Genug ist genug. Warum Kinder und Jugend erschöpft sind. Und was wir tun können.

Genug ist genug. Warum Kinder und Jugend erschöpft sind. Und was wir tun können.

vor 1 Woche
Laut einer aktuellen Schweizer Jugendstudie (Pro Juventute 2024) fühlt sich jede dritte Person im Jugendalter häufig müde und erschöpft, bei Mädchen ist die Zahl noch höher. Das ist kein Zufall und kein Zeichen einer schwächeren Generation. Dagmar...
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PSYCHOLOGOS ist ein Podcast über das gesamte Spektrum der menschlichen Psyche. Mit wechselnden Gesprächspartner:innen beleuchtet er psychische Gesundheit aus unterschiedlichen Perspektiven – wissenschaftlich fundiert, gesellschaftlich relevant und...

Beschreibung

vor 1 Woche
Laut einer aktuellen Schweizer Jugendstudie (Pro Juventute 2024)
fühlt sich jede dritte Person im Jugendalter häufig müde und
erschöpft, bei Mädchen ist die Zahl noch höher. Das ist kein Zufall
und kein Zeichen einer schwächeren Generation. Dagmar Pauli macht
deutlich: Der Takt unserer Gesellschaft ist schlicht zu hoch
geworden. Mehr Schulstoff, vollere Stundenpläne, hoher
Leistungsdruck, und obendrauf ein digitales Leben, das nie
pausiert.

Wann ist Erschöpfung normal, wann klinisch?

Dagmar Pauli erklärt den entscheidenden Unterschied: Erschöpfung
nach Leistung ist gesund. Erschöpfung als Dauerzustand über Wochen
und Monate ist ein Warnsignal. Wenn Kinder nicht mehr abschalten
können, sich sozial zurückziehen, keine Freude mehr empfinden oder
gar lebensmüde Äusserungen machen, dann geht es in Richtung
Depression. Dann braucht es Hilfe.

Was Eltern konkret tun können

Die Psychiaterin gibt ehrliche, praxisnahe Antworten. Erst
hinschauen: Ist die Überforderung objektiv (zu viel Stoff, falsches
Schulniveau) oder eher subjektiv (Perfektionismus, eigene
Ansprüche)? Den Familienalltag ehrlich unter die Lupe nehmen.
Herausfinden, was dem Kind wirklich Freude macht, statt pauschal
alle Aktivitäten zu streichen. Frühzeitig Gespräche suchen mit der
Schule und mit Beratungsstellen. Und: Den eigenen Erwartungen
gegenüber dem Kind ehrlich begegnen. Passen meine Vorstellungen
überhaupt zu meinem Kind?

Das grössere Bild

Dagmar Pauli macht keinen Halt vor der systemischen Ebene. Schulen
müssen sich fragen, warum immer mehr Jugendliche den Schuldruck als
grössten Stressfaktor nennen. Die IV-Statistiken mit psychischen
Erkrankungen bei unter 30-Jährigen sind alarmierend. Social Media
verstärkt den Druck, weil er dort nahtlos weitergeht, wo die Schule
aufhört.Und ihr Schlussgedanke trifft einen Nerv: Wir brauchen
keine noch mehr Therapieplätze als einzige Antwort. Wir brauchen
eine gesellschaftliche Diskussion darüber, ob „immer mehr, immer
besser, immer perfekter“ wirklich ein erstrebenswertes Leitbild
ist, für Kinder, Jugendliche und uns alle.

Gut genug ist gut genug. Das wäre der erste Schritt.

PSYCHOLOGOS ist ein Podcast über das gesamte Spektrum der
menschlichen Psyche. 
Mit wechselnden Gästen und einem offenen Blick auf psychische
Gesundheit.

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