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Kunst der Freiheit Archiv

112 Episoden
44 Minuten
Der Höhenflug der AfD kann einem Angst machen - ebenso wie die Rechtsverschiebung der gesellschaftlichen Debatten in den vergangenen Jahren. Das eine und das andere stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang.

Die frühere Thüringer Grünen-Politikerin Madeleine Henfling ist inzwischen bei Campact e.V. zuständig für das Themenfeld „Arbeit für Demokratie und gegen die extreme Rechte in Ostdeutschland“. In dieser Sendung erläutert sie, vor welchen Herausforderungen zivilgesellschaftliches Engagement für Vielfalt und Demokratie steht, wie Resilienz auch bei einer rechten Regierungsübernahme erreicht werden müsste und welche Erfahrungen, u.a. aus den USA hilfreich sein könnten.

An die Adresse der Progressiven gerichtet sagt Madeleine, sie sollten aufhören Angst zu haben und nicht weiter die von rechts vorgegebenen Themen bespielen. Stattdessen sollten sie die eigenen Themen, mit denen Menschen Hoffnung verbinden, in den Vordergrund stellen. Während Rechte und Konservative die großen Linien betonen und über Differenzen großzügig hinwegsehen, verlören sich die Progressiven und Linken im Klein-Klein, gern auch gegeneinander. Auch damit Schluss zu machen, würde die Chancen erhöhen, endlich wieder zu progressiven Mehrheiten zu kommen.
34 Minuten
Anfang dieses Jahres gründete sich der Verein Verwaltung für Demokratie e.V.. Julia Kümper ist dessen Vorsitzende und spricht in dieser Sendung von KUNST DER FREIHEIT über demokratisches Bewusstsein im Verwaltungsalltag.

In vielen Ländern Osteuropas stehen die Medien unter enormem Druck. Viele Journalist:innen arbeiten unter schwierigsten Bedingungen, einige riskieren für freien Journalismus und unabhängige Berichterstattung Leib und Leben. Mit den Free Media Awards wollen die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die norwegische Stiftelsen Fritt Ord diese Journalist:innen und Medien ermutigen, ihre Arbeit trotz Drohungen und gewaltsamer Unterdrückung fortzusetzen. Im Gespräch mit Benjamin verdeutlicht Manuel J. Hartung, der Vorstandsvorsitzende der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS den Wert freier Presse und stellt die diesjährigen Preisträger:innen vor.
57 Minuten
Vor 100 Jahren zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau. Unter dem Motto „An die Substanz“ inszeniert die Stiftung Bauhaus Dessau von September 2025 bis Dezember 2026 dieses Jubiläum. Benjamin nimmt das historische Ereignis zum Anlass, mit Dr. Annemarie Jaeggi über die wechselhafte Geschichte dieser Kunsthochschule in Weimar, Dessau und Berlin und die sie prägenden Akteur:innen zu sprechen.

Frau Dr. Jaeggi ist die Direktorin des in Berlin ansässigen Bauhaus Archiv/Museum für Gestaltung und profunde Kennerin des Bauhauses und dessen Gründungsdirektors Walter Gropius. In dem Gespräch umreisst sie die sozio-ökonomischen, künstlerischen und politischen Umfeldbedingungen der Kunstschule. Jaeggi legt dar, warum es "das Bauhaus" nicht gibt und skizziert, was die Geschichte des Bauhauses uns heute noch zu sagen. 

Gerade weil das Bauhaus bis heute Projektionsfläche für kulturpolitische Kämpfe ist, lohnt sich der historisch-kritische Blick: Er macht sichtbar, wie sehr die Auseinandersetzung um Form, Gestaltung und Gesellschaft auch ein Streit um Demokratie und offene Kultur bleibt. Nicht zuletzt im Ringen um die von Walter Gropius gestellte Frage: "Wie wollen wir leben?"
33 Minuten
 Das Attentat auf Charlie Kirk am 10. September 2025 in Utah hat große politische und gesellschaftliche Wellen geschlagen und steht als neues Beispiel für die Gefahr einer stetig eskalierenden politischen Gewalt in den USA.  Präsident Donald Trump instrumentalisierte den Anschlag für seine politische Zwecke, bezeichnete Kirk als „Märtyrer“ der konservativen Bewegung und machte pauschal „radikale Linke“ für die Tat verantwortlich – noch bevor Details bekannt waren.

