Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! Podcast

Episoden

15 Minuten
Am kommenden Sonntag wird die Uhr umgestellt. Für viele Menschen bedeutet das etwa eine Woche, in der ihre innere Uhr aus dem Lot gebracht wird, sie müde und unkonzentriert sind. Bei MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! nehmen wir das zum Anlass, um uns mal die innere Uhr von Mikroben anzuschauen. Cyanobakterien wie Synechococcus elongatus richten ihren Stoffwechsel nämlich auch nach dem Helligkeitsverlauf eines Sonnentages aus. Grundlage dafür ist ein faszinierendes System aus drei Proteinen, die die innere Uhr auch in vollkommener Dunkelheit, bei verschiedenen Temperaturen und auch über mehrere Generationen von Mikroben im Takt halten kann.

Kapitel

00:00 – Intro

01:26 – Eine kurze Geschichte der Zeitumstellung

03:51 – Der zirkadiane Rhythmus

05:11 – S. elongatus und seine innere Uhr

10:30 – Wie die innere Uhr von S. elongatus Generationen überdauert

13:03 – Die Zukunft von S. elongatus in der Schlaganfalltherapie

15:04 – Fazit & Verabschiedung

Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

S. elongatus gehört zu den Cyanobakterien und nutzt die Energie aus dem Sonnenlicht zur Photosynthese. Somit ist das Bakterium von Hell-Dunkel-Verlauf eines Tages abhängig und passt sich diesem auch an.

Für den circadianen Rhythmus des Bakteriums ist ein System aus drei Proteinen verantwortlich: KaiA, KaiB und KaiC. Die drei Proteine bestimmen einen etwa 24 h langen Zyklus, der unabhängig von der Zellteilung, die mehrmals am Tag stattfinden kann, weiterläuft.

Der circadiane Rhythmus von S. elongatus kann auch in vollkommener Dunkelheit weiter aufrechterhalten werden und bleibt auch bei unterschiedlichen Temperaturen relativ stabil. Forschende konnten das System sogar isoliert, nur mit den drei Proteinen sowie ATP als Energieträger nachstellen.

Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

Links & weitere Infos

„Sommerzeit in Deutschland“, Wikipedia.

EU-Konsultation zur Zeitumstellung

Circadianer Zyklus und KaiABC

Golden, S.S. (2026),npj Biol. Timing Sleep, 3(1), S. 47.

Grobbelaar, N. u. a. (1986), FEMS Microbiology Letters, 37(2), S. 173–177.

Oszillation durch KaiABC

Ito, H. u. a. (2009), PNAS, 106(33), S. 14168–14173.

Mori, T. und Johnson, C.H. (2001), J. Bacteriol., 183(8), S. 2439–2444.

Nakajima, M. u. a. (2005), Science, 308(5720), S. 414–415.

Schlaganfalltherapie

Wang, J. u. a. (2021), Nano Letters, 21(11), S. 4654–4665.
14 Minuten
Warum sind Flamingos eigentlich rosa? Die Antwort auf diese Frage führt uns in extrem salzige Gewässer, zu einem roten Archaeon und von dort bis zu einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Neurobiologie. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! schauen wir uns an, wie Halobacterium salinarum in Wasser lebt, in dem kaum noch mehr Salz gelöst werden kann, wie das Archaeon mit Hilfe von Licht Energie gewinnen kann und was das alles mit dem diesjährigen Nobelpreis für Physiologie und Medizin zu tun hat.

Kapitel

00:00 – Intro

02:35 – Wie Hbt. salinarum sich an hohe Salzkonzentrationen anpasst

04:59 – Klippfisch und rote Kolonien: Die Entdeckung von Hbt. salinarum

06:20 – Warum ist Hbt. salinarum eigentlich rot?

07:47 – Bakteriorhodopsin und die Entstehung der Optogenetik

12:38 – Fazit & Verabschiedung

Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

· Hbt. salinarum ist kein Bakterium, sondern ein Archaeon, das in extrem salzigen Gewässern mit bis zu 30 % Salz lebt und Salzseen und Salinen rot färbt. Das Archaeon ist sogar so salztolerant, dass es tausende von Jahren in Salzkristallen ausharren kann.

· Hbt. salinarum wurde erstmals auf gesalzenem und luftgetrocknetem Klippfisch entdeckt. Die rote Färbung erhält es durch das Pigment Bacterioruberin, dass den Zellen als UV-Schutz dienen kann.

· Bakteriorhodopsin war das erste bekannte mikrobielle Rhodopsin und bereitete den Boden für die Suche nach ähnlichen Proteinen, darunter das Channelrhodopsin aus einer einzelligen Alge, das zum Schlüsselwerkzeug der Optogenetik wurde. Für diese Entdeckungen erhalten Karl Deisseroth, Georg Nagel und Peter Hegemann den Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2026.

Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

Links & weitere Infos

Pressemitteilung der VAAM “Mikrobe des Jahres 2017“

Pressemitteilung Nobelpreis 2026

Allgemeines zu Hbt. salinarum

Grote, M. und O’Malley, M.A. (2011), FEMS Microbiology Reviews, 35(6), S. 1082–1099.

Pfeifer, F. (2017), Biologie in unserer Zeit, 47(6), S. 378–384.

Stan-Lotter, H. und Fendrihan, S. (2015), Life, 5(3), S. 1487–1496.

Entdeckung von Hbt. salinarum

Klebahn, H. (1919), Mitt Inst Allg Bot Hamb, 4, S. 11–69.

Harrison, F.C. und Kennedy, M.E. (1929). F. A. Acland, printer.

Mormile, M.R. u. a. (2003), Environmental Microbiology, 5(11), S. 1094–1102.

Bakteriorhodopsins

Oesterhelt, D. und Stoeckenius, W. (1971), Nature New Biology, 233(39), S. 149–152.

Hat dir diese Folge gefallen?

Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen.

Merch gibt es in meinem Spreadshop!

Hinterlasse gerne eine Bewertung!
9 Minuten
In einer Höhle im Boden, da lebte ein Hobbit… So beginnt der Der Herr der Ringe Epos von J. R. R. Tolkien. Der Hobbit, um den es geht, ist kein geringerer als Bilbo Beutlin – und an seinem 111. Geburtstag, der am 22. September war, verschwindet Bilbo plötzlich. Der Ring, den er seinem Neffen Frodo hinterlässt, birgt einige unentdeckte Geheimnisse und zwingt Frodo zu einer Reise, die den Lauf der Welt verändern wird. Eine weitere wichtige Figur im Der Herr der Ringe Epos ist der Zauberer Gandalf nach dessen ikonischem Spitzhut im Jahre 2016 eine Amöbenart benannt wurde. Arcella gandalfi, die Mikrobe, um die es in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll, ist aber nicht nur Spitzhut-förmig, sondern hat noch einige andere interessante Eigenschaften zu bieten!

Kapitel

00:00 – Intro

03:14 – Amöben, Wechseltierchen der Mikrobenwelt

04:42 – Die Schalen der Amöben – schützender Panzer und kunstvolles Bauwerk

07:13 – Arcella gandalfi und der Hut eines mächtigen Zauberers

08:35  – Fazit und Verabschiedung

Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

Arcella gandalfi gehört zu den Amöben, also einer Lebensform, die sich ständig in ihrer Gestalt wandeln kann. Um sich vor äußeren Einflüssen und Fressfeinden zu schützen, haben sich manche Amöben eine Schale zugelegt. Bei Arcella gandalfi ist diese Schale aus selbst produzierten hexagonalen Platten zusammengesetzt und erscheint in Form eines Spitzhutes. Bei ihrer ersten Beschreibung der Amöbe im Jahr 2016 fühlten sich Forschende an die Form des Hutes erinnert, den der Zauberer Gandalf in Der Herr der Ringe trägt. Kurzum benannten sie die neu entdeckte Spezies Arcella gandalfi.

Die Schalen mancher Amöben können lange Zeiten überdauern. Es gibt Funde im Grand Canyon, bei denen es sich möglicherweise um die Schalen von Arcellinida handeln könnten und auf ein Alter von etwa 740 Millionen Jahren geschätzt werden.

Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

Links & weitere Infos

Arcella

„Arcella gandalfi – Microworld“

News, L.G.I. (2017) Newfound Amoeba Looks Just Like Gandalf the Wizard’s Hat, Live Science.

Féres, J.C. u. a. (2016), Acta Protozoologica, 55(4), S. 221–229.

Mitchell, E.A.D., Charman, D.J. und Warner, B.G. (2008), Biodiversity and Conservation, 17(9), S. 2115–2137.

Tingle, K.E. u. a. (2023), Geobiology, 21(3), S. 290–309.

Tolkien, J.R.R. (2010) Das Silmarillion. 30., Aufl. 2018. Herausgegeben von C. Tolkien. Übersetzt von W. Krege. Stuttgart: Klett-Cotta.

Tolkien, J.R.R. (2024) Der Herr der Ringe. Gesamtausgabe im Schuber, neunte Auflage dieser Ausgabe, 2025. Übersetzt von M. Carroux. Stuttgart: Klett-Cotta (Der Herr der Ringe, 3. Teil).

Hat dir diese Folge gefallen?

Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen.

Merch gibt es in meinem Spreadshop!

Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.

 

 
12 Minuten
MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! wird ein Jahr alt! Um das zu feiern, möchte ich in dieser kurzen Sonderfolge einen Blick zurück in das vergangene Jahr werfen und darauf schauen, was vielleicht noch auf uns zukommt. Danke an alle treuen Hörerinnen und Hörer, ihr habt es möglich gemacht, dass es dieses Projekt auch heute noch gibt!

