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Beschreibung
vor 2 Monaten
Ein schwaches Kerzenlicht flackert im fensterlosen Keller des
Drudenhauses, während die harten Hände des alten Rathses Johannes
Junius über den Strohsack zittern. In der stickigen Luft hallt
das entfernte Stöhnen einer Gefangenen, die gerade von der
Streckbank kommt. Das Bild vermittelt das bedrückende Gewicht
einer Stadt, die sich im Schatten des Krieges und der Hungersucht
befindet.
Bamberg, Sommer 1626, ist von knappen Ressourcen und religiösem
Fanatismus erschüttert. Der 55‑jährige Bürgermeister, einst
respektierter Ratsherr, wird plötzlich zum Ziel einer eifernden
Hexenkommission. Ohne Beweise, nur mit erpressten Geständnissen,
wird er in das dunkle Drudenhaus gebracht, dort gefoltert und
gezwungen, Namen zu nennen, die das Netz der Anschuldigungen
ausweiten. Die Verhöre, das billige Papier und die unnachgiebigen
Daumenschrauben bilden den Kern einer systematischen Verfolgung,
die in den folgenden Jahren über 600 Menschen das Leben
kostet.
Die Aufzeichnungen lassen Fragen zurück: Wie viele weitere Namen
blieben im Dunkeln, und welchen Einfluss hatte das grausame
Verfahren auf die soziale Struktur Bambergs? Das Verschwinden von
Leben und Glauben bleibt ein Mahnmal dafür, wie Furcht und Macht
Verbrechen in die Geschichte einbetten.
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