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Episoden
07.06.2026
28 Minuten
Wir beleuchten die überraschende Aktualität Arthur Schopenhauers in der heutigen digitalisierten Leistungsgesellschaft. Während seine Philosophie oft als bloßer Pessimismus missverstanden wird, dient sie hier als präzises Werkzeug zur Entzauberung moderner Illusionen über Selbstbestimmung und Fortschritt.
Holger Elias kontrastiert in seinem Text das Ideal des autonomen Individuums mit der Realität einer getriebenen Existenz, in der die Vernunft lediglich den tief sitzenden Begierden und marktkonformen Zwängen dient. Durch die Einbeziehung aktueller Studien zu sozialen Medien, Einsamkeit und algorithmischer Polarisierung wird aufgezeigt, wie Schopenhauers Analyse des blinden Willens heute eine technologische Infrastruktur gefunden hat.
Letztlich plädiert der Text für eine »negative Lebenskunst«, die durch Nüchternheit und Mitleid eine ehrliche Schadensbegrenzung in einer erschöpften Welt ermöglicht.
Redaktion: Holger Elias / 07.06.2026
Website: www.holger-elias.de
Holger Elias kontrastiert in seinem Text das Ideal des autonomen Individuums mit der Realität einer getriebenen Existenz, in der die Vernunft lediglich den tief sitzenden Begierden und marktkonformen Zwängen dient. Durch die Einbeziehung aktueller Studien zu sozialen Medien, Einsamkeit und algorithmischer Polarisierung wird aufgezeigt, wie Schopenhauers Analyse des blinden Willens heute eine technologische Infrastruktur gefunden hat.
Letztlich plädiert der Text für eine »negative Lebenskunst«, die durch Nüchternheit und Mitleid eine ehrliche Schadensbegrenzung in einer erschöpften Welt ermöglicht.
Redaktion: Holger Elias / 07.06.2026
Website: www.holger-elias.de
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27.05.2026
30 Minuten
Heute soll es um die Enhanced Games 2026 in Las Vegas gehen, einem kontroversen Sportereignis, das den bewussten Einsatz von Dopingmitteln zur Leistungssteigerung legalisiert. Die Veranstaltung wird dabei weniger als rein sportlicher Wettbewerb, sondern vielmehr als biopolitisches Geschäftsmodell beschrieben, das der Vermarktung von Pharmazeutika und Telemedizin-Plattformen dient. Trotz der massiven finanziellen Unterstützung durch Silicon-Valley-Investoren und der transhumanistischen Rhetorik blieben die sportlichen Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück, da oft unmodifizierte Athleten gegen die medikamentös optimierte Konkurrenz gewannen. Ethische Bedenken richten sich insbesondere gegen die ökonomische Ausbeutung der Sportler und die potenziellen Gesundheitsrisiken durch unkontrollierten Substanzkonsum. Zudem beleuchtet der Bericht die rechtlichen Spannungen zwischen privaten Liga-Strukturen und den etablierten Verbänden der Sportwelt. Letztlich verdeutlicht die Quelle die Diskrepanz zwischen der Vision einer technologischen Selbstoptimierung und der komplexen biologischen Realität des menschlichen Körpers.
Redaktion: Holger Elias
Redaktion: Holger Elias
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26.05.2026
15 Minuten
Heute geht es um einen Rechtsstreit zwischen Mietern und einer genossenschaftlichen Bank in Ostthüringen wegen einer unzulässigen Auszahlung von Kautionsguthaben. Die Bank überwies auf Verlangen des Vermieters rund zwei Drittel der Mietsicherheit, ohne die Mieter vorab zu informieren oder die vertraglich vorgesehenen Sperrfristen einzuhalten. Eine juristische Analyse ordnet diesen Vorfall als schwerwiegende Verletzung der bankvertraglichen Schutzpflichten ein, da das Institut das verfahrensrechtliche Blockadesystem einseitig missachtet habe. Die Korrespondenz verdeutlicht, dass die Bank eine Haftung zunächst ablehnte und auf die alleinige Verfügungsbefugnis des Vermieters verwies, woraufhin die Mieter mit detaillierten Schadensersatzforderungen reagierten. Das bereitgestellte Material bietet zudem einen strategischen Handlungsleitfaden, der betroffenen Kunden den Weg über Auskunftsbegehren, Ombudsmann-Verfahren bis hin zur BaFin-Beschwerde aufzeigt. Insgesamt illustrieren die Dokumente die treuhänderische Verantwortung von Kreditinstituten bei der Verwaltung verpfändeter Mietkautionen im Spannungsfeld zwischen Vermieterrechten und Mieterschutz.
