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Kunst der Freiheit Archiv

112 Episoden
51 Minuten
In seinem Buch "Rechter 'Rand' und demokratische 'Mitte'", erschienen beim Wallstein-Verlag, erzählt der Historiker Dr. Niklas Krawinkel eine Geschichte der Bundesrepublik, in der die Radikalisierung und Legitimation extrem rechter Politik nach 1945 im Vordergrund steht.

In der heutigen Folge spricht er über die daraus folgenden Lernerfahrungen und wie frappierend es ist, dass das Muster des Aufgreifens extrem rechter Narrative durch Parteien der selbsternannten demokratischen Mitte sich von der Forderung nach Generalamnestie für Kriegsverbrecher aus den frühen 1950er Jahren, über die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl zynischerweise legitimiert mit den Anschlägen auf Asylbewerber:innen-Unterkünfte bis zur heutigen Migrationsdebatte, sich stetig wiederholt.
45 Minuten
Wie schafft man es, beim Bundesarchiv den Eindruck zu erwecken, die Behörde sei Opfer einer Spam-Attacke geworden? Ganz einfach: Indem Susanne Siegert per Video erläutert, wie Interessierte einen Antrag auf Informationen stellen, um in der eigenen Familie die NS-Vergangenheit zu erforschen.

Susanne ist Journalistin und eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Sie klärt unter "keine.erinnerungskultur" auf Instagram und TikTok über den Holocaust auf. Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie ausgezeichnet. Und zwar 2024 mit dem Grimme Online Award und in diesem Jahr mit dem Margot Friedländer Preis. Im Piper-Verlag ist nun ihr Buch "Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss" erschienen. 

In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT erzählt Susanne, warum sie sich für die Erinnerung an das KZ-Außenlager Mühldorfer Hardt einsetzt, welche Chancen und Grenzen in 90-Sekunden-Videos stecken und welche Erwartungen sie an die Kommunikation von Gedenkstätten hat. 
42 Minuten
Den besten Titel der ausführlichen Berichterstattung der überregionalen Feuilletons über die rechte Buchmesse Seitenwechsel hatte diesmal nicht die taz, sondern der Tagesspiegel - wir haben ihn für diese Folge von KUNST DER FREIHEIT gekapert.

Denn auch wir werfen einen Blick auf das große Familientreffen rechtskonservativer bis extrem rechter Verlage und Zeitschriften, das von Susanne Dagen initiiert wurde. Der Kulturjournalist Jens Balzer hat die Messe besucht. Im Gespräch mit Benjamin schildert er die Atmosphäre der selbsternannten Querdenker und Widerständler gegen eine vermeintliche Zensur.

Gleichzeitig kommt der Autor des Buches After Woke, das vor Kurzem im Verlag Matthes & Seitz erschien, nicht umhin, den einen oder anderen Vergleich mit vernageltem Denken auf der linken Seite des politischen Diskurses anzustellen. 

Womit sich Jens Balzer bereits zu einem weiteren Gastauftritt in diesem Podcast eingeladen hat, denn über die Berechtigung und notwendige Differenzierungen dieser Kritik wollen Benjamin und Jens Balzer bei Gelegenheit gemeinsam diskutieren. Wir werden die Hörer:innen von KUNST DER FREIHEIT daran gern teilhaben lassen.
19 Minuten
Die Angriffe auf die Zivilgesellschaft haben uns in KUNST DER FREIHEIT bereits mehrfach beschäftigt. Unter anderem hatte der gemeinnützige Verein LobbyControl eine instruktive Studie publiziert, in der die wirtschaftlichen Interessen hinter der Kampagne gegen die Zivilgesellschaft offengelegt werden. Nun ist dazu der Film "Zivilgesellschaft unter Druck" erschienen, der auf YouTube abrufbar ist. Hierzu spricht Benjamin mit Dr. Christina Deckwirth von LobbyControl.

