Die Comedienne Jane Mumford im Gespräch
vor 2 Tagen
Obwohl sie ihre Comedy-Programme «Reptil» und «Leben» auf Mundart
bestreitet, empfindet Jane Mumford Schweizerdeutsch als
Fremdsprache. Denn sie wuchs zwar in der Schweiz auf, aber mit der
Erstsprache Englisch. Eine perfekte Ausgangslage für die Sprac ...
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Beschreibung
vor 2 Tagen
Obwohl sie ihre Comedy-Programme «Reptil» und «Leben» auf Mundart
bestreitet, empfindet Jane Mumford Schweizerdeutsch als
Fremdsprache. Denn sie wuchs zwar in der Schweiz auf, aber mit der
Erstsprache Englisch. Eine perfekte Ausgangslage für die
Sprachsendung «Dini Mundart Schnabelweid»! Die Stimmung ist heiter
bis ausgelassen in der Cantina del Vino in Solothurn, wo das
Gespräch mit Mundartredaktor Markus Gasser anlässlich der
Literaturtage vor Publikum aufgezeichnet wurde. An manchen Stellen
fällt es schwer zu sagen, ob Jane Mumford gerade einen Ausschnitt
aus einem ihrer Programme performt oder über ihre sprachliche
Prägungen diskutiert. Denn die Übergänge zwischen Gespräch und
Auftritt sind fliessend und das Bühnentier Jane Mumford macht aus
jedem beliebigen Stichwort spontan eine kleine Nummer. Beim Thema
Fremdwörter zum Beispiel: Das Wort «Portemonnaie» sei ja auch mal
von aussen ins Deutsche gekommen, vorher gab es da nichts. Doch,
widerspricht Markus Gasser: «Geldseckel». Das sagt man im
Senslerdeutschen heute noch. Geldseckel! Das Wort komme ihr gerade
recht. Klingt wie ein Schimpfwort. Und so geht es Schlag auf
Schlag. Auch bei den an sich seriösen Themen wie zum Beispiel den
kulturellen Unterschieden zwischen England und der Schweiz. Mumford
erläutert sie am Beispiel der Erfindung des Tourismus in der
Schweiz durch die Briten vor etwa 200 Jahren. Da traf Snobismus auf
Bauernschläue mit Profit auf beiden Seiten. Weniger zu lachen gab
ihr Blick zurück auf die Anfänge ihrer Bühnenkarriere, als Frauen
im Comedy-Genre noch Exotinnen waren und als solche behandelt und
nicht ernst genommen wurden. Das habe sich in den seither
verflossenen 12 Jahren spürbar geändert. Wenn sich jetzt noch alle
etwas mehr entspannen könnten in der neu gewonnenen Ebenbürtigkeit,
dann wäre es schon fast gut auf und hinter den Comedybühnen. Die
Sendung bringt das Gespräch in voller Länge und im Originaltempo
der unglaublich schnellen, klugen und witzigen Jane Mumford.
Buchtipp Jane Mumford: Reptil. Ein kaltblütiges Libretto. Knapp
Verlag 2024, 125 Seiten
bestreitet, empfindet Jane Mumford Schweizerdeutsch als
Fremdsprache. Denn sie wuchs zwar in der Schweiz auf, aber mit der
Erstsprache Englisch. Eine perfekte Ausgangslage für die
Sprachsendung «Dini Mundart Schnabelweid»! Die Stimmung ist heiter
bis ausgelassen in der Cantina del Vino in Solothurn, wo das
Gespräch mit Mundartredaktor Markus Gasser anlässlich der
Literaturtage vor Publikum aufgezeichnet wurde. An manchen Stellen
fällt es schwer zu sagen, ob Jane Mumford gerade einen Ausschnitt
aus einem ihrer Programme performt oder über ihre sprachliche
Prägungen diskutiert. Denn die Übergänge zwischen Gespräch und
Auftritt sind fliessend und das Bühnentier Jane Mumford macht aus
jedem beliebigen Stichwort spontan eine kleine Nummer. Beim Thema
Fremdwörter zum Beispiel: Das Wort «Portemonnaie» sei ja auch mal
von aussen ins Deutsche gekommen, vorher gab es da nichts. Doch,
widerspricht Markus Gasser: «Geldseckel». Das sagt man im
Senslerdeutschen heute noch. Geldseckel! Das Wort komme ihr gerade
recht. Klingt wie ein Schimpfwort. Und so geht es Schlag auf
Schlag. Auch bei den an sich seriösen Themen wie zum Beispiel den
kulturellen Unterschieden zwischen England und der Schweiz. Mumford
erläutert sie am Beispiel der Erfindung des Tourismus in der
Schweiz durch die Briten vor etwa 200 Jahren. Da traf Snobismus auf
Bauernschläue mit Profit auf beiden Seiten. Weniger zu lachen gab
ihr Blick zurück auf die Anfänge ihrer Bühnenkarriere, als Frauen
im Comedy-Genre noch Exotinnen waren und als solche behandelt und
nicht ernst genommen wurden. Das habe sich in den seither
verflossenen 12 Jahren spürbar geändert. Wenn sich jetzt noch alle
etwas mehr entspannen könnten in der neu gewonnenen Ebenbürtigkeit,
dann wäre es schon fast gut auf und hinter den Comedybühnen. Die
Sendung bringt das Gespräch in voller Länge und im Originaltempo
der unglaublich schnellen, klugen und witzigen Jane Mumford.
Buchtipp Jane Mumford: Reptil. Ein kaltblütiges Libretto. Knapp
Verlag 2024, 125 Seiten
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