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Beschreibung
vor 17 Stunden
Die Gewalttexte der Bibel sind verstörend. Religionskritikern
liefern sie die Gründe, den Glauben an Gott abzulehnen. Andere
meiden diese Texte oder würden sie am liebsten aus der Bibel
löschen. Sonja Ammann, Professorin für Altes Testament an der Uni
Basel, hält dagegen: Gerade für Menschen, die heute mit Gewalt
überzogen werden, können diese Texte eine wichtige Funktion haben.
Die Opfer von Gewalt bekommen darin eine Stimme. Ihr Erfahrungen
kommen zur Sprache und werden so gemeinschaftlich verarbeitet.
Gerade auch in der Begegnung mit Bibelwissenschaftler:innen, die
aus ihrer Heimat selbst schwere Gewalterfahrungen kannten, gewann
Sonja Amman den Anstoss, sich mit kriegerischer Gewalt im AT
intensiver zu beschäftigen. In einem ersten Gesprächsgang (ab
Minute 13) entwickelt Sonja Ammann zusammen mit Andi und Thorsten
einen knappen Überblick: Was sind die unterschiedlichen Formen von
Gewalt im Alten Testament, in welchen Textgattungen wird Gewalt
thematisiert, und wer spricht aus welcher Perspektive? Im Hauptteil
stellt Sonja Ammann (ab Minute 33) ihren Zugang vor, den sie vor
allem ausgehend von den Ereignissen rund um die Eroberung
Jerusalems (ab 597 v.Chr.), der Zerstörung des Tempels und der
Deportation des jüdischen Volkes nach Babylon entwickelt. Die
Gewalttexte des Alten Testaments helfen der Gemeinschaft,
Kriegserfahrungen zu erinnern und durch Deutung zu verarbeiten.
Wesentlich ist auch das Bewusstsein, dass Neuanfänge möglich sind
und traumatische Erfahrungen nicht das Ende sein müssen. Wie läuft
dieser Prozess, durch den eine Mastererzählung entsteht, eine
kollektive Identität, welche die Zukunft einer Gemeinschaft prägt?
Schliesslich fragen die drei Podcaster, wie wir heute mit den
Gewalttexten des Alten Testaments umgehen können (ab Minute 56).
Denn sie bilden keine Dunkelfolie im Gegensatz zu unserer eigenen,
friedlichen Zeit. Auch unsere Welt ist voller Gewalt. Können wir
vom alttestamentlichen Umgang mit Gewalterfahrungen heute etwas
lernen? Wer Sonja Ammann ist und woran sie forscht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonja_Ammann Weiterführende
Publikationen Sonja Ammann: Der zerbrochene Spiegel. Die
babylonische Eroberung Jerusalems als kulturelles Trauma. Studies
in Cultural Contexts of the Bible, Bd. 9. Leiden: Brill 2024. Open
Access unter https://brill.com/display/title/68367 Sonja Ammann;
Helge Bezold; Stephen Germany; Julia Rhyder (Hg.): Collective
Violence and Memory in the Ancient Mediterranean. Culture and
History of the Ancient Near East, Bd. 135. Leiden: Brill 2023. Open
Access unter https://brill.com/edcollbook-oa/title/60065 Sonja
Ammann und Andere: Gewalt. Prospektiv. Theologisches und
Religionswissenschaftliches aus Basel, Nr. 15, 2022.
https://theologie.unibas.ch/fileadmin/user_upload/theologie/05_Fakultaet/2_Organisation__frueher_Zur_Fakultaet_/Publikationen/2022_Prospektiv_Nr.15.pdf
liefern sie die Gründe, den Glauben an Gott abzulehnen. Andere
meiden diese Texte oder würden sie am liebsten aus der Bibel
löschen. Sonja Ammann, Professorin für Altes Testament an der Uni
Basel, hält dagegen: Gerade für Menschen, die heute mit Gewalt
überzogen werden, können diese Texte eine wichtige Funktion haben.
Die Opfer von Gewalt bekommen darin eine Stimme. Ihr Erfahrungen
kommen zur Sprache und werden so gemeinschaftlich verarbeitet.
Gerade auch in der Begegnung mit Bibelwissenschaftler:innen, die
aus ihrer Heimat selbst schwere Gewalterfahrungen kannten, gewann
Sonja Amman den Anstoss, sich mit kriegerischer Gewalt im AT
intensiver zu beschäftigen. In einem ersten Gesprächsgang (ab
Minute 13) entwickelt Sonja Ammann zusammen mit Andi und Thorsten
einen knappen Überblick: Was sind die unterschiedlichen Formen von
Gewalt im Alten Testament, in welchen Textgattungen wird Gewalt
thematisiert, und wer spricht aus welcher Perspektive? Im Hauptteil
stellt Sonja Ammann (ab Minute 33) ihren Zugang vor, den sie vor
allem ausgehend von den Ereignissen rund um die Eroberung
Jerusalems (ab 597 v.Chr.), der Zerstörung des Tempels und der
Deportation des jüdischen Volkes nach Babylon entwickelt. Die
Gewalttexte des Alten Testaments helfen der Gemeinschaft,
Kriegserfahrungen zu erinnern und durch Deutung zu verarbeiten.
Wesentlich ist auch das Bewusstsein, dass Neuanfänge möglich sind
und traumatische Erfahrungen nicht das Ende sein müssen. Wie läuft
dieser Prozess, durch den eine Mastererzählung entsteht, eine
kollektive Identität, welche die Zukunft einer Gemeinschaft prägt?
Schliesslich fragen die drei Podcaster, wie wir heute mit den
Gewalttexten des Alten Testaments umgehen können (ab Minute 56).
Denn sie bilden keine Dunkelfolie im Gegensatz zu unserer eigenen,
friedlichen Zeit. Auch unsere Welt ist voller Gewalt. Können wir
vom alttestamentlichen Umgang mit Gewalterfahrungen heute etwas
lernen? Wer Sonja Ammann ist und woran sie forscht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonja_Ammann Weiterführende
Publikationen Sonja Ammann: Der zerbrochene Spiegel. Die
babylonische Eroberung Jerusalems als kulturelles Trauma. Studies
in Cultural Contexts of the Bible, Bd. 9. Leiden: Brill 2024. Open
Access unter https://brill.com/display/title/68367 Sonja Ammann;
Helge Bezold; Stephen Germany; Julia Rhyder (Hg.): Collective
Violence and Memory in the Ancient Mediterranean. Culture and
History of the Ancient Near East, Bd. 135. Leiden: Brill 2023. Open
Access unter https://brill.com/edcollbook-oa/title/60065 Sonja
Ammann und Andere: Gewalt. Prospektiv. Theologisches und
Religionswissenschaftliches aus Basel, Nr. 15, 2022.
https://theologie.unibas.ch/fileadmin/user_upload/theologie/05_Fakultaet/2_Organisation__frueher_Zur_Fakultaet_/Publikationen/2022_Prospektiv_Nr.15.pdf
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