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28.05.2026
44 Minuten
Diese Podcast-Folge ist erstmalig am 09.04.2026 im O-Ton Allgemeinmedizin erschienen. Kill the Pill: Deprescribing als wichtige ärztliche Routine Polypharmazie ist im Alter eher die Regel als die Ausnahme. Im Durchschnitt nehmen geriatrische Patientinnen und Patienten neun bis zehn Dauermedikamente ein. Die Risiken werden häufig unterschätzt: Sturzgefahr, Delir, Müdigkeit, sinkende Therapietreue und gefährliche Wechselwirkungen. In dieser Folge von O-Ton Innere Medizin spricht Medizinredakteuer Tobias Stolzenberg mit Prof. Dr. Michael Denkinger, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, über das gezielte Reduzieren und Absetzen von Medikamenten, das sogenannte Deprescribing. Prof. Denkinger erklärt, wann Polypharmazie zum Problem wird, welche Rolle Tools wie die FORTA-Liste, die Priscus-Liste und die STOPP/START-Kriterien spielen, und warum klinische Erfahrung, strukturierte Algorithmen und der Dialog mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen unersetzlich sind. Außerdem: Wie sieht es haftungsrechtlich aus? Welche Substanzen sind beim Deprescribing besonders heikel – Opioide, Antipsychotika, Schlafmittel? Und was muss sich strukturell ändern, damit Deprescribing in Deutschland Breitenwirkung entfaltet? In dieser Folge u. a.: • Definition und Häufigkeit von Polypharmazie • Drug-Drug- und Drug-Disease-Interaktionen • FORTA, Priscus, STOPP/START, Beers im Vergleich • Deprescribing-Algorithmen und internationale Ressourcen • rechtliche Absicherung und Dokumentation • Wann ist der richtige Zeitpunkt für Deprescribing? • Zukunftsvision: Vernetzung, Digitalisierung, Gesprächsmedizin Gast dieser Folge: Prof. Dr. Michael Denkinger, Agaplesion Bethesda Klinik Ulm; Institut für Geriatrische Forschung am Universitätsklinikum Ulm; Deutsche Gesellschaft für Geriatrie Prof. Denkinger ist Mitglied der FORTA-Expertengruppe. Host dieser Folge: Tobias Stolzenberg, Redakteur bei Medical Tribune in Wiesbaden Weiterführende Links: S3-Leitlinie Hausärztliche Leitlinie Multimedikation https://register.awmf.org/assets/guidelines/053-043l_S3_Multimedikation_2021-08.pdf Priscus 2.0 – Liste potenziell inadäquater Medikation für ältere Menschen https://www.priscus2-0.de/index.html FORTA-Liste – Fit FOR The Aged https://www.umm.uni-heidelberg.de/ecas/experimentelle-pharmakologie/research/gruppe-wehling/ Die FORTA-Liste gibt es auch als App im Google Play Store und im App Store für iPhone. Beers-Kriterien, deutsche Version der Beers-Liste https://www.bcp.fu-berlin.de/pharmazie/faecher/klinische_pharmazie/arbeitsgruppe_kloft/materialien/Beers-Liste.pdf Stopp/Start-Kriterien, in englischer Sprache https://www.cgakit.com/_files/ugd/2a1cfa_94280508e6014f3db06594abd0193994.pdf German Deprescribing Network (GerDeN) https://deprescribing.de Primary Health Tasmania, medication management – deprescribing https://www.primaryhealthtas.com.au/resources/deprescribing-resources/ Deprescribing-Leitlinien und -Empfehlungen Kanada https://deprescribing.org RETREAT-Frail-Studie – Reduction of Antihypertensive Treatment in Nursing Home Residents https://doi.org/10.1056/nejmoa2508157 DANTON-Studie – Effects of the discontinuation of antihypertensive treatment on neuropsychiatric symptoms and quality of life in nursing home residents with dementia (DANTON): a multicentre, open-label, blinded-outcome, randomised controlled trial https://doi.org/10.1093/ageing/afae133 https://bit.ly/3NFotcj
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13.05.2026
50 Minuten
Eine junge Ärztin und ein junger Arzt in Weiterbildung berichten, wie sie ihren Stationsalltag und ihre Forschungsarbeit unter einen Hut bringen, wo ihre Hürden liegen, was ihnen Spaß macht und welche Türen die DGIM öffnen kann. Es geht um Themen wie: • den Einstieg junger Ärztinnen und Ärzte in die Forschungstätigkeit • die Herausforderungen und Hürden, um die Balance zwischen Stationsalltag und Studienarbeit zu schaffen • den Reiz wissenschaftlicher Arbeit • die Rolle der DGIM (Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin) sowie der AG Jungen DGIM, die jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern starke Unterstützung bietet
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30.04.2026
39 Minuten
Kann eine Führungsposition wirklich auf zwei Personen aufgeteilt werden – und funktioniert das auch im anspruchsvollen Klinikalltag? In dieser Folge von O-Ton Innere Medizin beleuchtet Redakteurin Anouschka Wasner im Gespräch mit zwei Expertinnen das Konzept des Top Sharings aus Theorie und Praxis. Dr. Katrina Scholl, Hämatologin, Onkologin sowie Beraterin und Dozentin mit Schwerpunkt New Work, erklärt, was Top Sharing von klassischer Teilzeit unterscheidet – und das ist sehr viel. Denn bei einer Doppelspitze wird die Funktion von zwei gleichwertigen Personen erfüllt, die beide Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und füreinander einstehen. Maren Godde, Oberärztin am Deutschen Herzzentrum der Charité, berichtet aus eigener Erfahrung: Seit über vier Jahren führt sie gemeinsam mit ihrem Kollegen eine Oberarztstelle