Bevor es zu spät ist: Ein Gespräch mit meinem Vater | Was für ein Leben - Folge 15

Bevor es zu spät ist: Ein Gespräch mit meinem Vater | Was für ein Leben - Folge 15

vor 2 Wochen
Die Geschichte von Harald Geyer
20 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Wochen
Ein Leben gegen den Strom: Harald Geyer Manche Gespräche sind mehr
als Interviews. Dieses ist eines davon. In dieser Folge spricht
Matti Geyer mit seinem eigenen Vater – Harald Geyer. Ein Gespräch
unter besonderen Umständen: Harald befindet sich in
Palliativpflege. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Das Sprechen fällt
ihm bereits schwer. Geboren 1939, wächst er in den letzten
Kriegsjahren und der unmittelbaren Nachkriegszeit auf. Früh
verliert er seinen Vater. Kurz nach Kriegsende wird die Familie von
sowjetischen Soldaten aus ihrem Zuhause vertrieben. Hunger prägt
den Alltag – bis eine Beziehung seiner Mutter zu einem sowjetischen
Offizier das Überleben sichert. Harald träumt davon, Regisseur zu
werden. Doch in der DDR bleibt dieser Weg verschlossen. Er
entscheidet sich für ein Lehramtsstudium – ein Kompromiss. Als
seine Mutter in den Westen geht, plant er, ihr zu folgen. Doch dann
wird die Mauer gebaut. Die Grenze schließt sich, und Mutter und
Sohn werden getrennt. In der DDR wird von ihm erwartet, der Partei
beizutreten. Harald weigert sich. Eine Entscheidung mit
Konsequenzen: Überwachung durch die Stasi, eingeschränkte
berufliche Perspektiven. Schließlich gibt er den Lehrerberuf auf.
Sein weiterer Weg ist geprägt von Brüchen und Neuanfängen. Er
arbeitet in verschiedenen Jobs, fährt illegal Taxi, schlägt sich
durch – und bleibt dabei unabhängig. Nach der Wende beginnt ein
neues Kapitel: Er unterrichtet vietnamesische Vertragsarbeiter in
Deutsch und engagiert sich später in der jüdischen Gemeinde, wo er
russischen Einwanderern beim Ankommen hilft. Sprache wird für ihn
zum Mittel der Verbindung. Bis ins hohe Alter bleibt er aktiv,
kritisch und eigenständig. Erst eine Krebsdiagnose verändert alles.
In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem Vater über ein Leben
gegen den Strom – und hält einen Moment fest, der zugleich Abschied
und Erinnerung ist.
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