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Episoden
01.04.2026
23 Minuten
Veraltete Anwendungslandschaften sind für viele Unternehmen kein technisches Randproblem, sondern eine strategische Bremse. In dieser Folge von IT-Tacheles spricht Volker Gruhn mit Oliver Kowalke, Modernisierungsexperte bei adesso, über die Frage, wann es sich lohnt, bestehende Software grundlegend neu zu denken. Wann ist Refactoring sinnvoll und wann ist ein Rebuild die bessere Wahl? Was hindert Unternehmen daran, früher zu handeln? Und wie verändert GenAI die Kalkulation, die bisher gegen eine umfassende Modernisierung gesprochen hat? Oliver Kowalke gibt einen praxisnahen Einblick in die Strategien und Abwägungen, die adesso in Modernisierungsprojekten einsetzt: von den sieben Modernisierungsstrategien (den sogenannten 7 R's) über den Einsatz von GenAI in der Analysephase bis hin zur Frage, welche Rolle menschliches Urteilsvermögen dabei beibehält. Highlights der Episode: - Die 7 R's der Anwendungsmodernisierung: Retain, Rehost, Refactor, Rebuild, Replace und Retire im Überblick - Warum der Rebuild bisher oft gescheut wurde und wie GenAI die Schwelle verschiebt - Wie Analyse-Agenten helfen, große Anwendungslandschaften strukturiert zu bewerten - Warum Software-Engineering-, Domänen- und GenAI-Know-how zusammenspielen müssen - Wie agentische Entwicklung den wirtschaftlichen Aufwand für Modernisierungsprojekte verändert - Welche Rolle der Mensch im Prozess behält und warum das kein Übergangsphänomen ist Eine empfehlenswerte Folge für IT-Verantwortliche und Architekten, die eine Modernisierungsentscheidung vor sich haben: Sie erfahren in 20 Minuten, was GenAI grundlegend verändert. Hier finden Sie das Transkript dieser Folge als Download.
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Halbleiter, ganze Strategie: Wie ein deutscher Weltmarktführer KI einführt | IT-Themen auf den Punkt
04.03.2026
26 Minuten
Wie führt ein Unternehmen generative KI ein, wenn das eigene Geschäft auf hochsensibler IP basiert und ein Großteil des Markts in China liegt? In dieser Folge von IT-Tacheles spricht Host Volker Gruhn mit Burkhard von Spreckelsen, Chief Development Officer bei Elmos. Elmos ist ein Dortmunder Hidden Champion und Weltmarktführer in einer Automotive-Halbleiter-Nische. Lange Zeit stand das Unternehmen auf dem Standpunkt: GenAI lieber nicht. Heute ist das Unternehmen gesprungen. Und zwar kontrolliert. Burkhard nimmt uns mit in die Praxis: von der risikoorientierten KI-Strategie über eine Whitelist freigegebener Tools (u. a. ChatGPT, GitHub Copilot, Copilot in M365) bis zur Sandbox, in der neue Modelle ohne Produktivdaten getestet werden können. Dabei wird klar: KI wird nicht eingeführt, weil es „cool" ist, sondern weil sie auf profitables Wachstum und konkrete Unternehmensziele einzahlen muss. Besonders spannend: Elmos misst erste Effekte. Ohne Zwang, nur durch Bereitstellung der Tools, berichten Teams von spürbaren Zeiteinsparungen. Und Burkhard beschreibt, warum der große Sprung erst dann kommt, wenn Unternehmen Arbeitsweisen nicht nur beschleunigen, sondern neu designen. Highlights dieser Folge: • Vom Verbot zur Nutzung: Wie aus "GenAI geht bei uns nicht" eine kontrollierte Einführung wurde • Risikoorientierung statt Bauchgefühl: Welche Daten dürfen in die Cloud und welche bleiben strikt intern? • Tool-Strategie in der Realität: Warum „ein wichtiger Anbieter" oft besser ist als ständiges Tool-Hopping • Sandbox-Mindset: Experimentieren mit neuen Modellen, ohne produktive Systeme zu gefährden • Use vor Case: Warum Freigabe und Freiwilligkeit oft schneller skaliert als Top-down-Anordnungen • KI und Führung: Vier Thesen, was im Top-Management trotz KI bleibt (Verständnis, Purpose, People, Judgment) • Qualität, Testing, Automotive: Warum Safety-Ansprüche KI-Nutzung besonders herausfordernd und besonders lohnend machen Für wen lohnt sich die Folge? Für alle, die KI unter realen Restriktionen einführen müssen, beispielsweise in Industrie, Automotive, Engineering, R&D oder regulierten Umfeldern. Und für Entscheiderinnen und Entscheider, die wissen wollen, wie man KI pragmatisch skaliert, ohne die Organisation zu überfordern.