in der Doppelspitze – ein Modell, das sie selbst initiiert und ihrem Klinikdirektor aktiv vorgeschlagen haben. Die Folge geht der Frage nach, wie Top Sharing im Alltag konkret organisiert wird, welche Synergien entstehen, wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Stärken gemeinsam führen, und welche Vorbehalte es im System noch zu überwinden gilt. Diskutiert werden auch strukturelle Aspekte: Was der Fachkräftemangel mit dem Führungsmodel zu tun hat, wie er sich auf die gläserne Decke für Frauen in Führungspositionen auswirkt und ob Top Sharing ein Modell der Zukunft für die gesamte Medizin sein kann. Weiterführende Informationen: - Bericht über die konkrete Doppelspitze am Deutschen Herzzentrum der Charité mit Maren Godde und Dr. Laurenz Kopp Fernandes https://karriere.charite.de/karrieremagazin/top-sharing-aerztliche-doppelspitze - Fachbeitrag im Ärzteblatt mit Erfahrungsberichten aus Kliniken verschiedener Versorgungsstufen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/237891/Top-Sharing-Arbeitsmodell-der-Zukunft - Praxisnahe Einblicke in gelebtes Top Sharing, inkl. Aussagen zu Arbeitszeit und Einbindung: https://magazin.aekb.de/alltag-praxis/topsharing-geteilte-fuehrung-doppelte-erfahrung - Ergebnisse einer Meinungsumfrage unter habilitierten Internistinnen an deutschen Universitätskliniken zum Thema Doppelspitze: https://oberarzt-heute.de/topsharing-work-life-balance-und-klinik-ja-mit-doppelspitzen-medizin - Überblick über rechtliche und organisatorische Aspekte geteilter Führung im Krankenhaus und in der Niederlassung: https://www.aerzteblatt.de/archiv/geteilte-fuehrungspositionen-gemeinsam-fuehren-verantwortung-teilen-9e03f88f-98c4-4381-a244-7064ab73aec0 https://dr-scholl-onko.de/topsharing-in-der-medizin/
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16.04.2026
54 Minuten
Drei Spitzenvertreter der deutschen Medizin diskutieren im Podcast O-Ton Innere Medizin über Paradigmenwechsel und die drängendsten Reformen des Gesundheitswesens. Sie geben damit einen Vorgeschmack auf den 132. DGIM-Kongress im April 2026. Den Paradigmenwechsel macht Prof. Dr. Dagmar Führer-Sakel, Kongresspräsidentin und DGIM-Vorsitzende, an drei Entwicklungen fest: dem exponentiellen Wissenszuwachs, dem Umbruch in den Versorgungsstrukturen und dem wachsenden Ressourcendruck. Angesichts eines strukturellen Defizits im Gesundheitssystem fordert Prof. Dr. Michael Hallek, Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit und Pflege, mutige Reformen: weniger Krankenhausbetten, mehr ambulante Versorgung, konsequente Digitalisierung. Allein durch vollständig elektronisch verfügbare Patientendaten könnten Tausende Arbeitsstunden pro Jahr eingespart werden. Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sieht 2026 als Schlüsseljahr: Notfallgesetzgebung, Primärversorgungsstruktur und Krankenhausreform sollen vorangebracht werden. Prof. Führer-Sakel mahnt zudem, mehr in Prävention zu investieren, statt Reparaturmedizin ökonomisch überzubetonen. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs: die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen. Dr. Reinhardt plädiert dafür, mehr Aufgaben an Physician Assistants, Community Nurses oder Primary Care Manager zu delegieren – nicht aus Kostendruck, sondern aus Vernunft. „Die Angst, ersetzt zu werden, halte ich für völlig unbegründet." Entscheidend sei ein kompetenzbasiertes Teammodell, keine neue Silo-Bildung. Nützlicher Abschluss der Podcastfolge: Die Tipps der DGIM-Vorsitzenden für einen gelungenen Kongressbesuch in Wiesbaden. kongress.dgim.de baek.de svr-gesundheit.de
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02.04.2026
42 Minuten
Der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin steht unter dem Motto „Paradigmenwechsel" – und genau darum geht es auch in dieser Folge. Dr. Johanna Brägelmann, Fachärztin für Innere Medizin am Universitätsklinikum Essen, und Dr. Irmengard Meyer, Ärztin in Weiterbildung am St. Bernward-Krankenhaus Hildesheim teilen ihre Perspektive auf eine Weiterbildung. Sie diskutieren, warum Richtzahlen oft an der Realität des Klinikalltags vorbeigehen, was Deutschland von Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden lernen könnte und welche Rolle eine offene Fehlerkultur für die ärztliche Entwicklung spielt. Auch die elektronische Patientenakte kommt zur Sprache. Zur Homepage der Jungen DGIM: https://www.dgim.de/ueber-uns/arbeitsgruppen/junge-dgim
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Über diesen Podcast
O-Ton Innere Medizin ist der Podcast für Internist:innen. So
vielfältig wie das Fach sind auch die Inhalte: Im Fokus stehen mal
gesundheitspolitische Themen, mal technische Neuerungen, mal Fragen
des Managements – in der Praxis wie auch in der Klinik.
Redakteur:innen von Medical Tribune sprechen mit Expert:innen der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und bieten Ärzt:innen
Antworten auf Fragen wie: Wie gelingt ein offener Umgang mit
Fehlern? Was macht eine gelungene Teamführung aus? Wie lässt sich
die Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf steigern?
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