"Pflanzen sind gleichberechtigte Lebewesen!"

"Pflanzen sind gleichberechtigte Lebewesen!"

vor 2 Tagen
Wie das Frankfurter Künstlerduo 431art, Haike Rausch und Torsten Grosch, mit einer Pflanzenklappe, partizipativen Kunstpojekten und Empathietrainings ein neues Bewusstsein für Pflanzen und einen Perspektivwechsel anbieten möchte
44 Minuten
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Podcast
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Der Podcast für Kulturschaffende

Beschreibung

vor 2 Tagen
Das Frankfurter Künstlerduo Haike Rausch und Torsten Grosch
arbeitet seit mehr als 20 Jahren gemeinsam unter dem Namen 431art
an interdisziplinären Kunstprojekten an der Schnittstelle von
Kunst, Natur, Wissenschaft und Gesellschaft. In ihren Arbeiten
beschäftigen sie sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt
und schaffen außergewöhnliche Erfahrungsräume, die zum
Perspektivwechsel und Umdenken anregen. Humor, Poesie und
gesellschaftliche Reflexion verbinden sich dabei mit einer klaren
Haltung gegen die Wegwerfgesellschaft und für einen bewussteren
Umgang mit der Natur. Besonders bekannt wurde das Künstlerpaar
durch das Langzeitprojekt botanoadopt und die von ihnen entwickelte
Pflanzenklappe. Hier können ungeliebte oder verwaiste Pflanzen
anonym abgegeben werden. Die Pflanzen werden zunächst gepflegt,
erhalten individuelle Namen, Charaktere und oft poetische
Biografien, bevor sie an neue „Adoptiveltern“ vermittelt werden.
Namen wie „50 Cent“, „Prinzessin Grünella“, „Monsieur Chlorophil“,
„Fräulein Farn“, „Sir Carlos Calathea“ oder „Ludwig der Efeutige“
zeigen den humorvollen und liebevollen Ansatz des Projekts. Jede
Pflanze wird als individuelles Lebewesen wahrgenommen und erhält
eine eigene Geschichte. Der Adoptionsprozess ist bewusst persönlich
gestaltet: Interessierte können eine Pflanze nicht einfach kaufen,
sondern bewerben sich symbolisch als neue Bezugsperson. Dabei geht
es weniger um Besitz als um Verantwortung, Fürsorge und
langfristige Bindung. Die Pflanzen werden symbolisch „gegen
Verantwortung“ vermittelt, ein künstlerischer Gegenentwurf zur
Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Durch diese emotionale Verbindung
möchten Haike Rausch und Torsten Grosch ein neues Bewusstsein für
Pflanzen als gleichberechtigte Lebewesen schaffen und dazu anregen,
pflanzliches Leben nicht als austauschbares Konsumgut zu
betrachten. Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist die
partizipative Kunst: Die Besucherinnen und Besucher werden nicht
nur zu Betrachtenden, sondern aktiv in die Projekte eingebunden.
Das Künstlerduo möchte Räume für Begegnung, Mitgestaltung und
persönliche Erfahrungen schaffen. Menschen sollen nicht distanziert
auf Kunst blicken, sondern sich emotional, sinnlich und gedanklich
mit den Themen auseinandersetzen und Teil des künstlerischen
Prozesses werden. Sie sollen Handlungsmöglichkeiten kennenlernen.
„Share und care, teile und kümmere dich“, das Teilen und sich um
Pflanzen zu kümmern, Netzwerke und Verbindungen zu schaffen, liegen
dem Künstler-Duo am Herzen. Die Künstler laden Menschen dazu ein,
Pflanzen und Natur nicht nur funktional wahrzunehmen, sondern
emotionale Beziehungen zu ihnen aufzubauen und sich selbst zu
reflektieren. Außerdem machen sie auf globale Themen wie
Artensterben, Umweltzerstörung (Ecozide) und die Folgen
menschlichen Handelns aufmerksam. Eine besondere Rolle spielen in
ihren Projekten Akustik, Klangkunst und elektromagnetische Felder.
Haike Rausch und Torsten Grosch arbeiten mit Sounds, die aus der
Umgebung und aus natürlichen Prozessen entstehen.
Elektromagnetische Felder von Bäumen, Pflanzen oder sogar Gebäuden
werden technisch so übersetzt, dass Besucherinnen und Besucher sie
hören können. Denn nach ihrem künstlerischen Verständnis besitzt
jedes Lebewesen, aber auch jede gebaute Struktur, ein eigenes
elektromagnetisches Feld und damit eine individuelle Präsenz. So
entstehen immersive Klangwelten, die Natur auf völlig neue Weise
erfahrbar machen. Auch die Ausstellung „A Trip to Distant Spheres
II“ in Frankfurt (vom 14. April bis 10. Mai) verbindet diese Themen
miteinander. Durch audiovisuelle Installationen, Klangräume und die
akustische Übersetzung natürlicher Prozesse eröffnen die Künstler
neue Perspektiven auf die verborgenen Ebenen unserer Umwelt. Für
Dezember 2026 ist eine installative Arbeit zu Bäumen geplant. Mehr
Informationen: https://431art.org/ Literatur: Stefano Mancuso: "Die
Pflanzen und ihre Rechte. Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur“
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