Die neuen EU-Guidelines machen Deepfake- und Transparenzpflichten
etwas klarer und wir geben einen ersten Überblick. Als Beispiel
für die ethische Grauzone dient die KI-kolorierte Version von
Ansel Adams Foto „Moonrise“ durch James Danziger: juristisch wohl
erlaubt, künstlerisch aber als geschmacklose Verfälschung
kritisiert; im Kontrast dazu wirkt KI-Verjüngung bei den Rolling
Stones anders, weil die Künstler selbst zustimmen.Wir reden über
neue Bild- und Videomodelle, Googles „Omni“, steigende KI-Kosten
sowie Deepfake-Erkennung: Seedance lockert sichtbare Labels,
YouTube und OpenAI bauen Detektoren aus, doch wirklich
verlässliche, unabhängige Prüfverfahren fehlen weiterhin.
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Im KI-Podcast unterhalten sich Dr. Jürgen Scriba, Leiter der
Arbeitsgruppe "Technischer Fortschritt" / Deutscher Fotorat und
Boris Eldagsen (Mitglied der Arbeitsgruppe) mit wechselnden
Gästen über aktuelle Auswirkungen von KI auf Fotografie.
HIGHLIGHTS:
(00:08) : EU-Guidelines klären, wann Fotograf:innen mit KI
als „Deployer“ gelten
(02:19) : Zentral ist die „First Exposure“: der erste Kontakt
eines unvorbereiteten Publikums mit KI-Inhalten. Die Abgrenzung
bleibt knifflig und soll in einem Special mit Fachleuten vertieft
werden.
(02:57) : Deepfakes sind vor allem Inhalte, die reale
Personen oder Orte authentisch erscheinen lassen.
(05:01) : Für Kunst, Satire und Fiktion gelten Ausnahmen von
harter Kennzeichnungspflicht.
(05:52) : Werbung wird strenger bewertet als Kunst.
(06:40) : Entscheidend ist nicht Täuschungsabsicht, sondern
der verwendete Werkzeugtyp. Pixelstempel und Generative Fill
könnten juristisch sehr unterschiedlich behandelt werden.
(08:17) : Die KI-kolorierte Version von Ansel Adams’
„Moonrise“.Das ikonische Schwarzweißbild wird durch Farbe als
künstlerisch massiv verfälscht empfunden.
(11:40) : Urheber ist der New Yorker Galerist James Danziger,
nicht irgendein Internetbastler. Er verweist auf Public Domain,
KI-Hinweis und seine Liebe zum Original — überzeugt aber nicht.
(14:31) : Juristisch mag die Farbversion erlaubt sein,
ästhetisch wird sie hart kritisiert. Fazit: Nur weil man etwas
darf, muss man es nicht tun.
(15:20) : Beim neuen Rolling-Stones-Video werden die Musiker
per KI verjüngt. Da die Künstler selbst zustimmen, wirkt die
ethische Lage deutlich anders.
(16:17) : In Hollywood nehmen die Pro-KI-Stimmen zu. Die alte
Brandmauer bröckelt, KI-Arbeit im Film wird als normale
Entwicklung gesehen.
(16:58) : Bei Bildmodellen werden Microsoft, Grok, Luma,
Nvidia, Krea und Recraft beobachtet. Aggregator-Plattformen
dienen als Frühwarnsystem für neue Topmodelle.
(19:13) : Google stellt sein neues Videomodell „Omni“ vor.Es
kann Text, Bilder, Videos und Ton als Referenzen nutzen, ist aber
kein Seedance-Killer.
(20:19) : Googles Stärke liegt eher in Videobearbeitung als
in reiner Generierung. Omni kann Perspektiven ändern und Inhalte
austauschen, bleibt aber bei Laufzeit und Cinematik zurück.
(21:54) : KI-Tools werden spürbar teurer. Credits, Limits und
Tarife werden enger gezogen; hochwertige Bild- und Video-KI
kostet mehr.
(22:37) : Seedance lässt sein sichtbares KI-Logo offenbar
abschalten. YouTube geht andersherum vor und will KI-Inhalte bei
Verdacht automatisch kennzeichnen.
(24:17) : YouTube bietet „Likeness Detection“ gegen
missbräuchliche Deepfakes der eigenen Person. Dafür braucht es
biometrische Daten, Gesichtsvideo und Ausweis — nützlich, aber
heikel.
(25:55) : OpenAI erkennt vor allem Inhalte aus eigenen Bild-
und Videomodellen. Der Detektor sagt eher „wir waren es nicht“
als zuverlässig „das ist kein KI-Bild“.
(27:47) : Sinnvoll wären übergreifende Detektoren mit
Wasserzeichen- und forensischer Analyse. Ein unabhängiges
Prüfsystem wäre hilfreicher als lauter Insellösungen einzelner
Anbieter.
(29:27) : Fazit: Die Regeln werden klarer, aber die Praxis
bleibt voller Grauzonen.
Das angekündigte Deepfake-Spezial soll Kunst, Werbung,
Kennzeichnung und Erkennung weiter klären.
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