Beschreibung
vor 21 Stunden
Jeder Mensch muss wohnen. Die Nachfrage nach Wohnraum wächst auch
in der Schweiz – durch demografische Entwicklungen und einen
steigenden Pro-Kopf-Verbrauch. Das Raumplanungsgesetz limitiert
Bauland auf bestehende Bauzonen. Die angestrebte Lösung heisst
Innenentwicklung: Gebaut werden soll nur noch dort, wo schon gebaut
ist. Unregulierte Bodenpreise werden spekulativ angehoben, und
viele Eigentümer:innen im freien Markt umgehen das Mietrecht, um
Erträge zu maximieren. Bauträger:innen in gemeinnütziger
Selbstverpflichtung setzen diesen Entwicklungen die Strategie der
fairen Kostenmiete entgegen und entziehen den Boden, wo immer
möglich, dauerhaft spekulativer Verwertung. Diese
sozialökonomischen Ziele stehen jedoch nicht immer im Einklang mit
ökologischen Zielen, etwa wenn zusätzlicher Wohnraum in Kostenmiete
durch Abbruch und Ersatzneubau auf bestehenden Arealen erzielt
werden soll. Die aktuelle Folge geht der Frage nach, wie es durch
Lernprozesse dennoch gelingt, Bestand zu erhalten und soziale wie
ökologische Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Wie lassen sich
bezahlbare Mieten und deutliche Einsparungen von Grauenergie und
Ressourcenverbrauch erreichen und dabei zugleich innovative
Wohnformen und eine hohe Gebrauchsqualität ermöglichen? Anhand von
zwei Projekten wird diskutiert, wie die Transformation von
ehemaligen Lagergebäuden in Wohnbauten gelingt, wie Architektur,
Gebäudebestand und gemeinnützige Organisations- und
Finanzierungsstrukturen dabei zusammenspielen und welche
Lernprozesse diese Entwicklungen erst möglich machen. Die
Genossenschaft Warmbächli in Bern ist ein Wohnprojekt mit hohen
ökologischen Anforderungen, fairer Kostenmiete, partizipativer
Planung und gemeinschaftlichem Zusammenleben im ehemaligen
Lagergebäude der Chocolat Tobler AG. Im Zusammenspiel eines
bestandssensiblen Städtebaus (BHSF Architekten) und einer
partizipativen Organisationsentwicklung (Genossenschaft Warmbächli,
Thiesen & Wolf) gelingt nicht nur eine inspirierende
Architektur, sondern auch der Aufbau einer tragfähigen
gemeinnützigen Finanzierungsstruktur. Das Ostdeck ist ein Projekt
der Dachgenossenschaft Mietshäusersyndikat Basel auf dem Areal der
Zentrale Pratteln. Durch den Erhalt der Tragstruktur eines
ehemaligen Coop-Lagergebäudes entsteht ein gemeinschaftliches
Wohnhaus, von Einzelapartments und Familienwohnungen bis zum
Hallenwohnen. Im ersten städtebaulichen Entwurf war das Gebäude
noch für den Abbruch vorgesehen. Pioniernutzungen und
Machbarkeitsstudien (Denkstatt sàrl) stossen Lernprozesse an, die
im Zusammenspiel von Eigentümerin (Logis Suisse AG), Bauherrschaft
(MHS Basel), Gemeinde und Städtebauteam (Bachelard Wagner
Architekten) zu einer Umplanung führen: Die Tragstruktur bleibt
erhalten und spart rund 1.300 Tonnen CO₂-Äquivalente ein. Judit
Solt (Chefredaktorin espazium) und Ivo Balmer (Denkstatt sàrl)
sprechen mit Tobias Willimann (Co-Präsident Wohnbaugenossenschaft
Warmbächli), Tim Seidel (BHSF Architekten), Ben Pohl (Denkstatt
sàrl) und Anne-Marie Wagner (Bachelard Wagner Architekten) über
Lernprozesse in gemeinnütziger Organisationsentwicklung und die
bauliche Transformation von Gebäuden für fairen Wohnraum und
innovative Wohnformen. Welche Veränderungen in der Planungskultur
braucht es, damit Lernphasen und 1:1-Modelle ihr Wissen aktiv in
Quartierplanprozesse einspeisen können? Wie lassen sich soziale und
ökologische Ziele im gemeinnützigen Wohnungsbau verschränken, ohne
die wachsende Komplexität als Hindernis zu begreifen? Produziert in
Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der
Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März
2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes
von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI
versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS /
Denkstatt sàrl) – Konzeption und Research.
