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Episoden

44 Minuten
"Zeit"-Journalistin Anne Kunze ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren tief in den eskalierten Sorgerechtsstreit der bekannten Steakhouse-Familie Block eingetaucht. Im turi2-Podcast spricht die Kriminalreporterin und Chefredakteurin von "Zeit Verbrechen" über ihr neues, achtteiliges Doku-Format "House of Block", das seit gestern Nachmittag online ist. Erstmals kommen darin auch die betroffenen Töchter der Familie zu Wort, von denen eine Opfer der Entführung in der Silvesternacht 2023 wurde. Der Fall wird aktuell noch vor dem Landgericht Hamburg verhandelt. Mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow diskutiert Kunze die ethischen Herausforderungen bei hochprivaten Kriminalfällen. Sie erklärt u.a., wie sie es schafft, stets auf "neutralem Boden" zu bleiben, ohne ihr Mitgefühl für die jungen Betroffenen zu verlieren. Kunze spricht auch über das investigative Handwerk. Sie sagt etwa, dass sie sich bei ihren Recherchen in der Regel nicht bedroht fühlt – weder durch Anwälte, die Veröffentlichungen verhindern wollen, noch bei nächtlichen Observationseinsätzen wie bei ihrer ersten investigativen Recherche. Damals deckte sie einen Biofleisch-Skandal auf. Kunze gibt im Podcast zudem handwerkliche Tipps und erklärt, dass sie Menschen und Firmen in der Regel schon nach zwei Dritteln der Recherche konfrontiert: "Die Gegenseite ist dein bester Faktencheck", sagt sie. So verhindere sie, wesentliche Details zu übersehen oder Fakten falsch einzuordnen. Gegen Ende des Gesprächs geht es um Macht und Wirkung von investigativen Recherchen. Kunze räumt ein, dass Fälle, die die Welt in ihren Grundfesten erschüttern, fast nie vorkommen. Dennoch habe der investigative Journalismus die Möglichkeit, im Detail zu wirken. Mit "Zeit Verbrechen" versuche die Redaktion etwa, das Justizsystem in Deutschland transparenter zu machen. Zudem erinnert Kunze daran, dass "Zeit Verbrechen"-Gründerin Sabine Rückert mit ihren Recherchen zwei unschuldig verurteilte Männer aus dem Gefängnis geholt hat. Hier geht es zum Podcast "House of Block": https://www.zeit.de/serie/house-of-block
51 Minuten
Lars Petersen leitet gemeinsam mit Alexander Dinger die kleine, aber schlagkräftige Investigativ-Einheit der Premium-Gruppe von Axel Springer und recherchiert markenübergreifend für Titel wie "Welt", "Business Insider" und "Politico". Im turi2-Podcast im Rahmen der Themenwoche Zeitungen gibt er tiefe Einblicke in den Maschinenraum der Enthüllungsrecherche. Trotz aller digitalen Hilfsmittel bleibt für ihn eine Tugend unersetzlich: "Journalismus ist ein People's Business", sagt Petersen und rät gerade jüngeren Medienschaffenden, die Scheu vor dem Telefonhörer abzulegen. Nur durch offene, direkte Kommunikation lasse sich Vertrauen zu Quellen aufbauen. Gegenwind und Post von Medienanwälten gehören bei gut einem Drittel seiner Geschichten zum Berufsalltag, sagt Petersen. Dass er dabei die Springer-Rechtsabteilung im Rücken hat, wertet er als immensen Vorteil, den viele Lokalmedien leider nicht haben. Dennoch macht Petersen den Kollegen Mut. Einen echten Impact lieferte das Springer-Investigativ-Team u.a. mit den Enthüllungen im RBB-Skandal um die damalige Intendantin Patricia Schlesinger – Recherchen, die das System des ÖRR nachhaltig erschütterten. Doch auch gestandene Investigativ-Profis sind vor Fehltritten nicht gefeit. Petersen fordert deshalb eine offene, schonungslose Fehlerkultur in der Branche. Er spricht in dem Zusammenhang auch über eigene Fehler – und erklärt, wie man sie transparent aus der Welt schafft. Und wie reagiert der Investigativ-Chef, wenn der Spieß umgedreht wird und andere Journalisten den mächtigen Springer-Konzern ins Visier nehmen? Petersen sieht das "sportlich": Wer an andere harte Maßstäbe anlege, müsse akzeptieren, dass diese auch für das eigene Haus gelten. Bei der Frage, ob Hinweisgeber auch Eigeninteressen haben und Investigativ-Journalisten für ihre Zwecke instrumentalisieren, macht Petersen sich keine Illusionen: "Ich glaube, wir müssen uns als Journalisten einfach mal ehrlich machen: Egal, was wir tun, werden wir ausgenutzt – in Anführungszeichen."
