Podcaster
Episoden
19.02.2026
25 Minuten
Nach fünf Jahren ist es um die DiGA ruhig geworden. Die Kassen
zweifeln am Nutzen von Anwendungen und klagen über die
Herstellerpreise. Bei über 80 % der Patientinnen und Patienten, die
eine App auf Rezept erhalten, kommt es zu keiner Folgeverordnung.
Sind sie geheilt oder haben sie die Lust an der Gratis-App
verloren? Es fehlen Daten zur Häufigkeit der Nutzung einer DiGA und
zum erzielten Effekt, also zur Dosis-Wirkungs-Beziehung, stellt
Prof. Dr. Martin Möckel fest, Notfallmediziner an der Charité –
Universitätsmedizin Berlin. Der Leiter einer DGIM-Arbeitsgruppe,
die sich mit DiGA sowie KI beschäftigt, setzt sich für eine „Art
hochwertiger Grundlagenforschung“ ein. Da kleine Unternehmen im
DiGA-Markt nicht die Ressourcen für umfassende Studien hätten, sei
eine Förderung, etwa durch das Bundesforschungsministerium,
notwendig. Große Hoffnungen hegt der DGIM-Experte bezüglich DiGA
höherer Risikoklassen. Wenn sie z.B. bei Herzinsuffizienz oder
Diabetes kontinuierlich Vitaldaten liefern, ermöglicht das eine
„personenzentrierte Optimierung der Therapie“. Die Kombination von
Wearables mit DiGA habe „das Potenzial, den Patientennutzen
erlebbar zu machen, sodass auch die Nutzung deutlich besser wird“,
ist Prof. Möckel überzeugt. Obwohl Innovationen im Gesundheitswesen
eher selten dazu führen, dass weniger Geld ausgegeben wird, bieten
DiGA diese Chance. Wieso das so ist, hören Sie in der Folge.
Weiterführende Informationen:
https://www.dgim.de/fileadmin/bildarchiv/PDF/Publikationen/Stellungnahmen/20251021_Stellungnahme_Digitale_Gesundheitsanwendungen.pdf
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05.02.2026
53 Minuten
In dieser Folge nehmen wir eine ungewohnte Perspektive ein: Mit den
Theorien von Hannah Arendt blicken wir auf die Ernährungsweise der
Deutschen mit all ihren gesundheits- und klimaschädlichen Folgen.
Zu Gast sind die politische Theoretikerin Maike Weißpflug sowie die
Internistin Dr. Lisa Pörtner, die an der Charité und am
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung forscht. Eine
gesamtgesellschaftliche Wende hin zu einer gesunden und
klimafreundlichen Ernährung im Stil der „Planetary Helth Diet“
hätte immense Vorteile. So würden viele Fälle von nicht
übertragbaren Krankheiten wie Diabetes oder Krebs gar nicht erst
entstehen. Aber wie gelingt dieses Umdenken? Moralischen Druck auf
Einzelne auszuüben, ist jedenfalls der falsche Weg, sind sich die
beiden Gästinnen einig. Wer ihrer Meinung nach stattdessen tätig
werden muss, hören Sie in der Folge.
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18.12.2025
27 Minuten
In dieser Folge spricht die Rheumatologin Dr. Friederike Lutz über
ihre humanitären Einsätze in Uganda, Kenia, Indien, auf den
Philippinen, im Libanon sowie im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos.
Schon seit Jahren leistet sie für Organisationen wie Ärzte ohne
Grenzen und German Doctors medizinische Hilfe in Krisengebieten.
