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Weiberbildung
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Beschreibung
vor 2 Wochen
In dieser Folge spricht Nina Haffer mit der Hebamme, Trainerin
und Autorin Jutta Wohlrab über Geburt, Weiblichkeit und die
Frage, was es eigentlich bedeutet, eine Frau zu sein.Jutta
Wohlrab begleitet seit über 40 Jahren Frauen durch
Schwangerschaft und Geburt und hat dabei mehr als 3.000 Geburten
miterlebt. Gemeinsam sprechen Nina und Jutta darüber, warum
Geburt weit mehr ist als ein medizinischer Vorgang und warum sie
für viele Frauen eine tiefgreifende körperliche, emotionale und
mentale Transformation sein kann.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eng Geburt und Weiblichkeit
miteinander verbunden sind. Jutta erzählt, warum Geburtsangst
zwar verständlich ist, aber nicht die Entscheidung über den
eigenen Geburtsweg bestimmen sollte. Sie spricht über die
Bedeutung von Wissen, Vorbereitung, Vertrauen und guter
Begleitung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die moderne Geburtshilfe. Gemeinsam
diskutieren Nina und Jutta über Kaiserschnitte, Interventionen
und die Frage, wie viel Medizin bei einer Geburt tatsächlich
notwendig ist. Dabei macht Jutta deutlich: Ein Kaiserschnitt kann
Leben retten und ist in vielen Situationen die richtige
Entscheidung. Gleichzeitig sollte jede Frau die Möglichkeit
haben, ihre Geburt informiert und selbstbestimmt zu erleben.
Es geht nicht um „natürlich“ gegen „medizinisch“, sondern um die
Frage, wie Frauen in ihren Entscheidungen besser unterstützt
werden können.Auch das Thema Gewalt und Trauma in der
Geburtshilfe kommt zur Sprache. Jutta erzählt von Frauen, deren
Geburtserfahrungen sie nachhaltig geprägt haben und von Frauen,
die ihre zweite Geburt bewusst anders erleben wollten. Dabei wird
deutlich, welche Rolle Kommunikation, Sicherheit, Vertrauen und
mentale Vorbereitung spielen können.
Nina und Jutta sprechen außerdem über Oxytocin, Bindung und den
sogenannten „Mutterinstinkt“. Was passiert hormonell während und
nach der Geburt? Können auch Väter bzw. Partner:innen eine
intensive Bindung zum Kind entwickeln? Und welche Rolle spielen
unsere eigene Kindheit, unsere Beziehungen und früh erlernte
Muster dabei, wie wir Mutterschaft und Fürsorge erleben?
Ein weiterer spannender Teil des Gesprächs dreht sich um
Geburtspositionen: Warum wird in vielen Kliniken noch immer
überwiegend in Rückenlage geboren? Und warum können aufrechte
Positionen, die Seitenlage, der Vierfüßlerstand oder die Geburt
im Wasser Frauen mehr Kontrolle und Sicherheit geben?
Darüber hinaus geht es um die Geschichte der Hebammen und das
Wissen von Frauen: um traditionelle Geburtshilfe, über
Generationen weitergegebenes Wissen und die Frage, was durch die
Medikalisierung und Institutionalisierung von Geburt verloren
gegangen sein könnte.
Und schließlich wird es persönlich: Was bedeutet Weiblichkeit
eigentlich? Weiblichkeit ist keine feste Rolle und Mutterschaft
keine Voraussetzung dafür, eine „gute“ Frau oder eine gute
Hebamme zu sein.Zum Abschluss sprechen Nina und Jutta darüber,
warum Schwangerschaft und Geburt mehr Vorbereitung verdienen.
Denn wie Jutta sagt: Wir vergessen Geburtstage, aber wir
vergessen nie den Tag der Geburt.
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