in der Schweiz – durch demografische Entwicklungen und einen
steigenden Pro-Kopf-Verbrauch. Das Raumplanungsgesetz limitiert
Bauland auf bestehende Bauzonen. Die angestrebte Lösung heisst
Innenentwicklung: Gebaut werden soll nur noch dort, wo schon gebaut
ist. Unregulierte Bodenpreise werden spekulativ angehoben, und
viele Eigentümer:innen im freien Markt umgehen das Mietrecht, um
Erträge zu maximieren. Bauträger:innen in gemeinnütziger
Selbstverpflichtung setzen diesen Entwicklungen die Strategie der
fairen Kostenmiete entgegen und entziehen den Boden, wo immer
möglich, dauerhaft spekulativer Verwertung. Diese
sozialökonomischen Ziele stehen jedoch nicht immer im Einklang mit
ökologischen Zielen, etwa wenn zusätzlicher Wohnraum in Kostenmiete
durch Abbruch und Ersatzneubau auf bestehenden Arealen erzielt
werden soll. Die aktuelle Folge geht der Frage nach, wie es durch
Lernprozesse dennoch gelingt, Bestand zu erhalten und soziale wie
ökologische Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Wie lassen sich
bezahlbare Mieten und deutliche Einsparungen von Grauenergie und
Ressourcenverbrauch erreichen und dabei zugleich innovative
Wohnformen und eine hohe Gebrauchsqualität ermöglichen? Anhand von
zwei Projekten wird diskutiert, wie die Transformation von
ehemaligen Lagergebäuden in Wohnbauten gelingt, wie Architektur,
Gebäudebestand und gemeinnützige Organisations- und
Finanzierungsstrukturen dabei zusammenspielen und welche
Lernprozesse diese Entwicklungen erst möglich machen. Die
Genossenschaft Warmbächli in Bern ist ein Wohnprojekt mit hohen
ökologischen Anforderungen, fairer Kostenmiete, partizipativer
Planung und gemeinschaftlichem Zusammenleben im ehemaligen
Lagergebäude der Chocolat Tobler AG. Im Zusammenspiel eines
bestandssensiblen Städtebaus (BHSF Architekten) und einer
partizipativen Organisationsentwicklung (Genossenschaft Warmbächli,
Thiesen & Wolf) gelingt nicht nur eine inspirierende
Architektur, sondern auch der Aufbau einer tragfähigen
gemeinnützigen Finanzierungsstruktur. Das Ostdeck ist ein Projekt
der Dachgenossenschaft Mietshäusersyndikat Basel auf dem Areal der
Zentrale Pratteln. Durch den Erhalt der Tragstruktur eines
ehemaligen Coop-Lagergebäudes entsteht ein gemeinschaftliches
Wohnhaus, von Einzelapartments und Familienwohnungen bis zum
Hallenwohnen. Im ersten städtebaulichen Entwurf war das Gebäude
noch für den Abbruch vorgesehen. Pioniernutzungen und
Machbarkeitsstudien (Denkstatt sàrl) stossen Lernprozesse an, die
im Zusammenspiel von Eigentümerin (Logis Suisse AG), Bauherrschaft
(MHS Basel), Gemeinde und Städtebauteam (Bachelard Wagner
Architekten) zu einer Umplanung führen: Die Tragstruktur bleibt
erhalten und spart rund 1.300 Tonnen CO₂-Äquivalente ein. Judit
Solt (Chefredaktorin espazium) und Ivo Balmer (Denkstatt sàrl)
sprechen mit Tobias Willimann (Co-Präsident Wohnbaugenossenschaft
Warmbächli), Tim Seidel (BHSF Architekten), Ben Pohl (Denkstatt
sàrl) und Anne-Marie Wagner (Bachelard Wagner Architekten) über
Lernprozesse in gemeinnütziger Organisationsentwicklung und die
bauliche Transformation von Gebäuden für fairen Wohnraum und
innovative Wohnformen. Welche Veränderungen in der Planungskultur
braucht es, damit Lernphasen und 1:1-Modelle ihr Wissen aktiv in
Quartierplanprozesse einspeisen können? Wie lassen sich soziale und
ökologische Ziele im gemeinnützigen Wohnungsbau verschränken, ohne
die wachsende Komplexität als Hindernis zu begreifen? Produziert in
Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der
Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März
2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes
von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI
versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS /
Denkstatt sàrl) – Konzeption und Research.
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