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PSYCHOLOGOS

PSYCHOLOGOS

Sara Taubman-Hildebrand 85 Episoden Neueste vor 4 Tagen

PSYCHOLOGOS ist ein Podcast über das gesamte Spektrum der menschlichen Psyche. Mit wechselnden Gesprächspartner:innen beleuchtet er psychische Gesundheit aus unterschiedlichen Perspektiven – wissenschaftlich fundiert, gesellschaftlich relevant und...

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Episoden

29 Minuten
Ich war beim ensa Erste-Hilfe-Kurs für Jugendliche der Stiftung Pro Mente Sana dabei. Es war eine eindrückliche und lehrreiche Erfahrung. Aus dem Kursmaterial ist diese Folge entstanden: Sie gibt Einblick in den Kurs und ist gespickt mit Original-Aufnahmen der Kursleitung und Stimmen von Kursteilnehmenden aus dem Interview.

Psychische Erkrankungen beginnen oft schon früh: Rund die Hälfte zeigt sich vor dem 18., drei Viertel vor dem 25. Lebensjahr. Trotzdem werden Warnsignale bei Jugendlichen häufig übersehen oder fälschlicherweise als normale Pubertätsprobleme abgetan.

Genau hier setzt ensa an: Teilnehmende lernen, Belastungen früh zu erkennen, das Gespräch zu suchen und Betroffene zu professioneller Hilfe zu ermutigen.

ensa ist die Schweizer Version von Mental Health First Aid, einem international etablierten, wissenschaftlich fundierten Programm. Ausgebildete Instruktor:innen vermitteln Basiswissen zu psychischer Gesundheit, die Wirksamkeit ist in zahlreichen Studien belegt.

Weitere Informationen: – ensa Erste-Hilfe-Kurse: www.ensa.swiss

Einen herzlichen Dank an Pro Mente Sana für die Zusammenarbeit, an die Kursleitung Gaby Beer und alle Kursteilnehmenden.

PSYCHOLOGOS ist ein Podcast über das gesamte Spektrum der menschlichen Psyche. 

Mit wechselnden Gästen und einem offenen Blick auf psychische Gesundheit.

Vielen Dank für deine Unterstützung, damit ich Psychologos auch weiterhin unabhängig produzieren kann. 

Support Psychologos: https://www.psychologos.ch/support

Twint: +41 76 532 55 80

Danke für deine Unterstützung.
29 Minuten
Laut einer aktuellen Schweizer Jugendstudie (Pro Juventute 2024) fühlt sich jede dritte Person im Jugendalter häufig müde und erschöpft, bei Mädchen ist die Zahl noch höher. Das ist kein Zufall und kein Zeichen einer schwächeren Generation. Dagmar Pauli macht deutlich: Der Takt unserer Gesellschaft ist schlicht zu hoch geworden. Mehr Schulstoff, vollere Stundenpläne, hoher Leistungsdruck, und obendrauf ein digitales Leben, das nie pausiert.

Wann ist Erschöpfung normal, wann klinisch?

Dagmar Pauli erklärt den entscheidenden Unterschied: Erschöpfung nach Leistung ist gesund. Erschöpfung als Dauerzustand über Wochen und Monate ist ein Warnsignal. Wenn Kinder nicht mehr abschalten können, sich sozial zurückziehen, keine Freude mehr empfinden oder gar lebensmüde Äusserungen machen, dann geht es in Richtung Depression. Dann braucht es Hilfe.

Was Eltern konkret tun können

Die Psychiaterin gibt ehrliche, praxisnahe Antworten. Erst hinschauen: Ist die Überforderung objektiv (zu viel Stoff, falsches Schulniveau) oder eher subjektiv (Perfektionismus, eigene Ansprüche)? Den Familienalltag ehrlich unter die Lupe nehmen. Herausfinden, was dem Kind wirklich Freude macht, statt pauschal alle Aktivitäten zu streichen. Frühzeitig Gespräche suchen mit der Schule und mit Beratungsstellen. Und: Den eigenen Erwartungen gegenüber dem Kind ehrlich begegnen. Passen meine Vorstellungen überhaupt zu meinem Kind?

Das grössere Bild

Dagmar Pauli macht keinen Halt vor der systemischen Ebene. Schulen müssen sich fragen, warum immer mehr Jugendliche den Schuldruck als grössten Stressfaktor nennen. Die IV-Statistiken mit psychischen Erkrankungen bei unter 30-Jährigen sind alarmierend. Social Media verstärkt den Druck, weil er dort nahtlos weitergeht, wo die Schule aufhört.Und ihr Schlussgedanke trifft einen Nerv: Wir brauchen keine noch mehr Therapieplätze als einzige Antwort. Wir brauchen eine gesellschaftliche Diskussion darüber, ob „immer mehr, immer besser, immer perfekter“ wirklich ein erstrebenswertes Leitbild ist, für Kinder, Jugendliche und uns alle.

Gut genug ist gut genug. Das wäre der erste Schritt.

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24 Minuten
Fast alle von uns haben Künstlicher Intelligenz schon sehr persönliche Fragen gestellt. Vielleicht bei Konflikten, bei Sorgen oder auch bei psychischen Belastungen, die tiefer gehen (könnten).

