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46 Minuten
Der Staat soll digitaler werden. Sicher, schnell und am besten unabhängig. Gleichzeitig kommen Technologien von internationalen Anbietern, Zuständigkeiten verteilen sich auf Land, Bund und Europa und ohne die Wirtschaft läuft ohnehin wenig. Klingt kompliziert? Ist es leider auch.

In dieser Folge von Dialogforum Digital spricht Dr. Sebastian Leder mit zwei Menschen, die genau an diesen Schnittstellen arbeiten: Stefan Krebs, bis vor Kurzem CIO/CDO und Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnologie in Baden-Württemberg, und Reinhard Geigenfeind, Partner bei BearingPoint mit Schwerpunkt auf Public Sector und IT-Transformation. Zwei Perspektiven, eine ziemlich große Frage: Wie bleibt der Staat digital handlungsfähig, wenn niemand die Digitalisierung allein kontrolliert?

Wir sprechen über Baden-Württemberg, Berlin und Brüssel, über Staat und Privatwirtschaft, technologische Abhängigkeiten und einen mitteleuropäischen Wirtschaftsraum, der digital enger zusammenrücken muss. Was muss der Staat selbst beherrschen? Wo braucht er starke Partner? Und wann wird aus dem Wunsch nach Unabhängigkeit eine teure Illusion?

Die Folge macht deutlich: Digitale Souveränität heißt nicht, jede Technologie selbst zu bauen und sich vom Rest der Welt abzuschotten. Entscheidend ist, auch unter Druck wählen, entscheiden und handeln zu können. Dafür braucht es belastbare Strukturen, kluge Partnerschaften und mehr Mut zur gemeinsamen Richtung, über Ressorts, föderale Ebenen und Landesgrenzen hinweg.

Denn am Ende ist nicht entscheidend, ob der Staat alles selbst kann. Sondern ob er weiß, was er können muss.
51 Minuten
Die Welt wird komplexer. Diesen Satz hat jeder schon hundertmal gehört, meistens als Floskel, oft als Ausrede. Aber was heißt das eigentlich? Und warum reicht es nicht mehr, einfach noch ein Tool, noch ein Modell oder noch eine Strategieebene draufzulegen?

In dieser Folge von Dialogforum Digital spricht Sebastian Leder mit zwei Menschen, die Komplexität nicht nur erleben, sondern sie erforschen: Prof. Dr. Christian T. Haas, der vom Gehirn und menschlichem Verhalten kommt, und Dr. Fabian Braesemann, der vom Oxford Internet Institute aus auf Daten, Märkte und KI schaut. Zwei Perspektiven, ein gemeinsames Thema: Wie funktionieren Systeme, in denen alles mit allem zusammenhängt?

Es geht um Staus, Bahnverspätungen, Arbeitsmärkte, künstliche Intelligenz und am Ende immer wieder um den Menschen. Warum entscheidet ein Mensch trotz identischer Daten anders als ein anderer? Warum lösen kleine Auslöser manchmal riesige Effekte aus? Und warum scheitert große Politik so oft an einem ganz banalen Bottleneck?

Die Folge zeigt, dass Komplexität nichts ist, vor dem man kapitulieren muss. Sie ist kein Endgegner, sondern ein Spielfeld. Wer ihre Muster versteht, erkennt, wo wenige gezielte Eingriffe mehr bewirken als jeder Masterplan, und warum Steuerung heute eher Gärtnern als Konstruieren heißt.
39 Minuten
In dieser Episode spricht Dr. Sebastian Leder mit Matthias Pröfrock aus der landespolitischen Verwaltung Baden-Württemberg und Stefan Gasslitter, Generaldirektor des IT-Dienstleisters der Autonomen Provinz Südtirol, über die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung. Gemeinsam blicken sie auf zwei unterschiedliche Verwaltungswelten: auf die föderal geprägte Struktur Deutschlands mit starken kommunalen Zuständigkeiten und gewachsenen Registerlandschaften sowie auf die stärker zentralisierte Perspektive Italiens, in der nationale Dateninfrastrukturen und digitale Verwaltungsdienste bereits andere Möglichkeiten eröffnen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Digitalisierung nicht bei der elektronischen Abbildung bestehender Formulare, Akten und Zuständigkeiten stehen bleiben darf. Das Gespräch zeigt, wie sehr moderne Verwaltung von einem klaren Zielbild abhängt: Soll der Staat lediglich schneller werden oder muss er grundlegend anders funktionieren? Diskutiert werden zentrale Register, digitale Identitäten, Once-Only-Prinzipien, proaktive Verwaltungsleistungen, Künstliche Intelligenz und neue Service-Modelle, die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen nicht mehr durch Zuständigkeiten führen, sondern von ihren konkreten Lebenslagen und Bedürfnissen ausgehen.

