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Beschreibung
vor 1 Tag
Europäische Autoindustrie nicht abschreiben, hohe
Effiziensteigerungen am Bau möglich
Die zentrale Frage, die sich Anleger aktuell stellen sollten: wie
stark schlagen sich die gestiegenen Ölpreise, Transportkosten und
Energieabhängigkeit auf Unternehmen, Verbraucherinnen und
Kapitalmärkte durch. In dieser Podcast-Folge der Geldmeisterin
spricht Julia Kistner mit #GuyStear, Head of Developed Markets
Strategy beim Amundi Investment Institute über die
wirtschaftlichen Folgen steigender Energiepreise, die
Auswirkungen geopolitischer Spannungen und die Frage, welche
Branchen unter Druck geraten - und wo sich trotz Krise Chancen
ergeben. Amundi rechnet im Szenario einer angespannten Lage rund
um die Straße von Hormus mit Ölpreisen um etwa 90 US-Dollar pro
Barrel. Das wäre deutlich höher als zu Jahresbeginn und würde
viele Unternehmen erst mit Verzögerung treffen, weil sie
Lagerbestände und bestehende Verträge kurzfristig noch abfedern
können.Besonders betroffen sind laut Stear energieintensive
Branchen: Transport, Luftfahrt, Chemie, Düngemittelproduktion und
Teile der Industrie. Bei Unternehmen entscheidet vor allem, ob
sie höhere Inputkosten an ihre KundInnen weitergeben können. Ein
klares Bild hierzu könnten erst die kommenden Quartale
liefern.Gleichzeitig gibt es auch Gewinner. So können
Energieproduzenten außerhalb der Krisenregionen von höheren
Preisen profitieren. Auch Unternehmen, die weniger direkt von
Energiepreisen abhängig sind und zugleich von strukturellen
Trends wie Künstlicher Intelligenz und hohen Investitionen in
Rechenzentren, Infrastruktur und Automatisierung profitieren,
bleiben interessant.
Stear sieht hohe Investitionen in künstliche Intelligenz als
wichtigen Motor, vor allem für die USA, aber auch zunehmend für
Europa. Telekommunikations- und Kommunikationsdienstleister
könnten vom steigenden Datenverkehr profitieren. Auch Finanzwerte
könnten durch höhere Investitionstätigkeit, Kreditnachfrage und
ein Zinsumfeld mit wieder höheren Renditen Rückenwind
bekommen.Bei Konsumwerten ist Amundi vorsichtiger. Höhere
Energiepreise, höhere Zinsen und ein schwächerer finanzieller
Spielraum vieler Haushalte könnten sowohl zyklische Konsumwerte
als auch Teile des Basiskonsums belasten. Auch Tourismus und
Luftfahrt könnten darunter leiden, wenn Haushalte mehr Geld für
Energie, Mobilität und Wohnen ausgeben müsse.
Spannend bleibt die Autoindustrie: Trotz aktueller Belastungen
sieht Stear langfristige Chancen. Europäische Autobauer verfügen
über viel Know-How in industrieller Fertigung, Prozessmanagement
und automatisierter Produktion. Wenn KI stärker in die physische
Welt kommt - etwa über Robotik, Drohnen oder neue
Produktionsprozesse - könnten Industrie- und Autounternehmen
davon profitieren.Auch Gesundheit und Biotechnologie bleiben aus
Sicht von Amundi strukturell interessant. Eine alternde
Bevölkerung sorgt weiter für Nachfrage nach Medikamenten und
Gesundheitsdienstleistungen. KI könnte zusätzlich helfen,
Forschung, Entwicklung und Prozesse im Gesundheitsbereich zu
verbessern.Beim Immobiliensektor ist das Bild gemischt.
Rechenzentren und neue Infrastruktur schaffen Nachfrage.
Besonders interessant könnte KI im Bauwesen werden, wenn Robotik
und Automatisierung langfristig die Produktivität steigern und
Baukosten senken.Musik sieht Guy Stears auch bei grünen
Technologien. Steigende Energiepreise und geopolitische
Unsicherheit wirken als Katalysator für Elektrifizierung,
erneuerbare Energien und Energieunabhängigkeit. Länder und
Unternehmen, die stärker auf eigene Energieproduktion setzen -
etwa durch Wind, Solar oder Atomkraft - könnten strukturell
besser aufgestellt sein.Viele neue Investmentideen und viel
Hörvergnügen wünscht Julia Kistner
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