Seit bald 70 Jahren erscheinen die Blätter für deutsche und internationale Politik. Jeden Monat stellt Annett Mängel, die Geschäftsführerin der Zeitschrift, im Gespräch mit Katrin ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts vor - diesmal u.a. von Daniel Ziblatt, Julia Macher und Ute Scheub.
38 Minuten
Wer reinigt über Nacht die Büros? Wer bestückt tagtäglich die Supermarktregale mit frischer Ware? Wer sind die Menschen, die Pakete zustellen, Einkäufe abkassieren, alte und kranke Menschen pflegen und die Fließbänder in den Fabriken bedienen? Bis zu einem Fünftel aller Beschäftigten in Deutschland sind Basisarbeiter:innen: Menschen, die mit ihren Tätigkeiten das Fundament legen für den gesellschaftlichen Alltag und die Wirtschaft.

Die Denkwerkstatt Das Progressive Zentrum bringt unter der Projektleitung von Johanna Siebert, der Mitarbeit von Mara Buchstab u.a. Licht in das Dunkel der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen, Forderungen, Bedürfnisse und Wünsche von Basisarbeiter:innen.

Entstanden sind sowohl eine Studie als auch der 36-minütige Dokumentarfilm, in dem der Reinigungsarbeiter Güven Ciftci, der DHL-Paketzusteller Khaleel Al Bodach und die Pflegehilfskraft Cynthia Würpel die Zuschauer:innen in ihren oft unsichtbaren Arbeitsalltag mitnehmen. Sollten Hörer:innen Interesse haben, den Film im Rahmen einer Veranstaltung zu zeigen, können sich Interessierte gern an das Progressive Zentrum wenden.

Auf Grundlage der Studie, des Films und den Diskussionen dazu, sollen politische Lösungsvorschläge für bessere Arbeitsbedingungen in der Basisarbeit erarbeitet werden. Dazu veranstaltet das Progressive Zentrum im Herbst und Winter 2025 den Denkraum Basisarbeit – eine dreiteilige Workshopreihe, in der Basisarbeiter:innen, Politiker:innen, Wissenschaftler:innen und Personen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen diskutieren, welche Maßnahmen es zu einer materiellen und immateriellen Aufwertung von Basisarbeit braucht. 
40 Minuten
Kein Problem ist zu klein und keines zu groß - so bringt Katalin Gennburg ihren politischen Ansatz auf den Punkt. Durch intensive Basisarbeit hatte sie im Ortsteil Treptow dreimal hintereinander ihren Wahlkreis für das Berliner Abgeordnetenhaus gewonnen und ist nun Nachfolgerin von Petra Pau für Marzahn-Hellersdorf im Deutschen Bundestag.

In dieser Sendung sprechen wir über das bislang nicht umgesetzte Volksbegehren "Deutsche Wohnen & Co. enteignen", die Kritik von Katalin am Konzept "Bauen, Bauen, Bauen" und welche Vorschläge sie hat, um schneller die enorme Lücke an bezahlbaren Wohnungen zu schließen, ohne dass die Immobilienlobby sich eine goldene Nase verdient. Katalin erläutert, weshalb der Kampf um öffentliche Toiletten kein putziges Randthema sondern Ausdruck einer sorgenden und sozialen Stadt ist. 

Gemeinsam blicken wir mit ihr nach Argentinien, was Feminismus für sie bedeutet und auf ihr jüngst publiziertes Papier "Vom Parlament auf die Barrikade", denn Katalin ist überzeugt: Linke müssen immer hübsch dialektisch bleiben. 
40 Minuten
Wir blicken in dieser Mittwochfolge auf die USA und auf eine rechte Medienkampagne in Deutschland. Denn das rechte Portal "Apollo News" hat die Amadeu Antonio Stiftung, eine wichtige Organisation der demokratischen Zivilgesellschaft zum Ziel einer orchestrierten Kampagne auserkoren. Der Grund: Die Stiftung "erdreistete" sich, Fakten anzusprechen in einer Veranstaltung unter dem Titel "Den rechten Medien auf die Tasten treten". Hintergründe berichtet Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung und bereits häufiger Gast in KUNST DER FREIHEIT.

