Podcaster
Episoden
20.02.2026
13 Minuten
Maxim Gorki beschreibt 1905 in seinem Stück "Kinder der Sonne"
eine Gruppe russischer Intellektueller, die sich vom Volk und vom
konkreten Leben entfremdet haben. Während sich die Arbeiterklasse
den Sturz des Zarenreichs wünscht, vertiefen sie sich in Bücher,
Kunst und Liebesgeschichten. 120 Jahre später scheint die
Situation eine andere: Ein großer Teil des intellektuellen Lebens
bemüht sich um moralische Missstände und um unsere Zukunft.
Forschende zu Klima, Migration und Wirtschaft kämpfen um Gehör,
während – von oben nach unten – die Mittel gekürzt werden. Selbst
wer zur Bildungsschicht gehört, kann sich Mieten in Innenstädten
kaum mehr leisten. Welchen Wert hat Bildung also gegenwärtig in
unserer Gesellschaft? Und welche Bedeutung hat sie für politische
Prozesse? Oder hat das Akademische seinen Anspruch auf
gesellschaftliche Teilhabe im Elfenbeinturm verspielt? Jakob
Nolte treibt seine Klassiker-Kernsanierung in Richtung einer
Schwarzen Komödie. Seine Figuren ringen sich durch eine Welt, die
vom Verschwinden bedroht oder bereits unmerklich verschwunden
ist. Mit nicht viel mehr bewaffnet als ihrem Wortschatz und ein
wenig Würde.
Mehr Informationen und Tickets für "Kinder der Sonne" erhalten
Sie hier:
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/kinder-der-sonne
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Mehr
23.01.2026
16 Minuten
Eine Stadt im Ausnahmezustand. Eteokles und Polyneikes, die Söhne
des Ödipus, sollten sich nach dessen Sturz die Herrschaft über
Theben teilen. Doch als Eteokles die Macht behalten wollte, zog
Polyneikes gegen ihn in den Krieg – ein Bruderkrieg, in welchem
sie sich gegenseitig töteten. Nun liegt die Stadt in Trümmern und
der neue Herrscher Kreon muss das Chaos ordnen. Um der
Unterscheidung nachhaltig Geltung zu verschaffen, die dem
politischen Gemeinwesen zu Grunde liegt – der Unterscheidung
zwischen denen, die es bewahren, und denen, die es zerstören
wollen – erlässt er ein Bestattungsverbot gegen denjenigen
Bruder, der die Stadt angriff. Eine Unterscheidung, die Antigone
nichts zählt, weil ihr die beiden Brüder gleichviel zählen. Sie
begräbt Polyneikes gegen Kreons Gesetz, den eigenen Tod in Kauf
nehmend. Sowohl Kreon als auch Antigone berufen sich auf das
Recht und seine Legitimierung durch eine höhere Autorität: die
Götter. Doch wer oder was bestimmt, was Recht ist, wenn das Recht
selbst, das Konflikte und Widersprüche lösen soll, sich
widerspricht?
Mehr Informationen und Karten für "Antigone" erhalten Sie hier:
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/antigone
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Mehr
19.01.2026
1 Stunde 34 Minuten
Angesichts der dramatischen Lage in Iran lädt PEN Berlin zu einer
öffentlichen Gesprächsrunde ins Neue Haus des Berliner Ensembles
ein. Was passiert gerade in Iran und wie brutal ist die
Repression inzwischen? Was kann Deutschland tun, was muss Europa
tun und was wird bisher versäumt? Und vor allem: Welche Schritte
sind jetzt möglich – politisch, zivilgesellschaftlich,
konkret?
Darüber diskutieren: Journalistin und Autorin Natalie Amiri, Mina
Khani von der Menschenrechtsorganisation Hengaw, Autorin und
Boardmitglied des PEN Berlin Daniela Sepehri und
Bundestagsabgeordneter Johannes Volkmann (CDU) mit der
Moderatorin Shila Behjat.
PEN Berlin setzt sich seit Jahren konsequent für verfolgte
Schriftsteller:innen, Journalist:innen und Aktivist:innen aus
Iran ein – auch dann, wenn das Thema politisch unbequem war oder
öffentliche Aufmerksamkeit fehlte.
