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Beschreibung
vor 2 Monaten
Ein winziger, weißer Staub tanzt im flackernden Lampenlicht über
das rohe Stück Speck, das Gesche Gottfried für Johann Christoph
Rumpff zubereitet. Der metallisch‑bittere Geruch, den er
wahrnimmt, bleibt unerklärlich, während im Hintergrund das
knarrende Holz der Altstadt Bremen leise klirrt.
Im Dezember 1826 entdeckt der Rumpff‑Haushalt das erste tödliche
Anzeichen, als Wilhelmine Rumpff nach dem Verzehr des vergifteten
Fleisches schwer erbricht. Im Verlauf von sechs Jahren sterben
weitere vierzehn Bewohner und Nachbarn entlang der
Pelzerstraße 37, alle mit denselben Symptomen von Erbrechen,
Krämpfen und rascher Schwächung. Erst ein chemischer Test des
Arsen‑Pulvers, durchgeführt von Dr. Gottfried Luce, enthüllt das
Gift, das Gesche in der heimlichen Zubereitung von Speisen und
Mäusebutter verteilte. Der anschließende Prozess von 1830 führt
zu ihrer Verurteilung und Hinrichtung, während die Stadt Bremen
von Scharlatan‑Gerüchten bis zu einer ersten forensischen
Aufklärung erschüttert wird.
Der Fall hinterlässt offene Fragen nach den Motiven einer einst
unauffälligen Dienstmagd und nach den Versäumnissen einer noch
jungen toxikologischen Praxis. Er markiert zugleich einen
Wendepunkt im deutschen Strafrecht, wo Giftmord erstmals
systematisch untersucht und gesellschaftlich als weibliche
Verbrechensform diskutiert wurde.
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