Podcaster
Episoden
22.05.2026
49 Minuten
Wie retten wir den Lokaljournalismus? Während die gesellschaftliche Bedeutung lokaler Berichterstattung unbestritten bleibt, wächst der ökonomische Druck unaufhaltsam und Werbegelder wandern massenhaft zu den globalen Plattformen ab. Die viel zitierten „News Deserts“ in den USA zeigen bereits, wohin dieser Weg führen kann: zu schwindendem Vertrauen in die Demokratie, weniger gesellschaftlicher Teilhabe und extremerem Wahlverhalten. Doch wie lässt sich dieser Abwärtstrend hierzulande stoppen? Studio 47 aus Duisburg liefert darauf einige mögliche Antworten. Als einziger privater Lokal-TV-Sender in Nordrhein-Westfalen behauptet sich das Medienhaus seit 2006 erfolgreich am Markt; mit einer konsequenten Strategie der kleinen Schritte und dem pragmatischen Einsatz künstlicher Intelligenz. Im Gespräch mit Lukas Schöne berichtet Chefredakteur Sascha Devigne über den selbst entwickelten „Hypermedia AI Newsroom“. Mit KI-Tools wie „Newshub“ produziert der Sender mittlerweile komplette 15-minütige Nachrichtensendungen vollautomatisiert am Rechner, inklusive digitaler Avatare. Dass das Publikum darauf völlig anders reagiert als gedacht, zeigt eine Akzeptanzstudie der Landesmedienanstalt NRW, deren Ergebnisse Sascha in dieser Folge aufschlüsselt. Außerdem geht es um die Freiräume, die KI für echten Journalismus vor Ort schafft, und um die Forderung nach einer Digitalabgabe für Plattformriesen.
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08.05.2026
54 Minuten
Das Mikrofon wird weggeschlagen, die Kamera verdeckt, Journalistinnen und Journalisten werden beleidigt und bedrängt. Das Sicherheitsgefühl im Journalismus hat in den vergangenen Jahren spürbar gelitten, auf der Straße und im Netz. Es ist eine Entwicklung, die auch eine Bedrohung für die Demokratie insgesamt darstellt. In der neuen Folge von This is Media NOW spricht Lukas Schöne mit Patrick Peltz, dem Leiter der Studie „Feindbild Journalist:in“ vom European Center for Press and Media Freedom. Sie blicken auf zehn Jahre Dokumentationspraxis zurück, in denen seit 2015 insgesamt 522 Fälle physischer Gewalt gegen Medienvertreter in Deutschland erfasst wurden. Neben körperlichen Angriffen beleuchtet die Teilstudie „Strapazierter Journalismus“ auch die nicht-physischen Anfeindungen. Über 60 Prozent der befragten Journalistinnen und Journalisten gaben an, in den letzten zwölf Monaten Anfeindungen ausgesetzt gewesen zu sein. Das führt zur Gefahr einer „schleichenden Angst“ in den Redaktionen, die zur Folge haben kann, dass bestimmte polarisierende Themen gar nicht mehr aufgegriffen oder anders formuliert werden. Verstärkt wird dieses Problem zusätzlich durch das strukturelle Prekariat, schrumpfende Ressourcen und die hohe Arbeitsbelastung in der Branche. Wie können Medienhäuser dieser Entwicklung begegnen? Und welche konkreten Schutzmaßnahmen sind notwendig?
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24.04.2026
51 Minuten
Was ist eigentlich die Aufgabe von Journalismus? In Zeiten von schwindendem Medienvertrauen und zunehmender Polarisierung wird der Ruf nach mehr Perspektivenvielfalt laut. Doch wie berechtigt ist der Vorwurf, die Berichterstattung sei zu einseitig oder gar „linksideologisch“ verengt? Till Opitz ist Journalist (Deutschlandfunk) und Trainer für Themen wie Vertrauen in Medien und Perspektivenvielfalt. Im Gespräch mit Lukas Schöne analysiert er, warum wir oft Gefahr laufen, die Welt nur aus der Perspektive der Großstadt-Bubble wahrzunehmen. Dabei geht es nicht um „linke“ oder „rechte“ Formate, sondern um handwerkliche Standards und die Frage, wie wir Gruppen erreichen, die sich im aktuellen Diskurs nicht mehr wiederfinden. Außerdem diskutieren die beiden darüber, wie Medienschaffende mit ihrer eigenen Prägung umgehen können. Und es geht um die Frage, inwieweit der ökonomische Druck auf den (Lokal-)Journalismus die wahre Ursache für fehlende Vielfalt ist.