Das Berliner Ensemble zeigt sich seit Beginn der
Protestbewegungen im Jahr 2022 solidarisch mit den Menschen in
Iran und möchte nun zusammen mit PEN Berlin erneut auf die
verheerende Situation im Land aufmerksam machen.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Mehr
16.01.2026
24 Minuten
"Was ihr wollt"
von William Shakespeare
aus dem Englischen von Thomas Brasch
Regie: Antú Romero Nunes
Illyrien erscheint als Rettungsinsel nach dem Drama eines
Schiffbruchs, doch dort ereignen sich Täuschungen über
Identitäten und daraus folgende Liebeswirren: Die überlebende,
gestrandete Viola glaubt ihren geliebten Zwillingsbruder
Sebastian ertrunken und verkleidet sich als Cesario, um in den
Dienst des Herzogs Orsino eintreten zu können. Orsino ist
verrückt nach der trauernden, unzugänglichen Gräfin Olivia und
schickt Cesario zu ihr als seinen Liebesboten. Olivia verfällt
nun jedoch Cesario, nicht ahnend, dass es sich in Wahrheit um
Viola handelt, die sich wiederum in Orsino verliebt hat. Als
Violas Zwillingsbruder Sebastian dann noch quicklebendig
auftaucht und aufgrund seiner Ähnlichkeit zur als Mann
verkleideten Viola für Cesario gehalten wird, ist das Chaos der
Illusionen perfekt. "Was ihr wollt" gibt die Bühne frei für das
karnevaleske und auch grausame Spiel von Schein oder Sein,
Täuschung oder Wahrhaftigkeit, Sucht oder Liebe – voll Wahnwitz,
Melancholie und mit jeder Menge Musik.
Die audiodeskriptive Einführung zu "Was ihr wollt" ist in
Zusammenarbeit mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription
entstanden.
Mehr Informationen zum barrierefreien Besuch am Berliner Ensemble
unter https://www.berliner-ensemble.de/barrierefrei-erleben.
Mehr Informationen, aktuelle Termine und weitere Hinweise zu
Vorstellungen mit Audiodeskription unter
https://www.berliner-ensemble.de/audiodeskription.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Mehr
22.12.2025
12 Minuten
Bosnien und Herzegowina, Juli 1995: Innerhalb von 5 Tagen werden
in Srebrenica über 8.000 bosnisch-muslimische Jungen und Männer
ermordet, obwohl die Stadt zu dieser Zeit UN-Schutzzone ist. Über
20 Jahre später begaben sich Fotograf Armin Smailovic und
Regisseur Branko Šimić, beide aus Bosnien und Herzegowina, mit
ihrem dokumentarischen Theaterprojekt auf Spurensuche. Entstanden
ist eine minimalistische Theaterkomposition im Spannungsfeld
Opfer – Täter – Zuschauer.
Srebrenica – "I counted my remaining life in seconds …" basiert
auf den Biografien von drei Männern: Ein Überlebender des
Völkermords, einer der Hauptzeugen vor dem Den Haager Tribunal,
ein holländischer UN-Soldat, der 1995 in der Stadt stationiert
war, und ein Soldat der bosnisch-serbischen Kommandoeinheit, der
heute mit komplett neuer Identität lebt.
Der Fotograf Armin Smailovic hat die Biografien der Zeugen in
tausenden von Fotografien nacherzählt, die die ästhetische Basis
des Projekts bilden. Smailovic führte persönliche Interviews;
Protokolle der Aussagen in Den Haag komplettieren die
Materialsammlung. Srebrenica ist ein Projekt zwischen
Berichterstattung, persönlichem Schicksal und politischer
Metaebene, das die Dimension des größten Kriegsverbrechens in
Europa seit dem Zweiten Weltkrieg auf die Bühne bringt und seine
fatalen Folgen für die politische Welt(un)ordnung der inzwischen
letzten 30 Jahre beleuchtet. Mit dem Engagement von Jens Harzer
übernimmt das Berliner Ensemble die erfolgreiche Produktion vom
Thalia Theater Hamburg ins eigene Repertoire.
Mehr Informationen und Karten erhalten Sie hier:
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/srebrenica
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Mehr
Über diesen Podcast
Hintergrundinformationen und Einführungsgespräche zu unseren
Theaterproduktionen und Aufzeichnungen spezieller
Sonderveranstaltungen: Auf dem Podcastkanal des Berliner
Ensembles bieten wir Ihnen zu ausgewählten Produktionen
Audio-Einführungen unserer Dramaturg:innen und der Digitalen
Redaktion mit Informationen zum Stück und zur Inszenierung, mit
Hintergrundinformationen und Fährten für die eigene
Interpretation an. So können Sie sich bequem und einfach zuhause
auf die Vorstellung einstimmen oder das Gesehene im Nachhinein
reflektieren.
Schickt uns Euer Feedback zum Podcast per Mail an
podcast@berliner-ensemble.de oder schreibt uns Eure Meinung auf
den Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #BEpodcast.
Ein Podcast der Berliner Ensemble GmbH
Sprecher:innen & Redaktion: Sibylle Baschung, Amely Joana
Haag, Florian Hofmann, Johannes Nölting, Lukas Nowak, Karolin
Trachte, Clara Topic-Matutin. Gast: Lucien Strauch.
Produktion: Digitale Redaktion & Tonabteilung
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Abonnenten
Berlin
Kommentare (0)