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  4. #7 Second Victims: Wenn Helfende Hilfe brauchen
In dieser Folge widmen wir uns einem Thema, das im Gesundheitswesen
lange übersehen wurde: dem Second-Victim-Phänomen – der Belastung,
die Mitarbeitende erleben, wenn ihnen ein Fehler passiert oder ein
unerwarteter Zwischenfall sie persönlich trifft. Prof. Dr. Reinhard
Strametz erklärt, warum dieses Phänomen so alt ist wie die Medizin
selbst und weshalb es heute aktueller denn je ist. Gemeinsam
definieren wir, was ein „Second Victim“ eigentlich ist, welche
Symptome typisch sind – von Schlafstörungen über Isolation bis hin
zu Schuld- und Schamgefühlen – und warum mehr als die Hälfte aller
Beschäftigten im Gesundheitswesen im Laufe ihres Berufslebens
betroffen sind. In einer Studie, die Prof. Strametz gemeinsam mit
seiner Doktorandin durchgeführt hat, gaben sogar 60–93 % der
Befragten an, bereits selbst Second Victim gewesen zu sein. Wir
sprechen über Ursachen und Schlüsselmomente, die ein solches
Erlebnis auslösen können, und über die schwerwiegendsten Folgen.
Manche Second Victims tragen langfristige psychische oder
körperliche Belastungen davon – im schlimmsten Fall kann ein
Vorfall sogar zum Suizid führen, vor allem dann, wenn Betroffene
zusätzlich bestraft oder stigmatisiert werden. Der wichtigste Satz
dieser Folge: „Second Victims brauchen Hilfe statt Bestrafung –
denn das Phänomen selbst ist oft härter als jedes Urteil.“ Ein
Schwerpunkt ist die Frage, wie Second Victims am besten unterstützt
werden können. Prof. Strametz erklärt die fünf Stufen der
Second-Victim-Hilfe und warum Peer Support dabei das wirksamste
Instrument ist: Unterstützung durch Kolleg*innen, die das Umfeld
kennen und Situationen realistisch einschätzen können. Studien, u.
a. von Hannah Rösner, zeigen zudem, dass Peer Support nicht nur
menschlich sinnvoll ist, sondern auch ökonomisch: Ein Krankenhaus
mit 1.000 Pflegekräften spart im Durchschnitt mehrere tausend Euro
pro Pflegekraft, wenn es ein solches Programm etabliert. Besonders
eindrücklich ist der Blick auf die Verbindung zwischen
Mitarbeitersicherheit und Patientensicherheit. Denn: Das eine gibt
es nicht ohne das andere. Second Victims zu schützen – auch wenn
ihnen ein Fehler passiert ist – ist ein zentraler Bestandteil
gelebter Patientensicherheit. Eine tiefgehende, wichtige Folge über
die Menschen im System, ihre Verletzlichkeit und die Frage, wie wir
ein Arbeitsumfeld schaffen, das unterstützt statt verurteilt.
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„#7 Second Victims: Wenn Helfende Hilfe brauchen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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