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10.04.2026
55 Minuten
Robert Förster hat Riga mit einem guten Gefühl verlassen. Für den COO von Radiozeit haben die Radiodays Europe dort gezeigt, dass Audio ein Medium der Zukunft ist. Menschen haben großes Vertrauen in Audioangebote. Radio und Podcasts können lokale Identität stiften und über alle Plattformen hinweg Menschen an Marken binden. Doch von allein passiert das nicht. Robert Förster sagt: Die Zeit des reinen Bauchgefühls muss enden. Er ist überzeugt, dass Radio nur dann eine Zukunft hat, wenn es sich technologisch und inhaltlich neu aufstellt. Dazu gehört für ihn die datenbasierte Programmanalyse. Sein Tool ermöglicht es, Moderationen, Themenschwerpunkte und Sendeabläufe rund um die Uhr objektiv zu prüfen und messbar zu machen. KI soll bessere Strategieentscheidungen ermöglichen. Robert ist überzeugt: Technologie hilft dabei, journalistische Qualität zu sichern und Markenwelten über alle Kanäle hinweg auszubauen. Doch Robert Förster blickt auch über den Tellerrand des Radios hinaus und berichtet von einem innovativen Projekt mit der UFA, über das er auch beim MTM Special „AI & MEDIA“ am 21. und 22. April in der HFF München sprechen wird. Dabei hilft eine spezialisierte KI dabei, Hintergrundmusik aus alten Serien-Episoden wie GZSZ zu extrahieren und Lizenzen zu prüfen, um das Material u.a. für YouTube nutzbar zu machen.
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20.03.2026
45 Minuten
16,1 Prozent der Bevölkerung gelten in Deutschland als armutsgefährdet. Diese Menschen leben in einer Realität, die sich in vielen Medien wenig oder nur verzerrt wiederfindet. Während Boulevardmedien teilweise Kampagnen gegen Erwerbslose betreiben und Stereotype vom „faulen Arbeitslosen“ bedienen, kommt in Qualitätsmedien die strukturelle Einordnung zuweilen zu kurz. Brigitte Theißl, freie Journalistin und Expertin für Klassismus, erklärt im Gespräch mit Lukas Schöne, warum das auch ein Problem der Redaktionsstrukturen ist. Sie sagt: Da Journalismus ein zunehmend akademisch geprägter Beruf ist, fehlen oft die Lebensrealitäten derer, die nicht aus Akademikerhaushalten kommen. Das Ergebnis: Armutsbetroffene werden eher als „Kostenfaktoren“ denn als Expert:innen für ihre eigene Lage wahrgenommen. Wie gelingt eine Berichterstattung, die nicht mitleidig oder sensationsheischend ist? Warum ist Scham eine so große Barriere für die Recherche? Und was können etablierte Medien von Straßenzeitungen wie dem Augustin, BISS oder Hintz und Kuntz lernen? Diese Folge ist Teil des „Podcasthon“, bei dem Podcaster weltweit Aufmerksamkeit für gemeinnützige Organisationen schaffen. Lukas Schöne stellt in diesem Rahmen die Münchner Initiative Möwe Jonathan vor, die sich für Menschen in Armut und Obdachlosigkeit einsetzt.
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Über diesen Podcast
Die MEDIENTAGE MÜNCHEN für eure Ohren: Wer macht es besser, die KI
oder der Mensch? Welche Strategien gibt es für Medienschaffende, um
auf TikTok zu bestehen? Wie geht es mit klassischen TV- und
Radioanbietern weiter? Welche Reformen sind für den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk denkbar? Was können wir gegen Hate
Speech und Fake News tun? Regelmäßig wirft Host Lukas Schöne einen
Blick auf diese und noch viel mehr Fragen. Es sind Expert:innen aus
der Branche zu Gast, ihr hört Ausschnitte von Medienevents und
manchmal gibt der Host seinen eigenen Blick auf die Medienwelt zum
Besten. Es gibt auch einen LinkedIn-Newsletter zum Podcast:
https://www.linkedin.com/newsletters/lukas-sch%25C3%25B6ne-podcast-welt-7190728146453688320/
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