Über die Reflexion des Attentats in Politik und Medien berichtet im Gespräch mit Katrin aus New York Stefan Liebich, der dort das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung leitet. Wir hören in eine Rede des linken US-Senators Bernie Sanders und zur hiesigen Debatte spricht Benjamin mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Marcel Lewandowsky.

Soziale Klasse zählt zu den prägendsten, aber im Kulturbereich nach wie vor unterbelichteten Kategorien gesellschaftlicher Ungleichheit. Die Tagung Klasse - Museum. Klasse und Klassismus in der Museumsarbeit  rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Klassenzugehörigkeit Museen in ihren Inhalten, Arbeitsweisen und Publika beeinflusst. Dr. Doreen Mölders leitet als Direktorin das Historische Museum in Frankfurt am Main, ist eine der Organisator:innen dieser Tagung und spricht mit Benjamin über die Motive und Ziele dieser Veranstaltung.
1 Stunde 5 Minuten
In dem viel beachteten Buch "Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934" erzählt Jens Bisky, wie die Weimarer Republik in einem Wirbel aus Not und Erbitterung zerstört wurde. Über dieses große Panorama einer extremen Zeit, die noch immer ihre Schatten auf die Gegenwart wirft, sprach Benjamin im "Ettersburger Gespräch" auf Schloss Ettersburg bei Weimar.

In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT wird das Gespräch dokumentiert. Wir danken Schloss Ettersburg und dem Direktor, Dr. Peter Krause, für die Zustimmung zur Veröffentlichung und Andreas Friese von Radio Frei für den technischen Support bei der Verbesserung der Tonqualität der Aufnahme.
28 Minuten
Katrin spricht in dieser Folge mit Annett Mängel. Sie ist Geschäftsführerin und Redaktionsmitglied der Traditionszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik. Einmal monatlich stellt Annett das jeweils aktuelle Heft vor und führt in ausgewählte Beiträge ein. Diesmal geht es um die "Bullshit"-Feindbilder zum Bürgergeld, das Plädoyer von Lea Ypi für eine Migrationsdebatte im Sinne der Aufklärungsphilosophie  sowie über Long Covid in der Leistungsgesellschaft.

Constanze Fuhrmann ist Kulturgutschutzexpertin bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und erste stellv. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz. Im Gespräch mit Benjamin legt sie die Lücken offen zwischen den grundsätzlich vorhandenen gesetzlichen Regelungen des Kulturgutschutzes und der tatsächlichen Praxis auf Ebene von Kommunen, Ländern und dem Bund bis zur Europäischen Union.
56 Minuten
In dieser Folge spreche ich Alexander Koch. Der Kurator, Autor und Mitbegründer der Berliner Galerie KOW ist Direktor der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber – eines Projekts, das in Deutschland relativ neu ist, aber bereits europaweit für Aufmerksamkeit sorgt. Denn: Bei den Neuen Auftraggebern kommt die Initiative für Kunstwerke nicht von Museen, Kurator:innen oder Mäzen:innen, sondern von Bürgerinnen und Bürgern selbst.

Wir sprechen über die Entstehung und das Selbstverständnis der Neuen Auftraggeber sowie über konkrete Projekte künstlerischer Selbstermächtigung, ob in Mönchengladbach oder Züsedom. Denn viele Menschen wollen mehr Mitsprache bei Belangen, die sie direkt etwas angehen. Kunst im Bürger:innenauftrag schafft diesem Anspruch Raum und Geltungskraft.
46 Minuten
Was bedeutet linkes Organizing in der Praxis und worin unterscheidet es sich von anderen Organizing-Formen? Susanne Lang und Robert Maruschke sind Expert:innen für linkes Organizing. Gemeinsam arbeiteten beide in der linken Parteizentrale, dem Karl-Liebknecht-Haus. Robert wird künftig für die IG Metall tätig sein.