Redaktion: Holger Elias
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14.12.2025
27 Minuten
„1984½ – Die Akte der freiwilligen Bürger“ ist ein politisches Radiostück zwischen Moritat, Kabarett und musikalischem Hörspiel – inspiriert von George Orwells 1984, aber radikal in die Gegenwart verlängert. Kein Remake, keine Nacherzählung, sondern eine analytische Zuspitzung: Was geschieht, wenn Unterdrückung nicht mehr befiehlt, sondern erklärt? Wenn Macht nicht droht, sondern optimiert? Wenn Freiheit nicht genommen, sondern freiwillig abgegeben wird?
Im Zentrum steht Winston S., ein unscheinbarer Sachbearbeiter im „Ministerium für Digitale Selbstoptimierung“. Seine Arbeit besteht darin, Bürger zu bewerten: Profile, Scores, Standards. Er ist kein Held, kein Widerständler – sondern Teil eines Systems, das ohne Gewalt auskommt und dennoch tief in das Leben der Menschen eingreift. An seiner Seite Jule, eine Kollegin, die mit kleinen Fehlern im System Räume für Menschlichkeit offenhält. Und Herr Oberin, der Sprachverwalter, der erklärt, wie Denken heute zu klingen hat, damit es nicht stört.
Ein dunkler Erzähler führt durch die Handlung, kommentiert, ordnet ein, legt frei. Dialoge sind auf ein Minimum reduziert, die eigentliche Erzählung geschieht in Songs: bitterböse Moritaten, kalte Lehrlieder, zynische Chöre. Musikalisch bewegt sich das Stück im Geist von Brecht/Weill/Dessau: verstimmtes Klavier, Tuba, Klarinette, Banjo, sparsame Rhythmen – getragen von einer dunklen Baritonstimme, die eher entlarvt als verführt.
„1984½“ erzählt von einer Gesellschaft, in der Überwachung zur Dienstleistung geworden ist, Sprache vereinfacht wird, um Denken zu begrenzen, und Anpassung als Tugend gilt. Die Bürger sind keine Opfer – sie sind Mitwirkende. Sie singen selbst das Lied ihrer freiwilligen Unterwerfung. Die große Bedrohung ist nicht der Tyrann, sondern der Standard.
Dieses Radiostück will nicht beruhigen, sondern irritieren. Es will nicht belehren, sondern sichtbar machen. Es fragt, wo wir heute stehen – und wie bequem Unfreiheit sein kann, wenn sie freundlich daherkommt.
Eine politische Radiomoritat für alle, die ahnen, dass Kontrolle heute leise spricht.
Im Zentrum steht Winston S., ein unscheinbarer Sachbearbeiter im „Ministerium für Digitale Selbstoptimierung“. Seine Arbeit besteht darin, Bürger zu bewerten: Profile, Scores, Standards. Er ist kein Held, kein Widerständler – sondern Teil eines Systems, das ohne Gewalt auskommt und dennoch tief in das Leben der Menschen eingreift. An seiner Seite Jule, eine Kollegin, die mit kleinen Fehlern im System Räume für Menschlichkeit offenhält. Und Herr Oberin, der Sprachverwalter, der erklärt, wie Denken heute zu klingen hat, damit es nicht stört.
Ein dunkler Erzähler führt durch die Handlung, kommentiert, ordnet ein, legt frei. Dialoge sind auf ein Minimum reduziert, die eigentliche Erzählung geschieht in Songs: bitterböse Moritaten, kalte Lehrlieder, zynische Chöre. Musikalisch bewegt sich das Stück im Geist von Brecht/Weill/Dessau: verstimmtes Klavier, Tuba, Klarinette, Banjo, sparsame Rhythmen – getragen von einer dunklen Baritonstimme, die eher entlarvt als verführt.
„1984½“ erzählt von einer Gesellschaft, in der Überwachung zur Dienstleistung geworden ist, Sprache vereinfacht wird, um Denken zu begrenzen, und Anpassung als Tugend gilt. Die Bürger sind keine Opfer – sie sind Mitwirkende. Sie singen selbst das Lied ihrer freiwilligen Unterwerfung. Die große Bedrohung ist nicht der Tyrann, sondern der Standard.