In den USA regt sich Widerstand gegen die autoritäre Trump-Regierung. Jüngst waren mehr als sieben Millionen Menschen im Rahmen der "No Kings"-Proteste auf der Straße. Hannah Winnick ist Executive Director der Heinrich-Böll-Stiftung in den USA und berichtet über die Proteste und welches Netzwerk in der Zivilgesellschaft diese trägt, da die Demokratische Partei weiterhin mit sich selbst beschäftigt ist.

Trotz allem könnte am 4. November ein Paukenschlag geschehen: In New York tritt für die Demokraten der Sozialist Zohran Mamdani als Bürgermeisterkandidat an und er hat gute Chancen, diese Wahl zu gewinnen. Ines Schwerdtner, die Ko-Vorsitzende der Partei Die Linke war in New York und berichtet über die Mamdani-Kampagne, seine Ziele und die Erkenntnis, dass die eigentliche Arbeit am Tag nach der Wahl beginnt. 
45 Minuten
Schreiben bedeutet für die in Thüringen lebenden Schriftstellerin Daniela Danz "das Aussetzen der Sprache im Gelände", wie es der Wallstein-Verlag im Klappentext zum Essayband "Nichts ersetzt den Blick ins Gelände" formulierte. Ihm verdankt die heutige Folge ihren Namen.

Ausgangspunkt des Podcastgesprächs ist ihr im August 2025 publizierter neuer Gedichtband "Portolan".

Daniela Danz wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, hatte Poetikdozenturen inne und ist auch Leiterin einer NGO für Demokratieförderung.

Darüber hinaus ist sie literarisch enorm vielfältig und produktiv. Sie schreibt sowohl Lyrik als auch Romane und verfasste u.a.!ein Libretto für die Oper „Der Mordfall Halit Yozgat“ des Komponisten Ben Frost, basierend auf einer Recherche von Forensic Architecture über den neunten Mord der NSU-Mordserie.

Benjamin fährt im Gespräch mit Daniela Danz Stationen ihres Schaffens an. Zum Beginn und Abschluss liest sie je eins ihrer Gedichte.
35 Minuten
Mit seinen diskriminierenden Äußerungen über vermeintliche "Störungen im Stadtbild" hat der Bundeskanzler erhebliche Kritik auf sich gezogen, die jedoch nicht zu einem Einlenken, sondern der Wiederholung und Verschärfung der Aussagen führten.

Man muss nicht um die Ecke denken, will man diese Provokation des Kanzlers und CDU-Parteivorsitzenden in die laufende Strategiedebatte über den Umgang mit der Brandmauer zur AfD einordnen: Auf der einen Seite jede Kooperation mit der AfD ausschließen und auf der anderen Seite den Diskurs bedienen, um der AfD das politische Feld nicht zu überlassen.

Wir werfen in dieser Folge einen kritischen Blick auf die neuerliche Brandmauer-Debatte der Union. Dr. Anna-Lisa Neuenfeld veröffentlichte gemeinsam mit Marcel Lewandowsky Ende September 2025 in der taz den Gastbeitrag "Die Gretchenfrage der CDU", in dem sie für die Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei bis hin zu Koalitionen plädieren. Im Gespräch erläutert sie, warum die antikommunistische Abgrenzung der CDU zur Linkspartei unehrlich ist, angesichts der Zusammenarbeit mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

Paul Jürgensen und Wolfgang Schroeder von der Denkwerkstatt Das Progressive Zentrum legen wiederum in einem Gastbeitrag für Table Media "Die Fehlschlüsse in der Debatte um die Brandmauer" offen. Paul Jürgensen legt im Gespräch dar, dass die Brandmauer kein Instrument zur Schwächung der AfD sondern zur Immunisierung der wehrhaften Demokratie ist. Auf der demokratischen Seite der Brandmauer müssen die politischen Akteure wiederum den Sound der AfD ablegen, die Niedergangsdebatte drehen und über Zukunft sprechen und die richtigen Entscheidung treffen, damit ihnen zugetraut wird, die Zukunft gestalten zu können.
50 Minuten
Die Parole hat einen schlechten Ruf. Sie gilt als laut, simpel, manipulativ. Die Kulturwissenschaftlerin Daphne Weber ist der Auffassung, dass die Parole zu Unrecht schlecht angesehen ist. Denn sie macht Bewegungen sichtbar und schafft Öffentlichkeit für politische Positionen. Parolen sind in den Augen von Daphne ästhetische Formen der Demokratie.

