Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit
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09.04.2026
2 Stunden 10 Minuten
Axel Bode ist kein wandelnder Hyper-Sommelier, sondern eher eine Art lebender Algorithmus, der in Echtzeit entscheidet, welche Flasche Wein nicht nur zu welchem Gast, sondern auch an genau diesem Tag leise, aber präzise funktioniert. In seinem Weinrestaurant Witwenball wird Genuss nicht inszeniert, sondern selbstverständlich gelebt – irgendwo zwischen Essen und Trinken, zwischen Erwartung und dem, was tatsächlich im Glas passiert. Doch seine eigentliche Stärke ist nicht sein schier vinophiles Allwissen, sondern eine bemerkenswert ausgeprägte Form von Menschenkenntnis. Er setzt sie nicht laut ein, nicht demonstrativ, sondern mit einer Ruhe, die keine Gegenrede provoziert und auch nicht notwendig macht. Er scheint mehr Verständnis für Menschen zu haben als viele andere und betrachtet sie konsequent als Gäste, nicht als Prüfsteine, sondern als Teil einer Beziehung, die sich aus Momenten, Gefühl und einer sehr klaren Form von Aufmerksamkeit zusammensetzt. Und so behandelt er beides – Wein und Mensch – mit einer Mischung aus Respekt und Klarheit, die man, ohne Pathos, als elegant bezeichnen kann. Sein Weinverständnis wirkt dabei fast wie eine Naturkonstante. Man könnte widersprechen, aber es hätte ungefähr den gleichen Effekt, wie mit dem Wetter zu verhandeln. Es ist kein persönliches Urteil, sondern eine Entscheidung, getragen von Erfahrung, von Begegnungen mit Winzern, von Reisen durch Regionen, in denen Traditionell und Modern nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig bedingen. Und genau hier wird es interessant: Er scheint kein besonderes Interesse daran zu haben, für diese Fähigkeit bewundert zu werden. Vielleicht funktioniert sie gerade deshalb so gut, weil sie sich nicht aufdrängt und nie nach Business aussieht, obwohl sie wirtschaftlich präzise gedacht ist. Geld spielt eine Rolle, aber nie die Hauptrolle. Er steht nicht im Raum, um Bedeutung zu behaupten, und doch ist seine Präsenz spürbar, ohne sich aufzudrängen. Er betrachtet Wein auffallend unaufgeregt und zugleich mit einer stillen, fast privaten Emotionalität, die sich nicht erklären muss – eine Haltung, die viel mit Herz und vielleicht sogar mit Liebe zu tun hat, ohne dass diese Begriffe je ausgesprochen werden müssten. Axel Bode wirkt wie die personifizierte, schwarz gekleidete Diplomatie – ein geborener Gastronom, der zum Weinenthusiasten geworden ist und selbst komplexe Situationen mit erstaunlich niedriger Herzfrequenz auflöst. Er muss nichts beweisen, weil nichts bewiesen werden muss. Er ist. Und möglicherweise liegt genau darin seine größte Qualität: Man bemerkt ihn kaum, weil alles funktioniert. Er ist der unsichtbare Architekt eines gelungenen Abends, an dem Lifestyle nicht behauptet, sondern beiläufig entsteht – durch die richtige Flasche, den richtigen Moment, die richtige Entscheidung. Während im Gastraum jemand überzeugt ist, gerade das beste Weinerlebnis seines Lebens zu haben, steht er vermutlich bereits im Hintergrund und organisiert den nächsten Tag im Witwenball.
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08.04.2026
10 Minuten
Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.
