Der Ansprechpartner im Männercafe - Oliver Sprenger

Der Ansprechpartner im Männercafe - Oliver Sprenger

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Oliver Sprenger: Ein Mann, der zuhört – und Räume für
Gespräche schafft


Manchmal braucht es keinen Therapeuten, keine komplizierten
Konzepte und keine langen Wartezeiten. Manchmal genügt ein
offenes Ohr, eine Tasse Kaffee und einen Ort, an dem man ohne
Vorurteile reden kann. Genau dafür engagiert sich Oliver Sprenger
mit grosser Leidenschaft. Als Vizepräsident des Vereins für
Männerfragen Liechtenstein und Ansprechpartner im Männercafé in
Schaan setzt er sich dafür ein, dass Männer ihre Sorgen nicht
länger für sich behalten müssen.


Das Männercafé an der Liechtensteinerstrasse 50 in Schaan ist
weit mehr als ein Treffpunkt. Es ist ein niederschwelliges
Angebot für Männer – aber auch für Familien und Interessierte –,
die einfach einmal reden möchten. Ohne Anmeldung, ohne
Verpflichtungen und ohne Berührungsängste.


Die Inspiration kam aus Vorarlberg. Dort existierten bereits
Männercafés, deren unkompliziertes Konzept Oliver Sprenger und
seine Mitstreiter überzeugte. Gemeinsam entschloss sich der
Verein für Männerfragen, ein ähnliches Pilotprojekt auch in
Liechtenstein zu starten.


Seit der Eröffnung im vergangenen Herbst hat sich das Angebot
etabliert. Zwar sei der Anfang nicht einfach gewesen, erzählt
Sprenger, inzwischen habe sich jedoch ein fester Kreis von
Besuchern entwickelt. Wöchentlich nutzen mehrere Männer das
Angebot, um sich auszutauschen, Rat zu suchen oder einfach einen
Kaffee in angenehmer Atmosphäre zu trinken. Besonders wichtig sei
ihm dabei, dass niemand eine Hemmschwelle verspüren müsse.


"Viele laufen zunächst zweimal am Café vorbei, bevor sie sich
trauen hereinzukommen", beobachtet Sprenger. Ist das Eis jedoch
einmal gebrochen, entstünden oft intensive und ehrliche
Gespräche.


Im Mittelpunkt steht der Austausch unter Männern. Nicht als
Therapie, sondern als gegenseitige Unterstützung. Erfahrungen
teilen, voneinander lernen und Probleme ansprechen, bevor sie
eskalieren – das ist das Grundprinzip.


Gerade Männer würden häufig versuchen, Belastungen mit sich
selbst auszumachen. Gefühle offen anzusprechen falle vielen
schwer. Genau hier setzt das Männercafé an.


Sprenger ist überzeugt, dass viele Konflikte entschärft werden
könnten, wenn Männer früher über ihre Sorgen sprechen würden. Oft
gehe es um Beziehungsprobleme, Trennungen, beruflichen Druck oder
die Frage, wie sich die Rolle des Mannes in einer sich wandelnden
Gesellschaft verändert habe.


Dabei betont er immer wieder, dass das Männercafé kein Ersatz für
professionelle Hilfe sein wolle, sondern eine erste Anlaufstelle,
bevor aus kleinen Problemen grosse Krisen werden.


Hinter dem Männercafé steht der Verein für Männerfragen
Liechtenstein, der seit vielen Jahren Beratungsangebote für
Männer, Familien und Paare anbietet. Das Spektrum reicht von
Trennungs- und Scheidungsberatung bis hin zu rechtlichen
Erstinformationen.


Besonders wenig bekannt ist, dass der Verein auch ein Männerhaus
betreibt – eine geschützte Unterkunft für Männer, die aufgrund
familiärer Konflikte kurzfristig nicht mehr in ihre Wohnung
zurückkehren können. Mehrere Betroffene nehmen dieses Angebot
jedes Jahr in Anspruch.


Mit rund 320 Mitgliedern gehört der Verein zu den grösseren
sozialen Organisationen des Landes. Dank eines Leistungsauftrags
des Landes kann zudem eine erste juristische Beratung kostenlos
angeboten werden – ein Angebot, das insbesondere in
Trennungssituationen häufig genutzt wird.


Oliver Sprenger weiss aus eigener Erfahrung, wie belastend
räumliche Trennungen und familiäre Herausforderungen sein können.
Während seiner langjährigen Zeit in Berlin lebte er zeitweise in
einer Fernbeziehung und sah seine Töchter oft nur während der
Ferien.


Heute lebt der verheiratete Vater zweier Töchter wieder in
Liechtenstein. Seine Motivation beschreibt er schlicht: Ihm
selbst sei im Leben oft geholfen worden. Nun wolle er etwas
zurückgeben.


Diese Haltung prägt auch seine Arbeit im Männercafé. Nicht
belehren, sondern zuhören. Nicht urteilen, sondern begleiten.
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