Dieses Radiostück will nicht beruhigen, sondern irritieren. Es will nicht belehren, sondern sichtbar machen. Es fragt, wo wir heute stehen – und wie bequem Unfreiheit sein kann, wenn sie freundlich daherkommt.
Eine politische Radiomoritat für alle, die ahnen, dass Kontrolle heute leise spricht.
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17.08.2025
16 Minuten
Ein unscheinbarer Fund im Keller des argentinischen Obersten Gerichtshofs hat ein verdrängtes Kapitel der Vergangenheit neu aufgerissen: Tausende Mitgliedsbücher der Deutschen Arbeitsfront, Propagandafotos und Nazi-Symbole lagerten dort jahrzehntelang unbeachtet. Was wie ein kurioser Zufall wirkt, entpuppt sich als Spiegelbild der argentinischen Erinnerungspolitik – geprägt von Verdrängung, selektiver Aufarbeitung und politischer Instrumentalisierung.
Die Kisten waren bereits 1941 im Zuge von Polizeirazzien sichergestellt worden, doch statt transparenter Aufarbeitung verschwanden sie im Gerichtskeller. Historiker sprechen von Verschleierung. Präsident Javier Milei inszeniert die späte Wiederentdeckung nun als Akt der Transparenz, doch Kritiker sehen darin vor allem Imagepflege. Denn Argentinien war nach 1945 nicht nur Zufluchtsort für NS-Verfolgte, sondern auch für Täter wie Eichmann oder Mengele – ein ambivalentes Erbe, das bis heute fortwirkt.
Der Fund wirft daher zentrale Fragen auf: Sind Archive Orte der Aufklärung oder der politischen Selbstrechtfertigung? Geht es um historische Verantwortung – oder um ein Marketingprojekt für eine Regierung, die sich weltoffen geben will, während sie das Gedenken zugleich ökonomisiert? Die „Störfrequenz“-Folge zeigt, wie eng Erinnerung, Macht und Schweigen verknüpft bleiben. Und wie brüchig der Versuch ist, Geschichte mit Ausstellungen und Pressekonferenzen zu bändigen, solange die eigentlichen Konflikte nicht öffentlich verhandelt werden.
Die Kisten waren bereits 1941 im Zuge von Polizeirazzien sichergestellt worden, doch statt transparenter Aufarbeitung verschwanden sie im Gerichtskeller. Historiker sprechen von Verschleierung. Präsident Javier Milei inszeniert die späte Wiederentdeckung nun als Akt der Transparenz, doch Kritiker sehen darin vor allem Imagepflege. Denn Argentinien war nach 1945 nicht nur Zufluchtsort für NS-Verfolgte, sondern auch für Täter wie Eichmann oder Mengele – ein ambivalentes Erbe, das bis heute fortwirkt.
Der Fund wirft daher zentrale Fragen auf: Sind Archive Orte der Aufklärung oder der politischen Selbstrechtfertigung? Geht es um historische Verantwortung – oder um ein Marketingprojekt für eine Regierung, die sich weltoffen geben will, während sie das Gedenken zugleich ökonomisiert? Die „Störfrequenz“-Folge zeigt, wie eng Erinnerung, Macht und Schweigen verknüpft bleiben. Und wie brüchig der Versuch ist, Geschichte mit Ausstellungen und Pressekonferenzen zu bändigen, solange die eigentlichen Konflikte nicht öffentlich verhandelt werden.
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Über diesen Podcast
Störfrequenz ist dein akustisches Gegensignal zur politischen
Reizüberflutung. Holger Elias, langjähriger Journalist und
ehemaliger Reuters-Korrespondent, nimmt dich mit hinter die
Kulissen von Schlagzeilen, Systemroutinen und medialen
Verzerrungen. Mit präziser Sprache, kritischem Blick und
gelegentlich satirischem Ton analysiert er das, was andere lieber
ausblenden. Politik. Wirtschaft. Kultur. Machtverhältnisse. Und
das, was sie verschweigen. In jeder Folge: journalistische
Reflexion – ohne PR-Filter. Störfrequenz – weil der zweite Blick
oft der wichtigste ist.
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