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02.04.2026
2 Stunden 45 Minuten
Felix Fuchs wirkt auf den ersten Blick unkompliziert. Einer, den man schnell versteht – und genau deshalb unterschätzt. Er wirkt nicht wie jemand, der den Raum dominieren muss. Kein großes Auftreten, kein kalkulierter Auftritt, keine inszenierte Wichtigkeit. Und doch passiert etwas, sobald er spricht. Nicht laut, nicht forciert – eher so, dass man automatisch zuhört, ohne genau sagen zu können, warum. Vielleicht, weil bei ihm alles zusammenläuft: Wein, Gefühl, Erfahrung und Tempo. Felix Fuchs gehört zu einer Generation von Sommeliers, die nicht mehr über klassische Autorität funktionieren. Er stellt sich nicht über den Gast, nicht über die Flasche, nicht über den Moment im Restaurant. Stattdessen bewegt er sich mittendrin – zwischen Essen und Trinken, zwischen Genuss und Entscheidung, zwischen dem, was ein Winzer geschaffen hat, und dem, was am Tisch daraus wird. Wach, aufmerksam, schnell im Denken – aber nie hektisch. Er redet schnell, ja. Aber nicht, um zu beeindrucken, sondern weil seine Gedanken genauso funktionieren wie sein Service: direkt, klar, im Vorwärtsgang. Seine Stärke liegt nicht darin, Antworten zu geben, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Und manchmal auch einfach zu spüren, wann gar keine Frage nötig ist. Das ist keine Technik, das ist Beziehung. Was ihn besonders macht, ist diese Mischung aus Leichtigkeit und Präzision. Er kann komplexe Dinge einfach erklären, ohne sie zu vereinfachen, und einfache Dinge ernst nehmen, ohne sie aufzublasen. Bei ihm geht es nicht um Etiketten oder um Geld, nicht um Prestige oder reines Business, sondern darum, was passiert, wenn Menschen zusammenkommen – und eine Flasche Wein mehr ist als nur ein Produkt. Er hat keine Angst davor, Dinge anders zu sehen, aber er macht daraus kein Programm. Es geht ihm nicht um Abgrenzung, sondern um Perspektive. Vielleicht kommt das auch daher, dass Wein für ihn nie nur Fachgebiet war, sondern immer auch Lifestyle, immer auch Reisen, immer auch Begegnung. Ein System aus Eindrücken, Orten und Menschen – nicht aus Regeln. Dabei bleibt er erstaunlich bodenständig. Für ihn zählt, was im Glas passiert – und was zwischen den Menschen passiert, die es trinken. Das kann ein leiser Moment sein oder ein intensives Gespräch, aber es ist immer echt. Diese Eigenschaft ist vielleicht das Unaufgeregteste an ihm, aber auch das Modernste. Denn während viele noch versuchen, Wein zu erklären, hat er längst verstanden, dass es um etwas anderes geht: um Herz, um Liebe, um das, was bleibt, wenn das Glas leer ist. Felix Fuchs steht für eine Art von Sommellerie, die sich nicht mehr erklären muss. Er brilliert, weil er ehrlich ist, weil er präzise ist – und weil er verstanden hat, dass der größte Eindruck oft dann entsteht, wenn man gar nicht versucht, Eindruck zu machen.
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01.04.2026
10 Minuten
Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.
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26.03.2026
2 Stunden 50 Minuten
Maximilian Wilm ist einer der SOMMELIERs, die ein Weinbaugebiet nicht verstehen, sondern fühlen möchten. Wer dem gebürtigen Franken bei der Arbeit zusieht, versteht, dass hier kein Karrierist am Tisch steht, sondern jemand, den die Faszination für Wein — seine Herkunft, seine Geschichte, seine sensorische Komplexität — mit einer Ehrlichkeit und Tiefe erfüllt, die sich nicht erzwingen lässt. Max ist Jahrgang 1988, aufgewachsen in der Nähe von Würzburg, und hat früh verstanden, dass ihn die Welt der Gastronomie nicht loslassen wird: Ausbildung zum Restaurantfachmann mit Stationen in Heidelberg und Berchtesgaden verschlug es ihn an die IHK München, wo er die Sommelierausbildung absolvierte. Den nächsten Schritt wagte er nach Wien, in das legendäre Palais Coburg, dessen Weinkeller zu den ikonischsten Europas zählt — ein Ort, der einen entweder demütig oder besessen macht, am besten beides. Es war Hamburg, das ihn schließlich hielt: Ein Urlaub, eine zukünftige Ehefrau, und der Entschluss, zu bleiben. Sieben Jahre lang stand er der Sommelier-Mannschaft am Süllberg vor, im Zwei-Sterne-Restaurant Seven Seas von Karlheinz Hauser — ein Haus, das ihm, wie er selbst sagt, das Vertrauen geschenkt hat, das große Sommeliers erst zu großen Sommeliers macht. 2018, gemeinsam mit Jana und Sternekoch Kirill Kinfelt, eröffnete er das Kinfelts Kitchen & Wine. 2019 gewann er die Sommelier Trophy der Sommelier-Union Deutschland und damit den Titel „Bester Sommelier Deutschlands". 2020 gewann er den DWI Sommelier Cup, 2021 wurde er vom Aral-Schlemmer Atlas als Sommelier des Jahres ausgezeichnet, repräsentierte Deutschland 2023 schließlich bei der Sommelier-Weltmeisterschaft in Paris. Und heute widmet er sich mit uns einer Region, die wie kaum eine andere die Geschichte des Weins in zwei Hälften geteilt hat — in ein Davor und ein Danach: das Napa Valley, Nordkalifornien, das Tal, das 1976 die Weltordnung des Weins in Frage stellte und seither keine Antworten mehr schuldet.
