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vor 1 Tag
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www.ueberrechts.de
Seit Jahrzehnten wird behauptet, die alten politischen Lager
hätten ihre Erklärungskraft verloren. Die Konflikte der Gegenwart
verliefen längst entlang anderer Spaltungs- und Konfliktlinien.
Der Politikwissenschaftler Philip Manow, von der FAZ kürzlich zum
„Denker der Stunde“ geadelt, setzt genau hier an. In seinem neuen
Buch Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die
Dekonsolidierung des Nationalstaats behauptet er, dass
Europäisierung und Globalisierung eine neue politische
Konfliktachse hervorgebracht haben – und dass sich mit ihr auch
der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien besser verstehen
lässt.
In dieser Kaderschmiede lesen wir Manows Buch, das im Mai bei
C.H. Beck erschienen ist. Zunächst diskutieren wir seine zentrale
These: Löst sich die alte Links-Rechts-Achse tatsächlich auf?
Oder überzieht Manow, wenn er die politischen Konflikte der
Gegenwart vor allem als Gegensatz von Öffnung und Schließung
beschreibt?
Relativ einig sind wir uns bei der Kritik an einer wichtigen
Ausgangsannahme: Manows Behauptung, rechtspopulistische Parteien
hätten sich in Fragen der Umverteilung nach links bewegt,
überzeugt uns nicht. Gerade mit Blick auf AfD, Rassemblement
National und die wirtschafts- und sozialpolitischen Programme der
radikalen Rechten zeigen sich erhebliche Schwächen in seiner
Argumentation.
Danach gehen unsere Einschätzungen stärker auseinander. Nils hält
Manows Gedankengang in vielem für produktiv, weil er dazu zwingt,
die politischen Folgen von Globalisierung, Europäisierung und
Nationalstaatskrise ernster zu nehmen. Sebastian bleibt
skeptischer: Ist die neue Konfliktachse wirklich so tragfähig?
Oder verschiebt sie nur alte Widersprüche in ein neues Schema?
Am Ende steht keine endgültige Antwort, aber eine Frage: Was wäre
eigentlich eine linke Antwort auf die Form von Globalisierung,
die sich in den vergangenen Jahrzehnten durchgesetzt hat?
Mehrmals im Monat erscheinen neue Folgen unseres Podcasts. Dies
ist unsere fünfte Kaderschmiede. Bisher haben wir uns darin vor
allem mit dezidiert rechten Denkern und Büchern
auseinandergesetzt. Mit Manow öffnen wir das Format erstmals für
ein Buch, das selbst nicht rechts ist, aber helfen kann, rechte
Erfolge und die Krise des politischen Systems besser zu
verstehen. Da wir Podcast und Newsletter völlig unabhängig
betreiben, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Bereits ab
5 Euro im Monat könnt ihr uns unterstützen und erhaltet Zugriff
auf alle Folgen: www.ueberrechts.de
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Seit Jahrzehnten wird behauptet, die alten politischen Lager
hätten ihre Erklärungskraft verloren. Die Konflikte der Gegenwart
verliefen längst entlang anderer Spaltungs- und Konfliktlinien.
Der Politikwissenschaftler Philip Manow, von der FAZ kürzlich zum
„Denker der Stunde“ geadelt, setzt genau hier an. In seinem neuen
Buch Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die
Dekonsolidierung des Nationalstaats behauptet er, dass
Europäisierung und Globalisierung eine neue politische
Konfliktachse hervorgebracht haben – und dass sich mit ihr auch
der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien besser verstehen
lässt.
In dieser Kaderschmiede lesen wir Manows Buch, das im Mai bei
C.H. Beck erschienen ist. Zunächst diskutieren wir seine zentrale
These: Löst sich die alte Links-Rechts-Achse tatsächlich auf?
Oder überzieht Manow, wenn er die politischen Konflikte der
Gegenwart vor allem als Gegensatz von Öffnung und Schließung
beschreibt?
Relativ einig sind wir uns bei der Kritik an einer wichtigen
Ausgangsannahme: Manows Behauptung, rechtspopulistische Parteien
hätten sich in Fragen der Umverteilung nach links bewegt,
überzeugt uns nicht. Gerade mit Blick auf AfD, Rassemblement
National und die wirtschafts- und sozialpolitischen Programme der
radikalen Rechten zeigen sich erhebliche Schwächen in seiner
Argumentation.
Danach gehen unsere Einschätzungen stärker auseinander. Nils hält
Manows Gedankengang in vielem für produktiv, weil er dazu zwingt,
die politischen Folgen von Globalisierung, Europäisierung und
Nationalstaatskrise ernster zu nehmen. Sebastian bleibt
skeptischer: Ist die neue Konfliktachse wirklich so tragfähig?
Oder verschiebt sie nur alte Widersprüche in ein neues Schema?
Am Ende steht keine endgültige Antwort, aber eine Frage: Was wäre
eigentlich eine linke Antwort auf die Form von Globalisierung,
die sich in den vergangenen Jahrzehnten durchgesetzt hat?
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