Von Malaria über Filariosen bis zu rheumatischem Fieber – in ihrem
Alltag ist sie mit Erkrankungen konfrontiert, die in Deutschland
kaum vorkommen. In der Behandlung muss sie wegen knapper
Medikamente oft improvisieren. Bei der Rückkehr nach Deutschland
fremdelt sie manchmal mit der Unzufriedenheit mancher Patient:innen
mit dem Gesundheitssystem, das eine Versorgung auf solch hohem
Niveau bietet. Zur Folgen-Übersicht: https://bit.ly/3NFotcj
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11.12.2025
35 Minuten
Von der Hautkrebsdiagnose bis zur Brustkrebsfrüherkennung:
Künstliche Intelligenz hält Einzug in Arztpraxen und Kliniken - und
diese Entwicklung hat ihr Ende noch lange nicht erreicht. Während
die Technologie weiter beeindruckende Fortschritte macht, scheinen
rechtliche Fragen offen: Wer haftet, wenn ein KI-System einen
Fehler macht? Welche Pflichten haben Ärzte beim Einsatz von
Hochrisiko-KI-Systemen? Und wie wirkt sich die neue
EU-KI-Verordnung auf den Praxisalltag aus? In dieser Folge von
O-Ton Innere Medizin spricht Redakteurin Anouschka Wasner mit dem
Rechtsanwalt und Medizinrechtsexperten Dirk R. Hartmann über die
komplexen Haftungsfragen rund um KI in der Medizin. Von der
Produkthaftung des Herstellers über die Anwenderpflichten der
Ärztinnen und Ärzte bis zur Organisationsverantwortung – beleuchtet
werden die unterschiedlichen rechtlichen Aspekte bei der Frage nach
der Haftung und vor allen Dingen, welche konkreten
Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen. Zur
Folgen-Übersicht: https://bit.ly/3NFotcj
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27.11.2025
37 Minuten
Wie oft ärgern Sie sich über die Zusammenarbeit zwischen den
Sektoren? Das wollten wir von einem Hausarzt und einer Ärztin aus
der Notaufnahme wissen. Mehrmals wöchentlich, war ihre Angabe.
Warum ist das so? Und an welchen Schrauben müsste gedreht werden,
damit sich das ändert? Denn die Zusammenarbeit zwischen ambulantem
und stationärem Sektor im deutschen Gesundheitswesen ist nicht nur
für unsere beiden Gäste ein Dauerthema. Für Dr. Nicola Schönewolf,
Notfallmedizinerin, liegt das größte Problem in der
Informationsübermittlung zwischen den Sektoren. Auch an der
Schnittstelle zu den Niedergelassenen ist die fehlende
Erreichbarkeit oft Ursache für Unmut. „Heute gibt es Praxen, die
sind manchmal erst ab 15.30 Uhr geöffnet. Kommt dann ein Patient in
der Nacht und man braucht die Befunde, kann man erst mal lange
niemanden erreichen.“ Aber auch aus hausärztlicher Sicht ist die
Erreichbarkeit des Gegenübers ein großes Problem. Der
internistische Hausarzt Dr. Marcel Schorrlepp aus Mainz-Gonsenheim
kämpft oft damit, dass die passenden Telefonnummern fehlen oder er
nicht zur richtigen Person verbunden wird. „Will man etwa
ankündigen, dass man jemanden einweisen möchte, frisst das einfach
eine ganze Menge Zeit.“ Dabei soll ja gerade eine solche
Ankündigung die Abläufe verbessern. In unserem Gespräch tauschen
sich die Notfallmedizinerin und der Hausarzt aus: Was ist besonders
schwierig aus der jeweils anderen Sicht, was könnte über die
Unwegbarkeiten helfen und was müsste überhaupt ganz anders laufen?
Zur Folgen-Übersicht: https://bit.ly/3NFotcj
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Über diesen Podcast
O-Ton Innere Medizin ist der Podcast für Internist:innen. So
vielfältig wie das Fach sind auch die Inhalte: Im Fokus stehen mal
gesundheitspolitische Themen, mal technische Neuerungen, mal Fragen
des Managements – in der Praxis wie auch in der Klinik.
Redakteur:innen von Medical Tribune sprechen mit Expert:innen der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und bieten Ärzt:innen
Antworten auf Fragen wie: Wie gelingt ein offener Umgang mit
Fehlern? Was macht eine gelungene Teamführung aus? Wie lässt sich
die Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf steigern?
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