Podcaster
Episoden
19.07.2026
31 Minuten
„Für sie war es halt eine gute Tat und abends gingen sie heim, alles gut. Und bei mir war nichts gut." Nach dem Mord an meiner Schwester Larissa war für mich das Anstrengendste oft gar nicht die eigene Trauer – sondern das, was von außen kam: die riesige Anteilnahme am Anfang, in der ich gar nicht aufnahmefähig war, dann die gut gemeinten Ratschläge, die Neugier fremder Menschen auf der Straße, die Freunde, die plötzlich weg waren, und schließlich die Stille, als meine Trauer erst richtig begann. In dieser Folge sortiere ich diese Erfahrungen in Wellen und erzähle sehr offen, wie sich das damals angefühlt hat – und was mein Körper mir dabei signalisiert hat, lange bevor ich es in Worte fassen konnte. Damals bin ich anfangs einfach nur noch spazieren gegangen, weg von den Menschenmassen, weil mein Körper Abstand gebraucht hat – heute weiß ich, dass genau das ein SeelenSport-Impuls war. Und ich erzähle auch von den Dagebliebenen: von den wenigen, die geblieben sind und mit denen ich bis heute über Larissa reden kann. Wenn du dich gerade zu viel fühlst für dein Umfeld: Es liegt nicht an dir. Die Anteilnahme folgt oft einer Kurve – sie ist am größten im Schock und verblasst genau dann, wenn die Trauer erst richtig anfängt. Floskeln, Neugier und Ghosting kommen meist nicht aus Bosheit, sondern aus Überforderung – trotzdem darfst du dich abgrenzen. Was wirklich hilft, sind Menschen, die bleiben und aushalten – und ein Umfeld, in dem du deine Geschichte auch zum hundertsten Mal erzählen darfst.
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12.07.2026
30 Minuten
„Scham lebt vom Schweigen und vom Verstecken – in dem Moment, in dem sie geteilt wird, verliert sie ihre Macht." Vielleicht kennst du diesen Satz im Kopf: „Mit mir stimmt etwas nicht." Scham gehört in der Trauer zu den einsamsten Gefühlen – sie lässt uns die Schultern nach vorn ziehen, den Blick senken, uns klein machen und verstecken. In dieser Folge spreche ich offen über sechs Situationen, in denen sich Trauernde immer wieder schämen: noch immer oder schon wieder zu trauern, die eigenen Gefühle wie Wut, Neid oder Erleichterung, das Nicht-mehr-Funktionieren, den eigenen Körper, das Weiterleben und Lachen – und die Scham, Hilfe zu brauchen. Ich erzähle dir auch sehr ehrlich, wo ich mich auf meinem eigenen Trauerweg geschämt habe. Aus der SeelenSport-Perspektive lade ich dich am Ende zu einem kleinen Bewegungsimpuls ein, der dich Atemzug für Atemzug wieder aufrichtet – ganz ohne Druck, einfach so, wie es für dich heute gut ist. Scham ist ein zutiefst soziales Gefühl – im Kern die Angst, nicht mehr dazuzugehören; sie zeigt, wie sehr du dazugehören willst. Sechs typische Schamsituationen in der Trauer – und warum keine davon bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt. Ein körperorientierter Bewegungsimpuls zum Aufrichten: „Ich darf gesehen werden und ich darf mich zeigen, wie ich bin."
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05.07.2026
1 Stunde 6 Minuten
Manchmal trauerst du um einen Menschen, der noch lebt – und gleichzeitig spürst du eine Erleichterung, die du dich kaum auszusprechen traust. Genau diese Ambivalenz, die so oft im Hals stecken bleibt, zieht sich durch mein Gespräch mit Sarah. Als Kinderkrankenschwester, Altenpflegerin und Palliativbegleiterin hat sie unzählige Abschiede begleitet – und mit dem plötzlichen Tod ihrer Oma während Corona ihre eigene Trauer kennengelernt. Sarah erzählt, wie sie gelernt hat, sich jedes Mal bewusst zu verabschieden, was vorgezogene Trauer mit Angehörigen macht und warum sie heute als SeelenSport-Trainerin Menschen einlädt, ihren Gefühlen über den Körper Raum zu geben. Ohne Druck – einfach als Begleitung für das, was bei dir gerade dran ist. Trauer beginnt oft schon vor dem Tod – wenn sich ein geliebter Mensch durch Demenz so verändert, dass sich die Rollen umkehren. Erleichterung und tiefe Traurigkeit dürfen gleichzeitig da sein – beides ist Trauer, keines schließt das andere aus. Sich bewusst verabschieden und auf das eigene Bauchgefühl hören – kleine Haltungen, die im Rückblick tragen.
