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Beschreibung
vor 1 Tag
In unserer zweiten Folge hören wir die Geschichte von Xuan Bui.
Sie kam 1985 in die DDR. Sie erzählt wie sie sich dazu
entschlossen hatte in die DDR zu reisen und welche Bedeutung es
für sie hatte. Sie erzählt über ihre Arbeit, wie sie ihren
Spitznamen „Baby“ kam und warum es für sie bis heute wichtig ist
fleißig zu sein.
Dieser Podcast ist gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung für
Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Für den Hintergrund dieser Folge möchten wir einige Punkte noch
erklären:
Der bilaterale Vertrag zwischen der DDR und Vietnam sah vor, dass
vietnamesische Vertragsarbeiter:innen indirekt die Schulden ihres
Heimatlandes an die DDR abbezahlten – dabei ging es vor allem um
Kriegsschulden und Aufbauhilfe.
Im Falle einer Schwangerschaft wurden weibliche Beschäftigte in
der Regel nach Vietnam zurückgeschickt, erhielten jedoch das
Recht, nach der Geburt in die DDR zurückzukehren. Der immense
finanzielle Druck führte allerdings dazu, dass sich viele Mütter
gezwungen sahen, ihre Kinder bei Verwandten in Vietnam
zurückzulassen oder die Schwangerschaft noch in der DDR
abzubrechen.
Auch für die Väter galt eine Ausreisepflicht, obwohl sich die
Vaterschaft oft nur schwer nachweisen ließ. Gerieten Männer
dennoch in Verdacht, wurde massiver Druck auf sie ausgeübt, was
viele von ihnen dazu bewegte, die DDR zu verlassen.
In unserer Episode könnte der Eindruck entstehen, dass wir diese
Praxis gutheißen. Dem möchten wir entschieden widersprechen. Dass
diese Konsequenzen auch die Männer trafen, war den Teilnehmenden
unserer Runde bis dahin nicht bekannt und hat uns alle tief
überrascht. Es lag nie in unserer Absicht, das Leid der
Betroffenen zu verharmlosen. Wir möchten uns bei allen aufrichtig
entschuldigen, die durch unsere Darstellung verletzt wurden.
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