Im zweiten Teil dieser Doppelfolge hören wir, wie Robert und Susanne jeweils zum Organizing gekommen sind, wie die Linkspartei mit anderen sozialistischen Parteien in Europa und weltweit Erfahrungen aber auch technisches Know how austauscht. Sie diskutieren kritisch über die Begrifflichkeit der "disruptiven Parteientwicklung" und legen dar, was es praktisch bedeutet, erfolgreich viele Mitglieder nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu aktivieren und was die Die Linke dabei gelernt hat. 
36 Minuten
Das größte Comeback des Jahres hatte Die Linke bei der Bundestagswahl 2025. Wenige Monate zuvor für klinisch tot erklärt, wählten 4,3 Millionen Menschen links.

Susanne Lang und Robert Maruschke sind Expert:innen für linkes Organizing und arbeiten beide in der linken Parteizentrale, dem Karl-Liebknecht-Haus. Sie erläutern in einer Doppelfolge, was es praktisch heißt, "die Hoffnung zu organisieren". 

Der zweite Teil dieser Doppelfolge erscheint am Sonntag, dem 31. August 2025.
37 Minuten
Im Lied "Die Internationale" erkämpft diese das Menschenrecht. Die heutige Internationale der Rechten legt es darauf an, die Menschenrechte zu zerstören.

Mein heutiger Gast ist Privatdozent Dr. Marcel Lewandowsky. Von ihm erschien beim Verlag C.H. Beck in der Reihe Wissen in diesem Jahr das Buch „Die globale Rechte“. 

Wir sprechen über Strategien, Gemeinsamkeiten und Unterschiede rechtsextremer Organisationen und Netzwerke weltweit.
19 Minuten
In dieser urlaubs- und krankheitsbedingt kurzen Sommerfolge spricht Katrin mit Annett Mängel. Sie ist Geschäftsführerin und Redaktionsmitglied der Traditionszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik.

Einmal monatlich stellt Annett im Gespräch mit Katrin das jeweils aktuelle Heft vor und führt in ausgewählte Beiträge ein. Diesmal geht es um den 12-Tage-Krieg im Iran, die umstrittene Sicherheitssoftware Palantir und deren Einsatz bei deutschen Sicherheitsbehörden sowie Beiträge aus dem Heft-Schwerpunkt zu Hitze, Klima und deren weltweiten Folgen.

Die kommende Sendung erscheint am Sonntag, dem 17. August 2025. Benjamin sprach vor seinem Urlaub mit Marcel Lewandowsky über dessen Buch "Die globale Rechte". 
50 Minuten
In unserer Erinnerungskultur führt die jüdische Selbstbehauptung, Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Nationalsozialismus bis heute ein Schattendasein. Darin unterschieden sich auch die alte BRD und die frühere DDR wenig voneinander. Die obszöne Behauptung, die europäischen Juden hätten sich zwischen 1938 und 1945 widerstandslos wie das arglose Lamm aus Jeremia 11, 19 zur Schlachtbank führen lassen ist leider weiterhin präsenter als die Namen der vielen jüdischen Frauen und Männer, die Widerstand leisteten.

Umso wichtiger ist deshalb das Buch "Der vergessene Widerstand" von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt. Der  Holocaust-Experte hat die vergessenen Geschichten der  zehntausenden Jüdinnen und Juden zusammengetragen, die sich in Deutschland und den von den Nationalsozialisten besetzten Gebieten zusammengetragen. Er gibt einen Überblick über die Aktivitäten des jüdischen Widerstands und erinnert an einen beispiellosen Kampf gegen die Entmenschlichung - ein Ringen um Würde, Kultur und das Recht zu leben.