Im Gespräch mit Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. med. Dagmar Pauli versuche ich herauszufinden, was KI diesbezüglich leisten kann und welche Gefahren sie bringt.

KI kann unterstützen, strukturieren, erste Impulse geben. Sie ist jederzeit verfügbar und für viele eine erste Anlaufstelle. Gerade bei Lebensthemen oder zur ersten Orientierung kann das hilfreich sein.

Gleichzeitig zeigen sich aber auch Grenzen, die zentral sind: KI immitiert Menschlichkeit und Nähe, kann aber keine echte Beziehung eingehen. Sie kann bestätigen, ohne ein Gegenüber zu sein. Und sie bleibt ein System, das auf Muster reagiert, nicht auf den Menschen selbst. Das birgt Risiken. Vor allem dann, wenn KI zur primären Anlaufstelle wird. Wenn sie echte Begegnung ersetzt statt ergänzt. Kurzfristig kann sie entlasten, langfristig kann sie Distanz verstärken.

Ein weiterer Punkt: KI ist oft stark bestätigend. Das kann sich gut anfühlen. Aber Entwicklung braucht manchmal auch Reibung, Perspektivwechsel, Irritation. Genau hier bleibt die menschliche und auch therapeutische Beziehung unersetzbar.

In Therapie-Apps wird KI aber bereits mit Erfolg eingesetzt. Sie kann beispielsweise als erweitertes Tool zwischen den Therapiesitzungen die Patient:innen begleiten und motivieren. Eine spezialisierte KI kann sinnvoll unterstützen, wenn sie in eine therapeutische Beziehung eingebettet ist. Ohne diesen Rahmen bleibt sie vorerst noch eher ein Spiegel. Mit Rahmen kann sie ein Werkzeug sein.

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25 Minuten
Das Nordliecht in Zürich ist ein ganz besonderer Ort. Seit über drei Jahrzehnten treffen sich dort Menschen mit psychischen Problemen. Das Nordliecht wird betreut von Fachpersonen. Die Trägerschaft ist die Stiftung Pro Mente Sana, welche sich für die psychische Gesundheit in der Schweiz einsetzt. Die Stiftung finanziert das Nordliecht unter anderem über Spenden.  

Das Nordlicht ist vor einiger Zeit umgezogen an die Wehntalerstrasse 400.

Einsam ist man im Nordliecht nie. Es gibt Zeitschriften und eine Tageszeitung, Kaffee und Kuchen, einen Arbeitsplatz mit einem Computer und ein Büchergestell mit Büchern und Gesellschaftsspielen. 

Ausser am Samstag ist der Treffpunkt täglich geöffnet. Das Küchenteam im Nordliecht zaubert während sechs Tagen einmal täglich eine warme Mahlzeit auf den Tisch. Essen in Gesellschaft tut vielen Menschen gut. Das Zwischenmenschliche steht im Nordliecht im Vordergrund. Für viele Besucher:innen ist der Treffpunkt ein Fixpunkt in der wöchentlichen Struktur. Das gibt Halt.

Seit gut zweieinhalb Jahren bietet Pro Mente Sana zudem eine kostenlose und anonyme Walk-In-Beratung im Nordliecht an. Es ist eine interdisziplinäre fachliche (psychosoziale und rechtliche) Beratung ohne Voranmeldung. Eine unglaublich wertvolle Dienstleistung. 

Ich war wieder im Nordliecht zu Besuch und habe reportagenartig eingefangen, was ich konnte. Entstanden ist ein authentischer Bericht über einen Treffpunkt, der über die Jahre zur Institution geworden ist. Für alle und insbesondere für Menschen mit psychosozial besonderen Bedürfnissen. 

Weitere Informationen:

– Nordliecht: Allgemeine Infos, Öffnungszeiten, Menuplan und Spenden:

https://promentesana.ch/selbstbestimmt-genesen/alltag-gestalten/nordliecht– Walk-In-Beratung: weiterführende Infos, Öffnungszeiten: https://promentesana.ch/ueber-uns/aktuelles/news/walk-in-beratung-in-zuerich

– Aktion Spenden statt Schenken:

https://promentesana.ch/mitmachen-und-unterstuetzen/spenden/spenden-statt-schenken

– Pro Mente Sana Stiftung:

https://promentesana.ch

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35 Minuten
In dieser Folge der Reihe Arbeitspsychologie ist Micheline Huber, Psychologin bei santé24 (SWICA), zu Gast.

Im Gespräch geht es um die Frage, welche Verantwortung Arbeitgeber im Umgang mit psychischen Belastungen tragen und warum frühes Hinschauen dabei zentral ist.

Psychische Probleme entwickeln sich oft schleichend. Werden Warnsignale übersehen oder verharmlost, kann dies langfristige Folgen für Betroffene und Organisationen haben.

Micheline Huber spricht darüber, wie wichtig Prävention, Sensibilisierung und niederschwellige Angebote sind. Sie erzählt von ihren Erfahrungen und gibt Einblick in ihre Arbeit: Dabei zeigt sie auf, wie man Mitarbeitende frühzeitig unterstützen und psychische Gesundheit strukturell im Arbeitsalltag verankern kann.

Eine Folge über Haltung, Verantwortung und darüber, was es heute braucht, um Arbeit gesund zu gestalten.

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