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Beschreibung
vor 5 Tagen
In der Welt der drei Schwestern verrinnt die Zeit zwischen
Realitätsferne und Sehnsucht nach einer verklärten Vergangenheit.
Sie träumen von ihrer Kindheit, als ihr Vater, der General, noch
lebte und Europa noch in Ordnung zu sein schien. Olga, die
Älteste, opfert sich – mit ständigen Kopfschmerzen – für ihren
Beruf als Lehrerin auf, Mascha, die verheiratet ist, sehnt sich
nach einer leidenschaftlicheren Liebe und stürzt sich in eine
Affäre und Irina, die Jüngste, glaubt, dass nur Arbeit der
Schlüssel zu einem besseren Leben ist, schläft aber lieber die
Hälfte des Tages.
Doch die Dekadenz der Mittelstandslangeweile kann schnell von der
gesellschaftlichen Wirklichkeit eingeholt werden: Die Regisseurin
Mateja Koležnik versetzt Tschechows vorrevolutionäres Szenario
mitten in das Militärgelände, welches im Stück nur im Hintergrund
eine Rolle spielt. Die drei Töchter des toten Generals leben im
Obergeschoss dieses Militärkomplexes, um sie herum werden rege
Kriegsstrategien geplant, eine Privatsphäre haben sie nicht mehr
und Birkenwälder existieren nur noch auf Fotografien. Als sich
die Parallelwelt trotz allen Verdrängungswillens nicht mehr
aufrecht halten lässt, wird Moskau zum Ziel der notwendigen
Flucht, ein Sehnsuchtsort ist es längst nicht mehr.
Mateja Koležnik zählt zu den renommiertesten Regisseurinnen
Sloweniens. Sie erzählt mit psychologischer Präzision und
atmosphärischer Schärfe von Rissen zwischen dem Außen- und dem
Innenleben der Menschen. Sie inszeniert regelmäßig am Burgtheater
Wien und am Berliner Ensemble. 2023 war sie mit ihrer Bochumer
Inszenierung "Kinder der Sonne" beim Berliner Theatertreffen
eingeladen.
Mehr Informationen und Karten für "Drei Schwestern" erhalten Sie
hier:
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/drei-schwestern
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