Dabei wird deutlich, dass digitale Transformation weit über Technologie hinausreicht. Föderale Strukturen, Datenschutz, Datenqualität, Aufgabenkritik und Change Management prägen den Weg ebenso wie Cloud-Infrastrukturen, digitale Zwillinge oder KI-gestützte Unterstützung in der Verwaltung. Am Beispiel Südtirols wird sichtbar, wie proaktive Services, KI-unterstützte Anlaufstellen und eine stärkere Nutzung vorhandener Daten Verwaltung entlasten und zugleich näher an die Menschen bringen können. Zugleich macht die deutsche Perspektive deutlich, wie anspruchsvoll es ist, bestehende Zuständigkeiten, Register und Verwaltungslogiken in eine wirklich digitale Architektur zu überführen.

Eine Episode über den Staat im digitalen Zeitalter, über die Spannung zwischen föderaler Vielfalt und digitaler Skalierung, über Verwaltung als Service und über die Frage, wie Europa seine Handlungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und demokratische Legitimation in einer Zeit tiefgreifender technologischer und geopolitischer Veränderungen sichern kann.
47 Minuten
Digitale Verwaltung zeigt sich selten dort, wo über sie öffentlich gesprochen wird. Sie zeigt sich in Steuerungsentscheidungen, in institutionellen Routinen, in der Art, wie Verantwortung verteilt wird und darin, wie viel Veränderung ein System zulässt, das zugleich verlässlich bleiben muss.

Diese Episode von Dialogforum Digital handelt von genau dieser Ebene unterhalb der sichtbaren Digitalprojekte. Sie widmet sich Verwaltungsmodernisierung nicht als Werkzeugfrage, sondern als struktureller Herausforderung staatlicher Organisation.

Gemeinsam mit Dr. Stephan Rohde (Sächsische Staatskanzlei) und Dr. Anselm Geiger (Senat des Landes Berlin) wird sichtbar, wie tief die digitale Transformation in Fragen von Führung, Governance, Kultur und Risiko hineinreicht. Im Gespräch treten Spannungen zutage: zwischen Stabilität und Anpassungsfähigkeit, zwischen politischer Steuerung und operativer Realität, zwischen Transparenzanspruch und notwendiger Begrenzung von Offenheit.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle der Verwaltung jenseits des reinen Modernisierungsobjekts. Diskutiert wird, wie öffentliche Institutionen unter digitalen Bedingungen selbst zu Akteuren von Entwicklung, Innovation und gesellschaftlichem Transfer werden können und welche institutionellen Voraussetzungen dafür fehlen oder neu gedacht werden müssen.

Die Folge zeigt Verwaltung als das, was sie im Kern ist: ein System, das unter neuen technischen Bedingungen seine eigene Logik, Verantwortung und Handlungsfähigkeit immer wieder neu austarieren muss.
37 Minuten
In dieser Episode spricht Dr. Sebastian Leder mit Prof. Dr. Marian Margraf, Leiter der Secure‑Systems‑Engineering‑Gruppe an der Freien Universität Berlin und dem Fraunhofer AISEC, sowie Jens Langbecker, Betriebsverantwortlicher bei TransnetBW, einem der zentralen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland. Gemeinsam blicken sie auf die verborgene operative Welt hinter unserem Energiesystem – dort, wo Netzbetrieb, digitale Abhängigkeiten und Sicherheitsfragen ineinandergreifen, ohne dass darüber öffentlich viel gesprochen werden kann.

Im Mittelpunkt stehen jene Aspekte der Cybersicherheit, die nicht aus spektakulären Angriffen bestehen, sondern aus dem täglichen Ringen um Stabilität: Wie sichert man kritische Infrastruktur, wenn man gleichzeitig vorsichtig bleiben muss, um keine sensiblen Details preiszugeben? Welche Rolle spielen Zero‑Trust‑Konzepte, moderne Sicherheitsarchitekturen und technologische Entwicklungen – und wo wirken Forschungsperspektiven und Praxiswirklichkeit nebeneinander, ohne sich immer nahtlos zu treffen?

Das Gespräch zeigt, wie anspruchsvoll digitale Resilienz in einem Energiesystem geworden ist, das rund um die Uhr funktionieren muss. Und es macht deutlich, warum Cybersicherheit weit mehr ist als Technik: eine Frage von Kultur, Verantwortung und der Fähigkeit, Risiken zu verstehen, ohne sie zu dramatisieren.

Bildnachweise:

– Foto Jens Langenbecker: TransnetBW

– Foto Marian: Fraunhofer AISEC
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Über diesen Podcast

Herzlich Willkommen zum Podcast „Dialogforum Digital“! In dieser Podcastreihe der „Future Forward“ Community für digitale Transformation und Innovation werden regelmäßig zukunftsweisende Fragen der digitalen Transformation diskutiert. Dr. Sebastian Leder, Senior Manager bei BearingPoint und Leiter der Community, spricht in einzelnen Episoden mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Politik und Verwaltung zu aktuellen Themen, um sowohl langfristige Trends als auch aktuelle Herausforderungen zu beleuchten. Jetzt reinhören!
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