Lernräume der Bestandskultur

Lernräume der Bestandskultur

vor 3 Tagen
Wie sich Arbeitsfelder der Branche verändern
46 Minuten
0
0 0 0

Beschreibung

vor 3 Tagen
Eine neue Umbaukultur erfordert auch eine veränderte Wissenskultur.
Wie erlernen angehende Fachleute den Umgang mit der Bestandsstadt?
Mit welchen neuen Fragestellungen und Situationen müssen die
Disziplinen umgehen? Welche Lernräume brauchen sie? Welche
Zugangsweisen zur gebauten Welt müssen neu gelernt – und welche
verlernt werden? Wenn die Tabula-Rasa-Logik die Komplexität urbaner
Transformationsprozesse nicht mehr verdecken kann, treten «Wicked
Problems» zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen
Fragestellungen und Motiven zunehmend als gesellschaftliche
Aushandlungsprozesse hervor. Diese Aushandlungen lassen sich nicht
mehr innerhalb einzelner Disziplinen lösen. Zunehmend braucht es
einen Perspektivwechsel: vom Produkt zum Prozess, von der
Zukunftsvorwegnahme zu Möglichkeitsräumen, von der Vermittlung zum
Dialog. Diese Episode bringt zwei exemplarische Studienprogramme in
den Dialog, das Lehr- und Forschungsprogramm Urban Design an der
HafenCity Universität Hamburg (HCU) und das Masterprogramm
Kollaborative Raumentwicklung (Ko:Lab) an der Hochschule Luzern.
Urban Design an der HCU besteht seit 2008 als interdisziplinärer
wissenschaftlicher Master, der den Bestand als Wirkungsgefüge
versteht und zum Ausgangspunkt einer forschend-gestalterischen
Praxis macht. Der Master Kollaborative Raumentwicklung (Ko:Lab) an
der HSLU Luzern startete im Herbst 2024 als Kooperation der
Institute für Architektur, Soziokulturelle Entwicklung sowie
Regionalökonomie und widmet sich der Entwicklung und Vermittlung
einer disziplinübergreifenden, kollaborativen Planungspraxis. Beide
Lernräume teilen gemeinsame Fragestellungen: Wie lernt man, mit
Situationen der Unbestimmtheit konstruktiv umzugehen? Wie verändern
sich Disziplinen, wenn ihre Grenzen zu Aushandlungsräumen werden?
Welche analytischen und kommunikativen Fähigkeiten und
Verhandlungstechniken braucht es zusätzlich zur gestaterisch
disziplinären Kompetenz? Welche Rolle spielen reale Kontexte und
das Scheitern im Lernprozess? Und wie gehen Absolvent:innen mit den
strukturellen Widerständen aus Verwaltung, Politik und
Immobilienmarkt um, wenn sie ihr Erfahrungswissen in eine Praxis
tragen, die selbst noch nicht umgeschaltet hat? Judit Solt
(espazium) und Ben Pohl (Denkstatt sàrl / B/IAS) sprechen mit Prof.
Bernd Kniess (HafenCity Universität Hamburg, Urban Design), Prof.
Dr. Ulrike Sturm (Hochschule Luzern, Institut für Soziokulturelle
Entwicklung) und Tabea Michaelis (Denkstatt sàrl, Co-Leitung MA
Kollaborative Raumentwicklung HSLU) über Hochschulen als Lernräume
einer neuen Planungskultur.
15
15
Close