Spiegelbild - Politische Bildung aus Wiesbaden

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Folge 3: Von Wiesbaden nach Barcelona - Die Lebensgeschichten von Paul Schmiedel und Günther Berkhahn
16.07.2026
1 Stunde 3 Minuten
In der dritten Folge begeben sich Jana Müller und Thure Alting auf Spurensuche in Wiesbaden. Im Mittelpunkt stehen Paul Schmiedel und Günther Berkhahn, zwei Wiesbadener, deren Lebenswege von politischer Verfolgung, Exil und dem Kampf gegen den Faschismus geprägt waren. Von Wiesbaden aus führen ihre Geschichten nach Marseille, Paris und Barcelona, in die Milizen und Institutionen der Spanischen Republik, aber auch in französische Internierungslager und später zurück nach Deutschland. Schmiedel kämpfte in Spanien auf Seiten der POUM, Berkhahn arbeitete als Zeichner, Topograf und Beobachtungsoffizier für die Republik. Beide Biografien zeigen, wie unterschiedlich der Einsatz für das republikanische Spanien aussehen konnte.Die Folge erzählt von antifaschistischer Solidarität und politischer Hoffnung, aber auch von Armut im Exil, innerlinken Konflikten, stalinistischer Verfolgung, Niederlage und erneuter Verfolgung nach 1939. Zugleich fragt sie nach dem schwierigen Nachleben dieser Erfahrungen im Postnazismus. Was bedeutete Anerkennung für Menschen, die gegen den Faschismus gekämpft hatten, nach 1945 aber um Entschädigung, Erinnerung und gesellschaftliche Würdigung ringen mussten?Für diese Folge wurden unter anderem folgende Quellen und Darstellungen genutzt:Online-Darstellung zu Günther BerkhahnAxel Ulrich: „Günther Berkhahn“, in: Für Demokratie. Gegen Diktatur. Wiesbaden 1933–1945.https://fuer-demokratie-33-45-wiesbaden.de/personen/guenther-berkhahn/lang.htmlLetzter Abruf: 8. Juli 2026.LiteraturLothar Bembenek / Axel Ulrich: Widerstand und Verfolgung in Wiesbaden 1933–1945. Eine Dokumentation. Gießen: Anabas-Verlag.Archivquellen und Nachweise zu Paul SchmiedelArolsen Archives: Nachweis Paul Schmiedels als Häftling des KZ Ravensbrück, Haftnummer 2729, Eintrag im Nummernbuch des Männerlagers, Original beim IPN Warschau.https://collections.arolsen-archives.org/de/document/3767130Letzter Abruf: 8. Juli 2026.Gedenkstätte Ravensbrück, Archiv: SlgBu 43/940-65, Abschrift einer Nachkriegsaussage Paul Schmiedels aus Zwickau über Erschießungen durch die SS im Außenlager Drögen.Gedenkstätte Sachsenhausen, Archiv: Hinweise auf die Einlieferung Paul Schmiedels in das KZ Sachsenhausen, vermutlich im September 1941, Haftnummer 39529, sowie auf seine Überstellung in das Außenlager Drögen im Oktober 1941.https://www.sachsenhausen-sbg.de/sammlung-forschung/archiv/Letzter Abruf: 8. Juli 2026.Bundesarchiv: B 162/469, Akte u. a. mit der Aussage von Paul Gotthard Schmiedel aus Wiesbaden vom 16. Februar 1968 zu Ravensbrück, Sachsenhausen, Drögen und seiner vorherigen Internierung in Frankreich, insbesondere im Camp du Vernet.https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/83837b27-de40-455e-ac59-65c9ea83ad57/Letzter Abruf: 8. Juli 2026.Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden:HHStAW, Abt. 467, Nr. 6422, Entschädigungsakte Paul Schmiedel.HHStAW, Abt. 409/3, Nr. 13531, Gefangenenpersonalakte Paul Schmiedel.HHStAW, Abt. 518, Nr. 42772, Institut für Zeitgeschichte München: Zeitgeschichtliche Sammlung, ZS 1967.https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-1967.pdfLetzter Abruf: 8. Juli 2026.
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Folge 2: Thomas von der Osten-Sacken über die Rezeptionsgeschichte des Spanischen Bürgerkriegs
15.07.2026
1 Stunde 15 Minuten
Das Gespräch mit Thomas von der Osten-Sacken widmet sich dem Spanischen Bürgerkrieg als frühem Medien- und Weltanschauungskrieg. Internationale Journalisten, Schriftsteller und Intellektuelle verfolgten die Kämpfe in Spanien mit großer Aufmerksamkeit, berichteten nahezu in Echtzeit und prägten damit die Wahrnehmung des Konflikts weit über Europa hinaus.Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bilder, Reportagen, Literatur und politische Propaganda den Krieg deuteten und zuspitzten. Spanien wurde zur Projektionsfläche sehr unterschiedlicher Hoffnungen und Ängste. Für viele stand die Spanische Republik für die Verteidigung von Demokratie, Freiheit und sozialer Emanzipation gegen Faschismus, Militärputsch und autoritäre Gewalt. Gerade deshalb wurde der Krieg früh zu einem europäischen und internationalen Schlüsselereignis.Das Gespräch fragt auch nach den Nachwirkungen dieser Erzählungen. Welche Bilder vom Spanischen Bürgerkrieg prägen unsere Erinnerung bis heute? Zur Person:Thomas von der Osten‑Sacken ist Journalist und Publizist sowie Mitbegründer und Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e. V., die seit den frühen 1990er‑Jahren Menschenrechts‑ und Frauenrechtsarbeit im Nahen Osten leistet. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu Antisemitismus, Islamismus, Nahostpolitik und linker Geschichte u. a. in Jungle World, Die Zeit und Welt.Weiterführende Veröffentlichungen von Thomas von der Osten‑Sacken:Amerika. Der „War on Terror“ und der Aufstand der Alten Welt, hrsg. mit Thomas Uwer und Andrea Woeldike (ça ira Verlag, 2003) Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens, hrsg. mit Oliver M. Piecha & Alex Feuerherdt (Verbrecher Verlag, 2010) Beiträge in Sammelbänden wie Iran – Israel – Deutschland (2017): u. a. „Teheran und die Flüchtlinge…“Diverse Essays aus den Jahren 2022–2023 zu Themen wie „Die Bundesrepublik und 20 Jahre War on Terror“ oder Flüchtlingshilfe im sans phrase MagazinModeriert von Thure Alting von Spiegelbild e. V.