Darüber hat Daphne beim Campus Verlag ein Buch geschrieben: "Politik der Parole. Ästhetische Praktiken politischer Mobilisierung", das Gegenstand der heutigen Folge und des Gesprächs mit Benjamin ist.

Das Buch wird in Kürze auch open access, also kostenfrei digital abrufbar sein.

Die heutige Folge wird auf dem Blog www.nachdenken-im-handgemenge.de zusätzlich auch als Video abrufbar sein. Für den Support danken wir sehr herzlich den Kollegen von der Beratung und Agentur "Gesellschaft für digitalen Ungehorsam mbH". 
43 Minuten
In vielen Regionen Deutschlands erwerben rechtsextreme Akteure leerstehende Immobilien, um dort Schulungszentren, Konzertstätten oder Gemeinschaftsorte zu schaffen. Diese Strategie ist nicht neu – aber sie hat sich in den letzten Jahren verstetigt. Uns interessiert in dieser Folge, was dagegen getan werden kann.

Sebastian Zahn, Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter der Organisation DEMOS e. V. im Westerwald publizierte jüngst den Beitrag „How to kick them out? Zivilgesellschaftliche Strategien im Kampf gegen extrem rechte Immobilien“. Er war zudem am erfolgreichen Engagement gegen die AfD-nahe Immobilie „Fassfabrik Hachenburg“ beteiligt. Im Gespräch mit Benjamin erläutert er erfolgreiche Strategien der rechten Demobilisierung und Aktivierung demokratischer Zivilgesellschaft.

Dr. Jens Vorsteher ist Rechtsanwalt in Berlin. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Kritische Justiz befasst er sich mit der Frage, wie der Staat auf die rechtsextreme Raumnahme reagieren kann. Der Beitrag trägt den Titel: "Rechtliche Reaktionen auf rechtsextremistische Raumnahme. Der Vorschlag eines Genehmigungsvorbehalts als bodenrechtliches Instrument" und schlägt eine Änderung des Baugesetzbuches vor. Wie das konkret aussehen würde, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen, worin aber auch die Grenzen seines Vorschlags bestehen, legt er im Gespräch mit Benjamin dar.
52 Minuten
Demokratie braucht Ungehorsam, davon sind die Journalisten Matthias Meisner und Paul Starzmann in ihrem Buch "Mut zum Unmut. Eine Anleitung zur politischen Widerspenstigkeit" (Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH) überzeugt.

In dem Buch spannen Meisner und Starzmann ein beeindruckend breites Panorama widerständiger Haltungen auf – von der kindlichen Auflehnung bis zum politischen Protest, Graffittis und Streiks. Sie zeigen, dass Renitenz keine ideologische Kategorie ist, sondern eine Grundhaltung, die in allen Lebensbereichen vorkommt: in der Familie, im Beruf, in der Schule, in den Medien, in der Politik und im Verhältnis zum Staat selbst.

Mit Paul Starzmann spreche ich über die Entstehung und Hintergründe des Buches, warum Humor nicht nur ungemein wichtig, sondern auch psychologisch befreiend ist und über die "12 Gebote der Renitenz", mit den das Mutmach-Buch abschließt.

Eine Rezension des Buches findet sich auf meinem Blog www.nachdenken-im-handgemenge.de. Dort publiziere ich auch Gespräche aus dem Podcast zum Nachlesen.
31 Minuten
Die Zivilgesellschaft in Deutschland ist vielfältig: Von den Sportvereinen über Trachtengruppen zu Kultur, Naturschutz- und Umweltverbänden, Verbraucherinstitutionen und vielem mehr. In zivilgesellschaftlichem Engagement finden sich Menschen zusammen, die sonst in Herkunft, Erwerbs- oder Bildungsbiographie selten oder gar nicht aufeinandertreffen würden und sich politisch ggf. gar nichts zu sagen hätten. 