Im Gespräch mit Benjamin berichtet Stephan Lehnstaedt über unterschiedliche Formen von Widerstand. Er stellt insbesondere auch die bedeutsame Rolle von Frauen im jüdischen Widerstand vor und legt dar, warum im vergessenen jüdischen Widerstand die Erinnerung an die Widerständlerinnen ein zusätzliches Schattendasein führt, das deshalb auszuleuchten ist. 
38 Minuten
Folge 40! In dieser Sendung spricht Katrin mit Annett Mängel, der Geschäftsführerin und Mitglied der Redaktion der Blätter für deutsche und internationale Politik über das Juli-Heft der Zeitschrift mit Beiträgen zur autoritären Transformation der USA und Widerstand dagegen, der Notwendigkeit einer demokratisch kontrollierten Armee und der Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit.

Einmal jährlich erscheinen die "Thüringer Zustände".  Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion von ezra – Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen, von MOBIT – Mobile Beratung in Thüringen – für Demokratie – gegen Rechtsextremismus, vom KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration der Friedrich-Schiller-Universität Jena und vom IDZ – Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft. Über die aktuelle Ausgabe spricht Benjamin mit drei der Herausgeber:innen und zwar mit Romy Arnold (MOBIT) über AfD-Wahlerfolge, mit Franz  Zobel (ezra) über rechte Gewalt und mit Johannes Streitberger (Komrex) über den Altenburger Kurier als Beispiel für rechte Einflussnahme angesichts der Krise des Lokaljournalismus.

Auf Benjamins Blog NACHDENKEN IM HANDGEMENGE sind zwei neue Rezensionen erschienen. Katrin und Benjamin sprechen darüber und wünschen im Übrigen schöne Sommerferien und viel Optimismus.
41 Minuten
Vor zehn Jahren trendete der Hashtag #Landesverrat. Denn Bundesanwälte eröffneten ein entsprechendes Verfahren gegen die Nachrichtenplattform netzpolitik.org. Das hatte es das letzte Mal mehr als 30 Jahre zuvor gegen die Zeitschrift Konkret gegeben und 1962 in der sogenannten SPIEGEL-Affäre. 

Der Job als Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org ist also nicht zwangsläufig gemütlich, denn das Nachrichtenportal, das sich selbst als Medium für digitale Freiheitsrechte bezeichnet, schaut dorthin, wo Unternehmen, Staaten, Geheimdienste etc. die Freiheit der digitalen Gesellschaft unzulässlig beschränken wollen.

Daniel Leisegang spricht mit mir in dieser Sendung über die Themen und Arbeitsweise von netzpolitik.org. Er berichtet über die Versuche, durch das Gemeinnützigkeitsrecht u.a. Instrumente die Arbeit von unabhängigen Medienplattformen zu beschränken und bewertet die Festlegungen des schwarz-roten Koalitionsvertrages. 
20 Minuten
Allein sieben Statuen des Diktators Josef Stalin wurden im Mai dieses Jahres in Russland neu errichtet. Katrin spricht mit der Journalistin Dr. Daria Boll-Palievskaya über die Hintergründe und Wirkungen der von Putin verordneten geschichtspolitischen Stalin-Renaissance.

In den Niederlanden scheiterte vor Kurzem die Vier-Parteienkoalition durch den Austritt der VVD des antimuslimischen Populisten Geert Wilders. Das ist kein Einzelfall, sondern hat Methode. Ein Forschungsteam kam zu dem Ergebnis: Regierungen mit Populisten scheitern mit hoher Garantie. Woran das liegt erläutert der Politikwissenschaftler Dr. Marcel Lewandowsky im Gespräch mit Benjamin.

In drei Tagen finden wieder überall Veranstaltungen im Rahmen der Fête de la Musique statt. Wir haben einen Blick auf die Geschichte der Fête de la Musique geworfen.