Max Johne - Große Weine, kleine Gesten

Max Johne - Große Weine, kleine Gesten

vor 1 Tag
Die seltene Fähigkeit, den Wein nicht zum Mittelpunkt zu machen
2 Stunden 31 Minuten
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Podcast
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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Beschreibung

vor 1 Tag
Es gibt in der Welt des Weins eine merkwürdige Versuchung. Je
tiefer jemand in die Materie eintaucht, desto größer wird oft die
Gefahr, dass er irgendwann beginnt, den Wein selbst für den
wichtigsten Gast am Tisch zu halten. Der Wein wird zum
Hauptdarsteller. Der Gast zur Statisterie. Der Beruf des Sommeliers
wird missverstanden. Bei Max Johne entsteht dieser Eindruck nicht,
denn er lebt einen aktiven Gegentrend. Was das heißt? Zu allererst
versucht er nicht Komplexität für Bedeutung zu halten. Oftmals weiß
ein Gast durch den Weinkellner mehr über die Hangneigung eines
Weinbergs als über den Menschen, der ihm den Wein eingeschenkt hat.
Max zeigt sich. Er ist für den Gast da und dann sekundär für die
Weine. Und Max ist nicht nur greifbar, sondern er sieht seine
Gäste. Von außen betrachtet scheint er sich um Flaschen zu drehen.
Um Etiketten. Um Regionen, Rebsorten und Jahrgänge. Tatsächlich
sieht er einen großen Teil seiner Arbeit in etwas anderem. Das ist
das lesen der Menschen und nicht der Weine. Der Unterschied
zwischen Information und Erfahrung. Denn ein Wein ist zunächst nur
eine Flüssigkeit. Er wird erst interessant, wenn jemand auf ihn
reagiert, ihn interpretiert, ihn inszeniert und ihn für den
perfekten Zeitpunkt präpariert. Max Johne scheint genau für diese
Zwischenelemente ein besonderes Gespür entwickelt zu haben. Und er
hat sein Handwerk – und das ist der zweite sehr ungewöhnliche Punkt
– von der Pike auf gelernt und ist die einzelnen möglichen
Stationen bewusst durchlaufen. Statt direkt nach der Ausbildung
eine Chefposition anzustreben, wollte er lernen. Alles. Von den
Besten. Gerade in einem Beruf, in dem Positionen jung vergeben
werden und Eitelkeit manchmal schneller befördert wird als
Erfahrung, braucht es viel Charakterfestigkeit, warten und lernen
zu können. Und das, was Max Johne nun mit zwanzig Jahren
Berufserfahrung präsentiert, ist das Ergebnis davon. Perfekter
Service als Stilelement. Wein als Handwerkzeug. Weinberatung als
Bindeglied für ein perfektes Restaurant-Wein-Erlebnis. Das ist das
Fundament. Und darauf erlebt man ganz viel Max Johne – als
Persönlichkeit, als Mensch. Nicht darstellend, sondern begleitend.
Nicht vorne, sondern genau da, wo es gebraucht wird.
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