Doch die Zivilgesellschaft und ihr Engagement wird diffamiert, erfolgreich werden Anti-NGO-Narrative verbreitet und von interessierter Seite aufgenommen und verstärkt.

Dagegen gibt es Widerstand und Aufklärung. In der heutigen Sendung kommen zwei spannende Gäste zu Wort: 

Dr. Christina Deckwirth arbeitet bei dem gemeinnützigen Verein LobbyControl und ist, gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Katzemich, Autorin der Studie "Desinformation, Diffamierung und Defunding. Zivilgesellschaft unter Druck". Sie erläutert, wie eine Koalition aus Politiker:innen, Medien und Konzernlobbyisten die Zivilgesellschaft unter Druck setzt. 

Dr. Ansgar Gessner ist geschäftsführender Vorstand der Maecenata Stiftung. Die Stiftung publizierte das Positionspapier "Das Anti-NGO-Narrativ: Wie versucht wird, die Zivilgesellschaft zu delegimitieren". Ansgar Gessner spricht über die Hintergründe und Inhalte des Papiers, dessen konzentrierte Erkenntnisse in einem hilfreichen Faktenblatt zusammengefasst abrufbar sind.
28 Minuten
Demokratie lebt davon, dass niemand "zu dummie" ist, um mitzureden und sich einzumischen. Die Demokratiebildnerin Julia Karnahl hat dazu das Buch »Politik verstehen und mitgestalten für Dummies« verfasst und spricht darüber mit Benjamin. Er hat das Buch gelesen und auf seinem Blog NACHDENKEN IM HANDGEMENGE rezensiert.

Das aktuelle Heft der »Blätter für deutsche und internationale Politik« schaut u.a. auf Gaza, Israel und die Linke, die Ukraine und Rap als "Chor des Antiliberalismus. Annett Mängel ist Redakteurin und Geschäftsführerin der Monatszeitschrift und stellt ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts im Gespräch mit Katrin vor.
38 Minuten
Höflichkeit als republikanische Verpflichtung? So formulierte ich spontan im Gespräch mit Jana Münkel in Studio9 - der Tag bei DeutschlandRadio- Deutschlandfunk. Ausgangspunkt war die Studie von HateAid im Auftrag des DGB - Deutscher Gewerkschaftsbund zu digitaler Gewalt gegen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst.

Die Lunte bei vielen Bürger:innen ist gegenwärtig sehr kurz - das merken Mitarbeitende in der Verwaltung, Rettungskräfte, Polizei aber auch Lehrer:innen und Erzieher:innen. Wir können alle etwas dafür tun, um den gesellschaftlichen Diskurs gewaltfreier zu machen und zu zivilisieren.

Weitere Themen der Sendung: Der Friedensplan für Gaza, u.a. mit dem Israel-Korrespondenten Jörg Poppendieck , der Deutsche Schulpreis - Glückwunsch an die Jenaplanschule in Weimar und Stiftung Baukultur Thüringen - sowie die Klausur der Bundesregierung.

Mühlheim an der Ruhr ist ein Beispiel für die nicht selbstverständliche Selbstverständlichkeit der Demokratie.Dort spielte sich ein Wahlkrimi ab, denn zunächst schien die SPD-Kandidatin die Oberbürgermeister:inwahl denkbar knapp gewonnen zu haben, scheiterte dann aber bei einer Nachzählung ebenso knapp. Die CDU gewann am Ende. Demokratie heißt verlieren zu können - und das Wahlergebnis zu akzeptieren, weil alle sich an die Regeln halten und sich alle darauf verlassen können. Dieser Wert der freien Wahl ist leider keine Normalität, wie uns die USA und viele andere Länder gegenwärtig zeigen.