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28.06.2026
1 Stunde 33 Minuten
Vielleicht kennst du diese Sätze auch: Du musst die Trauer endlich loslassen, irgendwann hört das doch auf. Und vielleicht macht dich das innerlich ärgerlich – als wäre mit dir etwas falsch, weil deine Trauer einfach bleibt. In dieser Folge sitze ich wieder mit Dr. Johanna Disselhoff zusammen, Psychologin und meine wiederkehrende Gästin, und wir reden ehrlich darüber, warum dieses gesellschaftliche Bild vom schnellen „Überwinden" so viel Druck macht – und warum meine Trauer um Larissa nach dreizehn Jahren immer noch ihren Platz hat. Wir sprechen außerdem darüber, wie mein Sohn ganz offen nach seiner Tante fragt, wie KI unseren Arbeitsalltag verändert und warum echte, ungeschönte Worte oft mehr berühren als perfekt Produziertes. Aus der SeelenSport-Perspektive geht es mir nie darum, Trauer wegzumachen, sondern ihr Raum zu geben – und genau das darfst du dir auch erlauben. Warum „Trauer überwinden" und „so wirst du sie los" ein gesellschaftliches Missverständnis sind – und was Trauernde stattdessen wirklich brauchen. Wie ich mit meinem Sohn offen über Larissa spreche und wie Kinder lernen dürfen, Gefühle zu benennen (Stichwort: Beziehung vor Erziehung). Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen: KI im Business, echtes statt generiertes Content-Machen und das Recht auf weniger Druck.
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21.06.2026
16 Minuten
Wenn draußen die ersten richtig schönen Tage kommen, erwartet die Welt oft, dass du dich freust – und in dir drin wird es gleichzeitig schwer. Genau diese Frage höre ich gerade von so vielen Trauernden: Warum kann ich diese schönen Tage nicht einfach genießen? In dieser Folge gehe ich mit dir durch fünf Gründe, warum gerade helle, lebendige Tage den Verlust so deutlich spürbar machen – von Erinnerungen, die über Gerüche und Licht zurückkommen, bis zum leisen Druck, dankbar sein zu müssen. Ich erzähle dir auch von meinem ersten Sommer ohne meine Schwester, von Tränen am See und einer Wanderung, die wir eigentlich gemeinsam machen wollten. Aus der SeelenSport-Perspektive lade ich dich ein, deinen Körper dabei nicht zu vergessen: bewusst spüren statt dich zusammenzureißen – denn schöne Tage müssen sich nicht gut anfühlen, sie dürfen auch schwer sein. Schöne Tage triggern oft am stärksten, weil der Kontrast zwischen außen und innen so groß ist – das ist normal, nicht falsch. Erinnerungen, Vergleiche, Leistungsdruck, Einsamkeit und sogar die Hitze können Trauer an hellen Tagen besonders spürbar machen. Du musst nichts genießen: Ambivalenz darf da sein, Rückzug ist oft Schutz – und bewusster Körperkontakt hilft mehr als Zusammenreißen.
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Über diesen Podcast
Trauerwelle ist der SeelenSport Podcast für trauernde Menschen, die
selbstsicher und mutig ihre Trauerwellen surfen wollen. Du
erfährst, wie du deiner Trauer Raum und Zeit gibst und aus ihr
deine körperliche Kraft zurückgewinnst. 🌊 Trauerwellen sind
anstrengend und kosten Kraft, wenn sie über dich hereinbrechen, du
sie ignorierst oder versuchst zu unterdrücken. In den einzelnen
Podcast-Folgen leitet dich Katy Biber liebevoll und achtsam, und
gleichzeitig mit Leichtigkeit durch die Wellen der Gefühle, damit
du deine Trauer verstehst und den Mut findest deinen eigenen
Trauerweg selbstwirksam zu gehen. Es erwartet dich eine Mischung
aus Basiswissen rund um deine Trauer, deinen Körper und Bewegung
sowie spannende Interviewpartner*innen für Verbundenheit und ein
gemeinsam statt einsam. Katy Biber hat 2013 ihre Schwester Larissa
durch Mord verloren und weiß, wie sich die höchsten und stärksten
Trauerwellen anfühlen - ein wildes herumschleudern im weiten Ozean
der Trauer, ein unendlich starker Sog der Verzweiflung. Früher
unsportlich veränderte ein einfaches Körpertraining ihr gesamtes
(Gefühls-)leben. Aus der Verzweiflung wurden innere Stärke und
Hoffnung. Jahre später entwickelte sie ihr eigenes Bewegungskonzept
für Trauernde - den SeelenSport. Damit begleitet sie heute Menschen
nach Verlusten und bildet SeelenSport Trainerinnen aus. Wenn du
trauerst oder Trauernde begleitest, dann bist du in Katys Podcast
Trauerwelle genau richtig. Roll deine Matte (dein Surfbrett 😅 )
aus und halte die Taschentücher bereit - Trauerkater garantiert!
Weiterführende Inhalte bekommst du über die SeelenSport
Trainingsangebote und in der SeelenSport Akademie.
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