41 Minuten
Das Sportmagazin "Kicker" geht im Werbemarkt bewusst eigene Wege. Sales Director Lukas Ringer erklärt im turi2-Podcast, warum plumpe Werbe-Integrationen für das Sportmedium keine Option sind: "Ein Schnellschuss, irgendwas verkaufen, Logo draufklatschen, das ist eher nicht unser Ziel." Stattdessen setze das Haus auf Branded Content, der der Leserschaft am Ende des Tages einen echten inhaltlichen Mehrwert biete. Gemeinsam mit Editorial Director Tobias Goldbrunner spricht Ringer darüber, wie Vermarktung und Redaktion bei großen Sport-Events auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Dabei verrät der Vermarktungschef auch, warum auch die Ergebnisse der Bezirks- und Kreisligen für Werbekunden hochspannende Zielgruppen bieten und warum er in das branchenübliche Jammern über sinkende Budgets nicht einstimmen will. Der "Kicker" blickt auf die erfolgreichste Weltmeisterschaft seiner Geschichte zurück – und das trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft. Editorial Director Goldbrunner hat das sportliche Debakel für sich und seine Redaktion in einen echten Vorteil verwandelt: Der "Kicker" habe die Baustellen des DFB fundiert und in der Tiefe analysieren können und damit die Bedürfnisse der Fans getroffen. Mehr als 3 Mrd Pageviews zählte allein die Website in der WM-Zeit, eine Leistung, auf die alle, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben, stolz sein können, findet Ringer. Er sagt aber auch, dass sich auch die kommenden Bundesliga-Wochenenden, was die Reichweite angeht, vor den WM-Zahlen nicht verstecken müssen. Der "Kicker" sei immer da und erfülle den Informationsbedarf der Fans über alle Ligen und Wettbewerbe hinweg.
47 Minuten
Der Kieler Verleger Kassian Goukassian ist ein echter Vorreiter in Sachen KI-Transformation. Im neuen turi2 Podcast erklärt er, wie sein KI-gestütztes “Second Brain” seinen Alltag als CEO von falkemedia verändert und wie die Technologie Geschäftsmodelle in Reichweite bringt, die früher schlicht nicht umsetzbar gewesen wären. Dazu zählt für Goukassian etwa die Internationalisierung seiner Angebote. Außerdem macht er im Interview von turi2-Chefredakteur Markus Trantow deutlich, warum er gerade im KI-Zeitalter die Stimme echter Menschen und Personenmarken für unersetzlich hält. Der Podcast taucht tief ein in die Frage, wie KI Führungskräfte besser macht und wie sich die Idee der KI-gestützten Innovation auf die gesamte Belegschaft ausrollen lässt. Heute, erklärt Goukassian, nutzen nahezu alle seiner knapp 200 Beschäftigten KI-Anwendungen. 25 % der Belegschaft treiben den Change-Prozess aktiv voran und fragen beim Head of AI nach neuen KI-Lösungen für ihren Arbeitsalltag. Goukassian steuert seine KI-Innovationsmaschine vom “Green Campus” in Schönkirchen in der Nähe von Kiel aus. Hier entstehen Marken wie “Zaubertopf”, “Air Fryer Club”, “So is(s)t Italien”, “Stereo“ oder “Mac Life”, dazu zahlreiche Video- und Social-Media-Formate. Die Umgebung erinnert eher an ein modernes Startup als an einen klassischen Verlag: Weiße Konferenzräume und austauschbare Großraumbüros sucht man hier vergeblich. Stattdessen atmet jeder Winkel des Medienhauses Persönlichkeit, lädt ein, sich inspirieren zu lassen und kreativ zu werden. Der Podcast selbst entstand im hauseigenen Podcast- und Musikstudio. (virtuelle Campus-Tour: https://www.falkemedia.de/green-campus) Eine vertiefte Ableitung des Gesprächs mit Goukassian ist die aktuelle Titelgeschichte des turi2-Schwestermagazins “kresspro”. Hier breitet Goukassian 11 konkrete KI-Anwendungen aus und stellt 5 KI-Strategien für Führungskräfte vor. “kresspro” gedruckt oder digital lesen: https://shop.oberauer.com/detail/index/sArticle/911?