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Beschreibung
vor 3 Monaten
Der knirschende Schnee unter den Stiefeln des alten Bauern
verriet fremde Spuren, die geradewegs vom dunklen Wald zum
abgelegenen Hof Hinterkaifeck führten. Der Atem bildete einen
weißen Schleier in der beißenden Kälte, während eine unruhige Kuh
im Stall müde muhte.
Am 31. März 1922 fanden die Nachbarn den Hof leer, das Vieh
verängstigt und sechs Leichen in der Ställebene verborgen. Die
Opfer waren Andreas und Cäzilia Gruber, ihre Tochter Viktoria mit
den Enkeln Cilli und Josef sowie die neue Magd Maria Baumgartner.
Die Ermittlungen, geleitet von Kriminaloberinspektor Georg
Reingruber, stolpern über fehlende Fingerabdrücke, ungesicherte
Spuren und ein ländliches Polizeisystem, das kaum Ressourcen
hatte. Trotz zahlreicher Verdächtiger und zwölf Jahre von
Zeugenbefragungen blieb das Verbrechen ungelöst.
Wie ein Schatten bleibt die Identität des Täters im Dunkeln,
während das abgelegene Feld heute nur noch Maismohn beugt. Der
Fall wirft ein bleiernes Licht auf die Schwächen der Justiz der
Weimarer Republik und bleibt ein Mahnmal für vergessene Opfer.
Jede neue Generation stellt dieselben Fragen nach Gerechtigkeit
und Erinnerung.
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