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Beschreibung
vor 1 Woche
Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns
umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch schwer zu finden
ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.
In dieser Folge von Nur eine Frage stellen wir der
Klimaforscherin Friederike Otto die Frage: »Ist die Welt noch zu
retten?«
Friederike Otto ist eine der international einflussreichsten
Klimaforscherinnen. Otto ist Physikerin und promovierte
Philosophin, hat in Potsdam und Berlin studiert, in Oxford
geforscht und ist heute Professorin für Klimawissenschaften am
Imperial College in London. Sie ist Mitbegründerin der
sogenannten Zuordnungsforschung (Attribution Science), die den
Zusammenhang zwischen Extremwetterereignissen und Klimawandel
untersucht. Otto hat auch die Forschungsinitiative World Weather
Attribution (WWA) mit ins Leben gerufen und an mehreren Berichten
des Weltklimarats (IPCC) mitgeschrieben. 2023 erhielt sie den
Deutschen Umweltpreis.
Im Podcast erklärt Friederike Otto zunächst die physikalischen
Grundlagen des Klimawandels und warum die Welt aus
wissenschaftlicher Perspektive deswegen ein großes Problem hat:
Derzeit liegt die globale Erwärmung bei etwa 1,4 Grad. Selbst
wenn alle versprochenen Klimamaßnahmen umgesetzt würden, käme die
Welt bis Ende des Jahrhunderts auf etwa 2,6 Grad – mit
dramatischen Folgen: »Wir werden Temperaturen und Niederschläge
erleben, die wir uns im Moment nicht vorstellen können«, sagt
Otto.
Am Beispiel der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 erläutert die
Klimawissenschaftlerin ihre Methode der Zuordnungsforschung und
zeigt, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Welt mit
Klimawandel gegen eine hypothetische Welt ohne Klimawandel rechnen.
Das Ergebnis: Der menschengemachte Klimawandel hat die
Wahrscheinlichkeit eines solchen Extremereignisses verdoppelt.
Dennoch sieht Otto Grund zur Hoffnung: »Wenn wir aufhören,
fossile Brennstoffe zu verbrennen, dann hört die globale
Mitteltemperatur auf zu steigen.« Sie kritisiert den Einfluss der
fossilen Industrie auf die Politik und dass die Debatte zu oft
als Verzichtsdiskussion geführt werde. Dabei sei Klimaschutz für
weitaus mehr bedeutsam: für ein zugängliches Gesundheitswesen,
starke Institutionen und um gute Bildung zu ermöglichen und zu
bewahren. »Beim Klimawandel geht es nicht nur darum, eine
abstrakte Umwelt zu schützen, sondern eine hohe Lebensqualität
für viele Menschen zu erreichen.« Die dafür nötigen Maßnahmen –
Ausbau erneuerbarer Energien, bessere Gebäudeisolierung,
öffentlicher Nahverkehr – seien längst bekannt und günstiger als
fossile Alternativen.
Ottos abschließende Antwort auf die N1F-Frage ist: Ja, die Welt
ist noch zu retten. »Wir als Menschheit verbocken zwar immer wieder
viel, aber wir haben auch viele tolle Sachen erfunden, die das
Leben für viele deutlich besser gemacht haben.«
Produktion: ifbbw, Pool Artists Redaktion: Sophie Hübner, Jens
Lubbadeh, Sophia Hubel Visuelle Produktion: Michael Pfister
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