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Folge 1: Alex Carstiuc über den Spanischen Bürgerkrieg als Blaupause des Zweiten Weltkriegs
14.07.2026
53 Minuten
Das Gespräch mit Alex Carstiuc zeichnet die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zweiten Republik nach, rekonstruiert den Militärputsch vom Juli 1936 und folgt dem Verlauf eines Krieges, dessen Bedeutung weit über Spanien hinausreichte. Der Spanische Bürgerkrieg wurde zum Schauplatz internationaler Solidarität, aber auch zum Vorzeichen des kommenden europäischen Krieges. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verrat der westlichen Demokratien. Die Politik der sogenannten Nichteinmischung schwächte die Republik massiv, während Deutschland und Italien Franco militärisch unterstützten. Die Geschichte hätte ein anderes Ende nehmen können, wenn die demokratischen Staaten Europas die spanische Republik nicht isoliert hätten. Zugleich richtet das Gespräch den Blick auf die Ambivalenzen und Tragödien der republikanischen Seite, auf ihren Kampf gegen den Faschismus, aber auch auf stalinistischen Terror, innerlinke Repression und die Verfolgung oppositioneller Linker. Nach 1939 setzte sich die Tragik vieler Spanienkämpfer fort. Exil, Internierung, Verfolgung und in vielen Fällen die erneute Konfrontation mit Faschismus und Krieg.Alexander Carstiuc, Sozialpädagoge und Historiker, arbeitet in der Bildungsarbeit und als Übersetzer zu den Themen Nationalsozialismus und Shoa. Er ist Herausgeber der Memoiren Léon Poliakovs. Zuletzt übersetzte er (mit Jonas Empen und Janina Reichmann): Annette Wieviorka: 1945. Als die Amerikaner die Lager entdeckten. Tiamat 2021.
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Jüdisches Mainz: Vor und nach dem Pogrom von 1096. Ein Gespräch mit Dr. Susanne Urban
27.05.2026
30 Minuten
Anlässlich des 930. Jahrestags der antijüdischen Pogrome von 1096 sprechen wir mit der Historikerin Dr. Susanne Urban über jüdisches Leben im mittelalterlichen Mainz, die Bedeutung der SchUM-Städte und die Gewalt des Ersten Kreuzzugs. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, warum jüdische Geschichte nicht auf Verfolgung reduziert werden darf und was der Blick auf 1096 für das Verständnis von Antisemitismus heute bedeutet.
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Interview mit Burak Yilmaz: Antisemitismuskritik und Rassismuskritik zusammendenken
28.05.2024
1 Stunde 27 Minuten
Wir sprachen mit Burak Yilmaz über diskriminierungskritische Bildungsarbeit in Zeiten eines eskalierenden Antisemitismus und Rassismus: Wie erlebte er die letzten Monate? Wie bewertete er die Reaktionen der Bildungsinstitutionen? Und was empfiehlt er pädagogischen Fachkräften, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus einsetzen möchten? Yilmaz ist Sozialarbeiter und seit vielen Jahren in der offenen Jugendarbeit tätig. Er wurde für seinen Einsatz gegen Diskriminierung mehrfach ausgezeichnet. Im Rahmen eines Projekttages am 13. Mai diskutierte er an der Carl-von-Ossietzky-Schule mit Schüler*innen und las aus seinem Buch “Ehrensache – Kämpfen gegen Judenhass”. Spiegelbild ist Patin der Carl-von-Ossietzky-Schule im Projekt “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”. Die Veranstaltung wurde gefördert von "Demokratie Leben". "'Demokratie leben in Wiesbaden' ist eine Strategie, die das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit fördert. Gefördert werden Projekte in Wiesbaden, die sich für ein vielfältiges, respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander einsetzen. https://www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de
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Über diesen Podcast

Spiegelbild leistet historisch-politische Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft und wurde 2007 als Jugend- und Bildungsinitiative des Aktiven Museums Spiegelgasse für deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden gegründet. Über diesen Podcast werden Veranstaltungsmitschnitte, Interviews und eigene Formate zu Themen wie Antisemitismus und Rassismus hochgeladen.
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Interview mit Burak Yilmaz: Antisemitismuskritik und Rassismuskritik zusammendenken
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