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  3. Die Rückfallzieher Podcast
  4. Mondpreise für Yan Diomande und Said El Mala
125 Millionen Euro für Yan Diomande, 55 Millionen Euro für Said El
Mala und so weiter. Angesichts der Mondpreise, die heuer
widerstandslos für Fußballspieler abgedrückt werden, die just dem
Stimmbruch entronnen sind, werfen die erzkonservativen
Rückfallzieher unter Meigls Federführung einen Blick aufs Jahr
1976, als nach dem Sündenfall, dem ersten
Eine-Million-D-Mark-Transfer der Bundesliga, noch wahrhaftige
gesellschaftliche Erregung im Spiel war, der Sittenverfall im
Kicker (West) und der Fußballwoche (Ost) heiß diskutiert wurde,
Klein-Guidos Zeugnis in der Rüsselsheimer Albrecht-Dürer-Schule
wegweisende Züge hatte („Guido schreibt entweder ab oder am Thema
vorbei“) und Klein-Meigl die Pausen nutzte, um die Tafel im
Klassenzimmer der Leibnitz-Schule um ein „Nur die BSG!“ zu
bereichern. Meigl, der 1976 Bestnoten im Schulgarten-Unterricht
hatte, nimmt Guido, der 1976 gut in Leibesübungen war, mit auf eine
sozialkritische Zeitreise. Von 1976 und einem Stürmer, der allen
Ernstes Roger van Gool hieß und eine Ablöse-Schallmauer
pulverisierte, bis ins Jahr 2026, in dem RB Leipzig kurz davor ist,
das Hundertfache der van Goolschen Mörderkohle für einen
19-jährigen Kölner namens Said El Mala zu zahlen. Meigls Monolog
handelt von Sein und Nichtsein, von einem funktionierenden
Wertekanon, von Rückgrat, von Jimmy Carter, der 1976 gegen Gerald
Ford gewinnt und als US-Präsident keinen einzigen Krieg beginnt,
von Erich Honecker, der 1976 Willi Stoph beerbt, um einen
Lampenladen zu eröffnen, von Uli Hoeneß, der 1976 einen Elfer in
den Belgrader Nachthimmel jodelt. Als Guidos Glubschen zufallen,
kommt Meigl, der unendliche Einlaufkurven liebt, endlich auf die
Zielgerade. „1976 holte der 1. FC Köln aus Brügge einen Fußballer,
der eine Million D-Mark Ablöse gekostet hat“, beklagt Meigl den
imperialen und stilbildenden 76er Rekordtransfer. „Das, Güüdooo,
war der Anfang vom Ende des ehrlichen Fußballs! Für eine Million
Westmark hätte ganz Leipzig nie mehr Blauen Würger trinken müssen!“
Beim Kauf von zwei Flaschen Kristall Wodka gab es einen Blindenhund
gratis. „Und dann“, Meigl ist auf 180, „hieß dieser
Millionen-Stürmer von drüben auch noch Roger van Gool. Wolltet ihr
uns verarschen? Warum nicht gleich Toni de Tor? Anständige
Fußballer heißen Bernd Bauchspieß, Henning Frenzel oder Hansi
Leitzke!“ Über 50 Millionen Euro für El Mala? Meigl: „Das ist nicht
mehr mein Fußball.“ Nach Guidos tröstenden Worten („Deine Chemiker
haben weder Geld noch Erfolg, das ist purer Fußball, Meigl!“) nimmt
Journalisten-Legende Pit Gottschalk die Themen Kommerz, Telekom
Cup, RB-Leitplanken, Eintracht Trier und dies und das geistreich
volley. Nur mal so: Vor vielen Monden wurde der einst zart
besaitete Mainzer Jung-Stürmer Guido im Moselstadion zu Trier von
grobschlächtigen Gastgebern, die oben rum Bärte wie Karl Marx und
unten rum spitz zugeteilte Alustollen trugen, zum Mann gegrätscht.
Präsentiert werden die Rückfallzieher von Gold for Leipzig -
powered by der lieblichen L-Gruppe. Der Leipziger Vorort Berlin
würde gerne olympisch werden. 2036, 2040 oder 2044. Das funzt nur,
wenn Co-Ausrichter Leipzig den olympischen Funken weltweit
überspringen lässt. Die minütlich wachsende Bürgerinitiative Gold
for Leipzig will mitreißen, inspirieren, hat unter anderem die
Aktion „Deine Stimme für Olympia“ geboren. Bis zum 26. September
sollen 10000 Stimmen her. Grund: An jenem 26. entscheidet der
Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), welche deutsche Bewerber ins
olympische Rennen geschickt werden.
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„Mondpreise für Yan Diomande und Said El Mala“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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