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25.02.2026
13 Minuten
Was bedeutet Digitale Souveränität, wenn die Technologie von einem US-Hyperscaler stammt? Michael Wahlers, Head of Technology bei Amazon Web Services (AWS) in Deutschland, räumt im Gespräch mit Peter de Lorenzi mit Vorurteilen auf und erklärt, warum die neue AWS European Sovereign Cloud weit mehr ist als nur ein Rechenzentrum auf europäischem Boden. In einer Zeit, in der Daten als das neue Gold gelten, wird die Frage nach ihrer Kontrolle immer lauter. Besonders im öffentlichen Sektor und in stark regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen oder der Finanzwirtschaft ist die Skepsis gegenüber globalen Cloud-Lösungen oft groß. Doch die technologische Entwicklung bleibt nicht stehen. AWS hat reagiert und mit der European Sovereign Cloud ein Angebot geschaffen, das physisch und logisch von bestehenden AWS-Regionen getrennt ist. Michael Wahlers gibt exklusive Einblicke in die Strategie hinter diesem Mammutprojekt. Er erläutert, wie AWS das Prinzip „Sovereignty by Design“ umsetzt und warum das Unternehmen bewusst „europäisch denkt“. Es geht nicht um Abschottung, sondern um die Befähigung europäischer Kunden, die volle Innovationskraft der Cloud zu nutzen – bei gleichzeitiger Einhaltung strengster lokaler Compliance- und Datenschutzvorgaben. Highlights dieser Folge: - Souveränität neu gedacht: Warum die European Sovereign Cloud physisch und logisch autark agiert. - Wieso Amazon europäisch denkt: Über die strategische Entscheidung, spezifische Lösungen für die Anforderungen des EU-Marktes zu entwickeln. - Operative Autonomie: Wer hat Zugriff auf die Daten? Michael Wahlers erklärt die Rolle von Personal mit Standort in der EU bei Betrieb und Support. Diese Folge ist ein Muss für IT-Entscheider, Datenschutzbeauftragte und Strategen, die verstehen wollen, wie die Brücke zwischen globaler Skalierbarkeit und lokaler digitaler Souveränität geschlagen wird.
