Podcaster
Episoden
07.12.2020
49 Minuten
Vortrag von Katharina Warda:
Beim Gedenken an die Wiedervereinigung fehlen wichtige Stimmen. Das in den letzten Jahren gefeierte Narrativ ’30 Jahre Friedliche Revolution‘ löst in seiner Rhetorik die abwertende Erzählung eines ‚Dunkeldeutschlands‘ ab. An die Stelle eines ‚rückschrittlichen Ostens‘ tritt die Idee eines ‚friedlichen Umbruchs‘.
Beide Narrative verraten wenig über die tatsächlichen Erfahrungen Ostdeutscher aus dieser Zeit. Vielmehr verschleiern sie wie wenig friedlich sich die deutschen Transformationsjahre für viele Menschen ereigneten. Die Folgen der Treuhand, der Massenarbeitslosigkeit und der strukturellen Abwertungen ostdeutscher Biografien finden hier genauso wenig Platz wie die zahlreichen Pogrome und die alltägliche rassistische Gewalt gegen PoCs, oder gar das Zusammenwirken beider Diskurse. So entsteht ein Bild vom Osten als homogen-Weißer Raum mit einheitlichen Erfahrungen. Der Vortrag hinterfragt aus intersektionaler Perspektive dieses Bild und stellt ihm ostdeutsche Erfahrungen entgegen, die von Abwertung und Gewalt zeugen.
Beim Gedenken an die Wiedervereinigung fehlen wichtige Stimmen. Das in den letzten Jahren gefeierte Narrativ ’30 Jahre Friedliche Revolution‘ löst in seiner Rhetorik die abwertende Erzählung eines ‚Dunkeldeutschlands‘ ab. An die Stelle eines ‚rückschrittlichen Ostens‘ tritt die Idee eines ‚friedlichen Umbruchs‘.
Beide Narrative verraten wenig über die tatsächlichen Erfahrungen Ostdeutscher aus dieser Zeit. Vielmehr verschleiern sie wie wenig friedlich sich die deutschen Transformationsjahre für viele Menschen ereigneten. Die Folgen der Treuhand, der Massenarbeitslosigkeit und der strukturellen Abwertungen ostdeutscher Biografien finden hier genauso wenig Platz wie die zahlreichen Pogrome und die alltägliche rassistische Gewalt gegen PoCs, oder gar das Zusammenwirken beider Diskurse. So entsteht ein Bild vom Osten als homogen-Weißer Raum mit einheitlichen Erfahrungen. Der Vortrag hinterfragt aus intersektionaler Perspektive dieses Bild und stellt ihm ostdeutsche Erfahrungen entgegen, die von Abwertung und Gewalt zeugen.
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30.11.2020
1 Stunde 4 Minuten
Vortrag von SchwarzRund:
In ihrem Vortrag spricht SchwarzRund über Queer Body Empowerment. Wir werden von Fasia Jansen hören, über Intersektionen sprechen, die sich in Körpern manifestieren und über Widerstand von Schwarzen queeren Menschen die Krankheit, Behinderung und Stigmatisierung erfahren haben. Gedichte, biographische Erzählungen und Gedanken aus queerer, fetter, Schwarzer und disabilisierter Perspektive, die in vielen Stimmen deutlich machen: BlackLives Matter only when AllBlackLivesMatter.
In ihrem Vortrag spricht SchwarzRund über Queer Body Empowerment. Wir werden von Fasia Jansen hören, über Intersektionen sprechen, die sich in Körpern manifestieren und über Widerstand von Schwarzen queeren Menschen die Krankheit, Behinderung und Stigmatisierung erfahren haben. Gedichte, biographische Erzählungen und Gedanken aus queerer, fetter, Schwarzer und disabilisierter Perspektive, die in vielen Stimmen deutlich machen: BlackLives Matter only when AllBlackLivesMatter.
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23.11.2020
1 Stunde 19 Minuten
Talk mit Bernice Lysania Ekoula Akouala:
"Ich muss nicht fern sein, um auf Reisen zu sein, nicht fern sein, um ein Abenteuer zu erleben, nicht fern sein, um den schönsten Blumenstrauß der Welt zu pflücken."
Fololo bedeutet Blume auf Lingala, eine von vielen Sprachen, die in Brazzaville, Bernices Geburtsort, gesprochen wird. Bernice Lysania Ekoula Akouala hat sich in den letzten Jahren viel mit den Themen Herkunft, Geschichte und Identität beschäftigt. Im Gespräch mit Eva Busch setzt sie sich mit der Frage auseinander, was sie erzählen würde, wenn jede Blume ihres Blumenstraußes eine Geschichte wäre. Wie würde sich dieser Blumenstrauß anhören oder anfühlen? Bernice arbeitet aktuell an der Veröffentlichung ihrer Spoken Word Texte in Form eines Buches, das Fololo heißen wird. Der Vortrag bietet den Zuhörenden einen Einblick hinter die Fassade.