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Über diesen Podcast
Sie sind Superhelden! Sie sind Sommeliers. Die Experten der
Weinwelt, der Worte, der Menschen und des Genusses. Denn sie können
einfach alles. Sie sind Gastgeber, Schreiber, Trendsetter,
Wissenschaftler, Influencer, Vermittler, Gestalter, Forscher und
vieles mehr. Und oft ist es schade, dass man diese Multitalente,
die es verstehen, uns in wenigen Minuten zu begeistern, nicht und
nirgends länger und intensiver kennenlernen kann. Wie gerne möchte
man sie so richtig ausquetschen? Viele von uns denken an kurze und
doch prägende Wortwechsel mit diesen versierten Weinprofis, oft
jahrelang zurück. Welche Berufsgruppe vermag sonst so nachhaltig zu
beeindrucken? Wir präsentieren die Interessantesten unter ihnen und
haben mit ihnen gesprochen. In diesem Podcasts schaffen wir es,
diese besonderen Charaktere sicht- und greifbar, hörbar und
verständlich zu machen und ihnen zu entlocken, was deren
Geheimnisse sind. Einmal in der Woche lädt Silvio Nitzsche einen
Gast zum mehrstündigen Zwiegespräch und vermag es, höchst
persönliche Erfahrungen und echtes Insiderwissen zu einem
unterhaltsamen Hörerlebnis zu machen. Silvio Nitzsche betrieb bis
zum letzten Jahr über 15 Jahre lang die WEINKULTURBAR in
Dresden/Striesen, die vielfach als beste Weinbar Deutschlands
ausgezeichnet wurde. Er selbst erhielt nahezu jede
branchenrelevante Auszeichnung, wurde mehrfach als „Sommelier des
Jahres“ geehrt und erhielt den „Award of Honor“. Damit ist er
selbst einer der interessantesten Sommeliers unserer Zeit und
geradezu prädestiniert, diesen besonderen Podcast zu hosten. Jeder
und jede seiner Gäste bekommt die gleichen Fragen, und doch ist
jedes Gespräch anders. Ein Podcast für alle, die Freude am Wein
und/oder am Gastgeben haben. Unterstützt und begleitet wird dieses
Format von den Weingütern aus dem Programm der Schlumberger Gruppe,
die mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnitz und Consigliovini
sowie dem Bremer Weinkolleg aktiv ist. Die Branchenunterstützung
wird in diesen Unternehmen sehr groß geschrieben. Der 2006
verstorbene Hermann Segnitz hat bereits Mitte der achtziger Jahre
den „Sommelier des Jahres“ und den „Maitre des Jahres“ ausgelobt
und seine tiefe Wertschätzung für diese besonderen Menschen
öffentlich kundgetan. Mit diesem Podcast schließen wir an die
historische Tradition an und führen sie in zeitgemäßer Form weiter.
Sei ein Teil dieses Projekts und folge, like, teile, kommentiere
und liebe einfach deinen neuen Lieblingspodcast.
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