DDR-"Asozialen-Paragraf"- Weggenommen und adoptiert: Tim Steinwender im Gespräch mit Antje Riis

DDR-"Asozialen-Paragraf"- Weggenommen und adoptiert: Tim Steinwender im Gespräch mit Antje Riis

vor 15 Stunden
Die jahrelange Suche nach der leiblichen Mutter und das Kämpfen für Gerechtigkeit gegenüber SED-Unrecht
1 Stunde 20 Minuten
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Beschreibung

vor 15 Stunden
Mein heutiger Gast ist Tim Steinwender. Seine Mutter Ramona ist
1978 erst 15 Jahre alt, als sie mit ihm schwanger wird. Doch statt
Unterstützung zu bekommen, gerät sie ins Visier des Jugendamtes:
die Begründung für die angebliche Kindeswohlgefährdung ist
erschreckend schlicht: „jugendliche Mutti“. Mit nur elf Monaten
wird Tim seiner Mutter weggenommen und in ein DDR-Wochenheim
gebracht. Wenig später unterschreibt Ramona die Adoptionsfreigabe.
Kurz darauf wird sie wegen sogenannter „Arbeitsbummelei“ verhaftet
und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Der berüchtigte § 249 des
Strafgesetzbuches machte es möglich, auch diffamierend als
„Asozialen-Paragraf“ bezeichnet. Er kriminalisierte Menschen, die
als arbeitsscheu galten oder anderweitig „aus der Reihe tanzten“.
Mit sechs Jahren erfährt Tim Steinwender, dass er adoptiert ist,
Jahrzehnte später beginnt er, seine leibliche Mutter zu suchen. Er
sichtet Jugendamtsakten, Gerichtsunterlagen und Stasi-Dokumente. Er
findet Briefe und sieht nach zehn Jahren Recherche zum ersten Mal
ein Foto seiner Mutter. Die Suche wird zu einem Wettlauf gegen die
Zeit... Wir sprechen über seine außergewöhnliche Spurensuche und
über den Schmerz eines verlorenen Lebensweges. Warum ihm die
rechtliche Rehabilitierung seiner Mutter wichtig ist, wie ihn die
jahrelange Suche nach seiner Mutter Ramona verändert hat und warum
die Aufarbeitung der DDR-Geschichte noch lange nicht abgeschlossen
ist, darüber sprechen wir jetzt.

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