"Ich muss nicht fern sein, um auf Reisen zu sein, nicht fern sein, um ein Abenteuer zu erleben, nicht fern sein, um den schönsten Blumenstrauß der Welt zu pflücken."
Fololo bedeutet Blume auf Lingala, eine von vielen Sprachen, die in Brazzaville, Bernices Geburtsort, gesprochen wird. Bernice Lysania Ekoula Akouala hat sich in den letzten Jahren viel mit den Themen Herkunft, Geschichte und Identität beschäftigt. Im Gespräch mit Eva Busch setzt sie sich mit der Frage auseinander, was sie erzählen würde, wenn jede Blume ihres Blumenstraußes eine Geschichte wäre. Wie würde sich dieser Blumenstrauß anhören oder anfühlen? Bernice arbeitet aktuell an der Veröffentlichung ihrer Spoken Word Texte in Form eines Buches, das Fololo heißen wird. Der Vortrag bietet den Zuhörenden einen Einblick hinter die Fassade.
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16.11.2020
26 Minuten
Vortrag von Sabrina Rahimi:
Die natürliche Umwelt des Rassismus ist die äußere Welt: Im Gegensatz dazu ist er in der inneren Welt beinahe unsichtbar – Kaum jemand hält sich selbst für rassistisch.
Der Vortrag skizziert aus der klinischen Arbeit gewonnen Erkenntnisse, wie innere rassistische Organisationen funktionieren. Zwei Schlüsselszenen rassistischer Interaktion im Falle des brutalen Todes von Stephen Lawrence (geb. 13. Sept.1974 – Tod am 22. April 1993) und Victoria Adjo Climbié (geb. 2. Nov. 1991 – Tod am 25.02.2000 mit 10 Jahren) werden dargelegt und untersucht.
Die natürliche Umwelt des Rassismus ist die äußere Welt: Im Gegensatz dazu ist er in der inneren Welt beinahe unsichtbar – Kaum jemand hält sich selbst für rassistisch.
Der Vortrag skizziert aus der klinischen Arbeit gewonnen Erkenntnisse, wie innere rassistische Organisationen funktionieren. Zwei Schlüsselszenen rassistischer Interaktion im Falle des brutalen Todes von Stephen Lawrence (geb. 13. Sept.1974 – Tod am 22. April 1993) und Victoria Adjo Climbié (geb. 2. Nov. 1991 – Tod am 25.02.2000 mit 10 Jahren) werden dargelegt und untersucht.
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16.10.2020
57 Minuten
Fat is a Feminist Issue von Koschka Linkerhand:
Essstörungen und weibliche Subjektivität im kapitalistischen Patriarchat.
Der Zusammenhang von Essstörungen mit Schönheitsidealen und weiteren sexistischen Anforderungen an Frauen ist offensichtlich. Mit einer Analyse der weiblichen Subjektform kann man ihm gesellschaftstheoretisch zu Leibe rücken. Was hat die kapitalistische Sphärentrennung damit zu tun, dass Frauen immer auch verfügbarer und gebärender Körper sein sollen? Wie lässt sich ein emanzipatorischer Umgang mit dem tief eingebrannten Wunsch finden, gleichzeitig begehrenswert und autonom zu sein?
Essstörungen und weibliche Subjektivität im kapitalistischen Patriarchat.
Der Zusammenhang von Essstörungen mit Schönheitsidealen und weiteren sexistischen Anforderungen an Frauen ist offensichtlich. Mit einer Analyse der weiblichen Subjektform kann man ihm gesellschaftstheoretisch zu Leibe rücken. Was hat die kapitalistische Sphärentrennung damit zu tun, dass Frauen immer auch verfügbarer und gebärender Körper sein sollen? Wie lässt sich ein emanzipatorischer Umgang mit dem tief eingebrannten Wunsch finden, gleichzeitig begehrenswert und autonom zu sein?
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Über diesen Podcast
Wir, die Initiative Frauenkampftag Bochum, sind ein Zusammenschluss
von Menschen, die seit 2018 die Demo zum Frauenkampftag am 8. März
in Bochum und rund um dieses Datum die feministischen Aktionswochen
veranstalten. Ab sofort gibt es uns auch als Podcast. Hier stellen
wir euch Vorträge auch fernab des 8. März zur Verfügung - denn
Frauenkampf ist nicht nur ein mal im Jahr!
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