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Beschreibung
vor 1 Woche
Auf der Bestenliste stehen im Juli und August die aktuellen Bücher
von Lukas Bärfuss, Birgit Birnbacher, Lilli Tollkien, Elias Hirschl
und Lena Gorelik. Wir stellen die nominierten Titel vor. In
«Königin der Nacht» setzt sich Lukas Bärfuss mit seiner
verstorbenen Mutter auseinander. Sie war bettelarm, vulgär, zynisch
und lehnte ihren Sohn ab. Das Buch ist eine intensive Lektüre, weil
es an Urmenschliches rührt und politischen Gesprächsstoff bietet:
Bärfuss thematisiert den oft fragwürdigen Umgang der Schweiz mit
mittellosen Menschen in der Vergangenheit. Ozzy ist neun und hat
ADHS. In der Schule passt er nicht rein, aber er hat Begabungen und
Fähigkeiten, mit denen er ein erfolgreiches Leben führen könnte. In
ihrem vierten Roman «Sie wollen uns erzählen» stellt die
österreichische Schriftstellerin Birgit Birnbacher die Frage, ob
Betroffene als Problem gesehen werden müssen, oder ob «Wildwuchs im
Denken» angesichts der Probleme, auf die wir zusteuern, nicht auch
eine Chance für alle ist. In Lilli Tollkiens neuen Roman «Mit
beiden Händen den Himmel stützen» wächst die Protagonistin Lale in
den 1980ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys
gefeiert und Revolutionen geplant werden. Vor allem aber wird
getrunken, gekifft und gefeiert. Lale darf wach bleiben, solange
sie will, Süssigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt
sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen
(körperlichen) Grenzen immer wieder übertreten werden. Franziska
Denk hat ein Problem. Sie bekommt jede Krankheit, sobald sie deren
Namen hört. Im Mathematiker Otto Mandl begegnet ihr ein
Seelenverwandter. Sie lernen, sich mit Wörtern toter Sprache zu
immunisieren. In seinem neuen Roman «Schleifen» erkundet der
Schriftsteller und Spoken-Word-Künstler Elias Hirschl das Thema
«Sprache» auf alle nur erdenklichen Arten. Gescheit, verblüffend
und komisch. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder
trotz unserer Mütter wurden», schreibt Lena Gorelik in ihrem neuen
Buch «Alle meine Mütter». In mehreren, kaleidoskopartig
arrangierten Erzählungen zeichnet sie Mutterfiguren ganz
unterschiedlicher Art: Mütter, die abgetrieben haben. Mütter, die
dement sind. Mütter mit beeinträchtigten Kindern. Mütter, die an
Krebs erkranken. Mütter, die ihre Kinder im Krieg verlieren.
Mütter, die vom Umfeld als «überfordert» abgestempelt werden.
Mütter, die lieben. Mütter, die scheitern, zweifeln, stolpern. ·
Lukas Bärfuss. Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine
Mutter. 127 Seiten. Rowohlt, 2026. · Birgit Birnbacher. Sie wollen
uns erzählen. 224 Seiten Zsolnay, 2026. · Lilli Tollkien. Mit
beiden Händen den Himme stützen. 255 Seiten. Aufbau, 2026. · Elias
Hirschl. Schleifen. 416 Seiten. Zsolnay, 2026 · Lena Gorelik. Alle
meine Mütter. 270 Seiten. Rowohlt, 2026. Die Bestenliste wird jeden
Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören rund 50
Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen,
Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen
Institutionen. An der Erstellung der Bestenliste für Juli und
August 2026 waren 32 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 471
Punkte vergeben haben.
von Lukas Bärfuss, Birgit Birnbacher, Lilli Tollkien, Elias Hirschl
und Lena Gorelik. Wir stellen die nominierten Titel vor. In
«Königin der Nacht» setzt sich Lukas Bärfuss mit seiner
verstorbenen Mutter auseinander. Sie war bettelarm, vulgär, zynisch
und lehnte ihren Sohn ab. Das Buch ist eine intensive Lektüre, weil
es an Urmenschliches rührt und politischen Gesprächsstoff bietet:
Bärfuss thematisiert den oft fragwürdigen Umgang der Schweiz mit
mittellosen Menschen in der Vergangenheit. Ozzy ist neun und hat
ADHS. In der Schule passt er nicht rein, aber er hat Begabungen und
Fähigkeiten, mit denen er ein erfolgreiches Leben führen könnte. In
ihrem vierten Roman «Sie wollen uns erzählen» stellt die
österreichische Schriftstellerin Birgit Birnbacher die Frage, ob
Betroffene als Problem gesehen werden müssen, oder ob «Wildwuchs im
Denken» angesichts der Probleme, auf die wir zusteuern, nicht auch
eine Chance für alle ist. In Lilli Tollkiens neuen Roman «Mit
beiden Händen den Himmel stützen» wächst die Protagonistin Lale in
den 1980ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys
gefeiert und Revolutionen geplant werden. Vor allem aber wird
getrunken, gekifft und gefeiert. Lale darf wach bleiben, solange
sie will, Süssigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt
sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen
(körperlichen) Grenzen immer wieder übertreten werden. Franziska
Denk hat ein Problem. Sie bekommt jede Krankheit, sobald sie deren
Namen hört. Im Mathematiker Otto Mandl begegnet ihr ein
Seelenverwandter. Sie lernen, sich mit Wörtern toter Sprache zu
immunisieren. In seinem neuen Roman «Schleifen» erkundet der
Schriftsteller und Spoken-Word-Künstler Elias Hirschl das Thema
«Sprache» auf alle nur erdenklichen Arten. Gescheit, verblüffend
und komisch. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder
trotz unserer Mütter wurden», schreibt Lena Gorelik in ihrem neuen
Buch «Alle meine Mütter». In mehreren, kaleidoskopartig
arrangierten Erzählungen zeichnet sie Mutterfiguren ganz
unterschiedlicher Art: Mütter, die abgetrieben haben. Mütter, die
dement sind. Mütter mit beeinträchtigten Kindern. Mütter, die an
Krebs erkranken. Mütter, die ihre Kinder im Krieg verlieren.
Mütter, die vom Umfeld als «überfordert» abgestempelt werden.
Mütter, die lieben. Mütter, die scheitern, zweifeln, stolpern. ·
Lukas Bärfuss. Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine
Mutter. 127 Seiten. Rowohlt, 2026. · Birgit Birnbacher. Sie wollen
uns erzählen. 224 Seiten Zsolnay, 2026. · Lilli Tollkien. Mit
beiden Händen den Himme stützen. 255 Seiten. Aufbau, 2026. · Elias
Hirschl. Schleifen. 416 Seiten. Zsolnay, 2026 · Lena Gorelik. Alle
meine Mütter. 270 Seiten. Rowohlt, 2026. Die Bestenliste wird jeden
Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören rund 50
Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen,
Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen
Institutionen. An der Erstellung der Bestenliste für Juli und
August 2026 waren 32 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 471
Punkte vergeben haben.
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