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18.02.2026
22 Minuten
Was passiert, wenn eine etablierte Versicherung den direkten Zugang zu generativer KI über Nacht für rund 9.000 Mitarbeitende bereitstellt? Torsten Uhlig, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna, berichtet im Gespräch mit Volker Gruhn, wie eine konsequent agile Aufstellung zum Enabler für die KI-Revolution wurde und warum Vertrauen in der Versicherungswirtschaft trotz (oder gerade wegen) Algorithmen das höchste Gut bleibt. Anstatt Use Cases am Reißbrett zu entwerfen, haben die Verantwortlichen bei Signal Iduna den umgekehrten Weg gewählt: „Erst Use, dann Case“. Mit dem Co-Piloten „COSI“ und dem Avatar „Cosima“ wurde die KI demokratisiert. Die Mitarbeitenden lernen im Alltag, was die Technologie kann. Das Ergebnis: Jede Menge Begeisterung und konkrete Ideen direkt aus der Belegschaft. Von den Menschen, die selbst am besten wissen, wo die Technik im Arbeitsalltag wirklich Wirkung zeigt. Highlights dieser Folge: - Agilität als Betriebssystem: Wie die Signal Iduna mit über 1.000 agil arbeitenden Menschen das Fundament für schnellen technologischen Wandel legte. - Demokratisierung von KI: Warum Gemini Enterprise für alle 9.000 Mitarbeitenden eingeführt wurde – und das in Rekordzeit. - Bottom-up statt Elfenbeinturm: Das Prinzip „Erst Use, dann Case“ und die Rolle der „KI-Champions“. - Kultur & Sicherheit: Warum eine Beschäftigungssicherung Ängste nimmt und den Weg für echte Innovation frei macht. Diese Folge ist ein Muss für IT-Verantwortliche, Change-Manager und Führungskräfte, die erfahren wollen, wie man eine gesamte Belegschaft bei technologischen Disruptionen mitnimmt und warum Agilität die notwendige Bedingung für KI-Erfolge ist.
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29.01.2026
24 Minuten
Autos, Waschmaschinen, Produktionsanlagen: Komplexe technische Systeme entstehen heute im Zusammenspiel von Software, Mechanik und Elektronik. Doch wie entwickelt man solche Systeme schnell, kostengünstig und fehlerfrei? Und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz? In dieser Folge spricht Volker Gruhn mit Roman Dumitrescu. Er ist Direktor am Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM und Leiter des Fachgebiets »Advanced Systems Engineering« an der Universität Paderborn. Roman erklärt, warum die größten Herausforderungen im Engineering nicht in den einzelnen Disziplinen liegen, sondern an deren Schnittstellen. Und er zeigt, wie KI dabei hilft, diese Brüche zu überwinden. Das Fraunhofer IEM arbeitet seit Jahren daran, KI in Engineering-Prozesse zu integrieren. Roman beschreibt, wo die Hebel liegen: - GenAI für schnelle Konzeptentwicklung: Statt teurer Ingenieursstunden ermöglicht generative KI heute frühe Entwürfe, mit denen Teams schnell in den Kundendialog gehen können, ohne perfekten CAD-Entwurf. - Produktdaten endlich nutzbar machen: In traditionellen Unternehmen schlummern Unmengen an Dokumenten und Konstruktionsdaten. GenAI und Wissensgraphen helfen, dieses Wissen zu erschließen und Doppelarbeit zu vermeiden. - Spezialisierte Engineering-Modelle: Roman skizziert eine dreistufige Architektur, von großen Sprachmodellen über branchenspezifische Open Engineering Models bis zu unternehmenseigenen Modellen. Sein Appell: Deutsche Unternehmen müssen hier zusammenarbeiten, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Die beiden sprechen außerdem über die Ausbildung künftiger Ingenieure: Warum analytische und kommunikative Fähigkeiten wichtiger werden als spezialisiertes Fachwissen. Und warum trotzdem jeder eine Programmiersprache lernen sollte. Diese Folge ist für alle interessant, die wissen wollen, wie KI die Entwicklung komplexer Produkte verändert. Sie ist besonders relevant für Entwicklungsleiter und CTOs im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungstechnik und der Automobilindustrie.
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Über diesen Podcast
Ohne die Expertinnen und Experten, die Software planen,
programmieren, testen, ausrollen und aktualisieren, läuft in
Unternehmen nichts mehr. Neue Werkzeuge und Verfahren des Software
Engineerings erleichtern ihnen die Arbeit. Neue Themen und
Kompetenzen erweitern ihre Aufgabenbereiche. Diese Entwicklungen
und den Stand der Technik herauszuarbeiten, ist das Ziel des
adesso-Podcasts IT-Tacheles.
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