Thomas Schlag: Post-digitale Zeiten, KI und die Frage nach dem Menschlichen

Thomas Schlag: Post-digitale Zeiten, KI und die Frage nach dem Menschlichen

vor 4 Tagen
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Beschreibung

vor 4 Tagen
Seit Jahren beschäftigt sich der Zürcher Prof. für Praktische
Theologie, Thomas Schlag, mit den Herausforderungen des digitalen
Wandels. Als Direktor des Sonderforschungsbereichs «Digital
Religions» an der Universität Zürich beobachtet er die technischen
und medialen Entwicklungen unserer Zeit. Dass sich selbst der Papst
der römisch-katholischen Kirche, Leo XIV., in seiner ersten
Enzyklika ausführlich zu den Herausforderungen der künstlichen
Intelligenz für unsere Zeit äussert, nehmen Andi Loos und Thorsten
Dietz zum Anlassen, sich im Podcast Geist.Zeit ausführlich mit
Thomas Schlag zu diesen Fragen zu unterhalten. Thomas Schlag
spricht inzwischen von einer post-digitalen Situation. Post- nicht
in dem Sinne, dass die Bedeutung dieser Entwicklungen schon wieder
nachlässt; im Gegenteil. Digitale Welten sind inzwischen so
selbstverständlich, dass sie keine Sonderwelt mehr sind, sondern
etwas, was sich auf alle Lebensbereiche auswirkt, auch auf Kirche
und Religion. Digitale Selbstverständlichkeiten verändern unsere
Kommunikationsgewohnheiten. Sie stellen auch klassische Hierarchien
und Expertisen in Frage. Die neuen Möglichkeiten Künstlicher
Intelligenz fordern uns seit einigen Jahren zusätzlich heraus. Die
Enzyklika des Papstes «Magnifica Humanitas» ist ein guter Einstieg
in das Thema. Durchaus beeindruckt stellt Thomas Schlag fest: Der
Papst ist mit diesem Text (der mit viel Expertise im Hintergrund
verfasst wurde) auf der Höhe der heutigen Entwicklungen. Er stellt
wichtige Fragen, die für uns wesentlich sind. Wer sind wir Menschen
angesichts der rasanten Entwicklungen? Müssen wir der Möglichkeit
ins Auge sehen, dass sehr viele von uns ersetzbar sind oder gemacht
werden? Es ist eindrücklich, wie der Papst unter dem Titel der
grossartigen Menschheit unsere Verletzlichkeit betont. Das ist
nicht unsere Schwäche – sondern unsere Stärke. Nur angesichts
unserer Grenzen entwickeln wir die Fähigkeit zu Solidarität, zu
Fürsorge und Mitgefühl. Es ist mehr denn je entscheidend, diese
Merkmale nicht verdrängen zu wollen. Überzeugend findet Schlag auch
die päpstliche Kritik an den Machtverhältnissen, die im Hintergrund
besteht. Das Stichwort der «Entwaffnung» der Künstlichen
Intelligenz ist notwendig, vor allem wenn man bedenkt, wie stark
technischen Entwicklungen heute auch mit der militärischen
Aufrüstung unserer Zeit verbunden sind. Weiterführende Links: Zum
Forschungsbereich «Digital Religions» geht es hier:
(https://www.digitalreligions.uzh.ch/de.html) Hier
(https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html)
findet sich die Enzyklika «Magnifica Humanitas» von Papst Leo XIV
KI und Digitalität ist auf bei RefLab eine eigene Themenwelt:
https://www.reflab.ch/category/themenwelten/digitalisierung-und-ki/.
Dort findest Du zwei aktuelle Podcastfolgen zum Thema: «Himmel und
Erdung»: Johanna di Blasi spricht mit Thomas Schlag und Sina Horner
über neuste Forschungsergebnisse zur Nutzung von KI bei
persönlichen Lebensfragen: Wenn der Algorithmus zum Seelsorger wird
– Studie von «Digital Religion(s)»
(https://www.reflab.ch/wenn-der-algorithmus-zum-seelsorger-wird-digital-religions/)
Und auch Manuel Schmid und Stefan Jütte sprechen in ihrem Podcast
«Ausgeglaubt» über die Enzyklika des Papstes: Papst Leo, die KI und
wir (https://www.reflab.ch/papst-leo-die-ki-und-wir/)

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