Hier findet ihr das Interview im Wirkstoffradio:

https://wirkstoffradio.de/2026/08/09/wsr097-elektrometabolische-signaluebertragung-in-bacillus-subtilis-biofilmen-interview-mit-celina-thiel/

Weitere genannte Folgen:

Folge 01 - Streptomyces coelicolor

https://www.podcast.de/episode/693810660/mtm-01-streptomyces-coelicolor

Folge 20 - Caballeronia insecticola

https://www.podcast.de/episode/703961384/mtm-20-caballeronia-insecticola

Folge 17 - Magnetospirillum gryphiswaldense

https://www.podcast.de/episode/703106624/mtm-17-magnetospirillum-gryphiswaldense

Folge 19 - Escherichia coli

https://www.podcast.de/episode/703696476/mtm-19-escherichia-coli

Kapitel

00:00 - Intro und Begrüßung

01:20 - Rückblick

03:40 - Die meistgehörten Folgen

07:41- Wie eine Folge entsteht

08:52 - Wisspod und mein Interview im Wirkstoffradio

10:26 - Ausblick

11:28 - Verabschiedung

Hat dir diese Folge gefallen?

Abonniere MicrobeThingsMacro auf deiner Lieblingsplattform, um keine Episode zu verpassen.

Merch gibt es in meinem Spreadshop!

Hinterlasse gerne eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
14 Minuten
Wenn wir an Bakterien denken, geht es oft um Einzeller, die als Einzelgänger in der Gegend herumschwimmen. Viele Bakterien sind aber viel mehr als das und entwickeln in der Gemeinschaft beeindruckende Fähigkeiten. So ist es auch bei Myxococcus xanthus, dem Bakterium, um das es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll. Als bakterielles Wolfsrudel machen tausende von Zellen gemeinsam Jagd auf andere Bakterien und zersetzen sie durch einen Cocktail antimikrobieller Substanzen. Und auch wenn die Nahrung knapp wird setzt, Myxococcus auf Kooperation statt Einzelgängertum – und dass ganz ohne, dass es einen Anführer gibt, sondern nur durch Stigmergie.

Kapitel

00:00 – Intro

02:20 – Das bakterielle Wolfsrudel auf Mikrobenjagd

05:55 – Zusammenarbeit ohne Anführer – Stigmergie

07:31 – A- und S-Motilität, abenteuerliche und soziale Arten der Fortbewegung

09:55 – Fruchtkörperbildung bei Nahrungsmangel

12:18 – Fazit und Verabschiedung

Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

M. xanthus ernährt sich von anderen Bakterien. Dafür gehen tausende von Zellen gemeinsam auf die Jagd. Sie können ihre Beute sogar bespitzeln und dann gezielt mit antimikrobiellen Substanzen töten und auflösen.

Stigmergie beschreibt ein Konzept, bei dem die Umwelt durch einzelne Mikroben so verändert wird, dass die anderen Mikroben dadurch eine Handlungsanweisung bekommen. Schwimmt eine Mikrobe in eine Richtung, hinterlässt sie eine Spur, der andere folgen können. Schwimmt eine Zelle los, folgt die benachbarte in die selbe Richtung. So entsteht ein dezentral organisierter Schwarm.

Bei Nahrungsmangel bildet M. xanthus Fruchtkörper aus. Dafür werden einige Zellen zu Sporen, die besonders resistent sind und in den Fruchtkörpern geschützt ausharren, bis es wieder mehr Nahrung gibt. Andere bleiben aktiv auf Nahrungssuche, während die meisten absterben und selbst zur Nahrung werden.

Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

Links & weitere Infos

Pressemitteilung Mikrobe des Jahres 2020

Beebe, J.M. (1941) , Journal of Bacteriology, 42(2), S. 193–223.

Berleman, J.E. und Kirby, J.R. (2009), FEMS microbiology reviews, 33(5), S. 942–957.

Contreras-Moreno, F.J. u. a. (2024), Frontiers in microbiology, 15, S. 1339696.

Kearns, D.B. und Shimkets, L.J. (2001), Trends in Microbiology, 9(3), S. 126–129.

Lloyd, D.G. und Whitworth, D.E. (2017), Frontiers in Microbiology, 8.

Müller, S. u. a. (2015), Applied and Environmental Microbiology, 81(1), S. 203–210.

Thiery, S. und Kaimer, C. (2020), Frontiers in Microbiology, 11, S. 2.

Hat dir diese Folge gefallen?

Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen.

Merch gibt es in meinem Spreadshop!

Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
In Podcasts werben
Schalte jetzt Werbung in Podcasts.

Über diesen Podcast

MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.
Podcast melden

„MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz