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Die Börsenminute Archiv

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4 Minuten
Mehr Risikostreung mit ETFs auf Equal Weight Indizes


Weil heute alle gespannt auf die Quartalszahlen von Nvidia warten, möchte ich gerne an folgendes erinnern: Viel wurde es getrommelt, auch auf den Podcast-Kanälen Börsenminute und GELDMEISTERIN, dass in Wirklichkeit der Anstieg des S&P 500 und Nasdaq 100 vor allem seit Jahresbeginn auf die fünf bis sieben Werte mit der größten Marktkapitalisierung beruhen, auf die FAANG-Aktien. Die müssten seit der Namensänderung zweier Tech-Riesen eigentlich MAANA-Aktien heißen: Meta, Apple, Amazon, Nvidia, Alpha. Nimmt man noch Microsoft und Tesla hinzu, so machen die glorreichen Sieben immerhin auch nach der Nasdaq-Umstellung mit 24. Juli immer noch 48 Prozent aus.


Das ist sehr viel, wenn der Hype um den „Most Crowded Trade“, wo sich also die meisten Investoren tummeln, einmal nachlassen könnte und dann womöglich alle gleichzeitig aussteigen. Davor warnte Frank Fischer, CEO & CIO bei BIG TECH schon am 19.6.2023 auf der von mir sehr geschätzten Finanznachrichten-Plattform e-fundresearch. Er berief sich auf eine Umfrage der Bank of America unter internationalen Portfoliomanagerinnen. Für 55 Prozent der Portfoliomanagerinnen waren schon damals der „Most Crowded Trade“ die „Big Tech“-Aktien, 32 Prozent der Befragten waren sogar schon insgesamt in Aktien untergewichtet.


Frank Fischer meinte im Kommentar im Juni bereits, dass er sich von High Tech frühzeitig verabschieden wird. Ich werde Frank Fischer an einem der nächsten beiden Wochenenden bei meinem Podcast GELMEISTERIN zu Gast haben und ihn natürlich fragen, ob er rückblickend nicht zu viel Ertrag durch den frühzeitigen Tech-Ausstieg liegen gelassen hat.


Vergleicht man den S&P 500 mit dem S&P 500 Equal Weight Index, also wo jede Aktie im Index – egal welchen Börsenwert sie hat - gleichgewichtet wird, dann sieht man, dass der klassische S&P 500-Index seit Jahresbeginn 14,73 Prozent im Plus ist, das gleichgewichtete Pendant nur um 3,75 Prozent. Der Nasdaq 100 ist seit Beginn des Jahres um 37,25 Prozent, der Nasdaq 100 Equal Weight-Index „nur“ um 19,32 Prozent gestiegen. Eben, weil hier der Höheflug der glorreichen Sieben nicht so stark zu Buche schlägt.


Bei einem Sinkflug ziehen die BIG-Tech den Index allerdings auch stärker runter wie in gleichgewichteten Indizes. Inzwischen kann ich Frank Fischer beipflichten, dass man angesichts der hohen Bewertungen der Tech-Stars nicht mehr unbedingt in die gloreichen Sieben übergewichtet sein muss. Es gibt längst zahlreichen ETFs auf Leitindizes mit dem Zusatz „Equal Weight“, die man sich näher anschauen kann. Es gibt solche ETFs inzwischen auch schon auf den Nasdaq Equal Weight-Index.


Es reicht derzeit ohnehin, wenn die Hitze einem den Schlaf raubt. Einen kühlen Kopf behalten empfiehlt Julia Kistner


Und wer mir etwas Gutes tun möchte, der abonniert meine Podcasts Geldmeisterin und Börsenminute auf der Podcastplattform seiner Wahl oder auf YouTube, damit noch mehr auf meine kostenlosen Finanzbildungs- und -Unterhaltungsservices aufmerksam werden. Vielen Dank dafür!


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #FAANG #BigTech #Aktien #bullish #EqualWeight #podcast


Foto: Unsplash/Alex Knight
4 Minuten
Sparbücher bleiben zugeschlagen


Man möchte glauben, dass die Europäer nach den gestiegenen Einlagenzinsen wieder öfter das Sparbuch aufschlagen. Das ist aber gar nicht so, wie das Finanzbarometer Österreich 2023 zeigt, eine Befragung von 1000 ÖsterreicherInnen durch J.P. Morgan Asset Management. Waren die Menschen in der Alpenrepublik vor einem Jahr noch mit 30 Prozent in Festgeld veranlagt, sind sie es jetzt trotz gestiegener Sparzinsen nur zu 24 Prozent. Womöglich weil die Banken a.) die Zinssteigerungen zu wenig weitergegeben haben und/oder b.) die Inflation einfach zu hoch ist, als dass Geld am Konto nicht kräftig an Kaufkraft verliert. Ebenso wenig haben sich die Sparer:innen bei den zum Inflationsanstieg vergleichsweise homeopathischen Zinserhöhungen verleiten lassen, das Geld wieder af gebundene Sparbücher umzuschichten. 63 Prozent der Befragten Österreicher:innen besitzen ein Sparbuch, mit 64 Prozent waren es bei den noch niedrigeren Zinsen 2022 auch nicht weniger.


Wobei das Sparbuch in Österreich aber auch in Deutschland bei weitem noch die beliebteste Sparform ist. Zum Vergleich: In Österreich legen laut Finanzbarometer gerade 22 Prozent in Investmentfonds und EFS, ähnlich viel in Aktien und elf Prozent in Anleihen an. Rund zehn Prozent profitieren von einer Betriebspension oder Gehalts-Umwandlung.


Beliebt ist nach wie vor die Lebens- und Rentenversicherungen. Immer noch sorgen 35 Prozent mit einer Versicherungslösung vor. das sind trotz allem schon fünf Prozent weniger als noch 2022. Meine Meinung zu Renten- und Lebensversicherung: Es gibt lukrativerereund transparentere Geldanlageformen.


Interessant sind die größten Sorgen der Privatanleger hinsichtlich ihrer Ersparnisse: Rund 55 Prozent sehen die Inflation als Risiko – ich auch. Dreißig Prozent sehen die Rezession als Gefahr. Hier finde ich die politische neue Blockbildung zwischen China- und USA-Verbündeten als die gefährlichere Bedrohung. Und 15 Prozent nennen die Volatilität an den Märkten als Risiko. Die Schwankungen an den Kapitalmärkten betrachte ich als Langfristanlegerin, die gleichmäßig anspart auch als Chance, mittelfristig einen besseren Durchschnittspreis für Aktien und Fonds zu bekommen.


Wer gerne mal wieder einen Aktienoptimisten hören möchte, der kann sich auf die Podcastfolge am kommenden Sonntag mit Harald Holzer, Chief Investment Officer der Kathrein Privatbank freuen. Wer wissen will, wie man ertragreich in Anleihen anlegt, kann die aktuelle Folge der Geldmeisterin mit Richy Dittrich von der Börse Stuttgart genießen: https://open.spotify.com/episode/0fUNtnUemu3dbBRW5ewfqB?si=015cf652bd144def


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#Börse #investment #Sparer #Anlegersorgen #Aktien #Anleihen #barish #podcast


3 Minuten
Zwölf Katastrophenmonate, aber 50% Kursanstieg bei der Munich Re


Überall wüten die Waldbrände, zuletzt auf Hawai, der tödlichste Feuersturm in der US-amerikanischen Geschichte. Im Frühjahr brannte es auf der Nordhalbkugel mit rekordverdächtigen CO2-Emissionen in Spanien. Es brannte heftig in Kanada, Kasachstan und der Mongolei. Der bisherige CO2-Emmissionsrekord in Kanada im Mai von zwei Megatonnen wurde um das Zehnfache übertroffen. Naturkatastrophen nehmen insgesamt zu.


Man möchte als Langfristanleger glauben, nichts wie raus aus Rückversicherungen wie Swiss Re oder Munich Re, die das Risiko von Versicherungen versichern. So makaber das klingt bei all der Verwüstung und den menschlichen Tragödien: Erstaunlich ist, dass Rückversicherungen im Wert steigen: Swiss Re hat in den letzen zwölf Monaten 12,4 Prozent zugelegt und festhalten: Die Munich Re oder Münchener Rück 50 Prozent! Wie geht das. Zum einen gibt es weltweit nur noch eine Handvoll Rückversicherer. Und weil die Rückversicherer gut informiert sind und entsprechend ihre Prämien and die Klimakatastrophen anpassen. Das Mehr an Einnahmen investieren sie geschickt, was auch schon einen beachtlichen Beitrag zum Ergebnis liefert. Und wenn es für sich nicht mehr rechnet, dann versichern Sie einfach hochwasser- oder brandgefährdete Objekte nicht mehr.


So furchtbar die wütenden Waldbrände rund um den Globus sind, so überraschend sind die Aufzeichnungen der Naturkatastrophen von Munich Re. Demnach haben zwischen 1980 bis 2017 die Waldbrände gar nicht so stark zugenommen – aus dem einfachen Grund das immer mehr Wald zu Agrarland kultiviert wurde!


Was neben den Stürmen aber schon deutlich zugenommen hat sind Starkregen und Überschwemmungen, weil offensichtlich durch die Klimaerwärmung mehr verdunstet und sich dann niederschlägt. Ein schönes Wochenende ohne Wetterkapriolen wünscht Julia Kistner, die übrigens nicht glaubt, dass es mit den Kursen der Rückversicherer weiter so steil, aber doch moderat aufwärts geht. Obendrein zahlen Rückversicherungen passable Dividenden. Bei der Munich Re lag die Dividenrendite – also Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs - für die letzten zwölf Naturkatastrophen belasteten Monate 3,24 Prozent.


Hat Euch die Börsenminutefolge gefallen? Dann freue ich mich wenn ihr den dazu gehörigen Podcast mir zu Liebe abonniert, liked und weiterempfiehlt und Euch vielleicht auch mal meinen Podcast am Wochenende, die GELDMEISTERIN anhört. Dieses Mal wird es um Anleihen gehen mit Richy Dittrich von der Börse Stuttgart.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Unwetter #Reinsurance #climatechange #Klimawandel #podcast


Foto: Unsplash/Koprivnica


3 Minuten
Nur weil Michael Burry, der Investor, der durch den Film „Big Short“ berühmt wurde in einem Tweet herausposaunte, dass er den Index der 500 größten US-Börsenwerte und den Nasdaq-Index mit 1,6 Milliarden US-Dollar geshortet hat, sollte man nicht gleich seinen Sandalen folgen. Man würde ihn ohnedies nicht mehr einholen. Er shortete schon im 2. Quartal 2023 Gut, dieser Burry ist nicht umsonst ein so viel beachteter Hedgefonds-Manager. Immerhin hat er den Zusammenbruch des US-amerikanischen Immobilienmarkte, der 2007 weltweit die Finanzkrise auslöste, auch vorausgesehen und frühzeitig auf fallende Immobilienkurse gesetzt.


Stehen wir jetzt also vor dem nächsten großen Crash mit Ausgang USA, weil Burry shortet? Keine Panik. Dieser Mann hat in den letzten 18 Jahren sehr viele Zusammenbrüche vorausgesagt, die großteils nicht eintrafen, Irgendwann haben diese Dauercrash-Propheten immer recht.


Ich will die Gefahr einer Rezession nicht klein reden, nur es gab durchaus praktische Gründe, warum Michael Burry gerade im 2. Quartal Put-Optionen kaufte, um auf fallende Kurse zu setzen. Die Optionen waren günstig zu haben, weil die Volatilität, sprich die Marktschwankungen gering waren und auch noch sind. Laut VIX-Index, der die Volatilität des S&P 500 misst, sind die Schwankungen derzeit 17 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr.


Im handelsschwachen Monat August mit einer Doom-Meldung herauszugehen, ist sehr clever, da kann man am Markt mehr bewegen.


Ich bin grundsätzlich kein Freund vom Shorten, weil man, wenn man es nicht wirklich zum Risiko absichern macht, sondern um aktiv zu spekulieren meiner Meinung nach der Wirtschaft schadet.


Wie steht ihr zum shorten? Ich freue mich auf Eure Kommentare.


Um jedenfalls Gewitterwolken am Börsenhimmel frühzeitig aufziehen zu sehen beobachte ich jedenfalls lieber als die Tweets, pardon X-Beiträge von Michael Burry die Entwicklung der Anleihen-Renditen, so wie Professor Thomas Mayer in der aktuellen Podcastfolge der GELDMEISTERIN,  die Gewinn-Entwicklungen, Auftragsbestände und Bewertungen von Unternehmen oder höre mir zumindest unterschiedliche Expertenmeinungen an.


Übrigens, wenn ihr trotzdem wissen wollt, wie Michael Burry shortet: Der von Burry gemanagte Hedgfonds „Scion Asset Management“ hielt zum Ende des zweiten Quartals Put-Optionen auf Anteilsscheine eines ETFs, der den US-Leitindex S&P 500 abbildet und einen zweiten ETF auf den Nasdaq-100. Die Put-Optionen werden mehr Wert, wenn die entsprechenden ETFs, genaugenommen die zugrundeliegenden Indizes fallen.


Allzeit hohe S&P 500- sowieNasdaq-100-Kurse wünscht sich Julia Kistner


Ich würde mir übrigens auch wünschen, wenn möglichst viele Börsenminute-Hörer:innen den Podcast abonnieren, liken und weiterempfehlen, damit noch mehr Finanzinteressierte auf die Beiträge der Börsenminute aufmerksam werden.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Kurse #Short #Hedgefonds #Manager #podcast


Foto: Unsplash/Hopmann


 
4 Minuten
Wenn Warren Buffett und Charly Munger, genaugenommen ihre Beteiligungsholding Berkshire Hathaway Anleihen kaufen, dann heißt das für mich etwas. Sie sind bekanntlich eingefleischte Aktieninvestoren. Nicht mehr. Schon im ersten Quartal 2023 verkaufte Berkshire um 13 Milliarden US-Dollar mehr Aktien, als die Holding erwarb. Im Vergleichsquartal des Vorjahres kaufte Berkshire noch Aktien um 50 Milliarden US-Dollar zu. Das Geld steckte sie vermehrt in kurzlaufenden US-Staatsanleihen. Offenbar traut er dem Aktienmarkt in Summe keine Rendite von mehr als fünf Prozent zu. Anfang August tätigten sie erst wieder US-Anleihenzukäufe um zehn Milliarden Euro. Und nicht nur er schichtet gerade um: Der Performance-Bericht der Fonds-Vergleichsagentur Morning Star meldet für Juni weltweit die höchsten Abflüsse aus Aktienfonds seit Oktober 2022.


Na da schaute ich mich selbst als Langfristanlegerin am Montag seit langem wieder einmal nach Anleihen um. Nicht um langfristig drinnen zu bleiben. Da schwöre ich auf Unternehmensbeteiligungen, also Aktien, statt Schuldverschreibungen, sprich Anleihen. Ja, ein Blick in den Anleihenfinder hat mich überzeugt: Für britische Staatsanleihen mit nur drei- bis sechs Monate Laufzeit erhält man über fünf Prozent Rendite. Auch wenn man die Spesen – Vorsicht beim Kauf und Verkauf der Anleihe – berücksichtigt, klingt das noch interessant. Und in den nächsten sechs Monaten wird es das Pfund – darin ist dann natürlich die Nominale der Anleihe – nicht zerbröseln.


Mein Mütchen wurde mir aber schnell gekühlt, als ich bei meinem Online-Broker ordern wollte. Das Papier war nicht im System. Auf die Nachfrage – wohlgemerkt am Montag – wann sie gedenken die Anleihe ins Ordersystem einzuspeisen, war die Antwort allen Ernstes bis Freitag! Also Augen auf bei der Brokerauswahl! Am Besten – wer auf Anleihen setzt – einfach mal ein Mistery Shopping Call machen, ob man das eine oder andere Papier ordern kann.


Und Vorsicht auch, wenn jetzt alle Analysten auf Anleihen umschwenken. Bitte vorher nachdenken, ob sie wirklich in Dein Portfolio passen. Die Meinung der sogenannten Investment-Gurus sind auch nicht in Stein gemeißelt: In einem CNBC-Interview im Februar 2018 bezeichnete Warren Buffett Anleihen noch als „Teufelszeug“ und „schreckliche Investments“. Damit hatte er auch rückblickend nicht unrecht, als er damals meinte: Die Anleihenkurse seien durch die Käufe der US-Notenbank auf ein künstliches Niveau hinaufgetrieben worden. Sollten irgendwann die Zinsen wieder steigen, könnten Bond-Investoren sehr viel Geld verlieren, warnte Buffett. Da erlebten wir 2022 und nach dem Bond-Crash sind Anleihen wohl wieder ein Geschenk des Himmels….


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Bonds #Berkshire #Buffett #podcast


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3 Minuten
Es muss doch keine Steuer sein! Wie wäre es mit geringeren Zinsmargen oder einer Liquiditätsreserve für eine Immokrise?


Italien´s Premierministerin Georgia Meloni machte den Anfang mit ihrer Ankündigung einer Banken-Übergewinnsteuer von 40 Prozent des Nettozinsgewinns. Kaum ausgesprochen, wurden am Dienstag morgen voulez einmal zehn Milliarden Euro an Börsenwert italienischer Banken vernichtet, sodass die italienische Regierung mit der Ankündigung einer Deckelung der gerade erst angedachten Bankensteuer zurückrudern musste. Wahrscheinlich hat Meloni ihre kurzweilige britische Kollegin Lis Truss um Rat gefragt, die sie vor dem Gegenteiligen, Steuersenkungen warnte. Truss Ankündigung, die Steuern senken zu wollen, hat umgehend einen abrupten Zinsanstieg auf der Insel bewirkt und damit die Kurse britische Staatsanleihen, genannt Gilts, in den Abgrund gerissen und mit ihnen so manchen britischen Pensionsfonds.


Auch in Österreich findet man in der Politik bei SPÖ und FPÖ viele Sympathisanten einer Banken-Übergewinnsteuer. Na, toll! Warum immer gleich eine Steuer. Wie wäre es damit, wenn man die Zinsspannen erst gar nicht so weit auseinander laufen lässt, sprich die Banken dazu anhält, nicht nur Zinssenkungen, sondern auch Zinserhöhungen schnell und hinreichend weiterzugeben. Oder wie wäre es, wenn man statt einer Übergewinnsteuer eine Übergewinnreserve andenkt, für alle Fälle, etwa um eine Immobilienkrise 2.0 zu verhindern, wenn Immokredite im großen Umfang nicht mehr bedient werden könnten.


Doch die Krise am Immobilienmarkt ist eine andere Geschichte. Darum geht er in der am Sonntag erscheinenden Podcastfolge mit Professor Thomas Mayer, Leiter des Flossbach von Storch Research Institute. Er rechnet vor, warum sich Immobilien als Anlage nicht mehr rechnen können. Ich hoffe wir hören uns. Schönes Wochenende wünscht Julia Kistner


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#Börse #investment #Sondersteuer #Übergewinnsteuer #Podcast #Kreditinstitute





3 Minuten
Brandherde Private Equity und Immobilien neben Inflation und Zinsen


Viele Börsianerinnen stehen wie das Kaninchen vor der Schlange und warten heute, Donnerstag ganz gespannt auf die Veröffentlichung der US-Inflationszahlen vom Juli. Der Markt rechnet mit einem Plus von 0,2 Prozent. Ist es so, könnte der S&P 500 leicht zulegen. Liegt die Teuerung darunter, dürfte der US-Leitindex sogar stärker steigen.


Umgekehrt, fällt die Inflation deutlich höher aus als erwartet, etwa 0,4 Prozent, dann würde dies bedeuten, dass die Fed aktiver die Inflation bekämpfen muss. Sprich sie müsste die Zinsen dafür doch nochmals erhöhen oder könnte sie zumindest nicht wie erwartet so schnell wieder absenken. Sehr schlecht für die Börse.


Also wenn ihr mich fragt, verliert man, wenn man nur auf die Notenbanken schielt das „Big Picture“. Hier pflichte ich meinem Podcast-Gast in der neuen Folge der GELDMEISTERIN am kommenden Sonntag bei, Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute. Der meint, dass sich eine Krise aus einem bisher nicht beachteten Brandherd entfachen könnte. Auslöser könnte beispielsweise eine Schieflage am Private Equity-Markt sein.


Gar nicht so abwegig: Laut Financial Times bieten selbst prominente Private Equity-Unternehmen wie CVC Capital Partners, Ardian oder TPG der schwindenden Zahl an Investoren bereits Incentives wie großzügige Rabatte auf ihre Managementgebühren an. Die betragen üblicherweise zwei Prozent plus 20 Prozent Gewinnbeteiligung.


Die Financial Times zitiert eine Studie von Bain & Co, wonach im ersten Halbjahr 2023 die eingesammelten PE-Gelder im Vorjahresvergleich um 35 Prozent auf 517 Milliarden US-Dollar gefallen sind. Drei, von (Start Up)Unternehmen nachgefragten Private Equity-Dollar stünden nur noch ein Dollar von potenziellen Investoren gegenüber - das größte Ungleichgewicht seit der Finanzkrise. Aus dem Gleichgewicht ist übrigens auch der Immobilienmarkt, meint Ökonom Thomas Mayer in der neuen Folge der GELDMEISTERIN am Sonntag. Ich hoffe wir hören uns, Eure Julia Kistner


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#investieren #Aktien #Krise #Real Estate #Anleihen #PE #Podcast


Foto: Unsplash/sneha cecil


4 Minuten
Normalerweise ziehe ich als Langfristanlegerin noch nicht nach drei Monaten Bilanz. Aber da ich natürlich das Aktienduell vom 3. Mai 2023 mit meinem geschätzten Podcast-Kollegen Christian Drastil sehr sportlich nehme, mache ich das auf Deinen Wunsch, lieber Christian sehr gerne. Auch weil ich mich jedes Mal freue, etwas Positives berichten zu dürfen und das ist es: Für beide von uns waren die letzten drei Monate sehr erfreuliche, ertragsstarke Monate.


Der Gewinner ist: Christian. Ich darf ihm dazu recht herzlich gratulieren. In den letzten drei Monaten - vom 3. Mai bis Schlusskurs 3. August 2023 - hätte er mit seiner Aktienauswahl – AT&S, Valneva, Sportradar, Österreichische Telekom - ein Plus von 24,1 Prozent gemacht. Ich dagegen komme mit meiner deutlich weniger spekulativen Titelauswahl – EVN, Adidas, Amazon, John Deere immerhin auch noch auf plus 12,56 Prozent in den ersten drei Monaten unseres Aktienduells, das wir natürlich weiterführen.


Aussagekräftiger ist das Ganze erst im Vergleich von Benchmarks: Der österreichische Leitindex ATX stieg in dem Zeitraum um 0,8 Prozent, der US-amerikanische Dow Jones um ein Prozent, der EuroStoxx 50 gab sogar leicht 1,1 Prozent nach. Trotz allem: Ein Drei-Monatsvergleich mag für einen Trader von Bedeutung sein, für die Langfristanlegerin nicht. Die freut sich aber schon, wenn die Richtung stimmt. Und die stimmt vor allem bei meinem liebsten Langfristinvestment, dem Agro-Techwert John Deere schon länger. In den drei Jahren, seit ich den Wert halte, stieg die Aktie um 130 Prozent.


Überrascht haben mich die Zahlen von meinem Internationalen Favoriten in unserem Aktienduell: Amazon. Die Aktie stieg nach ihrem Durchhänger in den letzten drei Monaten insgesamt wieder um 24,4 Prozent. Amazon lieferte geniale Quartalszahlen. Back on the track, sage ich nur. Mehr zu Amazon in der aktuellen Podcastfolge der GELDMEISTERIN.


Ähnlich gut, sogar 28,75 Prozent stieg der Österreich-Favorit AT&S von Christian – chapeau! Der Leiterplatten-Wert gefällt mir persönlich auch bei dem Kurs noch gut. Und ich finde das Unternehmen von CEO Andreas Gerstenmayer sehr gut gemanagt.


Christian´s Top-Aktienpick des Aktienduells möchte ich nicht unterschlagen: Der französische Impfstoff-Hersteller mit österreichischen Wurzeln, Valneva stieg nach der Niederlage mit dem Covid-Tod-Impfstoff wieder wie Phönix aus der Asche um nahezu 58 Prozent. Das Unternehmen hat ja so viel mehr zu bieten. Vor allem setzen die Aktionäre auf die vielversprechenden Fortschritte beim Impfstoff gegen die Viruserkrankung Chikungunya. Bei Valneva ist bestimmt noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.


Gewinne sind natürlich erst Gewinne, wenn man sie realisiert. Das mache ich bei meinen Favoriten des Aktienduells aber bewusst nicht. Nicht, weil das Aktienduell ja noch weiter geht, sondern weil ich an diese Unternehmen wirklich langfristig glaube. Sehr wohl stöbere ich gerade in meinem Aktiendepot herum – so wie das auch Börse-Altmeister Warren Buffett im ersten Quartal 2023 schon getan hat – ob es da nicht den einen oder andern Gewinn zum mitnehmen gibt, damit ich mich in den nächsten Monaten etwas defensiver aufstelle und das Geld in kurz- bis mittelfristigen Anleihen zwischenparke, zumal die Zinsen und Renditen bei den Anleihen wieder passabel sind. Aber das ist eine andere Geschichte für eine der nächsten Folgen meines sonntäglichen Podcast-Projekts GELDMEISTERIN.


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#investieren #Aktien #Challenge #Rendite #Anleihen


4 Minuten
Natürlich ist der eigentlich große, fette Aufreger der Woche, dass es die Ratingagentur Fitch tatsächlich gewagt hat, die Supermacht USA wegen der präkären Haushaltslage von „Triple A“ auf „AA+“ herabzustufen und damit die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt zu schicken. Mit dem unvermeidbaren, längst überfälligen Schelte für die USA befasste sich allerdings schon die gestrige Börsenminute und es wird erneut ein Thema in der neuen Podcastfolge der GELDMEISTERIN am Sonntag mit Thomas Mayer sein, Ökonom und Gründer des Research Institutes der Fondsgesellschaft Flossbach von Storch.


Was diese Woche noch aufregte, obwohl ihm nachgesagt wird, das es beruhigt ist Cannabis.