_gl=1*1t7znss*_ga*NzMyMTQ1MDQuMTc4MDQyMzM2Mw..*_ga_W38JB2R1BF*czE3ODA4NTcwNDckbzE2JGcwJHQxNzgwODU3MDQ3JGo2MCRsMCRoMTQ5ODAyNzM5MA.. Zudem ist der Verleger zu Gast beim European Publishing Congress am 17. und 18. Juni in Wien. Der Titel seines Vortrags: Wie ein Medienhaus mit 200 Menschen die Wirkung von 1.000 entfaltet. Tickets hier: https://www.publishing-congress.com/tickets/?_gl=1*1glbfv3*_ga*NzMyMTQ1MDQuMTc4MDQyMzM2Mw..*_ga_W38JB2R1BF*czE3ODA4NTcwNDckbzE2JGcwJHQxNzgwODU3MDQ3JGo2MCRsMCRoMTQ5ODAyNzM5MA.. Im Podcast berichtet Goukassian u.a. über sein Musikprojekt Kajoma für Kinder. Reinhören bei Spotify: https://open.spotify.com/artist/6a5VPnwtJwm2gZPu7i5MLi?si=CmtvtifVS8qQZ4U0QTlH5w (Foto: Daniel Holst/Falkemedia)
43 Minuten
“Wir wollen ganz neue Aspekte des Fußballs überhaupt erst in den Scheinwerferkegel der Aufmerksamkeit bringen”, erklärt Kay Dammholz im turi2 Podcast. Er ist beim DFB für Sportrechte zuständig und startet am Freitag DFB.TV. Bei dem neuen Bezahlsender, der als Joint Venture mit dem Sportdigital-Betreiber Sportainment entsteht, wirkt Dammholz auch als Managing Director. Im Podcast-Interview von turi2-Chefredakteur Markus Trantow erklären Dammholz und Sportainment-Chef Gisbert Wundram, dass sie sich aus dem Poker um die großen Fußball-Rechte bewusst heraushalten. Man wolle den Rechten eine Bühne bauen, “die es nicht aus eigener Kraft schaffen, einen Käufer zu finden”, sagt Dammholz. Wundram ergänzt: “Es gibt bei uns nicht dieses eine Leuchtturmrecht, um das herum alles gebaut wird. Sondern die Vielfalt ist der Leuchtturm.” Der Gründer der Firma Sportainment hat mit seinen Sportdigital-Kanälen Erfahrung mit der kommerziellen Vermarktung von Nischen-Sportrechten. DFB.TV ist zwar ein Bezahlsender, die meisten Fans, die schon ein Abo bei einem der Sportbezahldienste haben, müssen aber wohl nichts extra zahlen, um das lineare Programm zu sehen, weil es schon zum Start bei Vodafone, Dazn, HD+ und Zattoo im Bouquet sein wird. Mit Sky und Magenta befinde man sich “in fortgeschrittenen Gesprächen”, sagt Wundram. Für alle, die ohne Pay-TV-Abo auf DFB.TV zugreifen wollen, gibt es eine App, die knapp 6 Euro pro Monat oder knapp 60 Euro pro Jahr kostet. Im Podcast geht es um die Inhalte der ersten Sendewochen, das Geschäftsmodell, die Vermarktung und die Aussichten für den Sender, der am Freitag um 15.30 Uhr on air geht. Kay Dammholz wünscht sich, dass DFB.TV in einem Jahr “ein Go-to-Angebot für jeden Fußballfan” ist. Alle Beiträge der Themenwoche Sportkommunikation: https://www.turi2.de/community/themenwoche-sportkommunikation-2026/ Du willst Teil unserer künftigen Themenwochen sein? Alle Infos hier: https://www.turi2.de/themenwochen/
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Über diesen Podcast

Im turi2 podcast erzählen Medien-, Marken- und Meinungsmacher*innen, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung angehen und was sie persönlich antreibt. Zusätzlich zum Podcast gibt es die kompletten Gespräche auch als Video bei YouTube: http://youtube.com/turi2tv
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„turi2 podcast“

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