltall & weitere Anwendungen
Kawaguchi et al. (2020) Front. Microbiol. 11: 2050.
Brim et al. (2003) Appl. Environ. Microbiol. 69(8): 4575-4583.
Wong et al. (2003). Commun. ACM 46 95–98.
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20.01.2026
10 Minuten
Bis zu zwei Zentimeter lang, mit bloßem Auge sichtbar und innen
komplexer aufgebaut, als man es Bakterien je zugetraut hätte. In
dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! geht es
um Thiomargarita magnifica – die riesenhafte „Schwefelperle“ aus
den Mangroven Guadeloupes – und darum, wie sie das Wissen über
Bakterien auf den Kopf gestellt hat und uns einen überraschenden
Blick auf die Evolution komplexer Zellen erlaubt.
Kapitel
00:00 – Intro
01:15 – Die Entdeckung von Thiomargarita magnifica
03:45 – Warum Bakterien so klein sind
05:05 – Wie Thiomargarita magnifica die Grenzen bakterieller
Zellgröße überwinden konnte
07:52 – Die Besonderheiten des Erbguts von Thiomargarita
magnifica
08:58 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Thiomargarita magnifica ist mit bis zu 2 cm Länge das größte,
bislang bekannte Bakterium. Entdeckt wurde die Art in den
Mangrovenwäldern von Guadeloupe.
Die Größe von Bakterienzellen ist eigentlich durch die
Diffusionsgeschwindigkeit begrenzt. Durch große
Nährstoffbeutel und eine beginnende Unterteilung kann
Thiomargarita magnifica diese Begrenzung umgehen.
Thiomargarita magnifica weist viele Eigenschaften weiter
entwickelter Zellen auf. Damit stellt das Bakterium eventuell
einen Zwischenschritt der Evolution hin zu komplexeren
Lebensformen dar.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Entdeckung und Erstbeschreibung von Thiomargarita magnifica
(inkl. Bildern)
Volland, J.-M. et al. (2022). Science, 376 (6594), 1453–1458.
https://www.gbif.org/species/194785935
Informationen zu Thiomargarita namibiensis
Schulz, H. N., et al. (1999). Science, 284 (5413), 493–495.
https://www.mpg.de/4670997/riesenbakterien-im-meer
Übersichtsbeiträge zu Thiomargarita magnifica
https://bigthink.com/life/impossible-big-bacteria/
Levin, P. A. (2022). Science, 376(6594), 1385–1386.
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06.01.2026
11 Minuten
Neues Jahr – neue Mikrobe des Jahres. In dieser Folge von
MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! werfen wir einen Blick
auf den diesjährigen Preisträger, der durch die VAAM gekürt
wurde: Penicillium. Dabei handelt es sich um einen Schimmelpilz
mit lebensrettenden Eigenschaften. Taucht ein in die Geschichte
zur Entdeckung von Pencillin und erfahrt, wie ihr euch vielleicht
schonmal einige Vertreter der Gattung Penicillium einverleibt
habt!
Kapitel
00:00 – Intro
01:04 – Die Gattung Penicillium
02:19 – Zur Entdeckung des Penicillins
04:44 – Die Erfolgsgeschichte von Penicillin
08:42 - Was Penicillin mit Käse zu tun hat
09:58 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in der heutigen Folge lernen konntet...
Die Gattung Penicillium wurde zur Mikrobe des Jahres 2026
gekürt. Es handelt sich um einen Schlauchpilz, der oft
einfach als Schimmelpilz bezeichnet wird.
Aus Penicillium wurde im Jahre 1928 zum ersten Mal das
Antibiotikum Penicillin isoliert, welches 1941 das erste Mal
an einem Patienten getestet wurde. Alexander Fleming, Howard
Florey und Ernst Chain erhielten für ihre Arbeit daran einen
Nobelpreis.
Neben Penicillinproduzenten sind Penicilliumarten auch in der
Lebensmittelindustrie relevant. So sind beispielsweise
Penicillium camemberti und Pencillium roqueforti
ausschlaggebend für Geschmack und Aussehen der entsprechenden
Käsesorten.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Originalarbeiten von Fleming, Florey & Chain
Fleming, A. (1929), British Journal of Experimental
Pathology, 10, S. 226–236.
Florey, H.W., Chain, E., Heatley, N.G., Jennings, M.A.,
Sanders, A.G., Abraham, E.P. & Fletcher, C.M. (1940), The
Lancet, 236(6104), S. 226–228.
Florey, H.W., Chain, E., & Abraham, E.P. (1941), The
Lancet, 237(6138), S. 177–189.
Penicillium in der Käseindustrie
Thom, C., & Fisk, W. W. (1918). The book of cheese.
Macmillan.
Pressemitteilung der VAAM zur Mikrobe des Jahres 2026 inkl.
Bildern
Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie
(VAAM) (2025), Mikrobe des Jahres 2026: Penicillium
Deutschlandfunk (2021), Erste Penicillin-Behandlung vor 80
Jahren – Der lange Weg zum Erfolg
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16.12.2025
1 Minute
Ja, dieser Folgentitel ist tatsächlich der Name eines real
existierenden Mikroorganismus. Myxococcus
llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogochensis
wurde im Jahre 2020 aus einer Bodenprobe isoliert, die in der
Nähe der nordwalisischen Stadt Llanfairpwll gefunden wurde. Um
den wundervollen Namen dieses Mikroorganismus, die Stadt, aus der
er kommt und welche spannenden Fähigkeiten er hat, soll es in der
heutigen Folge von MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!
gehen.
Kapitel
00:00 – Intro
00:43 – Eine kurze Geschichte von Llanfairpwll
02:18 – Zur Entdeckung von Myxococcus llanfairpwll
04:44 – Myxobakterien – Die Wolfsrudel der Mikrobenwelt
07:54 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in der heutigen Folge lernen konntet...
Llanfairpwll ist eine Stadt auf der nordwalisischen Insel
Anglesey. Der Name entstand als eine Art Werbegag im 19.
Jahrhundert.
Myxococcus llanfairpwll wurde aus einer Bodenprobe aus der
gleichnamigen Stadt isoliert. Der Name ist seit seiner
Veröffentlichung 2021 validiert und offiziell anerkannt.
Myxococcus gehört zu den Myxobakterien, die man auch die
Wolfsrudel der mikrobiellen Welt nennt. Sie schließen sich zu
multizellulären Verbänden zusammen und bejagen dann gemeinsam
andere Bakterien.
Links & weitere Infos
Erstbeschreibung von Myxococcus llanfairpwll
Chambers, J. et al. (2020), Genome Biology and Evolution,
12(12), S. 2289–2302.
Validierung des Artnamens nach Internationalem Code der
Nomenklatur der Prokaryoten
Trujillo, M. E. et al. (2021), International Journal of
Systematic and Evolutionary Microbiology
Räuberisches „Wolfsrudel“-Verhalten und Kooperation bei
Myxobakterien
Kaimer, C. et al. (2023), Microbiology, 169(7), 001372.
Marshall, R. C. und Whitworth, D. E. (2019), BioEssays,
41(4), e1800247.
International Code of Nomenclature of Prokaryotes (ICNP)
Infos zu Llanfairpwll
https://llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk/
Wikipedia-Artikel
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Über diesen Podcast
MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem
wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern
lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus
vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder
eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn
so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die
für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.
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Schleswig
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