Es klang verlockend: Juicy Fields, ein Cannabis-Growdgrowing-Projekt in der Steiermark. Tatsächlich ist das vermeintlich lukrative Investment, so warnt die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft, nur Rauch und Schall und soll Anlegergelder von rund 400 Millionen Euro verbrannt haben. Ein ähnlich Anlagebetrugs-Verdachtfall, „My first plant“ wird in Kärnten nachgegangen. Hier besteht auch noch der Verdacht der Geldwäsche. Betroffen sind nicht nur tausende geblendete Investoren in Österreich, sondern weltweit. Ihnen wurden auf wohlgestalteten Internetseiten ertragreiche Investments in den Anbau und Verkauf von medizinischen Cannabis- und CBD-Produkten versprochen. Es besteht der Verdacht, dass ein Großteil der Gelder nie investiert wurde, wobei natürlich für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung gilt.


Mein alter Freund, Promi-Investor Jim Rogers, erzählt im Podcast GELDMEISTERIN im Vorjahr, dass er auch in einer Cannabis-Plantage für medizinische Produkte direkt in Kolumbien investiert sei. Versteht mich nicht falsch, daran ist nichts Anrüchiges. Nur ich würde es nicht tun. Und das gar nicht einmal, weil ich keine Freundin von Cannabis für den nichtmedizinischen Gebrauch bin, sondern weil mir die Cannabis-Aktien einfach zu heiß sind. Alleine deshalb schon, weil sie vom staatlichen Goodwill der Legalisierung abhängen. Wenn, dann würde ich mich wirklich nur an die großen Player investieren wie die Cronos Group mit einer Marktkapitalisierung von knapp 600 Millionen Euro, in die 2019 auch der US-Tabakkonzern Altria einstieg, oder in die kanadischen Platzhirschen wie Tilray (rund 870 Millionen Euro Marktkapitalisierung), Canopy Growth (Börsenwert über 270 Millionen Euro) oder die populäre Aurora Cannabis-Aktie (181 Millionen Euro Marktkapitalisierung). Es werden auch Cannabis-Aktien-Index gehandelt und es gibt mit Cannabis-Reit eigene Cannabis-Immobilienakten. Solche Spezialindizes und -Fonds bergen für mich zu viel Klumpenrisiko. Da würde ich mich persönlich schon mit einer Pfizer-Aktie, die mit Arena Pharmaceuticals auch einen medizinischen Cannabis-Produzenten in ihrer Gruppe an, wohler und breiter aufgestellt fühlen. Aber wie gesagt, für mich muss es kein Cannabis-Investment sein, da gibt es noch so viel anderen spannende Sektoren, zu denen aktuell offensichtlich nicht die Immobilien zählen. Mehr dazu in der aktuellen Podcast-Folge der Geldmeisterin am kommenden Sonntag. Ich hoffe wir hören uns. Ein schönes Wochenende wünscht Julia Kistner


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#investieren #Cannabis #Anlagebetrug #podcast


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Nur weil die USA ein "A" verliert kommt ein Versorger in Europa doch nicht in Schwierigkeiten


Ganz ehrlich: Die USA ist doch schon seit ewig über beide Ohren verschuldet. Es war doch nur eine Frage der Zeit, dass die Ratingagenturen der Weltmacht Nummer Eins bei der Bonitätseinstufung ein „A“ wegnehmen würden. Den Anfang machte nun die US-Ratingagentur Fitch, die am Dienstagabend wegen der Verschlechterung der Haushaltslage die Kreditwürdigkeit die USA von der Bestnote „AAA“ auf „AA+“ herabstufte. Das war bis jetzt erst die zweite Herabstufung in Geschichte der USA. Entsprechend verschreckt waren die Anleger. Weltweit korrigierten die Leitindizes der großen Börsen zwischen 1,38 Prozent der S&P 500, rund zwei Prozent Tech-Börsen wie Nasdaq und Tech Dax bis hin zu 2,5 Prozent der Leitindex in Japan.


Keine Panik! Ich meine, das ist noch kein Grund jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, im Gegenteil. Ich blicke bei solchen überraschenden Ereignissen, denen ich keine lange Halbwertszeit gebe, immer vor Freude auf meinen Aktien-Wunschzettel, ob der eine oder andere Wert vielleicht durch die allgemeine Kurskorrektur an den Börsen in eine Preiskategorie gerutscht ist, die ich wieder für attraktiv halte. So habe ich am Mittwoch beim österreichischen alternativen Energieversorger Verbund AG zugeschlagen, nachdem er über den Tag 2,53 Prozent nachgegeben hat. Die Verschuldung der USA sollte doch einem europäischen Versorger nicht allzu sehr belasten, denke ich. Jedenfalls bei weitem nicht so wie die neue Steuer auf Übergewinne, die den Verbund seit Juni dieses Jahres treffen. Die allerdings schon eingepreist sind. Also: Nur weil die USA ein „A“ verliert, verliere ich noch nicht den Mut an der Börse. Antizyklisch handeln, ist die Devise!


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#investieren #Downgrading #Bonität #antizyklisch #podcast


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2 Minuten
Plastikgeschirr-Hersteller steigt um 423 Prozent in einem Monat!


Ach wie habe ich meine Freundin früher beneidet um ihre bunte Tupperware-Brotdose, die sich immer in ihrer Schultasche versteckte. Mag sein, dass das Objekt der Begierde eher der Inhalt der Tupperware gewesen ist. Wie auch immer: Für Tupperware haben mehrere Hausmänner- und Hausfrauengenerationen viel Geld ausgegeben. Jetzt geben die Anleger unfassbar viel Geld für die Aktie des maroden, US-amerikanischen Plastikgeschirr-Produzenten aus, während das Kunststoffgeschirr aus Massachusetts womöglich vor der Insolvenz steht. Das stört die Anleger nicht. Der Kurs der Aktie verdreifachte sich ohne erkennbaren Grund in der Vorwoche und stieg am Montag nochmals um über 40 Prozent, am Dienstag nochmals um 26 Prozent. Innerhalb eines Monats katapultierte sich der Tupperware-Kurs um 424 Prozent in die Höhe.


Was war das für eine innovative Firma. Ich durfte noch Anfang der 90er Jahre das Europa-Werk von Tupperware in Frankreich besichtigen. Da waren gerade zwei Handvoll weibliche Angestellte in mega-großen Hallen. Denn Rest erledigten schon damals Roboter, unter anderem Maschinen der österreichischen Firma Engel. Jetzt ist Tupperware offensichtlich vom Pennystock zur Meme-Stock mit einem aktuellen Preis von rund 5,40 US-Dollar verkommen, über die man sich lustig macht. Die mit sozialen Kanälen wie Reddit und TikTok von Fin-Fluencern in die Höhe getrieben werden, dann aber leider wieder in wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen werden. Dabei wäre die Börse ja dafür da, um Unternehmen für die Expansion – oder wie im Falle Tupperware – Geld für die Sanierung und Modernisierung zur Verfügung zu stellen. Ich kann nur sagen: Finger weg! Heiß und fettig!


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#investieren #Preise #Kunstsoffgeschirr #Meme #Kuranstieg #podcast


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Dienstleistungsinflation steigt im Juli von 4,8 auf 7,2 Prozent!


Insbesondere alle Geldmeister:innen in Österreich kann ich beunruhigen: Ihr Bauchgefühl täuscht sie leider nicht. Die Inflation in der Alpenrepublik ist wirklich deutlich höher. Im Juni lag sie bei acht Prozent, während sie im EU-Schnitt 6,4 Prozent und in der Eurozone „nur“ 5,5 Prozent betrug. Schuld sei vor allem der hohe Anteil der Dienstleistungen im österreichischen Warenkorb, nicht zuletzt die Preise im Tourismus, meint RBI-Chef-Analyst Gunter Deuber auf Nachfrage der Börsenminute. Gerade Tourismus-Servies sind tatsächlich deutlich höher in ganz Europa gestiegen. Deshalb geht es auch den Volkswirtschaften in Kroatien, Spanien oder Portugal vergleichsweise gut. Dienstleistungs-Kosten sind für den Anstieg der Verbraucherpreise im gesamten Euro-Raum verantwortlich. Die Teuerungsrate von Dienstleitungen erhöhte sich im Juli von 4,8 auf 7,2 Prozent, während die Kerninflationsrate insgesamt in der EU bereits von 5,5 Prozent im Juni auf 5,3 Prozent im Juli zurückging, warnt Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price vor einer Dienstleistungsinflation, die stärker als erwartet ausfällt.


Dienstleistungs-Unternehmen sind häufig nicht börsennotiert. Und wer jetzt denkt, er investiert in Flughäfen wie Fraport, in Kreuzfahrtaktien wie Carnival Royal Carribbean, Norwegen Cruis Line, der sollte meiner persönlichen Meinung nach bedenken, dass etwa die Carnival-Aktie im letzten Jahr schon um über 100 Prozent nach dem Absturz während der Covid-Pandemie zugelegt hat, dass Flughäfen von vielen Seiten unter Druck sind (Klimawende, Personalmangel, Sicherheitskosten etc.) und vor allem, dass die Börse vorausschaut. Und da haben Fluglinien wie Delta Air Lines bereits angekündigt, dass die Ticketpreise wieder im Sinkflug sind…


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#investieren #Preise #Tourismus #Inflation #Dienstleistungen #EU #podcast


3 Minuten
Sparvermögen um 324 Milliarden Euro vernichtet!


Was für eine Aufregung um etwas, was ohnehin erwartet wurde: Die Anhebung der Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte durch die US-Fed und die Europäische Zentralbank. Als Sparerinnen sollten wir über höhere Zinsen doch froh sein. Laut Fondsriesen Union Investment hat alleine die deutschen Sparer die negativen Realzinsen durch die höhere Inflation als Verzinsung im Vorjahr rund 324 Milliarden Euro an Kaufkraft gekostet. Das ist eine Verdreifachung des Kaufkraftverlustes im Vergleich zu 2021. Da waren es auch schon 106 Milliarden Euro.


Man muss sich das einmal vorstellen: Im Jahresmittel lag in Deutschland die Inflation 7,2 Prozent über den Zinsen, die uns für unsere Termin- Sicht- und Spareinlagen bezahlt wurden. In Österreich war die Realverzinsung sogar noch stärker im Minus. Das hielt die deutschen Sparfüchse aber nicht davon ab, die Bargeldbestände um 45 Milliarden Euro, die Sichteinlagen um 48 und die Spareinlagen um 17 Milliarden Euro – wohlgemerkt - zu erhöhen.


Was man vielleicht noch positiv an der Leitzinserhöhung sehen kann: Die Europäische Zentralbank traut sich trotz Produktions- und Auftragsrückgänge die Konjunktur und den Immobilienmarkt mit höheren Zinsen einzubremsen. Wen wundert es: Ihr einziges Ziel ist die Preisstabilität.


Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding rechnet übrigens, dass die US-Notenbank Anfang nächsten Jahres, wenn die Konjunktur anspringen sollte, wieder die Zinsen senken wird, die Europäische Notenbank allerdings noch nicht.


