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Beschreibung
vor 1 Monat
Die 22‑jährige Bürgermeistertochter Grete Beier wurde am
23. Juli 1908 im Hof des Landgerichts Freiberg vor Hunderten
Zuschauern öffentlich geköpft – das letzte Mal, dass eine Frau in
Sachsen auf dem Scheiterhügel starb und damit das Ende der
öffentlichen Hinrichtungen markierte.
In dieser Folge entwirren wir das komplexe Netz aus Gift, Schuss
und gefälschten Dokumenten, das Grete um den jungen Oberingenieur
Kurt Pressler spann. Wir zeigen, wie eine illegale Abtreibung,
Liebesbriefe an einen geheimen Geliebten und ein gefälschtes
Testament die Ermittlungen vernebelten und warum das konservative
Justizsystem trotz eindeutiger forensischer Befunde die Schuld
erst nach monatelanger Schweigespirale erkannte.
Gretes eigenes Geständnis flüstert noch heute aus vergilbten
Protokollen: „Ich wollte nur frei sein, doch das Gesetz hat mich
erst zum Schweigen gebracht.“ Diese Stimme erinnert uns daran,
dass die Schranken von Stand und Moral unzählige Tragödien im
Schatten der Justiz entstanden ließen.
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