Und wo seht ihr die Zinsen in einem Jahr, und was noch wichtiger ist, die Inflation? Rechnet ihr bei den Spareinlagen in den nächsten zwölf Monaten wieder mit einer positiven Realverzinsung statt anhaltender Geldentwertung? Ich freue mich über Eure Kommentare. Auch würde ich mich freuen, wenn wir uns bei der nächsten Podcast-Folge der GELDMEISTERIN am Sonntag wiederhören. So viel kann ich spoilern: Es geht einmal nicht um den Konjunkturzyklus, sondern um den Hype-Zyklus von Aktien.


Ein unvergessliches Wochenende wünscht Podcast-Host Julia Kistner


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


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Viel Reaktionen gab es zu meiner letzten Podcast-Folge der GELDMEISTERIN mit Acatis AG-Gründer Hendrik Leber, der meinte, sieben Prozent Rendite pro Jahr seien notwendig um in den nächsten zehn Jahren sein Vermögen zu bewahren.


Hier nochmals der Link zur GELDMEISTERIN-Folge mit Hendrik Leber:


Das würde gleichzeitig bedeuten, dass sich der Wert der Aktien in den nächsten zehn Jahren verdoppeln müsste und das traut er unter anderem Wasserstoff-, KI- und Biotech-Aktien zu, nicht aber Banken und Autowerten.


Hier nochmals zum Nachrechnen die Formel, die seiner Rechnung zugrunde liegt. Die 72-er Regel leitet schlicht und einfach her, wie lange Kapital zur Verdoppelung bei einem bestimmten Zinssatz braucht: T, die Zeit = 72/ Zinssatz. Sprich bei einem Zinssatz von vier Prozent braucht es 18 Jahren, bis sich das Kapital verdoppelt. Bei einem Zinssatz von sieben Prozent sind es eben rund zehn Jahre. Die 72-er Regel zeigt auch was Inflation Geld vernichtet. Geht man für die nächsten Jahrzehnte von einer durchschnittlichen Jahresinflation von vier Prozent aus hat man also in 18 Jahren seine Kaufkraft halbiert. Deshalb braucht man eben mehr - sieben Prozent Rendite wenn man Steuern und Investmentgebühren auch berücksichtigt – wenn man von vier Prozent Inflation pro Jahr ausgeht. Laut Wertentwicklungsstatistiken des BVI Bundesverband Investment und Asset Management waren in der Vergangenheit über 25 Jahre nur mit internationalen Aktien Renditen von 7,2 Prozent pro Jahr realistisch. Das ist warum ich übrigens keine große Freundin von Anleihen bin.


Einige Kommentare meinten, dass sieben Prozent bei den stolzen Fondsgebühren von Acatis für den Werterhalt nicht ausreichen. Natürlich muss der Ausgabeaufschlag – fünf Prozent beim globalen Aktienfonds, die gar nicht erst investiert werden – auch erst verdient und in jedem Fall in die Rechnung einbezogen werden…


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


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Was für eine aufregende Börsenwoche. Zum einen die vielen spannenden Bilanzpräsentationen in den USA – Dienstag geben u.a. General Electric, General Motors, Spotify, Alphabet, Microsoft und Visa ihre jüngsten Quartalszahlenbekannt. Zum anderen wartet man gespannt auf die Schritte der Notenbanken in Europa und den USA. Seit 2022 haben sie ihre Zinsen sehr stark angehoben. Nichtweil die Konjunktur überhitzt – ganz im Gegenteil –, sondern weil sie die Inflation bekämpfen müssen und das möglichst ohne die Konjunktur abzuwürgen. Die Frage ist, welches der beiden Ziele – Preisstabilität oder Wirtschaftswachstum ist Ihnen wichtiger? Die europäische EZB hat eigentlich nur das eine Ziel: Preisstabilität.


Der Marktkonsens ist, dass sowohl die Fed am Mittwoch, als auch die EZB am Donnerstag die Zinsen um jeweils 0,25 Prozent anheben. Dann wären wir im Euro-Raum bei einem Leitzins von 4,25 Prozent, bei der FED von 5,25 Prozent.


Davon gehe ich persönlich auch aus, nämlich weil die Notenbanker:innen so sehr auf die Verbraucherpreise fixiert sind. Und die sind tatsächlich mit 5,5 Prozent in der Eurozone, 6,4 Prozent in Deutschland und sogar acht Prozent in Österreich (!) immer noch unerträglich hoch, obwohl doch die Energiepreise schon runtergekommen sind. Hingegen sind die Anstiege bei den Erzeugerpreisen schon deutlich niedriger. In Österreich sind die Preise des produzierenden Gewerbes im Mai nur mehr um 2,9 Prozent gestiegen. In Deutschland waren die Erzeugerpreise im Juni 2023 nur noch um 0,1 Prozent höher als im Vergleichsmonat 2022.


Anleger müssen sich jedenfalls auf beides gefasst machen: Höhere Zinsen und eine gleichzeitige Abkühlung der Wirtschaft, von der die sinkenden Erzeugerpreise schon die Vorboten sind. Man sollte sich bei börsennotierten Unternehmen daher den Anteil des Fremdkapitals (im Wesentlichen also Verbindlichkeiten und Rückstellungen) und auch den Investitionsbedarf der nächsten Jahre genauer anschauen. Bei hoher Verschuldung der Unternehmen beziehungsweise hohem Investionsbedarf sind die Unternehmen nun einmal zinssensibler.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


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